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Posts mit dem Label "döner" werden angezeigt.

Brauseboys am 9.10. (20 Uhr) mit Katharina Greve und Sebastian Krämer

Ein guter Tag für den Döner (von Frank Sorge)    Vor zwei Wochen wurde der Schutzantrag der 'International Doner Federation' in Istanbul zurückgezogen, der eine 'traditionelle' Herstellung in der EU vorgeschrieben hätte. Die hat aber mit der Realität nichts zu tun, denn der Döner ist eine Berliner Erfindung. Eine Erfindung mit traditionellen Komponenten, aber ein neues Produkt, das jetzt über fünfzig Jahre eine eigene Tradition in Deutschland hat. Diese Tradition sollte offenbar umgeschrieben, negiert und national rückgedeutet werden. Der Döner ist aber ein Zeichen des Fortschritts, der Wandlung, er steht für Annäherung und Integration. Vor allem ist er auch eine Selbstbehauptung der Menschen mit türkischem Migrationshintergrund in Deutschland, eine Erfolgsgeschichte, die lange schon global ausgestrahlt hat. In Tokio zum Beispiel redete ich mal mit einem Dönerwirt aus Köln, der sich sehr gefreut hat, jemanden aus der Heimat zu sprechen. Der Heimat des Döners. Saray Keb...

Brauseboys am 19.6. (20 Uhr) mit Aidin Halimi und Martin Goldenbaum

Bald war es das (von Frank Sorge) "Ich war schon zur Eröffnung hier, und du?", denke ich und schaue dem Dönermann bei der Zubereitung zu. Er ist älter als ich, aber ist hier erst seit kurzem. Vielleicht ist es schon fünfzehn Jahre her, das hier Eröffnung war, in der Zeit haben Besitzer und Dönerteams oft gewechselt, wobei der Laden fast unverändert geblieben ist. Der Laden und ich, wir kennen uns seit Anbeginn. "Kommt gleich, mjam mjam, wir machen das nicht in Eile, immer mit viel Liebe, weißt du?", sagt er und ich beobachte mich im Spiegel neben dem Dönerspieß. Es darf mich nicht so doll sichtbar schütteln und ich muss wenigstens im Gesicht Fassung bewahren. Seit ein paar Wochen geht das so und wird immer mehr, ein gekünsteltes Gefasel, das mich kirre macht. Hat er wirklich ein 'mjam, mjam, mjam' eingefügt, ich muss mich verhört haben. "Wirst du sehen, mach ich richtig schön, alles gut, alles bestens!" Meine inneren Alarmsirenen schrillen, meine ...

Brauseboys am 30.1. (20 Uhr) mit Chio Schuhmacher und Doc Schoko

Mit Gefühl (von Frank Sorge)   Hingegen immer freundlich ist der Dönermann gegenüber, egal wer von den dreien oder vieren. Als ich das letzte Mal dort war, klemmte beim Bezahlen plötzlich der Reissverschluss meiner Innentasche, der kleine Griff dazu ist auch gleich noch abgerissen. "Tja, tut mir leid!", teilte ich dem Dönermann mit, "heute kann ich leider nicht bezahlen." Noch lachte er freundlich und ich lachte hoffnungsfroh, denn ich glaubte noch, auch ohne den Griff direkt am Schiffchen den Verschluss aufziehen zu können. Leider vergeblich, die Zähne hatten sich verbissen, ich bekam es keinen Milimeter weiter auf. "Kann noch eine Weile dauern!", kommentierte ich und zog die Jacke aus, um mit besserem Überblick weiter versuchen zu können, an mein Portemonnaie zu kommen. Aber auch hier völlige Blockade, langsam wurde es peinlich. "Habt ihr ein Messer?", fragte ich. "Warte mal, Bruder!", sagte da der Dönermann und kam zu mir an den Tis...

Brauseboys-Themenabend 'Döner Spezial' am 7.12. (20 Uhr) mit Eberhard Seidel & Lari

