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Es werden Posts vom Mai, 2014 angezeigt.

Sylvia - Die Unvollendete

Sylvia brachte neue Lieder mit, was den Abend vollendete.

Enno Park

Enno ist Blogger und Cyborg. Zudem Autor hervorragender Kurzgeschichten, von denen er zwei zum Besten gab.

Brauseboys am 29.5. im Mastul: Freie Felder

Das war mein Wahlsonntag (von Paul Bokowski)
(1) Mutter und Vater auffordern, zu wählen (1.1) Mutter erklären, was das transatlantische Freihandelsabkommen ist (1.2) Vater erklären, was das transatlantische Freihandelsabkommen ist (1.3) Vater auffordern, Mutter zu erklären, was das transatlantische Freihandelsabkommen ist (1.4) Mutter auffordern, mir das transatlantische Freihandelsabkommen zu erklären (1.5) Googeln, was das transatlantische Freihandelsabkommen ist (1.6) Mutter nochmal erklären, was das transatlantische Freihandelsabkommen ist (1.7) Mutter erklären, dass TTIP keine Partei ist (1.8) Vater erklären, warum man in Mainz nicht über das Tempelhofer Feld mitentscheiden darf (1.9) Mutter und Vater auffordern wählen zu gehen
(2) Wählen gehen
(3) Mutter und Vater anrufen und fragen, was sie gewählt haben
(4) Mutter und Vater nochmals auffordern, wählen zu gehen (4.1) Mutter erklären, warum man in Mainz nicht über das Tempelhofer Feld mitentscheiden darf (4.2) Vaters Frage ignor…

Erna Schmidt

Erstmalig besuchte uns Erna Schmidt aus Mainz, da man munkelt, sie würde bald nach Berlin ziehen, wird es sicher bald einen nächsten Besuch geben.

Michael-André Werner

Mit heiteren Kurzgeschichten erheiterte Autor Michael-André Werner das zunehmend heitere Publikum. Regelmäßig kann man ihn als Teil der Brutusmörder hören.

Brauseboys am 22.5.: Heiße Zeilen

Suchmaschinengedicht: Sonne (von Frank Sorge)
Die Sonne verursacht den Wind. Die Sonne verursacht den Regen. Tiefstehende Sonne verursacht Unfall.
Sonne verursacht Chaos. Sonne macht Strom. Sonne macht Falten. Sonne macht glücklich. Sonne macht schlank.
Immer nur Sonne macht eine Wüste. Auf deinen Lippe nur Sonne und Salz. Warum versuchen Insekten nicht nur Sonne zu fliegen. Ich will nur Sonne tanken.
(Google-Suchergebnisse: “sonne verursacht”, “sonne macht”, “nur sonne”)

Götz Rausch

Erneut besuchte uns Götz Rausch, das letzte Mal war ich nicht dabei, aber dieses. Hier mit Dirk Flatau, Teil der Band, die an diesem Abend von Heiko charmant in "Götz Rausch Orchester" umgetauft wurde.

Rigoletti

Marion Pfaus (Initiative humboldt 21, Rückbau des Berliner Stadtschlosses) brachte neue weltverbessernde Videos mit, ihr Konzept der Entspezialisierung ist visionär.

Brauseboys am 15.5.: Lange Nächte

Im fremden Revier (von Frank Sorge)
Zwei Stunden lang sitze ich spontan mit Ingo an einer Bierbank, vor einem Späti an der Panke. Es ist später Nachmittag, ab und zu regnet es, aber uns überdacht eine Markise. Dazwischen Sonnenschein, der uns auf den Tisch scheint. Ich bringe die Flaschen zurück, wir gehen, neben dem Eingang um die schattige Ecke sitzt mittlerweile eine sechsköpfige Gruppe und atmet auf. "Jetzt können wa endlich auf unsere Banke", sagt einer. Wir sind im fremden Revier.

ESC-Liedtextkritik: Malta und Fazit 2014

Nach Hause - Malta
Malta macht dieses Jahr einen klassischen Liedtextfehler. Ein Liedbeitrag jedes Jahr setzt mindestens auf die unvergesslichen Zeilen “Komm, wir gehen nach Hause”. Da auch diesem Songschreiber nichts anderes dazwischen einfällt, als gequirlte Chauvie-Scheiße a la “Ich weiß, wie es geht, ich nehm dich in Schutz, ich bau uns was auf” dazwischen zu setzen, fällt es leicht “Geh doch nach Hause” dagegenzurufen. “Willst du mir nah sein, komm mit auf den Ritt” und “Ich geh nicht weg, bis du meinen Namen kennst”, singt er. Ach, geh doch nach Hause.

