Mittwoch, 3. Juni 2020

Brauseboys am 4.6. im Livestream: Das strömende Dutzend

Unsichtbare Gefahr (von Frank Sorge)

Ein gelockertes Familientreffen im Britzer Garten. Die gleiche Idee hatten zwar noch zehntausend Leute, aber es ist viel Platz, um Abstand zu halten, und auch sonst vorsichtig zu sein. Ein paar Campingstühle, ein Klapptisch, bunt gefüllte Schalen und große Decken für ein Picknick. Die Sonne ist stark, aber die Familien sitzen im Schatten unter den Eichen. Es herrscht ausgelassene Stimmung, ohne in Parties zu verfallen, mancher entspannt sich vielleicht das erste Mal seit vielen Wochen, die Kinder rennen herum. Nur ich bin etwas irritiert von den Baumstämmen in Bewegung, in dicken Paketen wimmelt und krabbelt es, unter der Haut wabernder Gespinste, wie Geschwüre. Der Eichenprozessionsspinner ist da, teilweise keinen Meter von Tischen und Menschen entfernt, und keiner bemerkt ihn. Wirklich schlimm, dieser Virus, er ist so unsichtbar. Würde man ihn mit eigenen Augen sehen können, wären die Leute vielleicht nicht so unbesorgt.

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Donnerstag, 4.6.20 / 20.30 Uhr
Facebook Livestream (Öffentlich, Internet)



Die Brauseboys - Lesebühne im Wedding - das strömende Dutzend!

Seit siebzehn Jahren jede Woche neue Texte, Betrachtungen, Musik und belebende Heiterkeit, seit Beginn der Isolation im Livestream der Herzen. Wir haben auch schon mal einen scheuen Blick nach draußen geworfen, ob wir diese Woche nicht schon irgendwo Zuschauer dazuholen können. Dann haben wir diesen Landwehrkanal gesehen und uns schnell wieder verschanzt. Aber wir arbeiten daran, womöglich dann nächste Woche aus Heikos Büro auszuziehen und ein Publikum in Sichtweite dazuladen zu können Am Donnerstag also zum 12. Mal wieder live und in Farbe auf Facebook. Schaltet ein, und lasst euch was vorlesen.

Ab 20.15 Uhr einschaltbar auf unserer Facebook-Seite, auch ohne Account. Der Livestream wird archiviert und kann später nachgeschaut werden. 

Wer den Eintritt von 8,- Euro (ermäßigt 5,-) zahlen möchte, ist herzlich dazu eingeladen, via Paypal an hutspende@brauseboys.de zu spenden (Paypal-Account von Volker Surmanns Satyr-Verlag).
Alternativ per Überweisung an Nils Heinrich mit Verwendungszweck 'Brauseboys'
IBAN DE52 5005 0201 1240 6229 00
BIC: HELADEF1822

Mittwoch, 27. Mai 2020

Brauseboys am 28.5. im Livestream: Herzen im Strom

Man lässt, was man kann (von Frank Sorge)