Fragen am Spieß (von Frank Sorge)   Es gibt vieles in der Welt der Dönerverkäufer, was uns Kunden generell verborgen bleibt. Was ist ihr Stundenlohn? Wie läuft ihre Ausbildung? Gibt es eine Gewerkschaft der Dönerverkäufer? Einen Geheimbund? Wo verstecken sie die Dönerverkäuferinnen, gibt es sie überhaupt? Gibt es einen Döner-Kodex? Dreht sich der Spieß eigentlich immer links oder rechts rum? Gibt es typische Dönerverletzungen oder Berufskrankheiten, gibt es Aufstiegsmöglichkeiten im Business? Vielleicht sollte ich beim Dönerkauf einfach mal fragen, aber lieber nicht im Stammimbiss, sonst bin ich ewig als komischer Typ abgespeichert. Im fremden Imbiss traue ich mich dann wiederum nicht, weil kein Vertrauensverhältnis besteht. Gibt es eine Angst vor Antworten? Dann ist es vielleicht die, die mich hindert. Brauseboys-Themenabend 'Döner Spezial' mit Eberhard Seidel und Lari Donnerstag, 7.12. (20 Uhr) Haus der Sinne (Ystader Str. 10)   Der Döner ist das Brot des Weddingers und di...

Brauseboys am 9.11. (20 Uhr) mit Sarah Schmidt & Holger Saarmann

Döner-Horror (von Frank Sorge)   Es gibt Horrorfilme, in denen um die Protagonisten plötzlich Menschen ausgetauscht werden und nur den Helden fällt es auf. Sie wissen dann nicht, ob es wirklich passiert oder ihr Verstand auseinanderfällt. Das jedenfalls ist mir jetzt passiert. Von einem auf den anderen Tag ist die komplette Belegschaft des Stammdönerladens ausgetauscht und keiner sagt ein Wort. Alle tun so, als wären sie schon immer da gewesen, die Begrüßung ist überschwänglich. “Hallo mein Lieber, wie geht's?" Ich fände es überhaupt nicht schlimm, wenn es ein vertrautes Gesicht wäre, aber ich habe ihn hier noch nie gesehen.  Zuerst dachte ich an ein Vertretungsteam, das mal kurzfristig eingesprungen ist, aber die alten Verkäufer sind nach drei Wochen immer noch nicht wieder da, nichts sonst im Laden deutet auf eine Veränderung hin. Sie sind wie vom Erdboden verschluckt, ohne Vorwarnung, ohne Erklärung, langsam vergessen wir ihre Gesichter. Ich traue mich zudem nicht ‘die Neu...

Brauseboys am 25.8. in der Kufa: Open Air + Livestream mit Bernadette La Hengst

Döner danach (von Frank Sorge) Was machen ordentliche Berliner, wenn sie aus dem Urlaub kommen? Döner essen, ganz klar. Denn was immer man in der Ferne feines geschlemmt hat, damit konnte es letztlich nicht mithalten. Was immer es im Urlaub gab, war auch dreimal so teuer wie ein Döner, selbst wenn es dort einen Döner gab. Den hat man natürlich nicht probiert, denn nichts am Döner wird besser außerhalb Berlins, das weiß man als Berliner. Als Berliner Vegetarier denkt man natürlich was anderes, aber im Dönerladen spricht man nicht über Vegetarier, man hat auch nichts für sie auf dem Speiseplan, höchstens Beilagen oder Süßigkeiten. Karnivore Berliner jedenfalls zieht es meist unmittelbar nach Ankunft, spätestens am nächsten Tag, magisch zum Dönerladen. Mit den vollpackten Plastiktüten grüßt man sich nachbarschaftlich auf der Straße: "Na, wie war's im Urlaub?" - "Schön, aber jetzt erstmal einen Döner." Das ist der Döner danach. ~#~#~#~#~#~#~#~# Donnerstag, 25.8. /2...

Brauseboys am 19.5. (20 Uhr) OPEN AIR TEASER: Live + Stream mit Lari & die Pausenmusik

Dönertag (von Frank Sorge) Menschen ohne Kinder denken zum Beispiel, dass man es sich leicht macht mit dem Essen, wenn man einen Dönertag beschließt. Aber seitdem unser Stammdöner mal renoviert hat und wir zwischendurch woanders waren, will ein Kind nur noch von dort Döner, wegen einer bestimmten Soße. Das andere Kind will aber von dort auf keinen Fall einen Döner, weil es dort anderes Brot gibt, rundes, nicht eckiges. Nicht nur müssen nach erfolglosen Versuchen, eins der Kinder umzustimmen, dann doch alle losrennen, jeweils ein Elternteil zum anderen Imbiss, wir müssen dort doppelt weiter die Diskussion um die Dönervorlieben führen, denn die Kinder wollen eigentlich nur das Fleisch im Brot. Das wiederum verletzt irgendetwas in den Dönerzubereitern, seelisch, innerlich, hartnäckig wollen sie noch irgendetwas dazupacken, was auch immer. Immer und immer wieder fragen sie nach, die Kinder schütteln entsetzt die Köpfe, aber da müssen wir hart bleiben mit den Dönerzubereitern und lehnen al...

