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Brauseboys am 28.7. (20 Uhr) in der Kufa: Open Air mit Andreas Liebert

Schwamm drüber (von Frank Sorge) In der Straßenbahn belausche ich unfreiwillig ein Pärchen irgendwo hinter mir, ich sehe nicht hin, die Stimmen sind jung. An der Bösebrücke sinnieren sie über die Mauer, die sie nicht mehr kennenlernen konnten. "Unglaublich, oder?", sagt sie, "dass hier einfach eine Mauer durchging." "Unsere Eltern haben das alles erlebt", sagt er, "das ist krass, oder?" Das finde ich auch, vor allem, dass alles schon so historisch beschrieben ist. War doch erst gestern. "Das muss eine wilde Zeit gewesen sein", sinniert er weiter. Verrückt war es, überlege ich, aber eigentlich nicht wild. Plötzlich war sehr viel mehr möglich, aber das artete nicht gleich immer in Ekstase aus, jedenfalls auf der Westseite. Wahrscheinlich ist automatisch alles wild, wenn man zwanzig ist, davor und danach weniger. Ich war zu jung für wild. Wild waren die Siebziger, oder? Da war ich wiederum nicht dabei, aber ich kenne Tapetenmuster aus den
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Brauseboys am 21.7. (20 Uhr) in der Kufa: Open Air + Livestream mit Tobias Panwitz

Spartipps (von Frank Sorge & Google) Ich denke, am meisten spart man mit der richtigen Planung. Am meisten spart man mit der richtigen Finanzierung. Am meisten spart man mit dem Eco-Programm des Geschirrspülers. Am meisten spart man mit modernen Kühlgeräten. Und am meisten spart man mit angepasster Fahrweise. Am meisten spart man mit zeitgesteuerten Thermostatventilen. Am meisten spart man mit dem rechten Fuß. Aber am meisten spart man mit Geduld und Kleinanzeigen. ~#~#~#~#~#~#~#~# Donnerstag, 21.7. /20 Uhr Kulturfabrik Moabit (Lehrter Str. 35) + Facebook + YouTube +  Twitch Die Brauseboys am 21.7. im Windlicht: Open Air + Livestream mit Tobias Panwitz Eine wichtige Schlagerfrage der Siebziger ist beantwortet: wann wird's mal wieder richtig Sommer? Jetzt! Was tun? Kurze-Hosen-Warnstufe 3 ausrufen, oder sich von den Beduinen ein paar Tricks abgucken? Die wissen doch, wie Hitze geht, und können sich dafür bei uns Moonboots ausleihen, wenn es bei ihnen in der Wüste schneit. Wi

Brauseboys am 14.7. (20 Uhr) in der Kufa: Open Air mit Lari

Oh, Wunder (von Frank Sorge) Die Wunder des Weltalls, unbegreifbar. Wie weit es wohl reicht, und ist noch jemand da? Wir haben ein Werkzeug, sehr kompliziert, das fängt altes Licht ein, bevor's dunkel wird. Alles, was wir sehen, ist schon sehr lange her. Frag nicht, was Zeit ist, die Antwort ist schwer. Es winkt niemand zwischen den Sternen, die sich immer weiter entfernen. Wir kommen hier nicht vom Fleck, die Erde bleibt unser Versteck. ~#~#~#~#~#~#~#~# Donnerstag, 14.7. /20 Uhr Kulturfabrik Moabit (Lehrter Str. 35) Die Brauseboys am 14.7. im Windlicht: Open Air mit Lari Dicke Regentropfen pladderten auf die Freilichtbühne, ein seltener Anblick. Bisher wusste sich das Wetter zu benehmen, wenn lustige Vorleser auf die Bühne gehen, dann ist es in der Regel - ja, logisch - heiter! Also haben wir uns doch etwas gewundert über den Regenausreisser. Keine Ahnung, wo der her kam, uns wurde Versteppung versprochen. Diese Woche wird es auch wieder so sein, die Welt der Meteorologie ist si