Es ist natürlich nachvollziehbar, dass Kneipenwirte fordern, die Kneipen zu öffnen, wenn die schon geöffneten Gaststätten als Kneipe genutzt werden, weil keine Kneipen geöffnet sind. Intuitiv ist jedoch einzusehen, dass drei Halbe einen Menschen unvorsichtiger machen als ein Nackensteak oder ein Teller Bratkartoffeln. Gerade die, die nach drei Halben erst anfangen. Auch gesprächiger macht das Trinken, denn nach viel Essen wird man eher stumm und schläft ein. Von den Kalorien her macht es wiederum keinen Unterschied und Essen ist genauso gesellig. An einen Tisch setzt man dennoch höchstens eine Familie, die ganze Familie am Kneipentisch wiederum wäre für viele aber genau der Grund, doch nicht in die Kneipe zu wollen. Es ist kompliziert, ich kenne das hier zu Hause, warum darf der das und ich nicht? Völlig außer Acht lässt man allerdings die, die schon dürfen, aber noch gar nicht wollen. Die auch nicht demonstrieren wollen, denn sie wollen ja nicht zusammen raus, sie wollen nichts aufmachen, die wollen auch nicht laut Forderungen stellen, schon allein wegen der Aerosole. 
Ich rege mich nicht zu sehr auf über die in der Tram, denen alles und jeder egal ist, sie sind mir im Zweifel genauso egal dann, aber da es jetzt schon jeder vierte oder fünfte ist, werde ich garantiert noch viel weniger Tram fahren als davor. Wenn irgendwas aufmacht, mag ich dort eigentlich im Moment genau deshalb nicht hingehen, weil es aufmacht. Aber für wen macht man dann auf? Für die, die sowieso die Vorsicht fahren lassen wollen? Dann wäre es kein Wunder, was man so draußen an Unvorsicht sieht. Aber könnte man nicht die drinnen lassen, die drinnen sein wollen? Ich meine jetzt auch mit Geld, und nicht nur mit Angst. Ich fände Einsiedlerprämien gut, bessere Steuerklassen für ausgedehntes Homeoffice, Grundsicherung für Künstler, die in Ruhe über den ganzen Mist in ihren Kreativnestern Romane, Alben und Skulpturengärten ausbrüten könnten, mit insgesamt ein paar mehr Themen als Klagen, Verzweiflung und Kapitalismuskritik. Schön naiv natürlich, nach systemrelevant kommt erstmal umsatzrelevant, und gegen Ende bleibt vielleicht irgendwas künstlerisch relevant. Oder auch nichts, denn wer will sich schon daran erinnern?

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Donnerstag, 28.5.20 / 20.30 Uhr
Facebook Livestream (Öffentlich, Internet)



Die Brauseboys - Lesebühne im Wedding - Herzen im Strom!

Seit siebzehn Jahren jede Woche neue Texte, Betrachtungen, Musik und belebende Heiterkeit, seit Beginn der Isolation im Livestream der Herzen. Die, die auf dem Bildschirm fliegen, wenn ihr sie drückt, also anklickt, was wir erst so zwanzig oder dreißig Sekunden später sehen, was uns aber ein herzlich warmes Gefühl bereitet. Wenn man dann die Augen schließt und eine große Muschel ans Ohr hält, hört man über das Rauschen des Datenozeans hinweg so etwas wie Applaus. Es gibt noch keine Neuigkeiten, wenn es anders wieder geht, aber der Stream reisst nicht ab. Am Donnerstag wieder live und in Farbe auf Facebook. Schaltet ein, und lasst euch was vorlesen.

Ab 20.15 Uhr einschaltbar auf unserer Facebook-Seite, auch ohne Account. Der Livestream wird archiviert und kann später nachgeschaut werden. 

Wer den Eintritt von 8,- Euro (ermäßigt 5,-) zahlen möchte, ist herzlich dazu eingeladen, via Paypal an hutspende@brauseboys.de zu spenden (Paypal-Account von Volker Surmanns Satyr-Verlag).
Alternativ per Überweisung an Nils Heinrich mit Verwendungszweck 'Brauseboys'
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Dienstag, 19. Mai 2020

Brauseboys am 21.5. im Livestream: Auch schon so locker?

Isoliertes Bahnfahren (von Frank Sorge)

