Freitag, 26. Dezember 2014

Brauseboys-Jahresbilanz: Vom 26.12.-10.1.

Frohe Weihnachten! Heute früh waren es auch weiße Weihnachten, ungläubig blinzelte der Verfasser dieser Zeilen (Browserboy) aus dem Fenster, um die Seestraße im Modus "Winter Wonderland" vorzufinden. Mittlerweile ist aber alles wieder Matsch, ein kurzes Vergnügen für Frühaufsteher. Sonst ist man als solcher ja eher gestraft, aktuell ist man im Vorteil: Man wird so rechtzeitig müde, dass man z.B. die Helene-Fischer-Show verpasst. Unsere Show hingegen verpassen wir selbst nur höchst ungern, daher wird jetzt wieder hemmungslos ausgeschlafen - um hemmungslos ausgeschlafen zu sein. Heute kann man leider nur noch auf Restkarten vor Ort hoffen, aber in den nächsten Tagen geht noch was, bis es wieder ausverkauft ist. Unten gibt es eine Übersicht, außerdem einen Zusatztermin am 28.12. um 16 Uhr.

Fast schon komplett ist unser Wedding-Jahresrückblick im Weddingweiser. Alle zwei Tage bis Ende des Jahres gibt es dort einen Text von uns, heute von Paul: "Reden ist Silber".
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Auf Nimmerwiedersehen 2014 - Ein Jahr bricht aus!

Es ist wieder so weit! Die Brauseboys setzen an zu ihrer rituellen Jahres-Diagnose im KOOKABURRA und schieben das Jahr 2014 auf die Intensivstation der Zeitgeschichte.



Die Brauseboys werfen sich in ihre satirischen Schutzanzüge und durchschreiten ein kontaminiertes Jahr. Denn eins ist sicher: Das Jahr 2014 steht kurz vorm Exitus. Lebensverlängernde Maßnahmen haben keine Chance.

Ein Jahresrückblick zwischen ansteckender Heiterkeit und isolierten Pointen, bei dem man zum Lachen in Quarantäne geht. Die besten Texte und scharfsinnigsten Betrachtungen von der Weddinger Vorlese-Boygroup. Satire vom Blatt, Liedgut vom Klavier und Bilder von der Wand. – Ein Multimediaereignis mit Paul Bokowski, Frank Sorge, Robert Rescue, Volker Surmann und Heiko Werning.

Termine zwischen den Jahren:
26.12.2014 / 20:30 Uhr (Ausverkauft)
27.12.2014 / 20:30 Uhr
Zusatztermin: 28.12.2014 / 16 Uhr
28.12.2014 / 20:30 Uhr
29.12. & 30.12. & 31.12. (Ausverkauft)

Termine im neuen Jahr:
01.01.2015 / 20:30 Uhr
02.01.2015 / 20:30 Uhr
03.01.2015 / 20:30 Uhr
07.-10.1. / jew. 20:30 Uhr

Vorverkauf, Infos und Reservierungen über: www.comedyclub.de
Telefon: 030 48623186

Dienstag, 16. Dezember 2014

Brauseboys-Jahresbilanz: Ab 17.12. geht's weiter im Kookaburra

Ja, es ist wohl die naheliegende Strafe für unser Rückblicksmotto "Ein Jahr bricht aus" gewesen, dass letzte Woche noch der Noro-Tschirner-Virus bei uns umging, wahlweise die Spanische-Touristen-, bzw. Komische-Vögel-Grippe. Nur den Browserboy plagt jetzt noch die Witzelsucht. Gegen die wirklich unangenehme Pe-Dü-Di-Do-Ga-Gi-Do-Da-La-Pest empfehlen wir Schutzkleidung, wie auf unserem Plakat zu sehen. Nun aber, in voller Besetzung und vollumfänglich immun starten wir am Mittwoch die zweite Vorweihnachtsrunde unserer Jahresbilanz. 

Aktuell beachtet auch unseren Wedding-Jahresrückblick im Weddingweiser. Alle zwei Tage bis Ende des Jahres gibt es dort einen Text von uns, heute von Heiko: "Berlin nicht mehr hip - der Wedding trägt Trauer".
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Auf Nimmerwiedersehen 2014 - Ein Jahr bricht aus!

Es ist wieder so weit! Die Brauseboys setzen an zu ihrer rituellen Jahres-Diagnose im KOOKABURRA und schieben das Jahr 2014 auf die Intensivstation der Zeitgeschichte.


Ein Jahresrückblick zwischen ansteckender Heiterkeit und isolierten Pointen, bei dem man zum Lachen in Quarantäne geht. Die besten Texte und scharfsinnigsten Betrachtungen von der Weddinger Vorlese-Boygroup. Satire vom Blatt, Liedgut vom Klavier und Bilder von der Wand. – Ein Multimediaereignis mit Paul Bokowski, Frank Sorge, Robert Rescue, Volker Surmann und Heiko Werning.

Termine vor Weihnachten:
17.12.2014 / 20:30 Uhr
18.12.2014 / 20:30 Uhr
19.12.2014 / 20:30 Uhr
20.12.2014 / 20:30 Uhr

Dann weiter ab 26.12. beinahe täglich bis zum 10.1.15 - Vorverkauf, Infos und Reservierungen über: www.comedyclub.de

Dienstag, 9. Dezember 2014

Brauseboys ab 11.12. im Kookaburra: Auf Nimmerwiedersehen 2014

Auf Nimmerwiedersehen 2014 - Ein Jahr bricht aus!

Es ist wieder so weit! Die Brauseboys setzen an zu ihrer rituellen Jahres-Diagnose im KOOKABURRA und schieben das Jahr 2014 auf die Intensivstation der Zeitgeschichte.



Die Brauseboys werfen sich in ihre satirischen Schutzanzüge und durchschreiten ein kontaminiertes Jahr. Denn eins ist sicher: Das Jahr 2014 steht kurz vorm Exitus. Lebensverlängernde Maßnahmen haben keine Chance.

Ein Jahresrückblick zwischen ansteckender Heiterkeit und isolierten Pointen, bei dem man zum Lachen in Quarantäne geht. Die besten Texte und scharfsinnigsten Betrachtungen von der Weddinger Vorlese-Boygroup. Satire vom Blatt, Liedgut vom Klavier und Bilder von der Wand. – Ein Multimediaereignis mit Paul Bokowski, Frank Sorge, Robert Rescue, Volker Surmann und Heiko Werning.

Termine vor Weihnachten:
11.12.2014 (Premiere) / 20:30 Uhr
12.12.2014 / 20:30 Uhr
13.12.2014 / 20:30 Uhr
17.12.2014 / 20:30 Uhr
18.12.2014 / 20:30 Uhr
19.12.2014 / 20:30 Uhr
20.12.2014 / 20:30 Uhr

Dann ab 26.12. beinahe täglich bis zum 10.1.15 - Vorverkauf läuft, Infos und Reservierungen über: www.comedyclub.de

Aktuell beachtet auch unseren Wedding-Jahresrückblick im Weddingweiser.

Donnerstag, 4. Dezember 2014

Dienstag, 2. Dezember 2014

Brauseboys am 4.12.: Ein Jahr bricht aus

Schlaue Sprüche (von Frank Sorge)

Wir sprechen mit Ralph "Ralle" Schluppke aus der Turiner Straße, Berlin-Wedding. Sie sind gerade vom neugegründeten Eckkneipenverband "Goldene Fahne" zum "Bier-Buddha" des Bezirks erklärt worden - Herzlichen Glückwunsch!

Danke, aber ick möchte gleich korrigieren: Man hat mich nich' erklärt, hat man mir erklärt, sondern ick bin wiederjeborn. Wusste ick ooch nich' vorher, aber nu' isset halt so. Schon Okee.

Man bescheinigt Ihnen größtmögliche Weisheit, Geduldsruhe und ein massives Stehvermögen. Außerdem eine "gottgebene Klarheit", die Sie im Nirwana einer mehrtägigen Wodkameditation gewonnen haben sollen. Haben Sie eine Botschaft in der derzeit angespannten Weltlage?

