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Brauseboys am 22.10. im Kufa-Café + Livestream: Mit Axl Makana

Was 2020 noch alles schiefgehen könnte (von Frank Sorge)
Teil 4, BER-Eröffnung
Wenn wir dereinst an diese Zeiten zurückdenken, werden wir uns womöglich auch an diese paradoxe Geschichte erinnern, dass ausgerechnet im Pannenjahr 2020 der Berliner Flughafen fertig wurde. In all dem Elend, das die Pandemie gebracht, ist es ein Funken der Hoffnung gewesen. Selbst was längst abgeschrieben und aufgegeben war, kann noch fertig werden. Auch wenn ein mühevoller Weg hinter einem liegt, kann die Zukunft rosig sein. Vielen Menschen gab das Mut, den sie sonst nicht mehr hätten aufbringen können, eine Zuversicht im letzten Moment vor der Selbstaufgabe, der letzte Strohhalm, um seelisch nicht unterzugehen. Aber was, wenn es nun doch nicht klappt, aus irgendeinem Grund? Vielleicht ungenügenden Luftfiltern, die zwar jetzt Rauch schlucken, aber dafür effektiv Aerosole verteilen. Oder irgendeinem Bauverzug durch mutierte Gen-Würmer auf den Startbahnen, die Beton fressen, oder einen Finanzierungs-Skandal, d…
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Brauseboys am 15.10. in der Kulturfabrik: Mit Tilman Birr

Was 2020 noch alles schiefgehen könnte (von Frank Sorge)
Teil 3, Aliens
Viele können es ja kaum erwarten, endlich auf intelligentes Leben außerhalb unserer Erde zu treffen. Mir geht das zum Beispiel so, wenn ich im Fernsehen Berichte über Querdenkerdemos sehe. Es wäre wirklich ein Fortschritt, wenigstens im Rest des Weltalls vernunftbegabtes Leben zu finden. Aber nicht 2020. Lasst uns die Seti-Bemühungen einstellen, vielleicht auch die Voyager-Sonde mit dieser verräterischen Goldplakatte, auf der die Postadresse unseres Heimatplaneten steht, per Fernzündung zur Explosion bringen, und alle mal nachts wenigstens ein paar Monate das Licht ausschalten. Das hilft auch dem Klima. Bestimmt sind sie im Prinzip ganz nett, diese Aliens, aber wenn sie uns gerade in diesem Zustand antreffen, sehe ich schwarz für einen Sitz in der Intergalaktischen Allianz der Milchstraße. Ich sag mal: Der erste Eindruck zählt doch sehr. Ihr da draußen, Trappist 1,2,3 und so weiter, Bürger der Galaxis, lasst uns noc…

Brauseboys am 8.10. in der Kulturfabrik Moabit: Sternstunden

Ersetze Sperrstunde durch Sternstunde (von Frank Sorge)
Wir saßen auf mondbeschienener Terrasse - die Sternstunde war überschritten. Die Sternstunde war stets knapp vor der Abfahrt der letzten Gondel. Das 'Jägerheim' hat schon geschlossen, die Sternstunde war um Mitternacht. Die Sternstunde war nicht mehr zeitgemäß.  Nur die erwachsenen Männer des Dorfes besuchten die Krüge, wo sie bei Bier und Branntwein zusammen saßen; die Sternstunde war früh. Die Sternstunde war spät, die Luft im kleinen Schankraum stickig vom Zigarettenrauch und den Küchendünsten. Keine fünf Minuten und ein schnelles Getränk später hatte sich der Biergarten komplett gelehrt, die Sternstunde war ausgerufen. Die Sternstunde war zuletzt ein großes Thema in der Stadt. Die Sternstunde war erreicht und jeder ging seiner Wege.
(Ergebnisse der Google-Suche: "die sperrstunde war") ~#~#~#~#~#~#~#~#
Donnerstag, 8.10.20 / 20 Uhr Kulturfabrik Moabit (Café), Lehrter Str. 35


Die Brauseboys - Weddinger Lesebühne in Moabit …

Brauseboys am 1.10. in der Kulturfabrik Moabit: Grüße von drinnen

Widerwillen (von Frank Sorge)
Als ich nach Hause zurückkehre, steht dort jemand an der Haustür, der hinein will. Nur, um unsere Mülltonnen zu überprüfen, ob Pfandflaschen hineingewandert sind, aber ich mag ihm heute nicht aufmachen. Wenn ich jetzt aber hineingehe ins Haus, geht er mir ja doch hinterher hinein, da müsste ich ihm schon sagen, dass er draußen bleiben soll. Aber das möchte ich gar nicht, also doch, heute ja, aber ich möchte den Entschluss nicht verteidigen. Er trägt auch keine Maske und blockiert die Tür. Also entschließe ich mich zu gar nichts und gehe weiter zum Bäcker, um Zeit zu schinden. Mit dem letzten Kleingeld kann ich einen Butterring erwerben, aber der Verkäufer will mein Kleingeld eigentlich nicht. “Soll ich großes Geld holen?”, biete ich an. Er nimmt es widerwillig, und ich nehme den Butterring widerwillig. Wir sind beide sehr widerwillig. Doch etwas beschämt beschließe ich, die Backware jetzt wenigstens dem Flaschensammler anzubieten, sollte er noch da sein. Den…