Brauseboys am 3.9. in der Kulturfabrik Moabit: Im Rausch des Sommers

Heute gibt es Döner (von Frank Sorge) Im Hausflur treffe ich einen Nachbarn, der mit der Familie nach Brandenburg zieht. In wenigen Tagen ist es so weit, Hausrat und Möbel stehen im Flur zum Transport, er macht Pause mit einem Döner und ich habe einen verpackten Döner in der Hand. Es ist eine würdige letzte Begegnung unter Weddingern, bevor einer von ihnen in eine ungewisse Zukunft aufbricht. Wir kommen vom selben Imbiss. “Den werde ich vermissen”, sagt er, in seiner Stimme liegt echte Wehmut. “Das würde ich auch”, sage ich, “es gibt einfach keinen besseren Döner als in Wedding, Neukölln, Moabit und Kreuzberg." Man muss wirklich wissen, was man tut, wenn man diese Stadtteilgrenzen verlässt, oder gar ganz die Stadt. Nicht umsonst heißt die Hälfte der Läden in der sonstigen Republik ‘Berlin Döner’, denn hier steht der Leuchtturm, um den sich alles dreht. Auf ihn gespießt sind die Fleischlappen, und er selbst dreht sich, Tag und Nacht. Er ist alles, was wir sind: er ist ehrlich, er ...

Brauseboys am 9.5. im Eschenbräu: Im Angesicht des Spargels

Zum Mitnehmen (von Frank Sorge) Paradiese im Jenseits, das ist von Vorneherein eine sinnlose Vorstellung. Braucht man da alles nicht, weil es ja dann jenseits ist. Für mich jedenfalls zählen nur diesseitige Traumvorstellungen. Die Kinder haben Döner mitgebracht. Wie alle Paradiese hat auch dieses einen Makel, in der türkischen Pizza meiner Frau hat sich ihr Wunsch nach Käse in Fleisch verwandelt. "Hat der Dönermann wieder nicht zugehört", sage ich. "War so ein neuer, junger", sagt sie. "Dann müssen wir morgen wieder Döner kaufen", mischt sich meine Tochter ein und schaut empört, "damit er das richtig machen kann." "Ja, genau", bestätige ich den erstaunlichen Vorschlag der Dreijährigen. Der Schnipsel fällt halt nicht weit vom Grill. ~#~#~#~#~#~#~#~# Donnerstag, 9.5. /20.30 Uhr Eschenbräu (Triftstr. 67, nahe U-Leopoldplatz und S-Wedding) Die Brauseboys - Lesebühne im Wedding - ab jetzt im Eschenbräu! Seit ...

Brauseboys am 8.11. in der Nussbreite: Poetry Slam Wochen

Ich liebte den Döner - Fortsetzung (von Frank Sorge) Ich liebte den Döner in Neukölln, zum Einfrieren könnt ich gleich vier bestelln. Ich liebte den Döner in Tiergarten, wo Eichhörnchen sehnlich auf Reste warten. Ich liebte den Döner in Rosenthal, da gibt es nur einen, man hat keine Wahl Ich liebte den Döner in Niederschönhausen, wo eisige, soziale Winde brausen. Ich liebte den Döner in Wittenau, selten genug, machte diesen ‘ne Frau. Ich liebte den Döner in Wartenberg, wo essen in S-Bahnen keinen stört. Ich liebte den Döner in Müggelheim, der Ayran danach passte nicht mehr rein. Ich liebte den Döner in Charlottenburg-Nord, daraus lief die Soße in einem fort. Ich liebte den Döner in Moabit, mein Atem wird schnell da zum Sperrgebiet. Ich liebte den Döner in Karlshorst, zum Rülpsen geht man in den nahen Forst. Ich liebte den Döner in Dahlem, da musste ich Extras nicht zahlen. Ich liebte den Döner in Gropiusstadt, nicht viel zu meckern, er machte mich satt. Ic...