Ich fahre mit der Bahn in eine andere Stadt, und das wäre ja sonst nur diese Bemerkung wert, aber es ist Pandemie, da ist nichts so, wie es war. Als ich beim Hauptbahnhof ankomme, schon das erste Verblüffen darüber, dass hier überhaupt Zugbetrieb ist. Klar, ich habe schon eine Fahrkarte gebucht und gehe davon aus, dass alles fährt wie gedacht. Aber das haben auch die gedacht, die irgendwann eine Karte für die Ärzte oder Rammstein gekauft haben. Ich halte es jederzeit für möglich, dass die Fahrkarte in die Luft gekauft war.
Der Zug hat immerhin eine halbe Stunde Verspätung, wird mir angezeigt, ein Anker zur Normalität. An der Menge der Fahrgäste liegt es nicht, überlege ich, als ich mir irgendeines der leeren Abteile aussuche, die Schuhe abstreife, die Füße hochlege und meinen 'Komfort-Check-In' mache wie empfohlen Bis Hamburg sehe ich nur zweimal Menschen am Abteil vorbeigehen. Einmal den Schaffner, der auf seinem Gerät sieht, dass ich mich schon selbst um seine Aufgabe gekümmert habe, und dann den Schaffner, der irgendwann wieder zurück zu seinem Abteil geht. Die Mikrofonansage hingegen wirkt, als säßen wir zu Tausenden auf einer Wiese und gleich würde Jimi Hendrix spielen. Mit markigen Worten preist der Zugchef die Mitarbeiter, die Fahrgäste, die Bahn, die ganze Welt und wünscht uns eine außerordentlich gute Reise, mit euphorisiertem Vibrieren in der Stimme schaltet er das Mikro wieder aus. Aber ich kenne das gut: Wenn nur ganz wenige da sind, probiert man am Mikrofon eher mal was aus.
Durch die Verspätung verpasse ich meinen Anschluss und steige auf den Zug eines regionalen Unternehmens um. Thank you for letting me not choose Deutsche Bahn again. Hier schlägt die Zugchefin einen anderen Ton an: „Liebe Fahrgäste, in diesem Zug herrscht... ach wissen Sie, herrscht, das klingt ja immer so blöd…“ Sie überlegt. „Es ist uns wichtig, dass Sie auf der ganzen Fahrt einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Wir machen das auch. Bitte tragen Sie ihn nicht: Unter dem Kinn, unter der Nase, am Ohr, auf dem Kopf, in der Hand oder in der Tasche, sondern bitte so, wie er gedacht ist. Es geht ja um unsere Gesundheit, oder?“ Die rhetorische Frage verhallt ohne Reaktion, aber hätte ich irgendwo einen Like zur Performance drücken können, hätte ich das auch gemacht.

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Donnerstag, 21.5.20 / 20.30 Uhr
Facebook Livestream (Öffentlich, Internet)



Die Brauseboys - Lesebühne im Wedding - Himmelfahrtsstrom!

Seit siebzehn Jahren jede Woche neue Texte, Betrachtungen, Musik und belebende Heiterkeit, seit Beginn der Isolation im Livestream der Herzen. Wann wir wieder aus dem Echsenstudio rauskommen (wo es immer schön warm ist und wir täglich frischen Salat bekommen), das wissen wir nicht, aber bald vielleicht. Es steht in den Sternen, wir können es nur noch nicht entziffern. Wir sehen das jetzt irgendwie gelockert, ihr auch? Natürlich wollen wir, dass einzig gute Laune und Lachen dabei dann ansteckend sind, wenn es soweit ist, wie bei unserer - tada! - zehnten Livestrom-Show. An diesem Donnerstag stecken wir uns also weiterhin virtuelle Zweige hinters Ohr, wenn die Kinder schlafen, und trinken unser Himmelfahrtsfass aus dem Eschenbräu unter Beobachtung aus dem Internet, bevor wir in die Maske summend am Vatertag der Gedanken nach Hause schlendern. Bei den meisten ist das gar nicht weit. Schaltet ein, und lasst euch was vorlesen.

Ab 20.15 Uhr einschaltbar auf unserer Facebook-Seite, auch ohne Account. Der Livestream wird archiviert und kann später nachgeschaut werden. 

Wer den Eintritt von 8,- Euro (ermäßigt 5,-) zahlen möchte, ist herzlich dazu eingeladen, via Paypal an hutspende@brauseboys.de zu spenden (Paypal-Account von Volker Surmanns Satyr-Verlag).
Alternativ per Überweisung an Nils Heinrich mit Verwendungszweck 'Brauseboys'
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Dienstag, 12. Mai 2020

Brauseboys am 14.5. im Livestream: Viva la Isolation!

Maskiert (von Frank Sorge)