Meinen Sie sowat wie 'ne "Message in a bottle"? Ham' die vom New Yorker mich jefragt, konnt' ick aber ooch nüscht anderet sagen als jetze. Pass uff, die schlauen Sprüche kommen: Du kannst allet mögliche in'nen Buch schreiben, deshalb kann et noch lange nich' sprechen. Wenn de nüscht siehst, musst' de mal hinkieken. Und allet wird Mus, wenn de dir druffsetzt.

Herr Schluppke, Sie als umfangreich nicht Betroffener, wie bewerten sie etwa den aktuellen Börsenrekordstand?

Besser, sie steht, als dass 'se umfällt, oder? Spaß beiseite, Witz komm raus, kann man nich' immer sagen, wo det hinführt. Ob de mit dein Rekordpegel nach Hause kommst oder dich in die Rabatten legst - is'n feiner Grat, wa? Trinkst du dir immer weiter euphorisch die Schnäpse hinter die Binde? Oder machst 'de ooch ma ruhiger mittenmang und lässt dir von der Gitti 'n Kaffee machen, der so stark is, dass du ihn löffeln und kauen musst. Wie gesagt, kommt allet druff an, ob 'de eigentlich nach Hause willst denne. Oder ob dir schon allet scheißejal is'. Da bin ick mir bei die Marsianer, quatsch, Börsianer ooch nich' immer janz sicher.

Dienstag, 25. November 2014

Brauseboys am 27.11.: Wann kommst du geschneit?

Strategien gegen den Winter (von Frank Sorge)

1. Ignorieren. Der Winter ist da, sagen sie alle, aber man muss ja auch sonst nicht allen alles glauben. Sind die Winterverkünder sicher, dass da ein Winter ist? Woran machen sie es fest? Ob es kalt draußen ist? Hier in der Wohnung ist es warm. Durch das Fenster sieht es karg, grau und kalt aus? Was zeigt ein Fenster anderes als ein Bild? Und seit wann macht ein Bild kalt?
2. Augen auf! Es ist schon lange bekannt, dass das Starren auf Computerbildschirme die Wintermüdigkeit aushebelt. Für uns Pioniere des neuen Jahrtausends also unproblematisch. Einfach so lange vor dem Rechner bleiben wie immer. Dann wird man müde wie immer, und schläft genau so lange wie immer. Aber das Vitamin D, wird man vielleicht einwerfen wollen - ja, das gibts überall zu kaufen. 
3. Warm anziehen! Setz der hässlichen Fratze des Winters etwas entgegen. Nimm die größte, alberne, grellstmöglich gefärbte Wollmütze, nutze die lange Unterwäsche mit den Dalmatinern, Rentierpullis, Moon Boots, Daunenfäustlinge, Skibrillen, Ohrenschützer. Dir wird so dermaßen heiß sein, egal wohin du kommst, dass du nicht einen einzigen Gedanken an die behauptete Kälte des Winters verschwenden musst. “Dann seh ich aber scheiße aus”, sagst du, aber ich frage: “Dann erst?”
4. "Den Winter lieben" hilft nicht! Man nennt es Stockholm-Syndrom, ein Ort, an dem es gerne auch mal noch etwas kälter ist als hier. Der Winter nimmt dich gefangen und quält dich, bis du aus reinem Selbstschutz anfängst, den Winter zu umarmen oder ihm ein Gedicht zu schreiben.
5. Erkenntnis! Winter ist eine Konstruktion, die Angst vor dem Winter irrational. Hat der Mensch noch Angst vor dem Feuer? Nein, er fährt damit herum, er holt es aus Atomen, er hält es der netten Person am Tresen nebenan vor die Nase, damit diese sich scheu lächelnd bedanken kann.

Donnerstag, 20. November 2014

Dienstag, 18. November 2014

Brauseboys am 20.11.: Sichere Landung

Sichere Landung (von Frank Sorge)

Nach der spektakulären Landung auf einem Kometen hat die europäische Weltraumbehörde ESA am Donnerstagmorgen wieder Kontakt zum Landegerät "Gitte II" bekommen. An Bord Ralph Schluppke aus der Turiner Straße, Berlin-Wedding, sowie ein kühlschrankgroßer … Kühlschrank. 

“Warick gleich Feuer und Flamme, als mir meen Kundenberater in’ Jobcenter dit Anjebot vorjelegt hat. Ick und’n Kühlschrank, dit passt doch wie Faust uff Auge. Isser denn ooch voll?”, hab ick jefragt. 
“Na, randvoll”, hat meen Spezi ausjeführt. Ooch dat ick mir ne Biersorte und allet mögliche auswählen kann. 
“Ejal welchet?” hab ick ungläubig jefragt, “och dit jute?”
"Dit müssen Se mitm Arbeitjeber besprechen", meinte er, aber dit war dann allet keen Problem. Wollte aber ooch nicht gierig sein, und bei so Premium-Pilsetten für Besser-Erkorene weeßte ja ooch nie, ob de die Plörre uff Dauer verträgst. Habick doch jesagt: Lad dit Ding mit Reichelt-Pils voll - spart ihr watt und ick muss mir nicht umstellen.

Donnerstag, 13. November 2014

Dienstag, 11. November 2014

Brauseboys am 13.11.: Kommt rüber!

Wowereits Rücktrittsschreiben (von Frank Sorge)

Sehr geehrter Herr Präsident,

gemäß Artikel 56 Absatz 3 Satz 1 der Verfassung von Berlin erkläre ich den Rücktritt von meinem Amt als Regierender Bürgermeister mit Wirkung vom 11. Dezember 2014.

Mit freundlichen Grüßen, Klaus Wowereit

PS: In diesen Minuten besetzen außerdem meine werten Berliner Genossen der SPD sowie bis heute geheim operierende revolutionäre Gruppen in einem solidarischen Kampfakt ohne Waffen sämtliche Verwaltungsgebäude der Stadt und der Bezirke. Die Polizei wird direkt unter der Leitung des soeben ernannten 1. Generals der morgen Mittag zu gründenden neuen Stadtrepublik den reibungslosen Ablauf des Machtwechsels sichern. General Henkel tritt außerdem mit sofortiger Wirkung aus der CDU aus, um sich ganz seinen neuen Aufgaben zu widmen. Nach der Rücknahme der Berliner Bezirksreform wird es eine Neuordnung in die vier Bezirke Blau, Rot, Gelb, Grün geben, außerdem eine sofortige Enteignung jeder Berliner Immobilie bzw. die völlige Abschaffung des Grundbesitzes auf Berliner Boden. Ersatz wird in Form von Treuebären verteilt, für die Sie sich aber nichts kaufen können. Geld brauchen wir nicht. Mit Hilfe der hochgekrämpelten Ärmel aller Berlinerinnen und Berliner werden wir unverzüglich damit beginnen, um die Stadt herum einen Hanfwald zu pflanzen. Die neue "Bezirkseinheit Berlin", kurz "BE Berlin" annektiert außerdem Teile der Brandenburger Regionen Dahme-Spreewald und Oder-Spree, um eine sofortige Inbetriebnahme des vollumfänglich funktionsfähigen Flughafens BER vorzunehmen, dessen Mängel für die Öffentlichkeit nur fingiert worden sind. In einer großen Gemeinschaftsleistung werden wir dort in Kürze alles auf die Ankunft der Urberliner aus der Sonnenblumen-Galaxie vorbereiten, die unsere Stadt vor vielen Jahrtausenden gepflanzt haben. An diesem Tage trete ich nicht nur von meinem Amt als Regierender Bürgermeister und "BE-Berlin-Manager" zurück, sondern steige in eine neue Bewusstsseinebene weit außerhalb unserer derzeitigen Vorstellungskraft auf. Vivat, Wowi 

Donnerstag, 6. November 2014

Uli & Renee


An diesem Donnerstag sind wir ins Mastul ausgewichen, das dortige biergetränkte Barpiano konnte aber Renee van Bavel nicht davon abhalten, ihm schöne Töne zu entlocken. Uli Hannemann kennt das Mastul schon, ihn kann auch sonst wenig schocken - die Bühnentapete steht ihm gleichfalls gut. Hier empfehlen sie sich gegenseitig (es ist ja bald Weihnachten). 

Mittwoch, 5. November 2014

Brauseboys am 6.11. im Mastul: Oh, yeah!