Brauseboys am 24.9. in der Kulturfabrik Moabit: Open Air mit Lari + Livestream

Verständnis (von Frank Sorge)
Ich reserviere ein Auto mit der App, es ist ein goldener BMW. Als ich bei seinem Parkplatz ankomme, sehe ich, das Auto ist zu Schrott gefahren und aber normal abgestellt worden. Ich frage einen Dönerverkäufer in Sichtweite, ob er was gesehen hat. Aber der meint nur, das müsse in der Nacht gewesen sein, der hätte morgens hier schon so gestanden. Ich storniere die Reservierung und melde der App, dass der Innenraum wirklich sehr dreckig ist. Das Schlimmste an der Reservierung von Mietwagen, die Minutentarife haben, ist, dass man spät am Abend mindestens so lange einen Parkplatz sucht, wie man das Auto für die eigentliche Fahrt gebraucht hat. Es soll wohl schon vorgekommen sein, dass jemand nach halbstündigem Herumkreisen in der parkplatzfreien Zone entnervt wieder aus dem Stadtteil herausgefahren ist, um etwas in Nähe einer Nachtbusstation zu suchen. Mancher reagiert dabei vielleicht über, und fährt den goldenen Mietwagen so lange in eine vermeintliche Parklüc…

Brauseboys am 17.9. in der Kulturfabrik Moabit: Mit Lukas Meister & Paul Bokowski

Die fremde Frau (von Frank Sorge)
Wir mieten ein Auto mit der App, ich schnalle mich an, und da ist sie, die fremde Frau. Sie hat ein fieses Parfüm und hat sich ihr Dekolleté damit begossen, genau dort, wo mir der Gurt jetzt meine Brust umschnürt. Es hilft kein Lüften, keine Aircondition, sie steigt nicht aus dem Auto. Als ich aussteige, kommt sie mit, auf Schritt und Tritt folgt sie mir. Sie ist mit bei Ikea, folgt uns durch die Warenhalle, sie fährt mit zurück und isst mit uns zu Abend. Selbst als ich mein Hemd ausziehe zur Nacht, ist sie immer noch da, und als ich Zähne putze, schaut sie mir über die Schulter. Erst am nächsten Morgen ist sie plötzlich weg, ich kann alleine duschen. Ich mag ihr so schnell auch nicht wiederbegegnen. ~#~#~#~#~#~#~#~# Donnerstag, 17.9.20 / 20 Uhr Kulturfabrik Moabit (Windlicht), Lehrter Str. 35

Die Brauseboys - Weddinger Lesebühne in Moabit - Open Air mit Lukas Meister & Paul Bokowski!
Das Beste an der zentralen Lage der Kulturfabrik ist, egal in welche …

Brauseboys am 10.9. in der Kulturfabrik Moabit: Open Air mit Johanna Zeul

Die Moabiter Luft (von Frank Sorge)
Moabit! Hör ich den Namen schon, muss ich vergnüglich lachen. Dort kann man sich, mit wenig Lohn,  'nen schönen Abend machen. Man sitzt im Hof, der Himmel schweigt dann hört man so Geschichten, und wenn ein Gast was Schönes geigt, fängt dein Herz an zu dichten:
Das ist Moabiter Luft, Luft, Luft Süßer, holder Straßenduft, Duft, Duft Schlechte Laune gleich verpufft, pufft, pufft In dem Duft, Duft, Duft, Dieser Luft, Luft, Luft ~#~#~#~#~#~#~#~# Donnerstag, 10.9.20 / 20 Uhr Kulturfabrik Moabit (Windlicht), Lehrter Str. 35
Die Brauseboys - Weddinger Lesebühne in Moabit - Open Air mit Johanna Zeul!
Das Beste an der zentralen Lage der Kulturfabrik ist, egal in welche Richtung man hinaus stolpert, man bleibt in der Zivilisation. Aber auch hinein kommt man mühelos:  Immer dem Herzen nach, und schon ist man drin in diesem paradiesischem Stadtteil, wo das Beste immer nur einen Donnerstag entfernt ist. Wenn es wieder Grillgut vom Stand des Café Moab gibt, kühle Getränke aus …