Ich gehe nach unten in den sonnendurchfluteten Kiez, um einzukaufen. Was soll man auch sonst machen? Meine Maske ist in der Jackentasche, gestern habe ich sie erst vor dem Supermarkt angezogen, jetzt lege ich sie gleich auf der Straße an. Sie ist sehr hübsch, muss ich dazu sagen, ein Hipster-Stoff mit symbolisierten U-Bahnstrecken, und was meine Frau näht, ist sowieso immer top. Wenn man mir nahe genug kommt, kann man auch einzelne Stationen lesen: Friedrichstraße, Alexanderplatz. Die Maske ist leicht und man kann gut in ihr atmen. Je weniger jetzt um mich herum noch eine tragen, desto lieber trage ich sie. Sie entspannt mich jeden Tag mehr auf eine Art, die ich nicht für möglich gehalten hätte. Ich brauche unter ihr keine Mimik, ich brauche keine Gesichtsmaske, wenn ich maskiert bin. Ich kann mal den Mund offenstehen lassen, die Mundwinkel entspannen, die Kiefer lockerlassen. Ein wenig fange ich schon jetzt an zu bedauern, wenn wir damit wieder aufhören.
Auf dem Gehweg schlurft ein Rentner mit Handwagen heran. Ich bin nicht geistesgegenwärtig genug, mit dem Smartphone für die Welt zu fotografieren, was ich sehe, aber es brennt sich mir ohnehin wie ein Foto ein. Offenbar hat er keine übliche Maske mehr bekommen, er trägt eine Clownsmaske aus Plastik, ungefähr wie die Schergen des Jokers. Ein billiges, buntes Teil, das fies lacht und das nur zwei winzige Gucklöcher übrig lässt, durch die er navigiert. Wo immer er hingeht, zum Einkaufen, zur Apotheke, der Horror-Clown-Effekt ist perfekt und wahrscheinlich wird er überall vorgelassen, oder die Schlangen lösen sich unmittelbar auf, wenn er sich anstellt. Andererseits ist hier Wedding, die meisten hier lachen sich vermutlich nur tot. Also hoffentlich nur im übertragenden Sinne, denn auch beim Lachen fliegen diese Aerosole ja ganz schön rum.

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Donnerstag, 14.5.20 / 20.30 Uhr
Facebook Livestream (Öffentlich, Internet)



Die Brauseboys - Lesebühne im Wedding - Viva la Isolation!

Seit siebzehn Jahren jede Woche neue Texte, Betrachtungen, Musik und belebende Heiterkeit, seit Beginn der Isolation im Livestream der Herzen. Wie lange das noch so bleiben muss, können wir nicht sagen, aber draußen stehen schon die nächsten Erreger vor der Tür. Virale Verschwörungstheorien, die Schrauben lockern und die Vernunft gefährden, da bleiben wir doch lieber länger drin. In diesem Internet, mit einem Betriebssystem von... ah, oh, wo ist mein Virenscanner? Ihr aber könnt uns weiterhin aus sicherem Abstand zusehen, wie wir lesen und singen, live und in Farbe auf Facebook, mit ungezügelter Freude. Schaltet ein, trinkt ein Eschenbräu mit uns mit und lasst euch was vorlesen.

Ab 20.15 Uhr einschaltbar auf unserer Facebook-Seite, auch ohne Account. Der Livestream wird archiviert und kann später nachgeschaut werden. 

Dienstag, 5. Mai 2020

Brauseboys am 7.5. im Livestream: Kontaktstrom

"Unter der Maske" (von Frank Sorge & Google)

Panik unter der Maske.
Jetzt wissen wir, wer unter der Maske steckt.
Was unter der Maske passiert.
Unter der Maske muss die Ärztin fast schreien.
Atmen unter der Maske kann schwierig sein.

Murmeln unter der Maske.
Unter der Maske des Narren.
Unter der Maske ein Lächeln.
Freude unter der Maske.
Doch ist Ausatmen unter der Maske wirklich gefährlich?

Der Mann unter der Maske.
Unter der Maske des Managers.
Ich verstehe die Beklemmungen unter der Maske.
Schließlich sammeln sich Schweiß, Öl und feuchter Atem unter der Maske.
Unter der Maske des Narzissmus.
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Donnerstag, 7.5.20 / 20.30 Uhr
Facebook Livestream (Öffentlich, Internet)



Die Brauseboys - Lesebühne im Wedding - Kontaktstrom!

Seit siebzehn Jahren jede Woche neue Texte, Betrachtungen, Musik und belebende Heiterkeit, seit Beginn der Isolation im Livestream der Herzen. Das wird auch noch eine Weile so bleiben, entweder trotzdem an anderen Stellen gelockert wird, oder weil an anderen Stellen gelockert wird, wir werden sehen. Ihr aber könnt uns weiterhin zusehen, denn wir lesen und singen live und in Farbe auf Facebook, mit ungezügelter Freude. Schaltet ein, trinkt ein Eschenbräu mit uns mit und lasst euch was vorlesen.