Lange Zeit her (von Robert Rescue)

Auf der Straße spricht mich ein junger Mann, etwa 20 Jahre alt, an. Er sitzt auf einem BMX-Rad, als ich an ihm vorbeilaufen will. »Entschuldigen Sie. Spielen Sie nicht mit im Video von Nils Heinrich? Dieses »Fischers Fritze«-Video?«
»Ja«, sage ich freundlich und bin zugleich überrascht über diese Begegnung. Es ist acht Jahre her, dass wir dieses Video gedreht haben.
»Ich schaue mir das gelegentlich an. Finde ich voll cool«, sagt der junge Mann. Ich frage mich, woher er die Zeit nimmt, sich ein so altes Video anzuschauen und das gleich öfter. Das er mich erkannt hat, verwundert mich nicht. Ich habe mich seitdem nicht verändert. Zufälligerweise trage ich auch noch die gleichen Klamotten wie damals. Irgendwie deprimiert mich das und ich gehe weiter.


Donnerstag, 30. Oktober 2014

Dienstag, 28. Oktober 2014

Brauseboys am 30.10.: Blatt vor Mund

Ordnung ist Zerstörung (von Frank Sorge)

Eines schönen Herbsttages beschließe ich, das alte Moped vom Hof zu räumen. Verschrotten oder als Ersatzteilträger verkaufen, das wird sich zeigen. Es steht schon länger da, das ganze Jahr unter einer Plane. Als ich diese anhebe, schließe ich aus der Farbe des Kennzeichens, dass es wohl doch schon ein Jahr mehr ist. Außerdem fällt mir auf, dass das Hinterrad durch Fasern verschmutzt ist - ach je, ein Vogelnest. Im Herbst natürlich unbewohnt, vorsichtig lüfte ich die Plane etwas mehr und schaue unter die Verkleidung. Auch Wespen haben versucht, hier heimisch zu werden, auf der Fußbank finde ich außerdem eine zerrüttetes Bett aus Rattenkötteln. Neugierig hebe ich den Wetterschutz höher, das Vorderrad steckt in einem Ameisenstaat, im Lenkradfach sitzen fröhliche Spatzen und pokern. Im Helmfach tanzen schillernde Käfer an einem Froschteich aus Kondenswasser, um den Motor hat sich ein störrisches Faultier gewickelt und im Topcase begrüßt mich ein grünäugiger, exilierter Bewohner des sterbenden Planeten Hananax. "Hananax", sagt er und schwenkt einen Neuromanipulator, der mich glauben lässt, das alles entspringe meiner Fantasie. Mich die Plane wieder zurückziehen und arglos an den Rechner zurückkehren lässt. Wollte ich nicht... ach, genau, eine Geschichte schreiben.

Donnerstag, 23. Oktober 2014

Moses Wolff


Der Zufall brachte uns an diesem Abend zwei Gäste des selben Nachnamens, einen Doppel-Wolff. Moses Wolff gehört zur einzigen wöchentlichen Lesebühne Münchens, den Schwabinger Schaumschlägern, und ist außerdem Schauspieler, Oktoberfestexperte und Sänger. Sein neuer Roman heißt "Schrippen-Blues" und liegt jetzt auch auf meinem Nachttisch. 

Dienstag, 21. Oktober 2014

Brauseboys am 23.10.: Mit Doppel-Wolff

Bedenken (von Frank Sorge)

Ich trinke ganz gerne was mit Alkohol, immerhin nicht täglich. Es ist jedenfalls besser, als täglich nicht gerne zu trinken, also sollte man stets aufpassen, dass es nicht derart umschlägt. Aber ist es schon bedenklich, auf dem Einkaufszettel Whisky statt Whiskas zu lesen? Oder erst, wenn man es zwar noch als Whiskas erkennt, aber stattdessen doch Whisky kauft? Es käme vielleicht noch drauf an, für wen? Whiskey für die Katze schürt weitere Bedenken, Whiskas für mich noch viel mehr. Auch spielt eine Rolle, wer den Zettel geschrieben hat. Wenn ich selbst das Katzenfutter aufgeschrieben habe und mich trotzdem verlese, sollte ich mir vielleicht wirklich Sorgen machen. Wenn es aber meine Freundin war, ist alles gut und ich kann es auf ihre Handschrift schieben. Solange sie nicht selbst ständig an Whisky denken muss und daher, statt einfach "6 x Katzenfutter", ein Produkt mit Whisky-ähnlichem Namen aufgeschrieben hat. Habe ich da etwas nicht bemerkt? Oder wenn es ein Codewort wäre, damit zufällige Gäste, die den Einkaufszettel lesen, nicht denken: "Wer braucht denn hier 6 x Whisky?" Wenn es gar die Katze selbst war, deren Überlebensdruck angesichts leerer Futterschalen so stark geworden ist, dass sie in der Not das Schreiben erlernt hat - was dann?

Samstag, 18. Oktober 2014

Malerische Ruine


Womöglich durfte das Grundstück im Biosphärenreservat Schorfheide nicht neu bebaut werden, vielleicht gab es einfach nicht rechtzeitig einen Käufer. Malerische Ruine nahe Biesenbrow, wo wir Brauseboys ein deutlich konstruktiveres Vorbereitungswochenende für "Auf Nimmerwiedersehen 2014" gemacht haben.

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Dienstag, 14. Oktober 2014

Brauseboys am 16.10.: Dicke Bretter

Virtuelle Geschäfte (von Frank Sorge)

Neulich in der Online-Welt,
hab' ich einen Baum gefällt.
Erst begann er, leicht zu wanken,
schließlich fiel er, großer Krach.
Hab digitales Holz gehackt,
es fein zersägt in Planken.
Die verkauft, gab echtes Geld,
neulich in der Online-Welt.

Donnerstag, 9. Oktober 2014

Lari & die Pausenmusik


Vor wenigen Wochen standen sie schon mit uns im Centre Francais auf der Bühne, jetzt endlich auch in voller Besetzung bei uns im La Luz: Lari & die Pausenmusik (v.l. Platze, Lari, Tom). Die revolutionären Weddinger Volksmusiker brachten ihr erstes Album "Einmischen" mit.

Dienstag, 7. Oktober 2014

Brauseboys am 9.10.: Bunte Blätter

Herbstliche Nachrichten (von Frank Sorge)

Der Lenz ist tot, der Herbst ist da. Auch sonst nur schlechte Nachrichten von Irrsinn und Krieg, wen muss man eigentlich für das Zitat schelten, es gäbe keine schlechten Nachrichten? Mit letztem Rebellionswillen staksen noch leicht Bekleidete durch die Weddinger Straßen, bis doch die Grippe obsiegt. Ich hingegen schließe die Strickjacke und mache mir Gedanken darüber, die Heizung anzustellen. Im Oktober? Vielleicht etwas früh, aber wenn man erfroren ist, ist es zu spät. Ein sogenannter Tralalafon-Mitarbeiter stört mich auf und redet am Tralalafon minutenlang auf mich ein wie der Imam in der Jauch-Show. Er will mich an die "Qualitätsabteilung" verkaufen, aber ich wehre mich. Ich versuche es jedenfalls, es ist mehr passiver Widerstand, denn er lässt mich kaum ausreden und variiert seinen Salm immer neu, während ich beharrlich dazwischen rufe, er könne noch lange das Gleiche erzählen, meine Meinung würde sich nicht ändern. Ein Fehler, denn er erzählt weiter das Gleiche, jetzt mit Aufforderung. Zudem lügt er mir das Blaue vom Himmel herunter, denn bei Tralala arbeitet er gar nicht, gibt er zu, während ich weiter dazu verdammt bin, meine Meinung nicht zu ändern und selbst das nicht ändern kann. Endlich lenkt er ein: "Naja, Herr Sorge, wenn sie einfach nicht einsehen wollen, was für ein gutes Angebot das ist, kann ich auch nichts weiter machen -  ich habe ihnen ja alles erklärt..." Und er erklärt es nochmal.
Gibt es auch gute Meldungen? Wir haben GPS-Zellen im Hirn und die DDR hätte heute 65. Geburtstag gefeiert. Es ist aber einfach nicht vorstellbar, wie diese Republik heute aussehen würde, gäbe es sie noch.

