Freitag, 26. Februar 2010

Mittwoch, 24. Februar 2010

Dienstag, 23. Februar 2010

Straßengesichter (Brauseboys am 25.2.)

Die Straßengletscher der kleinen Berliner Eiszeit schmelzen und hinterlassen intensive Dreck- und Müllcollagen, meisterhaft entropisch arrangiert von der Schwarmintelligenz der Kiezschmutzfinke und komplex wie ein Sandmandala unter den Zweigen der abgehärteten Fußwegsbegrünung. Weihnachten, Silvester, hier ist alles noch da: Sektflaschen, Böller, Tannenbäume und tausend Kippen, halb schon zerrieben vom Streusplitt, aufgedunsen, durchnässt, verblasst. Bevor die Streetview-Autos von Google durchkommen dürfen, um den Wedding für alle Welt sichtbar und virtuell begehbar zu machen, sollte es noch ein paar Mal kräftig regnen, aber vielleicht waren die Fotoautos hier auch schon längst.


Gesehen habe ich mindestens einmal eins vor mehr als einem Jahr schon und womöglich hat es mich damals fotografiert, aber das war weiter im Zentrum der Stadt. Und wenn ich es gesehen habe, hat es mich womöglich auch gesehen, womit ich vielleicht bald auch von allen gesehen werden kann. Auch wenn die Gesichter ausradiert sind, wenn sie wüßten, wo es war, könnten mich Menschen erkennen, die mich kennen.


Da ich zu den Menschen gehöre, die sofort unkontrolliert unattraktive Fratzen auflegen, sobald sie wissen, dass ein Fotoapparat auf sie gerichtet ist, würde ich Google im Einzelfall gerne die Erlaubnis erteilen, mein Gesicht auszuradieren. Vielleicht aber auch nicht, es ist immerhin mein Gesicht, was sie da ausradieren. Ohne mich explizit zu fragen, so kann man das doch auch mal sehen. Ich fände es vielleicht sogar schön, an dem Ort festgehalten zu sein, an dem ich damals war, mit Gesicht, und würde gleich einen Screenshot machen und einen Link zu meiner Homepage setzen.


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Donnerstag, 25.2. /20.30 Uhr
La Luz (Oudenarder Str. 16-20, Osram-Höfe)

BRAUSEBOYS

Neue Texte, Musik und Multimedia mit Paul Bokowski, Hinark Husen, Robert Rescue, Frank Sorge, Volker Surmann & Heiko Werning.

Gäste:
SEBASTIAN LEHMANN (will immer schlafen)
http://www.myspace.com/sebastianduene

CHRISTOPH THEUßL (führt Kollisionsgespräche)
http://www.theussl.de/

Donnerstag, 18. Februar 2010

Kirsten und Maik

"Brausegirl" Kirsten Fuchs tauschte sich mit Paul Bokowski aus, der an ihrer Stelle bei der Chaussee der Enthusiasten vorlas, wo sie ja jetzt schon eine Weile immer zeitgleich mitliest. Wir freuten uns sehr über den Austausch, und dass die überall grassierende Erkältung von Lesedünler Maik Martschinkowsky zum Zwecke des Geschichtenvortrags gekonnt abgeschüttelt wurde.

Mittwoch, 17. Februar 2010

Brauseboys am 18.2.: Hinweise

hartcover.de - Das neue Onlinemagazin für Satire und komische Literatur u.a. mit Christian Bartel, Paul Bokowski, Jan Gympel, Gregor Mothes und Volker Surmann. Jeden Tag neue Texte, jeden Tag ein neuer Startcartoon. Nur auf www.hartcover.de

der wedding.de - Willkommen in der unaufgeregten Welt des Großstadtalltags jenseits des Scheinwerferlichts großer Berliner Bühnen. „Der Wedding-Blog“ führt Sie auf die entlegensten Hinterhöfe der Großstadt, hinein in die Stammkneipen des Berliner Milieus oder gleich um die Ecke an die Theke Ihrer Pommes-Bude. Mit einem Blick auf das Kleine im Großen erzählen wir Geschichten, die unmittelbar vor Ihrer Haustür passieren. Lies www.derwedding.de

Pilz des Tages - Eine Postkarte zum Blog fand ich im Mastul und steckte sie gleich ein. Seitdem klicke ich gern zu den täglichen Pilzbildern des Weddinger Nachbarn Heiko Sievers, die alle günstig zu erwerben sind (so lange sie nicht schon erworben sind): Klick www.mushroom-of-the-day.blogspot.com/

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Donnerstag, 18.2. /20.30 Uhr
La Luz (Oudenarder Str. 16-20, Osram-Höfe)

BRAUSEBOYS

Neue Texte, Musik und Multimedia mit Paul Bokowski, Hinark Husen, Robert Rescue, Frank Sorge, Volker Surmann & Heiko Werning.

