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Es werden Posts vom Februar, 2010 angezeigt.

Das traurigste Bild meines Lebens

Straßengesichter (Brauseboys am 25.2.)

Die Straßengletscher der kleinen Berliner Eiszeit schmelzen und hinterlassen intensive Dreck- und Müllcollagen, meisterhaft entropisch arrangiert von der Schwarmintelligenz der Kiezschmutzfinke und komplex wie ein Sandmandala unter den Zweigen der abgehärteten Fußwegsbegrünung. Weihnachten, Silvester, hier ist alles noch da: Sektflaschen, Böller, Tannenbäume und tausend Kippen, halb schon zerrieben vom Streusplitt, aufgedunsen, durchnässt, verblasst. Bevor die Streetview-Autos von Google durchkommen dürfen, um den Wedding für alle Welt sichtbar und virtuell begehbar zu machen, sollte es noch ein paar Mal kräftig regnen, aber vielleicht waren die Fotoautos hier auch schon längst.

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Gesehen habe ich mindestens einmal eins vor mehr als einem Jahr schon und womöglich hat es mich damals fotografiert, aber das war weiter im Zentrum der Stadt. Und wenn ich es gesehen habe, hat es mich womöglich auch gesehen, womit ich vielleicht bald auch von allen gesehen werden kann. Auch…

Kirsten und Maik

"Brausegirl" Kirsten Fuchs tauschte sich mit Paul Bokowski aus, der an ihrer Stelle bei der Chaussee der Enthusiasten vorlas, wo sie ja jetzt schon eine Weile immer zeitgleich mitliest. Wir freuten uns sehr über den Austausch, und dass die überall grassierende Erkältung von Lesedünler Maik Martschinkowsky zum Zwecke des Geschichtenvortrags gekonnt abgeschüttelt wurde.

Doc Schoko

Der "unerkannteste Rockstar" der Republik, Doc Schoko, besuchte uns im La Luz.

Brauseboys am 18.2.: Hinweise

hartcover.de - Das neue Onlinemagazin für Satire und komische Literatur u.a. mit Christian Bartel, Paul Bokowski, Jan Gympel, Gregor Mothes und Volker Surmann. Jeden Tag neue Texte, jeden Tag ein neuer Startcartoon. Nur auf www.hartcover.de
der wedding.de - Willkommen in der unaufgeregten Welt des Großstadtalltags jenseits des Scheinwerferlichts großer Berliner Bühnen. „Der Wedding-Blog“ führt Sie auf die entlegensten Hinterhöfe der Großstadt, hinein in die Stammkneipen des Berliner Milieus oder gleich um die Ecke an die Theke Ihrer Pommes-Bude. Mit einem Blick auf das Kleine im Großen erzählen wir Geschichten, die unmittelbar vor Ihrer Haustür passieren. Lies www.derwedding.de
Pilz des Tages - Eine Postkarte zum Blog fand ich im Mastul und steckte sie gleich ein. Seitdem klicke ich gern zu den täglichen Pilzbildern des Weddinger Nachbarn Heiko Sievers, die alle günstig zu erwerben sind (so lange sie nicht schon erworben sind): Klick www.mushroom-of-the-day.blogspot.com/
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Die goldene Stimme aus Kreuzberg

Gehört Nikolic, ehemals Mr. Superextra.

Spider

Frisch erholt und beseelt aus Indien zurück: Andreas Krenzke.

Schneesee

Mancher Weddinger schafft es ja garnicht vor die Tür oder nicht weit darüber hinaus. Gerade in diesen verschneiten Wochen wird für jeden spürbar, warum für dieses Verhalten ein vielfältiger Kiez viel wert ist. Drei Schritte zum Einkaufen, ein Schritt ins Restaurant, fünf Schritte ins Kino, so ist ein plötzlicher Erfrierungstod auf dem Weg ausgeschlossen. Die zwanzig Schritte bis zum Plötzensee und in die Rehberge erscheinen allerdings vielen schon zu risikoreich, hier also ein kleiner Erfahrungsbericht vom Nachmittag. Willkommen im Ghetto Wedding, der Doppelhausnarbe der Stadt, dem Hochgeklappter-Gehweg-Slum, wo voll die krass kleinen Hunde an der Leine ausgeführt werden. Voll die verruchte Ecke, Mann, Tangastraße.  Tanga-straße, verstehste? Gleich hinter einer der härtesten Ecken des Stadtteils liegt der Goethe-Park. Im Verlauf der kleinen Berliner Eiszeit haben die an- und abschwellenden Schneemassen schwere Findlinge hinterlassen. Im Vergleich zum großen Bruder "Central Park&quo…

Brauseboys am 11.2.: Originale

Was Helene Hegemann kann...