Fazit: Ich freue mich nicht darauf, irgendeines der Lieder am Finalabend noch einmal zu hören, es ist ein schlechtes Jahr. Höchstens den niederländischen Trennungssong, der für drei Minuten in dem Spektakel für ein ästhetisches Durchatmen sorgen könnte. Vermutlich der Moment, in dem die meisten mal schnell aufs Klo gehen. Entweder bei “Ruhe nach dem Sturm” (Niederlande), oder bei Norwegens “Ruhiger Sturm”, das aber das Halbfinale nic…

ESC-Liedtextkritik: Übersetzungen der Übersetzungen - Kurzkritik Spanien

Viel wurde in diesem Jahr wieder beklagt, dass die meisten Lieder englisch gesungen werden, und nicht in den Landessprachen. Selbst wenn die Lieder eigentlich in der Landessprache geschrieben wurden, oder “Original” in der Heimat Verbreitung gefunden haben. Italien, Montenegro und Portugal sind offenbar die letzten, die es noch in der eigenen Sprache versuchen. Großbrittanien natürlich ausgenommen. Und Frankreich, weil es bekannterweise nie eine gute Idee für Franzosen ist, englisch zu sprächön oder zu singön. Es gibt dazu mehrere Thesen aus meiner Perspektive:

-Wenn man in der Landessprache singt, verstehen genau nur die den Text, die nicht dafür abstimmen können. Das muss kein Nachteil sein. So ist der französische Text zum Lied “Schnurrbart” so bescheuert, dass sie ihn dankenswerterweise für sich behalten dürfen. Das mit den Bärten kann sogar Österreich besser, siehe Conchita Wurst.

-Wenn man den Text englisch übersetzt, könnten die den Text verstehen, die dafür abstimmen können. …

Frédéric Valin

Der Herr Valin hat ein schweres Schicksal, er wohnt jetzt schon länger in Reinickendorf.

Schwarz un Schmitz

Da Herr Schmitz nicht konnte, kam Frau Schwarz mit Herrn Wienand als Schwarz un Schmitz. So war das, ach quatsch, andersherum: da Herr Schwarz nicht konnte, kam Frau Schmitz mit Herrn Wienand. Der das nächste Mal unbedingt auch seine Jazz-CDs mitbringen sollte, damit ich mein Geld loswerden kann.

Gratis-Aktion bis 10.5.: "Degeneration Internet" downloaden

Natürlich ist es wahnsinnig, ein Buch zu verschenken. Trotzdem machen es jedes Jahr hunderttausende zu Weihnachten und anderen Gelegenheiten. In diesem Fall schenken der Satyr Verlag und ich der Netzgemeinde, allen in Netzkultur, Netzpolitik oder Netzpflege aktiven "Netzern" und "Klickern" während Re:publica 14 und Berlin Web Week das E-Book von "Degeneration Internet". Denn es handelt von einem, der ins Netz eingesponnen ist und es eingehend beobachtet hat. Der nie Nerd werden wollte und dann doch "drin" geblieben ist. Es wurde schon berichtet, dass Menschen nach Lesen des Buchs vom Computer aufstehen und wieder "nach draußen" gehen konnten. Auch ist es für Menschen gedacht, die schon lange denken, sie sollten mal wieder etwas lesen, aber das Internet wäre interessanter. So können sie lesen und sich trotzdem mit dem Internet beschäftigen.
Gerüchteweise ist das E-Book aus technischen Gründen auch noch am 11.5. zum Muttertag verfügbar.…

Brauseboys am 8.5.: Lieder und Launen

Eurovision-Liedtextkritik:  Richtig falsch - Deutschland (von Frank Sorge)
"Er hat einen Stift in der Hand, ein Blatt Papier starrt zurück. Er kann wie ein Mann schreiben, ein Romanleben, ganz auf Spur.
Vielleicht ein Drama, oder ein Gedicht, er weiß es immer noch nicht. Die Zeit tickt im Ohr, die selige Ruhe ist weg."
Ich habe eine Zigarette in der Hand, neben der Tastatur, ein Bildschirm starrt zurück. Vom deutschen ESC-Beitrag der Sängerin Elaiza hatte ich bisher nichts mitbekommen, lange vorbei die Lena-Zeiten, in denen man nicht daran vorbeigekommen ist. Der arme Poet hier im Lied will jedenfalls etwas schreiben, und weiß nicht was. Der Ärmste. Und nicht nur, dass er sich nicht entscheiden kann, in welcher Form er eigentlich schreiben möchte, er möchte das auch besonders männlich tun. Und fällt besonders männlich in ein existentielles Fragenloch.
"Ist es richtig? Ist es ein Fehler? Ich kann nicht weitermachen! Du kannst nicht weitermachen! Wenn du ja sagst ... oder…