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Dienstag, 30. September 2014

Brauseboys am 2.10.: Lies dies!

Bis zum Ende (von Frank Sorge)

Zeugen J. fragen mich an der Haustür, ob ich Internet habe. "Nein, warte noch ab, ob es sich durchsetzt". Ich hake nach, ob sie zufällig AOL-Freiminuten-CDs dabei hätten? Dann würde ich das mal probieren. Oder habe ich sie falsch verstanden? Wollen sie selbst mal ins Internet, weil sie das sonst nicht dürfen? Und suchen sich dafür zwielichtige Ungläubige im Sündenpfuhl Wedding?
Nein, aber in diesem Dings könne ich dann nachgucken und lesen, was sie mir sagen wollen. Dann müssten sie mich nicht an der Haustür nerven.
Haben sie das wirklich gesagt? Ja. Haben sie den Gedanken wirklich zu Ende gedacht? Nein.

Freitag, 26. September 2014

Dienstag, 23. September 2014

Dienstag, 16. September 2014

Brauseboys am 18.9.: Bei mir liest du schön

Garderobenleiste modern (von Robert Rescue)

Neulich ging meine Garderobenleiste kaputt. Ich ging also los, um eine neue zu besorgen. Zufällig bot LIDL gerade im Wochenshop eine an, die mir zeigte, dass auch im Bereich Flurfunktionszubehör noch Neuerungen möglich waren. Über den vier Haken waren Fotorahmen angebracht, in die man Fotos von Familienmitgliedern oder Freunden befestigen konnte, die dann gefälligst genau am Haken darunter ihre Jacke aufhängen durften oder sollten. Mein erster Gedanke war, das damit eine weitere Gelegenheit geschaffen wurde, die Digitalkamera zur Hand zu nehmen und Fotos zu machen, die man anschließend bei einem Drogeriediscounter zur Entwicklung hochladen konnte. Aber es gab auch die Möglichkeit, Leuten eine Email zu schicken: „Hallo Bernd, du bist ja ab morgen mein neuer Mitbewohner. Bitte bring ein Porträtfoto von dir mit, damit ich das an der Garderobenleiste anbringen kann, damit du künftig weißt, wo du deine Jacken aufhängen kannst.“
Ich habe das Ding gekauft und zuhause gleich angebracht. In drei der Fotorahmen habe ich dann Fotos von mir rein gemacht, den vierten habe ich leer gelassen.
Das ist jetzt der Haken für die Gäste.
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Donnerstag, 18.9. /20.30 Uhr
La Luz (Oudenarder Str. 16-20, Osram-Höfe)

Die Brauseboys - frische Texte
Jeden Donnerstag nehmen Paul Bokowski, Robert Rescue, Frank Sorge, Volker Surmann und Heiko Werning ihre frisch geputzten Tastaturen und lassen es klappern. Die empfohlene Wochendosis Lesebühne, seit elf Jahren jeden Donnerstag mit illustren Gästen. 

Gäste:

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Samstag, 20.9. / 20 Uhr
Centre Francais, Müllerstraße 74, U6 Rehberge

"Bei mir liest du schön!"
Eröffnungsveranstaltung der 3. Sprachwoche Wedding
Im frisch renovierten Veranstaltungssaal aus den 1960er Jahren des Centre Francais de Berlin erwartet euch die große Eröffnungsgala der Weddinger Sprach- und Lesewoche 2014. Der grüne Kiezaktivist Daniel Gollasch und Brauseboy Frank Sorge haben sich organisatorisch ins Zeug gelegt und präsentieren eine volle Woche lang Live-Literatur an durchweg schönen Orten im Kiez. Wir Brauseboys lesen Weddinger Geschichten zur Eröffnung, dazu spielen unsere musikalische Gäste auf: Lari und die Pausenmusik. Das volle Programm findet man über den Klick auf das Bild, bzw. diesen Link.

Dienstag, 9. September 2014

Brauseboys am 11.9.: Ken gewünscht Jochen bekommen

Ken gewünscht, Jochen bekommen (von Robert Rescue)

Ich wollte Ken haben, habe aber Jochen bekommen. Bei Ken hatte mich seine filigrane Form angesprochen, während Jochen einfach nur klobig wirkte. Ich trug meinen vermeintlichen Schatz auf Händen nach Hause, was mir einige Mühe bereitete. Dort machte ich mich über ihn her und als ich fertig mit ihm war, merkte ich, dass mir der Verkäufer den falschen verkauft hatte. Ich war aber zu erschöpft, um den Weg auf mich zu nehmen und einen Umtausch zu verlangen.
Also sitze ich jetzt auf Jochen am Schreibtisch, ärgere mich über seine massige Form und wünsche mir immer öfter, ich hätte darauf geachtet, dass auch wirklich Ken zu mir nach Hause kommt.

Dienstag, 2. September 2014

Brauseboys am 04.9.: Leidenschaft bewegt die Welt

Ihre Leidenschaft bewegt die Welt (von Robert Rescue)

Das steht oben auf der Postkarte und ich denke mir, Ach nee. Zwei Skispringer, Langläufer, Snowboarder oder wie auch immer die heißen sind zu sehen und in einem Kasten unten steht: Setzen Sie ein Zeichen. Bekennen Sie sich zur Bewerbung um die Olympischen Winterspiele 2018 in München und gewinnen Sie tolle Preise. Ich drehe die Karte um und lese: An alle Wintersport-Fans, Seestraße 101, 13353 Berlin. Ich schaue an der Reihe der Briefkästen entlang und gehe dann zu dem von Härtling/Neuruther. Von denen habe ich gehört, dass sie Sport treiben, weshalb ich die Karte bei ihnen einstecke. Bei mir war sie auf jeden Fall fehl am Platz.

Dienstag, 26. August 2014

Brauseboys am 28.8.: Vertretung im Mastul/Brauseboys im Kookaburra

Das Buch, dessen Titel und vor allem Inhalt verhindert, dass man es liest
(von Robert Rescue)

Seit meinem Geburtstag liegt das Buch auf dem Küchentisch. Der Geburtstag ist schon ein halbes Jahr her und jedes Mal, wenn ich ein Buch fertiggelesen habe und beim Frühstück sitze, denke ich, jetzt lese ich das Geburtstagsgeschenk. Aber dann schaue ich auf das Cover, dann drehe ich es rum zum Backcover und denke mir: „Ach, wenn es so ist, dann kann das ja noch warten.“ Manchmal denke ich, dass keiner, der das Buch gekauft hat, es je gelesen hat. Das liegt bei den Leuten zuhause rum und alle nehmen sich vor, es zu lesen, aber keiner macht es. Wahrscheinlich sind alle Kritiken, die zu dem Buch erschienen sind, erstunken und erlogen. Die Autoren haben es dem Leser auch nicht leicht gemacht mit dem, worüber sie schreiben. „Dinge geregelt kriegen“ von Kathrin Passig und Sascha Lobo. Um Prokrastination geht es und das ist auch das Problem.
Ich kriege es einfach nicht geregelt, das Buch zu lesen.

Dienstag, 19. August 2014

Brauseboys am 21.08.: Wie man Bücher verkauft ...

Wie man Bücher verkauft ... (von Robert Rescue)

An diesem Abend zahlte es sich aus, in die Stammkneipe zu gehen. Ich saß keine 5 Minuten am Tresen, als Silke zu mir kam und meinte: "Mein Freund seit Kindheitstagen feiert bald Geburtstag und ich will ihm was Besonderes schenken. Ich habe mir das so gedacht. Auf dem Tresen liegen die Bücher von Frank und dir zum Verkauf. Wer als Erster von euch beiden heute Abend hier reinkommt, von dem kaufe ich ein Buch. Also, wie viel soll es kosten?"

Dienstag, 12. August 2014

Best of Brauseboys: Vom 28.-30.8. im Kookaburra

Mehr als ein volles Jahrzehnt beobachtet die Weddinger-Vorleseboygroup Alltag und Zeitgeschehen in ihrem Heimatkiez Wedding und anderen Provinzen von Berlin und dem Rest der Welt. Jahr für Jahr präsentieren sie im Kookaburra ihre Jahresrückblicksshow „Auf Nimmerwiedersehen“, nun laden sie erstmals zu einem dreitägigen Sommer-Special ins Kookaburra.