Ab 20.15 Uhr einschaltbar auf unserer Facebook-Seite, auch ohne Account. Der Livestream wird archiviert und kann später nachgeschaut werden. 

Wer den Eintritt von 8,- Euro (ermäßigt 5,-) zahlen möchte, ist herzlich dazu eingeladen, via Paypal an hutspende@brauseboys.de zu spenden (Paypal-Account von Volker Surmanns Satyr-Verlag).
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Dienstag, 28. April 2020

Brauseboys am 30.4. im Livestream: Voll unter Strom

To-Do-Liste (von Nils Heinrich)

Fast alles abgehakt:



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Donnerstag, 30.4.20 / 20.30 Uhr
Facebook Livestream (Öffentlich, Internet)



Die Brauseboys - Lesebühne im Wedding - Voll unter Strom!

Seit siebzehn Jahren jede Woche neue Texte, Betrachtungen, Musik und belebende Heiterkeit, seit Beginn der Isolation im Livestream der Herzen. Auf jede To-Do-Liste gehören natürlich noch ein paar mehr Dinge drauf, vor allem am Donnerstag. Obwohl die Liste am Donnerstag eigentlich auch sehr kurz sein darf, und wenn wir ehrlich sind, reicht uns ein Punkt: Einschalten! Den Computer und uns, denn wir lesen und singen live und in Farbe auf Facebook. Wir herzen so viel zurück, wie wie wir können.

Ab 20.15 Uhr einschaltbar auf unserer Facebook-Seite, auch ohne Account. Der Livestream wird archiviert und kann später nachgeschaut werden. 

Wer den Eintritt von 8,- Euro (ermäßigt 5,-) zahlen möchte, ist herzlich dazu eingeladen, via Paypal an hutspende@brauseboys.de zu spenden (Paypal-Account von Volker Surmanns Satyr-Verlag).
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Dienstag, 21. April 2020

Brauseboys am 23.4. im Livestream: Direkt vom Stromerzeuger

Postgeheimnis (von Frank Sorge)

Wir sollen ein Paket, von dem wir nicht wissen, in der Postfiliale abholen. Der Bote trifft uns nicht an, obwohl wir da sind. Als der Abholzettel durch unseren Briefschlitz gesteckt wird, merke ich das direkt und will in den Flur, den Hineinwerfer schnappen, aber ich höre schon durch die Tür nur noch eilige Schritte die Treppe wieder hinunterrennen. So was Blödes, denke ich, da wünscht man sich fast, nur noch Amazon würde die Post bringen, so weit ist man da schon. Aber was soll ich mich aufregen, vielleicht ist es ein schöner Anlass, mal rauszugehen, es könnte ja noch ein Ostergeschenk sein, das eine Überraschung sein soll. Die Überstellung durch einen Hasen wäre allerdings vielversprechender gewesen. Ich gehe also zur Postfiliale, Tage später, zwei Stunden vor Betriebsschluss, und gehe sofort wieder zurück. In der Filiale selbst ist viel Abstand, aber vor der Tür zieht sich eine eng gedrängte Schlange über den Gehweg, und über den nächsten und übernächsten. Selbst wenn man geduldig wartet, wird einem sicher vor der Nase noch die Tür geschlossen, weil die Zeit abgelaufen ist. "Kommen Sie morgen wieder!", es reicht mir, sich das vorzustellen, da brauche ich die Realität nicht für. Also geht es zurück dahin, woher es auch kam, tut mir leid. Die Corona-Informationen auf der Homepage helfen nicht weiter, es gibt keinen anderen Weg, an das Paket zu kommen, ein paar Boten wurden dazu verdonnert, #wirsindfüreuchda und #bleibtfürunszuhause in die Handykamera zu halten. Auf jeden Fall gucken sie so. Aber mein Postgeheimnis ist: Ich wäre auch gerne zuhause geblieben.
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Donnerstag, 23.4.20 / 20.30 Uhr
Facebook Livestream (Öffentlich, Internet)


Die Brauseboys - Lesebühne im Wedding - Direkt vom Stromerzeuger!

