Freitag, 28. Januar 2011

Mittwoch, 26. Januar 2011

Brauseboys am 27.1.: Frohe Weihnachten

Umarmt den Computer



Nachdem letzten Montag sogar der Papst in einer Botschaft an seine Priester den sozialen Netzwerken im Internet seinen Segen gegeben hat, kann man wohl endlich schadlos die eigenen Freuden der Netznutzung verkünden. Nicht, dass man dafür den Papst brauchen würde, aber wo er schon mal da ist, kann man ihn ja auch vor den Karren spannen. Eher muss man fürchten, wirklich der letzte zu sein, der dem Ganzen was Positives abgewinnen kann, wenn man schon vom Papst überholt worden ist. 
Der Wind hat sich gedreht, gerade eben noch hatten die kritischen Stimmen die Oberhand. Sie riefen: "Hier gibt es doch nichts Echtes, wo bleibt der reale Kontakt, wir werden alle zu vereinsamten Grottenolmen". Die Welt schien also in Folge der weiteren Digitalisierung ganz klar auf ihren Untergang zuzusteuern. So wurde der Autor dieser Zeilen manches Mal im Stammkültürverein ausgelacht, wenn er das vom Mund abgesparte Netbook hervorholte, um am Tresen zu twittern, dass er am Tresen ist. Wenige Monate später stehen sie um mich herum mit ihren Taschengeräten und lesen sich gegenseitig Wikipedia-Einträge vor. Sie lachen immer noch über mich, aber jetzt, weil ich noch keins habe. 
Natürlich macht das Internet dumm, wenn man sich zur Klärung von Gesprächsthemen ständig Lexikoneinträge vorliest oder sich täglich Nachrichten schickt, anstatt alle paar Monate der besten Freundin einen krakeligen Brief zu schreiben. So dachte man jedenfalls mal, aber das scheint jetzt vorbei. Jetzt brechen die Dämme, die Menschen treten am frühen Morgen ins Büro und umarmen als Erstes ihres Computer. Das Gehäuse bekommt einen Knutschfleck und dann wird kommuniziert, was das Zeug hält. 
Ich logge mich am späten Abend bei Twitter ein. Mal sehen, was die anderen so Hübsches machen und denken, was sie Neues gemalt oder geschrieben haben, was sie Kreatives programmiert haben, oder was so die Meinungen zu aktuellen Geschehnissen sind. Nach einem etwas fassungslosen Blick in meine Timeline stelle ich fest, dass sie fast lückenlos alle Dschungelcamp gucken. Aber da mache ich nicht mit, ihr virtuellen Freunde, lieber wünsche ich dem Papst ganz unaktuell "Frohe Weihnachten", und zwar hier:



Montag, 24. Januar 2011

Freitag, 21. Januar 2011

Donnerstag, 20. Januar 2011

Mittwoch, 19. Januar 2011

Brauseboys am 20.1.: Alternativlos

Just another

Erstaunlich eigentlich, dass ich die Straßenkreuzung vor der Haustür noch interessant finde, auch nach mehrjährigem Betreten. Wäre die Kreuzung eine Homepage, hätte ich nicht mal ein Lesezeichen gesetzt oder wäre nach einigen Besuchen weggeblieben, weil es so selten etwas Neues gibt. Außerdem sind ja alles Standardelemente, Straßen und Häuser, Geschäfte, Lampen, im Wesentlichen die gleichen wie an der nächsten Kreuzung, der übernächsten, der über-über- bis über-über-über-usw.-nächsten. Just another Wedding-Street - an den Passanten kann es auch nicht wirklich liegen, von denen gibt es zwar immer neue und immer andere, aber man vergisst sie ja doch sofort. Ich habe es soeben bei einem Spaziergang zur Zuckerbäckerin ausprobiert, habe mir alle Menschen im Vorbeigehen angeguckt wie immer und alle wieder vergessen. Bis auf die schöne Zuckerbäckerin natürlich. Und die Tabakshopfamilie, die Dönerbereiter und die junge Bettlerin. Und die und der und die und der und die. 
Vielleicht ist es nur Zweckinteresse, wenn ich schonmal hier bin, kann ich mich ja auch mit dem Ort beschäftigen. Aber das wäre kein schönes Motiv und es funktioniert schon an der nächsten Kreuzung nicht mehr, an der ich oft nur noch vorbeilaufe. Bliebe noch die Möglichkeit, dass die Kreuzung doch interessanter ist als andere. Einen Hinweis darauf habe ich letzten Samstag bekommen, als es plötzlich sehr spät wurde im Stammkültürverein und sehr früh draußen. Zur sechsten Sonntagsstunde sah ich die heimatlichen Fenster und gegenüber im Imbiss die Frauen der Dönerista im morgendlichen Putzeinsatz. Sie hatten die Musikanlage aufgedreht und tanzten in Schürzen und mit Wischmopp ausgelassen durch den Laden. Gebannt blieb ich stehen und ließ mir das Herz aufreissen. 