Donnerstag, 28.8. bis Samstag, 30.8. /20.30 Uhr
Comedyclub Kookaburra (Schönhauser Allee 184, Tram 8, U Rosa-Luxemburg-Platz)


Paul Bokowski, Robert Rescue, Frank Sorge, Volker Surmann und Heiko Werning präsentieren das Beste, Schönste und Schrägste aus einem vollen Jahrzehnt Lesebühnenschaffen: frisch geduschte Texte, absurde Videos, sprühende Intelligenz und Herz erwärmendes Liedgut. Ein Abend zwischen BER und NSA, zwischen Wedding und Weltraum, Dönermännern und Kopftuchmädchen.

Eintritt: 14 Euro, erm. 11 Euro, Kartentelefon: 030 / 486 231 86 (bis 17:30 AB), E-Mail: info@comedyclub.de

Brauseboys am 14.8.: Beobachtung in der U-Bahn

Beobachtung in der U-Bahn (von Robert Rescue)

Ein Mann sitzt mir gegenüber und hält vier Tüten Popcorn in der Armbeuge. Aus einer geöffneten isst er, aber seine Bewegungen sind so unkoordiniert, dass ihm die Hälfte auf den Boden fällt. Nach ein paar Minuten ist dieser mit Popcorn übersät. Dem Mann, der betrunken oder verrückt, vielleicht auch beides ist, gefällt das und er beginnt, das vor ihm liegende Popcorn zu zertreten, während er sich nach und nach eine Handvoll Popcorn ins Gesicht schmeißt. An der Station Turmstraße steigt er aus. Als er weg ist, setze ich mich an einen anderen Platz. Niemand soll denken, ich hätte was damit zu tun.

Dienstag, 5. August 2014

Brauseboys am 07.8.: Der Weg der Ware

Die online Bestellung auf dem Weg zu dir (von Robert Rescue)

Da postete jemand auf Facebook so eine Art Google Maps Video über seine Bestellung bei pizza.de. Auf der Seite kann man nicht nur die detaillierte Aufstellung der bestellten Waren sehen, sondern auch die Preise. Ich wundere mich, dass jemand Sushi bei Pizza.de bestellt. Zunächst sieht man einen sich langsam bewegenden Punkt (das ist der Lieferfahrer namens Li Peng auf dem Weg zum Auto) und dann sieht man einen sich langsam bewegenden Punkt (das ist Li Peng im Auto) und folgt seiner Route von Wilmersdorf in den Wedding. Gelegentlich hält er. Am großen Stern steht er an der Ampel und in Moabit liefert er Ware aus. Natürlich sieht man auch die Geschwindigkeitsanzeige. Ich schaue mir das Filmchen dreimal an und denke mir, ob das Ende der Fahnenstange erreicht ist oder noch mehr kommt in Sachen Spaßbereitung im Internet. Der Besteller hat den Weg der Pizza bestimmt auf seinem Smartphone verfolgt und in dem Moment den Türöffner betätigt, als der Wagen vor seinem Haus zu stehen kommt.
Jemand merkt in einem Kommentar an, dass Li Peng in zwei Tempo 30 Zonen zu schnell gefahren sei.

Dienstag, 29. Juli 2014

Brauseboys am 31.7.: Mal wieder Karstadt

Karstadt Kundenkarte (von Robert Rescue)

Jedes Mal, wenn ich bei Karstadt gefragt werde, ob ich eine Kundenkarte besitze, muss ich an den Kauf der Waschmaschine denken. Damals hatte man mir eine solche Kundenkarte aufgeschwatzt. Seitdem liegt sie deutlich sichtbar auf meinem Arbeitstisch, aber niemals, wenn ich zu Karstadt gehe, komme ich auf den Gedanken, sie mitzunehmen. Das spricht wohl dafür, dass ich mit Kundenkarten generell nichts anfangen kann. Deshalb gebe ich auf die Nachfrage stets die gleiche Antwort: »Nein.«

Dienstag, 22. Juli 2014

Brauseboys am 24.7.: Traumfänger

Die Sache mit dem Traumfänger (von Robert Rescue)

Vor Jahren schenkte mir eine Freundin einen Traumfänger, weil ich seinerzeit von Alpträumen geplagt wurde. Bis vor vier Wochen war mein Schlaf dann ruhig, aber inzwischen habe ich wieder jede Nacht einen schlechten Traum. Beim Grübeln darüber, was die Ursache dafür ist, komme ich auf die Idee, dass der Traumfänger irgendwie „voll“ sein könnte. Also nehme ich ihn von der Wand und überlege, was ich nun tun soll. Muss ich mich dreimal im Kreis drehen und dazu irgendetwas Mythisches murmeln, damit der Traumfänger wieder funktioniert? Was hatten die Indianer früher gemacht? Im Internet lese ich, das die bösen Träume von der Morgensonne neutralisiert werden. Ich schaue zum Fenster. Die Sonne scheint hier nie rein. Kurz überlege ich, den Traumfänger aus dem Fenster zu halten, aber was werden die Nachbarn dazu sagen? Bald darauf ertappe ich mich dabei, wie ich in die Küche gehe und den Traumfänger über den Mülleimer halte. Ob das die richtige Entsorgung ist? Oder gehört das eher in den Plastikmüll? Sind Alpträume etwa Sondermüll? Ich schüttele den Kopf und bewege den Traumfänger über dem Mülleimer, bis ich das Gefühl habe, er sei jetzt geleert. Danach hänge ich ihn wieder an die Wand und bilde mir ein, dass ich nun wieder ruhig schlafen kann.

Dienstag, 15. Juli 2014

Brauseboys am 17.7.: Lakritzschnecken schwarz

Geschmacksverwirrung (von Robert Rescue)

Neulich im ALDI bleibe ich an den Angeboten der Woche stehen und schaue auf eine Plastikdose voller Süßigkeiten mit dem Aufdruck: „Waldmeisterbärchen mit Vanillegeschmack“. Ich halte die Packung hoch und denke mir angesichts der grün-gelben Bärchen – Bäh. Daneben finden sich noch Erdbeerärchen und Heidelbärchen, jeweils mit Vanillegeschmack. Wer kauft denn so einen Scheiß, denke ich mir, gefolgt von der Frage, wie soll das denn schmecken? Vermutlich wird mir keiner der anderen Einkaufenden diese Frage beantworten können, weshalb ich mir die Waldmeisterbärchen in den Wagen lege. Tage später kann ich sagen, ich habe sie geschafft. Aber es war nicht einfach und meine Geschmacksnerven mussten sich völlig neuen Herausforderungen stellen.
Eine Woche später gibt es Fruchtgummi-Schnecken in den Geschmacksrichtungen Zitrone, Orange, Mango und Maracuja, gefüllt mit Brausepulver. Ich bin angewidert und stelle eine Dose in den Einkaufswagen. Warum lasse ich mich so manipulieren, frage ich mich. Geschafft habe ich zwei der grünen, gelben, roten und colafarbenen Schnecken. Bei jeder standen mir die Tränen in den Augen und ich habe mir gesagt, Schnecken sind schwarz und aus Lakritze, basta.