Seit siebzehn Jahren jede Woche neue Texte, Betrachtungen, Musik und belebende Heiterkeit, seit Beginn der Isolation im Livestream der Herzen. Natürlich kann man sich auch mal aufregen, aber dann ist immer schnell gut, weil bald ja schon wieder Livestream ist, mit eurer Lesebühne der Versöhnung. Da fliegen die Herzen, wir sind da, und ihr seid da, liebe Zuschauer, selbst wenn ihr ganz woanders seid. Live und in Farbe auf Facebook. Wir herzen so viel zurück, wie wie wir können.

Ab 20.15 Uhr einschaltbar auf unserer Facebook-Seite, auch ohne Account. Der Livestream wird archiviert und kann später nachgeschaut werden. 

Wer den Eintritt von 8,- Euro (ermäßigt 5,-) zahlen möchte, ist herzlich dazu eingeladen, via Paypal an hutspende@brauseboys.de zu spenden (Paypal-Account von Volker Surmanns Satyr-Verlag).
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Dienstag, 14. April 2020

Brauseboys am 16.4. im Livestream: Das strömt!

Österlicher Moment (von Frank Sorge)

Es gibt diese Religionen ja nicht erst seit gestern, deshalb sind sie oft gar nicht so von gestern. Ich meine aber nicht Godspots und Online-Predigten, das päpstliche Alleinschauspiel im Livestream, oder dergleichen. Ich stelle es fest, als wir hinter der Kirche mit den Kindern Eier suchen, und zum Feiertag die Orgel spielt. Durch die geöffneten Seitenfenster dringt die Musik nach draußen, einige Menschen sitzen mit Abstand in der Nähe im Hinterhof, um zu lauschen. Ein Lied kennen alle, oder es wurden ein paar Zettel verteilt, jedenfalls singen viele kräftig mit. Das klingt sehr schön. Von meinem Platz bei den versteckten Osternestern sehe ich auch auf die andere Seite der Kirche, durch die Vergitterung schaut ein Obdachloser, der verblüfft den vielen Stimmen in der Luft nachlauscht. Er hat die Kapuze tief ins Gesicht gezogen, den Schal hoch bis zu den Augen. Ein paar Momente später wühlt er ein Smartphone aus seinem Handwagen und fängt an, eine Aufnahme zu machen. Das war dann mein österlicher Moment.
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Donnerstag, 16.4.20 / 20.30 Uhr
Facebook Livestream (Öffentlich, Internet)



Die Brauseboys - Lesebühne im Wedding - Das strömt!

Seit siebzehn Jahren jede Woche neue Texte, Betrachtungen, Musik und belebende Heiterkeit, seit Beginn der Isolation im Livestream der Herzen. Die fliegen jedenfalls über den Bildschirm, wenn ihr solche drückt, was wir ja auch sehen und uns gedrückt fühlen, also geherzt und geliked! Die einzige Art, wie wir gerade stattfinden können, alle unsere Pixel sind schon ganz gespannt auf diesen Donnerstag. Live und in Farbe auf Facebook. Mit euch! Wir herzen so viel zurück, wie wie wir können.

Ab 20.15 Uhr einschaltbar auf unserer Facebook-Seite, auch ohne Account. Der Livestream wird archiviert und kann später nachgeschaut werden. 

Wer den Eintritt von 8,- Euro (ermäßigt 5,-) zahlen möchte, ist herzlich dazu eingeladen, via Paypal an hutspende@brauseboys.de zu spenden (Paypal-Account von Volker Surmanns Satyr-Verlag).
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Dienstag, 7. April 2020

Brauseboys am 9.4. im Livestream: Grün, grüner, Gründonnerstag!

Erhaben im Zweifel (von Frank Sorge)