Gäste:
KIRSTEN FUCHS (schickt Paul Bokowski an ihrer Stelle zur zeitgleich stattfindenden Chaussee der Enthusiasten)
http://www.kirsten-fuchs.de/

MAIK MARTSCHINKOWSKY (erholt sich noch vom Lesedünen-Programm im Mehringhof)
http://virb.com/leseduene

DOC SCHOKO (ist grad zurück von gemeinsamer Tour mit Jochen Distelmeyer)
http://www.myspace.com/docschoko

Donnerstag, 11. Februar 2010

Mittwoch, 10. Februar 2010

Schneesee

Mancher Weddinger schafft es ja garnicht vor die Tür oder nicht weit darüber hinaus. Gerade in diesen verschneiten Wochen wird für jeden spürbar, warum für dieses Verhalten ein vielfältiger Kiez viel wert ist. Drei Schritte zum Einkaufen, ein Schritt ins Restaurant, fünf Schritte ins Kino, so ist ein plötzlicher Erfrierungstod auf dem Weg ausgeschlossen. Die zwanzig Schritte bis zum Plötzensee und in die Rehberge erscheinen allerdings vielen schon zu risikoreich, hier also ein kleiner Erfahrungsbericht vom Nachmittag.
Willkommen im Ghetto Wedding, der Doppelhausnarbe der Stadt, dem Hochgeklappter-Gehweg-Slum, wo voll die krass kleinen Hunde an der Leine ausgeführt werden. Voll die verruchte Ecke, Mann, Tangastraße.  Tanga-straße, verstehste?
Gleich hinter einer der härtesten Ecken des Stadtteils liegt der Goethe-Park. Im Verlauf der kleinen Berliner Eiszeit haben die an- und abschwellenden Schneemassen schwere Findlinge hinterlassen. Im Vergleich zum großen Bruder "Central Park" gibt es hier wirklich alle Drogen nicht, nicht mal einen Imbiss mit braunen Flaschen.
Wenn Ihnen dieser Goethe etwas verschwommen vorkommt, setzen Sie jetzt ihre Rot-Blau-Brille für die dreidimensionale Betrachtungsweise auf. Aber auch ohne ist zu erkennen, dass es Goethe hier früher auch nicht leicht gehabt haben wird. Gründe vermutlich siehe oben.
Nun aber zum Kernstück der kleinen Reise, die aus gesundheitlichen Gründen zur Nachahmung empfohlen wird. Nicht nur braucht man bei dieser Bewölkung mehr als eine halbe Stunde direktes Sonnenlicht täglich, um sich nicht in absehbarer Zeit in einen grauen Grottenolm zu verwandeln. Auch die frische Luft ist wichtig, wie meine Yoga-Lehrerin vor ein paar Tagen bestätigte: "Wenn da überall immer ausreichend frischer Sauerstoff hinkommt, bleibt man gesund." Die passenden Atemübungen kann man hier auch erledigen, ohne von jemandem skeptisch beäugt zu werden, denn hier ist garkein anderer jemand, solange man nicht in Folge der Übungen selbst neben sich steht.
Wenn man den Goethe hinter sich gelassen hat, betritt man die Rehberge und ist mit ein paar flinken Schritten schon am hier zu sehenden Rosengarten und mit einem eleganten Sprung direkt auf dem Plötzensee.
Hier ist er, der Schneesee. Ich steh drauf und geh nicht unter. Drunter frieren Fische.
Das Strandbad Plötzensee. Man kann hier wohl grad keinen Strandkorb mieten oder Pommes in der Tüte erwerben.
Wenn man den frischen Schnee mit archäologischem Interesse beiseite schiebt, findet man Spuren einer ausgeprägten Schlittschuhkultur. Es war also nicht immer so leer auf dem See wie heute.
Generationen von Weddingern müssen auf diesem wohl bestplazierten Wickeltisch der Stadt erst noch gewickelt werden. Kommt her, ihr Seestraßler, Belgischviertler und Niederlandsvirtler, ihr Soldiner und Sprengelkiezler und all die anderen. Und trefft euch zu diesem Zwecke, der immer schon der beste aller Zwecke war. Auch gesund.

Brauseboys am 11.2.: Originale

Was Helene Hegemann kann...