Passend zur Jahreszeit etwas leichtes, sommerliches: Oh, schon wieder Dienstag. Niemand hat es kommen sehen, dabei ist der Tag bereits zwei Stunden alt. Was ist los? Will denn kein muslimischer Sack Couscous mehr umfallen?  Halb 9 auf, Frühstück, Fotowanderung durchs winterlich verschneite Berlin bei herrlichster Sonne, Hautärztin ist im Urlaub, also muss ich meinen suppenden Hoden ohne Überweisung in die Chirurgie wieder nach Hause tragen. Das flammneue M3 Coupé steht an der Shell-Tankstelle Müllerstraße. Steht da und löst Gefühle aus: Begeisterung, Eitelkeit, Gier, Misstrauen – und Höflichkeit. Während am Fenster eine acht Meter dicke Schicht aus Eisblumen die ohnehin schon vormittags hereingebrochene Nacht noch weiter verdunkelt, vermag mich kein Gedanke an irgendeine wie auch immer dramatisch geartete Sportschau zu erwärmen. Buddenbrooks, Thomas Mann. Obwohl es mich am Anfang unfassbar gelangweilt hat, bin ich dann doch nach und nach drin ver…

Brauseboys am 4.2.: in 3D

Die Frage: 
Sie haben gerade "Avatar" gesehen. In den USA fühlen sich viele Menschen danach deprimiert, weil die reale Welt viel weniger bunt ist und die Pflanzen nicht leuchten. Fühlen Sie auch schon den Stachel der Post-Avatar-Depression?
Die Antworten: 

"Eher eine Avatar-Flucht fühle ich. Der mit dem Wolf tanzt im Hariboland, da will ich nicht zurück." (Julia K.)
"Schwer zu sagen. Noch bin ich ja im Kino und nicht draußen im Wedding." (Robert R.) "Das ist in zwei Monaten wieder vorbei." (Aaron G.) "Jaaa, voll zugeschlagen. Ich hab nur einen 42 Zoll Fernseher und nicht in 3D. Wie soll ich jemals wieder was anderes gucken?" (Manfred H.) "Kein Kommentar." (Anonym)
"Im Gegenteil, ich bin sehr froh, dass es hier nicht so ist wie im Film. Auge um Auge, Zahn um Zahn." (Paul B.) "Zu bunt das Ganze und zu viele Hunde, mit denen man nicht auskommt." (Hinark H.)
Post-Avatar-Depressionen (Feeling Blue, Avatar Emptines…

Sätze, die einer nach dem zweiten Tag seines Stachelschwein-Gastspiels schrieb

1. Auch der heftigste Schneesturm hält dreißig bis vierzig tapfere Berliner nicht ab, die Stachelschweine aufzusuchen.
2. Auch Magen-Darm hält den Künstler nicht ab, dieselbe Lokalität aufzusuchen.
3. Was drei ImmodiumAkut nicht schafften, schaffte das Adrenalin. Wieso gibt es Adrenalin eigentlich nicht als Medikament?
4. Meine Nummern über Google, YouTube, Facebook und Co sind offenbar so unaktuell, dass sie endlich funktionieren.
5. Kurzer Gedanke: Ein paar Tage en suite zu spielen, bringt eine angenehme Routine zurück. Vielleicht sollte ich Engagements in Kom(m)ödchen,Lach & Schieß, Renitenztheater, Unterhaus usw. doch annehmen. Böte man sie mir innerhalb der nächsten vierundzwanzig Stunden an.
6. Drei Stunden nach drei ImmodiumAkut fühlt es sich an, als habe man den ganzen Tag extrem abführende Korken zu sich genommen.
7. Auf dem Rückweg nach Hause: Frisch gefallener Schnee ist das beste Salz.