Dienstag, 8. Juli 2014

Brauseboys am 10.7.: Mal wieder Mittelpromenade

Mal wieder Mittelpromenade (von Robert Rescue)

Eine ältere Frau mit Hündchen kommt ran. "Ich möchte gerne eine kleine Schachtel Pommes."
"Wir haben nur normale Portionen, also eine Portion Pommes."
"Wie bitte? Sie haben keine kleinen Portionen Pommes?"
"Nein, wie ich schon sagte. Wir haben nur normale Portionen, also eine Portion Pommes, ja?"
"Gut, dann nehme ich eine. Junger Mann, können sie mir sagen, wann die Tram auf der Gegenrichtung fährt?"
Ich schaue nach. "In drei Minuten."
Wir warten. Sie wird nervös.
"Die Bahn würde ich gerne kriegen. Wie lange dauert das mit den Pommes?"
"Der junge Herr kriegt vor ihnen Pommes. Ich muss die gesetzliche Frittierzeit einhalten, deshalb kann ich nicht einfach ihre Pommes jetzt aus der Fritteuse holen."
Kurz überlege ich, ihr meine Pommes zu überlassen. Aber die Leute von der Mittelpromenade haben ihre Arbeitsschritte. Sie da durcheinander bringen zu wollen, bringt Ärger.
"Ich glaube, ich lasse das dann lieber. Die Bahn will ich bekommen."
Meine Güte, was für eine Nervensäge. Sie kann die Fritten hier am Stehtisch in Ruhe essen und wartet halt fünf Minuten, bis die nächste Bahn kommt.
Schließlich kriege ich mein Gericht und trete den Heimweg an. Ich sehe noch, wie die Tram einfährt und die ältere Frau mit ihrem Hund in Richtung Tram eilt. Ich kann nicht erkennen, ob sie ihre Portion Pommes dabei hat. Wenn ja, wird sie die bestimmt auf dem Weg verlieren. Hat sie auch verdient.

Dienstag, 1. Juli 2014

Brauseboys am 03.7.: Zahltag

Zahltag (von Robert Rescue)

Ich betrete den Spätkauf »Bonbonwasser«. Die Frau des Betreibers steht hinter dem Tresen. Ich will nur Tabak kaufen, Blättchen und Filter brauche ich nicht. Im Scherz sage ich: »Heute nur Tabak. Mehr kann ich mir nicht leisten.«
»Ja, das geht vielen so«, antwortet sie. »Aber gottseidank ist morgen Feiertag.«
»Feiertag? Welcher Feiertag denn?«, frage ich nach.
»Morgen ist Ende des Monats. Dann gibt es wieder Geld. Hartz IV.«
Sie hält einen Zettel hoch, auf dem eine Menge Namen und Zahlen vermerkt sind.
»Morgen ist Zahltag«, sagt sie ernst.
Vier Wochen später bin ich wieder im Laden. Am Tresen steht der Bezirksbürgermeister, der im Haus nebenan wohnt und Stammkunde im »Bonbonwasser« ist. »Ich nehme zwei Flaschen Wein und dann muss ich noch 8 Euro zahlen, weil ich neulich beim Chef angeschrieben habe.« Aha, der Bürgermeister also auch. Verdient er so wenig oder lebt er über seine Verhältnisse, so wie viele im Kiez?

Mittwoch, 25. Juni 2014

Brauseboys am 26.6.: Viewing & Reading

Mal wieder was über Socken (von Robert Rescue)

Anfangs fand ich das ja lustig mit den neuen Socken, auf denen Wochentage standen. Nach dem Trocknen habe ich die ordnungsgemäß nach Tagen zusammengepackt. Dann aber fing ich an, an jedem Tag auch die entsprechenden Socken zu tragen. Irgendwann aber kam ich durcheinander und trug Mittwoch die Sonntagssocken. Schließlich brach das Chaos über mich herein und alles geriet durcheinander. Peinlich wurde es dann im Sommer bei kurzen Hosen. Die Leute riefen: »Hey Robert, links Montag, rechts Freitag. Was soll das?« 

Donnerstag, 19. Juni 2014

Dienstag, 17. Juni 2014

Brauseboys am 19.6.: Eine runde Sache

Wagnis (von Frank Sorge)

Bei solchen Verhältnissen wird es wohl kaum ein Wirt noch wagen, Freibier für heimische Tore anzukündigen. Sage ich in der Halbzeit zu einem Wirt, der schallend auflacht. Aber nur eine Sekunde den Blick von der Zapfanlage löst, die er über Stunden pausenlos in Betrieb hält. Die meisten Menschen hier tragen Trikots, Kriegsbemalung auf der Wange und ähnliches, aber damit muss man ja rechnen beim Public Viewing. Und die müssen damit rechnen, dass jemand nicht mitmacht beim Verkleiden, beim Jubeln, und sitzen bleibt, wenn alle aufspringen. Spaß macht es ja doch, das Zuschauen, aber ich fürchte, als Parasit wahrgenommen zu werden. Die ganze Emphase mitnehmen, aber nichts dazu beitragen. So interpretiere ich jedenfalls die skeptischen Blicke eines Schlandgrüppchen beim Rauchen in der Pause. Fast glaube ich, sie überlegen, ob sie mir zwangsweise einen ihrer überzähligen Schals um den Hals legen und an die Linde knüpfen sollen. Vielleicht ist es aber auch eine Gegenreaktion auf mein Gaffen, das in unablässigem Staunen ihrem bunten Tand gewidmet ist.

Dienstag, 10. Juni 2014

Brauseboys am 12.6.: Lesegewitter

Das Orakel im Kiez (von Frank Sorge)

In der Kneipe "Seesack" hörte ich von Heinzi, dem Weddinger Fußballorakel. Nicht nur zur WM weissage er, erzählte ein Männchen am Tresen, das ganze Jahr könne man seine seherischen Kräfte bemühen, mindestens bis in die Kreisliga hinein. Eine überregionale Berühmtheit hätte er über die Jahre erlangt, hörte ich weiter zu meinem Verblüffen. Vor allem in Wettsalons, fügte er an, dass ich noch nie von Heinzi gehört hätte, ließe aber eigentlich nur den Schluss zu, ich nähme es mit dem Fußball wohl nicht so genau. "Genau", war ich versucht zu bestätigen, bemerkte jedoch rechtzeitig, dass nach den letzten Worten die Aufmerksamkeit aller Kneipengäste auf mich gerichtet war. Nicht aggressiv, nur latent übersensibel, so weit man die regungslosen Gesichter hinter ihren Vereinsschals, Wappen-Mützen und Schland-Tröten überhaupt ausmachen konnte.
"Doch, doch", rief ich aus, "Olé, olé, olé - ich muss ihn sehen." Was sie beruhigte.
Um einen Orakelspruch zu erlangen, müsse ich gen Norden aufbrechen, hoch in den Rehbergen liege sein Domizil. Ich solle mich dort mit einem Kasten Schultheiss vorstellen, meine konkrete Frage äußern, und den Weg täglich bis zu einer Antwort des Orakels wiederholen.
So schulterte ich am nächsten Tag einen frischen Kasten aus dem Supermarkt und begann den Aufstieg in die Berge. Bald schon sah ich auf der Straßenseite gegenüber noch jemanden sich mit Pilsetten abschleppen, je näher ich Heinzis Tempel kam, desto mehr wurden es. Am frühen Mittag gelangte ich erschöpft zu der Hinterhofeinfahrt, die mir genannt worden war, und stellte mich in die Schlange der Bittsteller. Neben der Einfahrt befand sich offenbar ein Lager der Kneipe nebenan, mürrisch wies ein ziegenbärtiger Alter die Wartenden an, ihre Kisten dort an der Tür abzugeben, wo die Gaben namentlich quittiert wurden. Längst nicht alle hatten nur Bier dabei, auch Hochprozentiges landete im Lager oder den umfangreichen Taschen des Alten.
"Ich bin das erste Mal hier", sagte ich ihm, als ich an der Reihe war, und reichte ihm einen Flachmann, der in seinem Mantel verschwand, wo es klimperte. Der Alte nickte mir zu: "Geh hier links durch zu Jutta, die nimmt deine Frage auf." Er wies auf einen Flur im Seitenflügel. 

Mittwoch, 4. Juni 2014

Brauseboys am 5.6.: Das Lesung

Das Ball (von Frank Sorge)

Das Ball ist die Zentrum von der Spiel.
Die Spiel ist der Zentrum von das Leuten.
Alle wollen das Ball, nur die Torwart nicht.

Die Ziel von das Kampf ist das Sieg - der Tor.
Du sollst der Tor feiern, wie sie fällt.
Außer er zählt für das Gegner - die Arsch.

Die Kampf ist für das Zuschauer, das Ball überall.
Die Zeichen von der Mannschaften ist das Fahne.
Von das Leuten auch, das Fahne wächst.

Auch von der Leuten, die keinen Ahnung haben.
Da biegt sich das Ball, wenn die Laie spricht.
Als könne es das eigene Sprache nicht.