Passend zur Jahreszeit etwas leichtes, sommerliches:
Oh, schon wieder Dienstag. Niemand hat es kommen sehen, dabei ist der Tag bereits zwei Stunden alt. Was ist los? Will denn kein muslimischer Sack Couscous mehr umfallen?  Halb 9 auf, Frühstück, Fotowanderung durchs winterlich verschneite Berlin bei herrlichster Sonne, Hautärztin ist im Urlaub, also muss ich meinen suppenden Hoden ohne Überweisung in die Chirurgie wieder nach Hause tragen. Das flammneue M3 Coupé steht an der Shell-Tankstelle Müllerstraße. Steht da und löst Gefühle aus: Begeisterung, Eitelkeit, Gier, Misstrauen – und Höflichkeit. Während am Fenster eine acht Meter dicke Schicht aus Eisblumen die ohnehin schon vormittags hereingebrochene Nacht noch weiter verdunkelt, vermag mich kein Gedanke an irgendeine wie auch immer dramatisch geartete Sportschau zu erwärmen.
Buddenbrooks, Thomas Mann. Obwohl es mich am Anfang unfassbar gelangweilt hat, bin ich dann doch nach und nach drin versunken. Ging mir aber mit fast allen Mann-Romanen so. Irgendwie hat es ja auch was von einer Soap-Opera. (Intrige! Tod! Unerfüllte Sehnsucht!). Muss jeden Abend total Hacke gewesen sein, der Kunde.
Der Rest wird schon.

Alle Sätze sind schamlos geklaut aus den Blogs, die wir in unserem Blog verlinken. Mir fällt auf, dass es schön schnell geht, wenn man nicht selbst schreibt: Hat eben alles auch sein Gutes. Wem die Hintergrundinformationen fehlen, Aktuelles zu den Plagiatsvorwürfen gegen "Axolotl Roadkill" der siebzehnjährigen Helene Hegemann findet man über: http://www.gefuehlskonserve.de/



Mittwoch, 3. Februar 2010

Brauseboys am 4.2.: in 3D

Die Frage: 
Sie haben gerade "Avatar" gesehen. In den USA fühlen sich viele Menschen danach deprimiert, weil die reale Welt viel weniger bunt ist und die Pflanzen nicht leuchten. Fühlen Sie auch schon den Stachel der Post-Avatar-Depression?

Die Antworten: 

 "Eher eine Avatar-Flucht fühle ich. Der mit dem Wolf tanzt im Hariboland, da will ich nicht zurück." (Julia K.)
"Schwer zu sagen. Noch bin ich ja im Kino und nicht draußen im Wedding." (Robert R.)
"Das ist in zwei Monaten wieder vorbei." (Aaron G.)
"Jaaa, voll zugeschlagen. Ich hab nur einen 42 Zoll Fernseher und nicht in 3D. Wie soll ich jemals wieder was anderes gucken?" (Manfred H.)
"Kein Kommentar." (Anonym)
"Im Gegenteil, ich bin sehr froh, dass es hier nicht so ist wie im Film. Auge um Auge, Zahn um Zahn." (Paul B.)
"Zu bunt das Ganze und zu viele Hunde, mit denen man nicht auskommt." (Hinark H.)

Post-Avatar-Depressionen (Feeling Blue, Avatar Emptiness) findet man  im Original hier, hier als CNN-Feature und hier oder hier auch deutsch zusammengefasst.

Dienstag, 2. Februar 2010

Sätze, die einer nach dem zweiten Tag seines Stachelschwein-Gastspiels schrieb

1. Auch der heftigste Schneesturm hält dreißig bis vierzig tapfere Berliner nicht ab, die Stachelschweine aufzusuchen.
2. Auch Magen-Darm hält den Künstler nicht ab, dieselbe Lokalität aufzusuchen.
3. Was drei ImmodiumAkut nicht schafften, schaffte das Adrenalin. Wieso gibt es Adrenalin eigentlich nicht als Medikament?
4. Meine Nummern über Google, YouTube, Facebook und Co sind offenbar so unaktuell, dass sie endlich funktionieren.
5. Kurzer Gedanke: Ein paar Tage en suite zu spielen, bringt eine angenehme Routine zurück. Vielleicht sollte ich Engagements in Kom(m)ödchen, Lach & Schieß, Renitenztheater, Unterhaus usw. doch annehmen. Böte man sie mir innerhalb der nächsten vierundzwanzig Stunden an.
6. Drei Stunden nach drei ImmodiumAkut fühlt es sich an, als habe man den ganzen Tag extrem abführende Korken zu sich genommen.
7. Auf dem Rückweg nach Hause: Frisch gefallener Schnee ist das beste Salz.