Es gibt bei uns in der Nähe so etwas, das man unter Umständen Spielplatz nennen könnte. Am Rande der Rehberge, umwachsen und beschattet, links und rechts des Weges. Ein paar Holzpilze zum Draufstellen, Balken zum Balancieren, drumherum Sand. Fährt man mit Kleinkindern im Fahrradanhänger daran vorbei, mit Kleinkindern, die man schon eine Wochen mit dem Drinbleiben quält, könnte man für einen Moment auf die Idee kommen, hier Rast zu machen, wenn niemand da ist. Zumal nichts abgesperrt ist, weil es genaugenommen gar nicht so recht etwas abzusperren gibt. Wenn nun diese Kinder auch noch auf die Idee kommen, sich auf die Pilze zu stellen, oder mit einer Schaufel etwas von dem Sand umzugraben, dann wäre das im Zweifel ja vielleicht doch ein Spielplatz. Wenn es bellt, wie ein Hund, wenn es riecht, wie ein Hund, muss man die Katzentheorie vielleicht fallenlassen. Aber Zweifel sind nicht für jedermann, ein unmittelbar hinter den Büschen auftauchender Jogger macht lieber ein Denunziantenfoto mit der Ordnungsamt-App. Er ist sich nicht mal zu fein, wie ein Lustmolch hinter seinem Gebüsch zu warten, bis der herangeklingelte Polizist auftritt. Der weiß aber auch nicht: "Naja, ich weiß auch nicht, ob das überhaupt als Spielplatz hier gelten kann. Es gibt ja auch keine Hinweisschilder, und überhaupt geht das ja nicht, hier was abzusperren." Gemeinsam ratlos, man einigt sich, dass man lässt, was man auch nicht klären kann, der Jogger sucht das Weite. Schön, wenn man über jeden Zweifel erhaben ist.
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Donnerstag, 9.4.20 / 20.30 Uhr
Facebook Livestream (Öffentlich, Internet)



Die Brauseboys - Lesebühne im Wedding - Streamboys!

Seit siebzehn Jahren jede Woche neue Texte, Betrachtungen, Musik und belebende Heiterkeit, seit vier Wochen im Livestream der Herzen. Wir haben großen Spaß daran, und ihr seid schuld! Ihr überschüttet uns mit Herzchen und guten Wünschen, ihr kommentiert, lauscht, spendet. Wir können nur staunen und danken, und in digitaler Demut den nächsten Donnerstag vorbereiten, den auch der Virus nicht endet. Grüner wirds nicht, als am Gründonnerstag! Live und in Farbe auf Facebook. 

Ab 20.15 Uhr einschaltbar auf unserer Facebook-Seite, auch ohne Account. Der Livestream wird archiviert und kann später nachgeschaut werden. 

Wer den Eintritt von 8,- Euro (ermäßigt 5,-) zahlen möchte, ist herzlich dazu eingeladen, via Paypal an (Achtung, neu!) hutspende@brauseboys.de zu spenden (Nicht wundern: Das ist der Paypal-Account von Volker Surmanns Satyr-Verlag).
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Freitag, 3. April 2020

Pandemiewalzer

Schutzmaske (untauglich)


Pandemiewalzer


zu singen: auf Thomas Koschat "Schneewalzer" (1887)
zu tanzen: allein, auf Abstand oder in häuslicher Gemeinschaft



Immer wieder halt ich an,

denn wir treffen uns im Gang

zwischen Milch und Tiefkohlkost,

du mit Wurst und Schüttelfrost.

Ja, es war im Edeka,

es war voll und wenig da.

Zwischen Truhen tanzten wir,

um‘nander zum Flaschenbier.



Den pan-, de-, mi-, schen Walzer tanzen wir!

Du kaufst Obst, Klopapier!

Beim pan-, de-, mi-, schen Walzer im Ernstfall,

ja, hier im Edeka, da ist heute ein Maskenball!




Und wir eiern draußen rum,

wirken druff oder sehr dumm,

haben Zeit zu unserm Glück,

‘nen Schritt vor und zwei zurück.

Ja, wir tänzeln durch die Stadt

obwohl sie geschlossen hat,

Sound kommt dazu aus dem Stream:

Zappeln wir wie im Berghain drin.



Den pan-, de-, mi-, schen Walzer tanzen wir!

Ich mit Bier, du mit Tier!         [Einkaufen und Gassigehen ist ja erlaubt.]

Beim pan-, de-, mi-, schen Walzer in Berlin

Ja, da bleib’m wir mal drin, weil wir gar nicht tanzen könn‘.




© Volker Surmann

Dienstag, 31. März 2020

Brauseboys am 2.4. im Livestream: Streamboys

Dichter als Google (von Frank Sorge)

Auch zum aktuellen Anlass wird die Suchmaschine poetisch tätig, wenn man sie dazu anstiftet. Hier ein kleines Gedicht mit drei Autovervollständigungsstrophen:





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Donnerstag, 2.4.20 / 20.30 Uhr

Facebook Livestream (Öffentlich, Internet)




Die Brauseboys - Lesebühne im Wedding - Streamboys!