Donnerstag, 29. Mai 2014

Dienstag, 27. Mai 2014

Brauseboys am 29.5. im Mastul: Freie Felder

Das war mein Wahlsonntag (von Paul Bokowski)

(1) Mutter und Vater auffordern, zu wählen
(1.1) Mutter erklären, was das transatlantische Freihandelsabkommen ist
(1.2) Vater erklären, was das transatlantische Freihandelsabkommen ist
(1.3) Vater auffordern, Mutter zu erklären, was das transatlantische Freihandelsabkommen ist
(1.4) Mutter auffordern, mir das transatlantische Freihandelsabkommen zu erklären
(1.5) Googeln, was das transatlantische Freihandelsabkommen ist
(1.6) Mutter nochmal erklären, was das transatlantische Freihandelsabkommen ist
(1.7) Mutter erklären, dass TTIP keine Partei ist
(1.8) Vater erklären, warum man in Mainz nicht über das Tempelhofer Feld mitentscheiden darf
(1.9) Mutter und Vater auffordern wählen zu gehen

(2) Wählen gehen

(3) Mutter und Vater anrufen und fragen, was sie gewählt haben

(4) Mutter und Vater nochmals auffordern, wählen zu gehen
(4.1) Mutter erklären, warum man in Mainz nicht über das Tempelhofer Feld mitentscheiden darf
(4.2) Vaters Frage ignorieren, was nochmal dieses transatlantische Freihandelsabkommen ist

Donnerstag, 22. Mai 2014

Dienstag, 20. Mai 2014

Brauseboys am 22.5.: Heiße Zeilen

Suchmaschinengedicht: Sonne (von Frank Sorge)

Die Sonne verursacht den Wind.
Die Sonne verursacht den Regen.
Tiefstehende Sonne verursacht Unfall.

Sonne verursacht Chaos.
Sonne macht Strom.
Sonne macht Falten.
Sonne macht glücklich.
Sonne macht schlank.

Immer nur Sonne macht eine Wüste.
Auf deinen Lippe nur Sonne und Salz.
Warum versuchen Insekten nicht
nur Sonne zu fliegen.
Ich will nur Sonne tanken.

(Google-Suchergebnisse: “sonne verursacht”, “sonne macht”, “nur sonne”)

Donnerstag, 15. Mai 2014

Dienstag, 13. Mai 2014

Brauseboys am 15.5.: Lange Nächte

Im fremden Revier (von Frank Sorge)

Zwei Stunden lang sitze ich spontan mit Ingo an einer Bierbank, vor einem Späti an der Panke. Es ist später Nachmittag, ab und zu regnet es, aber uns überdacht eine Markise. Dazwischen Sonnenschein, der uns auf den Tisch scheint. Ich bringe die Flaschen zurück, wir gehen, neben dem Eingang um die schattige Ecke sitzt mittlerweile eine sechsköpfige Gruppe und atmet auf.
"Jetzt können wa endlich auf unsere Banke", sagt einer.
Wir sind im fremden Revier.

Samstag, 10. Mai 2014

ESC-Liedtextkritik: Malta und Fazit 2014

Nach Hause - Malta

Malta macht dieses Jahr einen klassischen Liedtextfehler. Ein Liedbeitrag jedes Jahr setzt mindestens auf die unvergesslichen Zeilen “Komm, wir gehen nach Hause”. Da auch diesem Songschreiber nichts anderes dazwischen einfällt, als gequirlte Chauvie-Scheiße a la “Ich weiß, wie es geht, ich nehm dich in Schutz, ich bau uns was auf” dazwischen zu setzen, fällt es leicht “Geh doch nach Hause” dagegenzurufen. “Willst du mir nah sein, komm mit auf den Ritt” und “Ich geh nicht weg, bis du meinen Namen kennst”, singt er. Ach, geh doch nach Hause.


Fazit:
Ich freue mich nicht darauf, irgendeines der Lieder am Finalabend noch einmal zu hören, es ist ein schlechtes Jahr. Höchstens den niederländischen Trennungssong, der für drei Minuten in dem Spektakel für ein ästhetisches Durchatmen sorgen könnte. Vermutlich der Moment, in dem die meisten mal schnell aufs Klo gehen. Entweder bei “Ruhe nach dem Sturm” (Niederlande), oder bei Norwegens “Ruhiger Sturm”, das aber das Halbfinale nicht überstehen wird. Zu depressiv der Norweger, der bewegungslos mit traurigem Blick von Einsamkeit singt. Mein Fazit für 2014: Keine Innovationen bei Maximalausnutzung von Inhaltsleere, also alles wie immer.

ESC-Liedtextkritik: Übersetzungen der Übersetzungen - Kurzkritik Spanien

Viel wurde in diesem Jahr wieder beklagt, dass die meisten Lieder englisch gesungen werden, und nicht in den Landessprachen. Selbst wenn die Lieder eigentlich in der Landessprache geschrieben wurden, oder “Original” in der Heimat Verbreitung gefunden haben. Italien, Montenegro und Portugal sind offenbar die letzten, die es noch in der eigenen Sprache versuchen. Großbrittanien natürlich ausgenommen. Und Frankreich, weil es bekannterweise nie eine gute Idee für Franzosen ist, englisch zu sprächön oder zu singön. Es gibt dazu mehrere Thesen aus meiner Perspektive:


-Wenn man in der Landessprache singt, verstehen genau nur die den Text, die nicht dafür abstimmen können. Das muss kein Nachteil sein. So ist der französische Text zum Lied “Schnurrbart” so bescheuert, dass sie ihn dankenswerterweise für sich behalten dürfen. Das mit den Bärten kann sogar Österreich besser, siehe Conchita Wurst.


-Wenn man den Text englisch übersetzt, könnten die den Text verstehen, die dafür abstimmen können. Da er aber nicht in deren Landessprache ist, außerdem schnell und mit ungeübter Sprachzunge gesungen, sowie mit Glitter, Bum-Bum und hervorgestreckten Sängerinnenbeinchen überlagert wird, versteht ihn gar keiner mehr. Das muss auch kein Nachteil sein.
-Üblicherweise beurteilt man ein Lied nach Text, Gesang und Begleitung, vielleicht noch dazu, wie die Aspekte ineinandergreifen.
-Durch die beschriebene Sprachverwirrung wird die Bedeutung des Textes weiter irrelevant. Oft ist er es sowieso gewesen, aber es verschärft sich, weil möglicherweise gut beobachtete Inhalte durch Übertragung in abgedroschene englische Pop-Phrasen weiter verdunkelt werden. Oh, Oh, Baby.
-Der Gesang und die Bühnenperformance bedingen sich. Je weniger der Gesang selbst stehen kann, muss der Sänger oder die Sängerin körperlich freigelegt werden, um vom Gesang abzulenken. Eignen sich die Körper der Sänger nicht zum Ausziehen, müssen die Körper der Showtänzer herhalten.
-Der Faktor Musik wird gleichfalls zur Nebensache, es gibt ihn seit Jahren nur noch in den Farben Eurodance-Pop, Maria-Carey-Gedenkgenudel und Kindergeburtstag.


-Logische Folge ist, am wahrscheinlichsten gewinnt ein Lied, bei dessen Entblätterung von Sänger und Sängerin der Pulsschlag des Betrachters etwas mehr steigt. Gute Chancen hätte zum Beispiel der spanische Beitrag, wenn sie (Ruth Lorenzo) das Video 1:1 zur Bühnenperformance umformen würde. Erste Einstellung, die nackigen Füße der Sängerin. Zweite Einstellung, die Sängerin im langen Kleid, das ihren wohl gerundeten Balkon betont, dritte Einstellung, das Dekolleté der Sängerin im langen Kleid im Detail. Vierte Einstellung, vom Regen nassgesprühte Sängerin (das Lied heißt “Im Regen tanzen”) im jetzt viel, viel kürzeren Kleid, die wild mit einem nass gesprühten Tänzer balgt, bei dem es auch ordentlich was zu gucken gibt. Dabei hebt er sie oft in die Luft, um Einstellung fünf, ihr Unterhöschen und die prachtvoll runden Hinterbacken vom hochgerutschten Kleid befreit einmal rundherum drehend zu präsentieren.
Dass hier weder der Text (Zusammenfassung: Tanzen im Regen, tanzen im Regen, wir hören nie auf, im Regen zu tanzen, im Regen zu tanzen, lass es Regen geben, Regen, Regen, tanzen, tanzen), noch die Musik eine Rolle spielen, zeigt sich auch daran, dass der Refrain offenbar musikalisch geklaut ist. Von Dieter Bohlen. Folgerichtig wurde die Sängerin bekannt durch die englische Castingshow Fickfaktor, tschuldigung, X-Faktor.