Brauseboys am 7.7. (20 Uhr) in der Kufa: Open Air mit Axl Makana & Meikel Neid

Alb und Traum (von Frank Sorge) Ungläubig lese ich die Email nochmal, ich muss mich konzentrieren, nicht, dass ich etwas missverstehe und falsche Hoffnungen wecke. "Liebe Eltern... letzter Tag... Abschied von älteren Schülern... feierlich... daher Zeugnisausgabe und Unterrichtsbeginn erst ab 9..." Steht das da wirklich? Ich hole die Lesebrille, ja, mit Brille das gleiche. Unglaublich, ich informiere die Familie, erst Schock, dann Staunen, dann tanzen wir wild durch die Zimmer. Einmal nicht um 8 in der Schule sein, nach einem ganzen Jahr, das wir das noch erleben. Seit Monaten klagt mein Sohn morgens "Warum kann die Schule nicht um 9 anfangen?", und wir wissen es alle auch nicht, schieben und drängeln, selbst völlig übermüdet. Man muss mit Wünschen einfach hartnäckig sein, bevor sie in Erfüllung gehen, heute ist der Tag. Entspannt wachen wir um 8 auf, keiner klagt, Punkt 9 stehen wir auf der Matte. "Sie sind sehr aufgeregt wegen ihrer Zeugnisse", sage ich

Brauseboys am 30.6. (20 Uhr) in der Kufa: Open Air mit Laura Dee und Frieda Lee

Pistolenfilm (von Frank Sorge) , der (m.). Unterform des Spielfilms und frühe Form der interaktiven Erzählung. Dargestellt werden Konflikte zwischen sogenannten Protagonisten (Hauptfiguren) und ihren Gegenspielern (Kontrahenten), deren Verlauf nicht beeinflusst werden kann. In dieser Frühform der visuellen Erzählung gibt es nur die Rolle des Zuschauers, das selbständige Eintauchen in eine Figur erlaubt einen inneren Perspektivwechsel, durch fehlende Eingriffsmöglichkeiten in die Geschichte wird diese aber als 'Schicksal' erlebt. Ausgehend von den Protoformen Oper, Stummfilm und Tonfilm erleben Spielfilme eine Blütezeit ab der Mitte des 20. Jahrhundert. Die unterschiedlichen Erzählweisen führen zu einer Reihe 'Genres', von denen der 'Western' für ungefähr hundert Jahre dominant wird und strukturell als Pistolenfilm in allen Genres Einzug hält. Jahrzehntelang sind Handlungen ohne Schusswaffen kaum vorstellbar und der Prototyp des Westernhelden als männlicher Kolo

Brauseboys am 23.6. (20 Uhr) in der Kufa: Open Air mit Marco Tschirpke

Ablenkungen (von Frank Sorge) Eine der größten Herausforderungen unserer Zeit ist wohl, sich nicht... ist es schon soweit, dass ich Menschen nicht mehr kenne, die tagelang Schlagzeilen machen? Was soll diese Wollmütze, wer ist das, geh weg aus der Timeline, eigentlich wollte ich... obwohl, dann muss ich ja Meldungen aus Russland lesen, Propaganda zum Frühstück. Putins Gesicht ist gar nicht mehr zu ertragen, blasierte Fratze, lebende Versteinerung. Nicht hingucken versus genau hinschauen. Aufmerksamkeitsdilemma: Man will das (Schimpfwort bitte eigenständig ergänzen) nicht beachten und beißt sich so fest an dem Gedanken, dass man nur noch über das (Schimpfwort ergänzen) nachdenkt. Ignorieren beste Idee und schlechteste Idee, Menschen mit Waffen ignoriert man nicht. Wahrscheinlich auch amerikanisches Dilemma - bin ich noch wer ohne meine Waffe? Antwort aber einfach, ja, solange man die Frage überhaupt noch stellen kann, ist man wer, nämlich lebendig und nicht erschossen. Mit Nachrichten

Brauseboys am 16.6. in der Kufa: Open Air + Stream mit Danny Dziuk

Geben und Nehmen (von Frank Sorge) "Dieter, wie siehst du denn aus?" "Ach, frag nich, hab nich jut jeschlafen." "Der Wodka jestern? Ick hab dir jesacht, nimm nich den russischen, wer weeß, wat die da rinmischen." "Nee, nich der Wodka, ick hatte een Alptraum. Konnte nüscht machen, jedet Mal, wenn ick einjenickt bin, war ick wieder da." "Wo?" "Inna Schule." "Oh, dit muss ja tief sitzen dit Trauma." "Traum, Ralle, nich Trauma, ick hatte ne jute Zeit damals. Keene Beschwerden, und schnell vorbei war dit ooch mit die Lehre. Aber du gloobst nich, wa, im Traum musste ick heute zur Schule, wegen Zwangsdienst." "Heute? Warste bewaffnet?" "Nee, aber mit Maske. Ick musste dahin wegen Betreuungsnotstand und Lehrermangel, und wat die mir nich allet erzählt haben. Sollt ick denen helfen, uffpassen in der Pause, und Grünpflege, allet wegen dem Steinmeier." "Kam der ooch im Traum vor?" "