Seit siebzehn Jahren jede Woche neue Texte, Betrachtungen, Musik und belebende Heiterkeit. Jetzt haben wir schon den dritten Livestream vor Augen und begrüßen euch diese Woche wieder live und in Farbe auf Facebook. Wir sind uns sicher, dass es mit euch wieder ein spektakulärer Abend wird, und danken noch einmal sehr herzlich allen Zuschauern der letzten Woche. 
Ab 20.15 Uhr einschaltbar auf unserer Facebook-Seite, auch ohne Account. Der Livestream wird archiviert und kann später nachgeschaut werden. 

Wer den Eintritt von 8,- Euro (ermäßigt 5,-) zahlen möchte, ist herzlich dazu eingeladen, via Paypal an ahoi@brauseboys.de zu spenden (Verwendungszweck: Hutspende).
Alternativ per Überweisung an Nils Heinrich mit Verwendungszweck 'Brauseboys'
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Dienstag, 24. März 2020

Brauseboys am 26.3. im Livestream: Wir bleiben in Kontakt!

Nostalgischer Strom (von Frank Sorge)

Gestern, als ich die Lesebühne 'Des Esels Ohr' anschaltete, als ich den virtuellen Bühnenraum in meinem Arbeitszimmer betrat und der volle Saal durch eine schöne dreistellige Zahl symbolisiert wurde, ich manche Kommentare las, da musste ich an früher denken. Jeden Tag Lesebühne mit voller Hütte, das war mal normal, und die meisten hatte ich vom Rosenthaler Platz aus in Laufweite. Der Stream führte mich zurück in Zeiten, wo an solche noch nicht zu denken war, wo ich kurz überlegte, welcher Wochentag war, und dann eine andere Laufrichtung einschlug. Drei, vier Straßen bis zum Mudd Club, die Torstraße lang ins Zosch, anderslang zum Kaffee Burger, oder hoch zur Eberswalder, zum neuen 'Blauen Drachen', mal reinschauen. Das ist wahnsinnig nostalgisch von mir, ich weiß, aber es erinnerte mich daran, jeden Tag eine andere Lesebühne im Stream, nur einen Klick entfernt. Überall sprießen die Live-Übertragungen, in jede Richtung, sie sind das Medium der Stunde. Nach der Lesung tanzen? Kein Problem, ein Chatraum weiter wummerts schön. Die Nachbarn dürfen sich ruhig wundern, was man da macht. Wo man da ist.
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Donnerstag, 26.3.20 / 20.30 Uhr
Facebook Livestream (Öffentlich, Internet)



Die Brauseboys - Lesebühne im Wedding - Wir bleiben in Kontakt!

Seit siebzehn Jahren jede Woche neue Texte, Betrachtungen, Musik und belebende Heiterkeit. Nach dem erfolgreichen Start der Livestream-Rakete letzte Woche und eurem überwältigenden Zuspruch, für den wir sehr danken, bleiben wir auf Kurs und begrüßen euch diese Woche wieder live und kontaktlos im Livestream auf Facebook. Ab 20.15 Uhr einschaltbar auf unserer Facebook-Seite, auch ohne Account. Der Livestream wird archiviert und kann später nachgeschaut werden. 

Wer den Eintritt von 8,- Euro (ermäßigt 5,-) zahlen möchte, ist herzlich dazu eingeladen, via Paypal an ahoi@brauseboys.de zu spenden (Verwendungszweck: Hutspende).
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Jeden Donnerstag um 20.30 Uhr lesen & singen Thilo Bock, Nils Heinrich, Robert Rescue, Frank Sorge, Volker Surmann, Heiko Werning und Gäste im Eschenbräu. Leider jedoch nicht im Moment aus bekannten Gründen. Wir bemühen uns jedoch, den Donnerstag nicht enden zu lassen und mit euch per Livestream in Kontakt zu bleiben und stattzufinden.



Auch wenn der Gaststättenbetrieb zur Zeit eingestellt ist, kann man täglich zwischen 15-20 Uhr frisch gebrautes Bier außer Haus bekommen, schaut auf www.eschenbraeu.de.