Donnerstag, 8. Mai 2014

Schwarz un Schmitz


Da Herr Schmitz nicht konnte, kam Frau Schwarz mit Herrn Wienand als Schwarz un Schmitz. So war das, ach quatsch, andersherum: da Herr Schwarz nicht konnte, kam Frau Schmitz mit Herrn Wienand. Der das nächste Mal unbedingt auch seine Jazz-CDs mitbringen sollte, damit ich mein Geld loswerden kann.

Mittwoch, 7. Mai 2014

Gratis-Aktion bis 10.5.: "Degeneration Internet" downloaden

Natürlich ist es wahnsinnig, ein Buch zu verschenken. Trotzdem machen es jedes Jahr hunderttausende zu Weihnachten und anderen Gelegenheiten. In diesem Fall schenken der Satyr Verlag und ich der Netzgemeinde, allen in Netzkultur, Netzpolitik oder Netzpflege aktiven "Netzern" und "Klickern" während Re:publica 14 und Berlin Web Week das E-Book von "Degeneration Internet". Denn es handelt von einem, der ins Netz eingesponnen ist und es eingehend beobachtet hat. Der nie Nerd werden wollte und dann doch "drin" geblieben ist.
Es wurde schon berichtet, dass Menschen nach Lesen des Buchs vom Computer aufstehen und wieder "nach draußen" gehen konnten. Auch ist es für Menschen gedacht, die schon lange denken, sie sollten mal wieder etwas lesen, aber das Internet wäre interessanter. So können sie lesen und sich trotzdem mit dem Internet beschäftigen.

Gerüchteweise ist das E-Book aus technischen Gründen auch noch am 11.5. zum Muttertag verfügbar. Also schenke ich es gleichfalls allen Müttern, die schon immer nicht so genau wissen wollten, was man in diesem Internet eigentlich so macht. Und denen, die ihre Kinder beim Netzgebrauch locker abhängen.

Nebenquest für die Aktion ist das kurzzeitige Erobern der Toplisten der E-Book-Verkäufer. Am Besten geht das, indem das Buch auf jedes lesefähige Gerät der Welt geladen wird, und es durch Bewerfen mit Sternen und Kommentaren möglichst viele lesefähige Köpfe erreicht.

(Amazon) (beam eBooks) (Thalia) (Kobo) ... und weitere Portale.

Dienstag, 6. Mai 2014

Brauseboys am 8.5.: Lieder und Launen

Eurovision-Liedtextkritik:  Richtig falsch - Deutschland (von Frank Sorge)

"Er hat einen Stift in der Hand,
ein Blatt Papier starrt zurück.
Er kann wie ein Mann schreiben,
ein Romanleben, ganz auf Spur.

Vielleicht ein Drama, oder ein Gedicht,
er weiß es immer noch nicht.
Die Zeit tickt im Ohr,
die selige Ruhe ist weg."

Ich habe eine Zigarette in der Hand, neben der Tastatur, ein Bildschirm starrt zurück. Vom deutschen ESC-Beitrag der Sängerin Elaiza hatte ich bisher nichts mitbekommen, lange vorbei die Lena-Zeiten, in denen man nicht daran vorbeigekommen ist. Der arme Poet hier im Lied will jedenfalls etwas schreiben, und weiß nicht was. Der Ärmste. Und nicht nur, dass er sich nicht entscheiden kann, in welcher Form er eigentlich schreiben möchte, er möchte das auch besonders männlich tun. Und fällt besonders männlich in ein existentielles Fragenloch.

"Ist es richtig? Ist es ein Fehler?
Ich kann nicht weitermachen! Du kannst nicht weitermachen!
Wenn du ja sagst ... oder sogar nein,
weißt du nicht, wie und wohin du gehen sollst."

Ich falle gleichfalls in ein existentielles Loch aus Fragen. Worum geht es denn jetzt plötzlich, um Trennung?

"Sie dreht sich um und sieht ihn an,
sie versucht etwas zu fühlen, aber fühlt nichts.
Aber es ist trotzdem schwer, Abschied zu nehmen,
auch wenn man weiß, dass es richtig ist."

Tatsache. Aber warum? Was bedeutet das alles? Das Video ist auch nicht hilfreich, ein Pantomime mimt den armen Poeten, sonst guckt die Sängerin nur streng in die Kamera und presst ihre zunehmend wirren, englischen Zeilen heraus. Vermutlich guckt sie so angestrengt, weil sie sich selbst nicht erklären kann, was sie da eigentlich singt.

"Es ist nicht einfach, sich zu entscheiden,
die eigene Richtung zu finden.
Oh, das Risiko ist hoch,
aber du kannst dich nicht verstecken."

Textlich muss sich der deutsche Beitrag dieses Jahr definitiv verstecken, ganz klein irgendwohin, wo ihn niemand findet. Ihn englisch zu singen, scheint schon die erste Verschleierungstaktik zu sein, damit dem Inhalt niemand folgen kann. Die Pointe scheint darin zu bestehen, dass es, was auch immer, dann doch geht: "Ich kann doch weitermachen! Du kannst doch weitermachen!" Man hätte lieber, sie würden damit aufhören. (Alle Liedtextkritiken hier)

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Donnerstag, 8.5. /20.30 Uhr
La Luz (Oudenarder Str. 16-20)

Die Brauseboys - frische Texte
Jeden Donnerstag nehmen Paul Bokowski, Robert Rescue, Frank Sorge, Volker Surmann und Heiko Werning ihre frisch geputzten Tastaturen und lassen es klappern. Die empfohlene Wochendosis Lesebühne, seit elf Jahren jeden Donnerstag mit illustren Gästen. 

Gäste:

Freitag, 2. Mai 2014

2. Mai - Wir hatten Zeit!


Zum zehnten Mal in Folge fand die machtvolle Demonstration zum Kampf- und Feiertag der Arbeitslosen statt. Das Wetter bot widrige Umstände, entmutigte die geschätzten 200-10.000 Teilnehmer aber nicht, denn gegen eben solche widrigen Umstände wurde demonstriert. Gegen den Zwang zur Lohnarbeit.


Musikalisch eröffnete Jan Papke mit dem Klagelied eines Arbeiters die Demo. Als Ex-Weddinger konnte ich ihn für den Weddinger Block werben und bedanke mich herzlich für seine Teilnahme.


Es war wieder eine sehr kinderfreundliche Demo. Sie müssen auch noch nicht arbeiten, ein seliger Zustand.


Unweigerlich werden sie später aber doch die Fesseln des Lohnerwerbs spüren. Und sie abwerfen, wenn wir es bis dahin nicht geschafft haben sollten.


Die Strecke ging traditionell durch die Schwedter Straße los, dann die Castingallee hoch bis zum Eberswalder. Von dort zu Zwischenkundgebung und Gebet gegen die Arbeit vor dem Konsumtempel (Schön-Schöner-Schönhauser Allee Arcaden). 


Der beständige Nieselregen durchweichte unsere äußeren Hüllen, von innen aber wärmten die kämpferischen Redebeiträge von Falko Hennig und Jürgen Witte auf dem Weg. DJ Jero erhitzte mit einer stimmungsvollen Auswahl Lieder über den Lautsprecherwagen.


Viele staunende Gesichter am Rand, Touristen fotografieren den Zug der Massen.


Vor dem Konsumtempel dann ein Redebeitrag von Jakob Hein und das Gebet.


Doc Schoko spielte vor den Arcaden.


Auf dem Rückweg zum Senefelder Platz habe ich meine Rede zum 2. Mai über die Lautsprecher gehalten und Grüße des Weddinger Blocks übermittelt. Danach las noch Meikel Neid von den Surfpoeten ein Gedicht.


Der nächste 2. Mai kommt bestimmt.

Donnerstag, 1. Mai 2014