2. Mai - Wir hatten Zeit!

Zum zehnten Mal in Folge fand die machtvolle Demonstration zum Kampf- und Feiertag der Arbeitslosen statt. Das Wetter bot widrige Umstände, entmutigte die geschätzten 200-10.000 Teilnehmer aber nicht, denn gegen eben solche widrigen Umstände wurde demonstriert. Gegen den Zwang zur Lohnarbeit.

Musikalisch eröffnete Jan Papke mit dem Klagelied eines Arbeiters die Demo. Als Ex-Weddinger konnte ich ihn für den Weddinger Block werben und bedanke mich herzlich für seine Teilnahme.

Es war wieder eine sehr kinderfreundliche Demo. Sie müssen auch noch nicht arbeiten, ein seliger Zustand.

Unweigerlich werden sie später aber doch die Fesseln des Lohnerwerbs spüren. Und sie abwerfen, wenn wir es bis dahin nicht geschafft haben sollten.

Die Strecke ging traditionell durch die Schwedter Straße los, dann die Castingallee hoch bis zum Eberswalder. Von dort zu Zwischenkundgebung und Gebet gegen die Arbeit vor dem Konsumtempel (Schön-Schöner-Schönhauser Allee Arcaden). 

Der beständige Nieselregen durc…

Daniel Hoth

Zu unserem Verblüffen das erste Mal bei uns, obwohl wir ihn schon so lange kennen: Daniel Hoth.

Ivo Lotion

Ivo brachte neben seinen Liedern auch Videos mit, in denen er einen Wohnungsmakler im Wedding mimt. Sehr schön.

ESC-Liedtextkritik: Tanz der Klischees - Dänemark

Das Siegerland des letzten Jahres, wer war das eigentlich, ach ja, die kleine Frau mit der Tischdecke als Kleid, es war Dänemark. Eine Wiederholung ist mit dem diesjährigen Lied jedoch ausgeschlossen, der Sänger Basim bricht nämlich unausgesprochene Regeln. Er nennt sein Lied “Ein Klischee-Liebeslied”, aber das darf er nicht, denn natürlich sind alle Lieder hier Klischee-Liebeslieder. Meta ist immer auch Netzbeschmutzung, man führt nicht einfach Theaterzuschauer hinter den Vorhang. Und wenn, weil man sich dahinter auskennt. Ein erster Blick in den Text:
“Ich traf diese Dame - Dame und sie sah so heiß aus. Aber sie war schräg - schräg alle Zeichen auf Partytime.”
Die Liebe ist ein seltsames Spiel, mit Liebe hat das aber nicht viel zu tun. Nicht mal mit Klischees, aber die kommen ja vielleicht noch.
“Und Kürzlich - kürzlich fühlte ich mich so komisch, falsch, so flaky und shaky, wenn die Sonne untergeht.”
Man wird direkt sauer, da hat jemand einen Meta-Song versprochen, und dann kommt …

ESC-Liedtextkritik: Mama - Belgien

Von Belgien denkt man ja schon einiges, und kann sich noch alles mögliche mehr vorstellen, was man gar nicht denken will. Aber dass der diesjährige Beitrag dermaßen abgebrüht jede menschliche Vernunft in Frage stellt, um Punkte zu machen, ist fast schon bewundernswert. Das Problem ist erst einmal nicht der Text, sondern wer ihn singt. Axel Hirsoux scheint so um die Vierzig zu sein, seine Körperfülle ist beträchtlich. Er hat die Haare über den Geheimratsecken zusammengegelt und hatte aber wegen der Smokingsanprobe vielleicht keine Zeit mehr, sich zu rasieren.
“Ich komme nach Hause, mein Herz ist gebrochen und ich brauche behütete Zeit,  ich brauche deine Liebe.  Eine Hand, die mich hält, ein Herz, das heilt, eine Stimme, die mir hilft das durchzustehen, durchzustehen…”
An wen wendet er sich wohl, nachdem alles schief gegangen ist? Eine neue Angebetete, eine alte Freundin, ärztliche Hilfeangebote? Alles zusammen, er kehrt zurück zu seiner Mutter.
“Wenn auch die Hoffnung fehlt, findest …