Montag, 17. Januar 2011

Freitag, 14. Januar 2011

Donnerstag, 13. Januar 2011

Mittwoch, 12. Januar 2011

Brauseboys am 13.1.: Zurück im La Luz

Ansprache

Liebe Empfängerinnen und Empfänger der wöchentlich frohen Botschaft der Brauseboys, Anvertraute, Geist-, Seelen- und Fleischverwandte, Facebookfreunde, Nachbarn, Auswanderer, Einwanderer, Hörende und Schreibende, ein Jahr ist zuende gegangen. Wir vermissen es jetzt schon kaum noch ein bisschen, aber wir schätzen auch das Neue, wie ein neues Fahrrad oder einen neuen Toaster mit Knusperprogramm. Gerade hat das Jahr angefangen, da werden zwar gleich wieder welche älter von uns, aber werden wir nicht alle immer älter? Also was solls - egal - frohes Neues, ein neues Jahr, ein neues Glück, ein schönes Stück näher am Abgrund, der unten vielleicht ein Bett aus Blumen bereithält, so rufen wir es laut und mit Inbrunst. Außerdem sind wir wieder zurück an unserem Stammleseort, dem schönen La Luz im Wedding.  "Jeden Donnerstag und jeden Donnerstag mit wunderbaren Gästen und jeden Donnerstag mit uns und jeden Donnerstag", so lautet mein Mantra für den Sonnenaufgang des aktuellen Jahres. Betet es nach Bedarf 25-100 Mal täglich, mit Schwerpunkt auf einem ganz bestimmten Tag der Woche, an dem auch der Besuch des Vorlesetempels angeraten ist. Daher konzentriert sich der Newsletter diese Woche auf einen ganz speziellen und doch so alltäglichen, quasi jede Woche neu einmaligen Termin: 

Montag, 10. Januar 2011

Endzeit


Als perfekten Abschluss der eigenen Jahresrückblicksreihe mit den Brauseboys und weil ich es sowieso in den letzten Jahren aus guten Gründen nicht ausgelassen habe, nutzte ich die letzte Chance in Berlin an diesem Sonntag, um mir noch das Jahresendzeitprogramm, den "Kabarettistischen Jahresrückblick" von und mit dem Ex-Mittwochsfazit (Bov Bjerg, Horst Evers und Manfred Maurenbrecher), sowie den beiden Schauspielern und Parodisten Hannes Heesch und Christoph Jungmann, ... (erstmal gucken, welches Verb noch fehlt) ... anzusehen. War wieder sehr schön, meine persönlichen Highlights waren Bovs Köhlerkommentar, Manfreds Sarrazinade und Horsts Bundesliga-Klage, Merkels Rückkehr von der Damentoilette und die gut getroffene Westerwelle Lächel-Maske. Sehr entspannend, unterhaltsam, scharfsinnig und für die eigenen Jahresrückblicke lernt man was dazu.

Dienstag, 4. Januar 2011

Brauseboys vom 5.-8.1.: Jahresbilanz

Paul Bokowski zwitschert jetzt auch: www.twitter.com/paul_bokowski

"Menschen, die nur einmal am Tag ihre Emails abrufen sind mir höchst suspekt. Ich geh doch auch nicht nur einmal am Tag zum Briefkasten!" 
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AUF NIMMERWIEDERSEHEN 2010 - Ein Jahr schafft sich ab!

Noch vier Mal zerren wir unsere Erinnerungen hervor und holen zum Rundumschlag aus: Ein Abend zwischen Sarrazin und Vulkankatastrophen, zwischen Love Parade und Vuvuzelas, zwischen Integration und 3D, zwischen Köhler und Kachelmann, Erika Steinbach und Lena Meyer-Landrut, zwischen Kopftuchmädchen und Helene Hegemann. Welche Ereignisse des Jahres wollen sich einfach nicht integrieren und gehören endgültig abgeschoben, dorthin, wo der Pfeffer der Geschichte wächst? 

Frische Texte, scharfsinnige Betrachtungen, herzerwärmendes Liedgut und absurde Multimedia-Präsentationen mit Paul Bokowski, Hinark Husen, Robert Rescue, Frank Sorge, Volker Surmann und Heiko Werning. 

Noch am:

Mittwoch, 5.1.,20.30 Uhr. 10 €/8 € ermäßigt.
Donnerstag, 6.1., 20.30 Uhr -  10 €/8 € ermäßigt, Brauseboys-Dreierkarte gilt.
Freitag, 7.1., 20.30 Uhr.  14 €/11 € ermäßigt.
Samstag, 8.1., 20.30 Uhr. 14 €/11 € ermäßigt.

Kookaburra (Schönhauser Allee 184, nahe U2 Rosa-Luxemburg Platz)
Kartenreservierung: 030-48623186
Karten und Infos: http://www.comedyclub.de
Ausführlich informiert auch: www.brauseboys.de