Brauseboys am 1.11. im La Luz: Lesebühne trifft Poetry Slam

Ich liebte den Döner (von Frank Sorge) Ich liebte den Döner in Weißensee, die Kruste war hart, doch der Käse wie Schnee. Ich liebte den Döner in Friedenau, nur wo Friedenau ist, weiß ich nie so genau. Ich liebte den Döner in Marzahn, wo immer die hungrigsten Nazis warn. Ich liebte den Döner in Tempelhof, nur Tempelhof sonst ist ja relativ doof. Ich liebte den Döner in Lankwitz und Britz, das Brot war so frisch und die Preise ein Witz. Ich liebte den Döner in Westend, da habe ich gleich meine Station verpennt. Ich liebte den Döner in Spandau, was da noch so reinkommt, weiß man nie genau. Ich liebte den Döner in Friedrichshain, ein Sterni dazu scheint der Brauch hier zu sein. Ich liebte den Döner in Wuhletal, nur auf der Toilette war er dann fatal. Ich liebte den Döner in Schlachtensee, mit Tofu, damit er kein Schlachten seh. Ich liebte den Döner in Köpenick, nur da so weit raus ist ein ganz schönes Stück. Ich liebte den Döner im Großraum Tegel, mit kleinen Fl...

Brauseboys am 11.10. im La Luz: Mit Susanne Riedel & Christoph Theußl

Döner voll Korn (von Frank Sorge) 2035, Berlin-Wedding. "Einen Döner, bitte!" "Okay, mit Kalb, Huhn, Bio-Huhn, Truthahn oder Tofu?" "Ähm... gibt es Kalb auch als Bio-Kalb?" "Klar, Bruder, welches Brot?" "Was habt ihr da?" "Pide, Bio-Pide, Fair Trade Pide, Dinkel, Burger, Schrippe, Schrippe Spezial, Vollkorn." "Vollkorn?" "Ja, is neu." "Dunkel?" "Dinkel?" "Ist es dunkel?" "Das Dinkel?" "Nein, das dunkle." "Probier das mal, ist nicht so dunkel." "Okay, dazu Ayurveda-Soße bitte." "Geht klar! Salat alles?" "Ohne Zwiebeln." "Türkisch, griechisch, deutsch, Coleslaw, italienisch, Wok oder Classic?" "Classic." "Alles klar, Mann. Hier essen, mitnehmen, Drone oder Versand?" "Ist Drone nicht Versand?" "Nee, bei Versand kannst du noch Ta...

Brauseboys-Cartoonwochen am 26.4.: Mit OL, Satz & Pfeffer und der Blockflöte des Todes

Dönerbier Skizze (von Frank Sorge) ~#~#~#~#~#~#~#~# Donnerstag, 26.4. /20.30 Uhr La Luz (Oudenarder Str. 16-20, Osram-Höfe) Die Brauseboys-Cartoonwochen Vom 19.4. - 10.5. mit wahnwitzig tollen, voll tollen und wahnsinnig lustigen Cartoonisten. Toll, toll. Jeden Donnerstag nehmen Thilo Bock, Robert Rescue, Frank Sorge, Volker Surmann und Heiko Werning ihre frisch geputzten Tastaturen und lassen es klappern.  Die empfohlene Wochendosis Lesebühne, seit fünfzehn Jahren jeden Donnerstag mit illustren Gästen.  OL (Die Mütter vom Kollwitzplatz) Satz & Pfeffer (Alle Echte Orth) Blockflöte des Todes (Wenn Blicke flöten könnten)

Brauseboys am 15.3. im La Luz: Fast fünfzehn

Zum Glück ohne Soße (von Frank Sorge) Die Kinder spielen jetzt gerne zu Hause nach, was wir erleben. Arztbesuche, Einkaufen, Fahrkartenkontrollen, macht alles Spaß. Aber seit dem letzten Besuch beim Döner-Imbiss läuft das Ganze etwas aus dem Ruder. Ihre Spielküche und mehrere niedrige Tische werden zum Imbisstresen umfunktioniert, sämtliches Holzgemüse und Obst herausgeräumt, Filzpommes kommen auf den Herd. Die Verkleidung besteht aus lustigen, bunten Hemden und alten Mützen, die Dönermesser sind Lineale. Im ersten Schwung stellen wir alles weitere bereit, einen Drehhocker als Spieß, Waschlappen als Brottaschen, Alufolie. Nach mehreren täglichen Imbiss-Sessions erlahmt aber der elterliche Eifer zunehmends. In der ganzen Wohnung stolpern wir über halb aufgegessene Dönerleichen, zerknüllte Alufolien. "Was muss ich bezahlen?" Ich nehme den x-ten Dönerwaschlappen entgegen. "6 Euro." Ich zahle jeden Preis. ~#~#~#~#~#~#~#~# Donnerstag, 15.3. /20.30 Uhr ...

Brauseboys am 22.2. im La Luz: Korrekte Lesung

Korrekte Döner (von Frank Sorge) "Ein Döner", sage ich. "Alles klar, ein Döner bitte ." Ich stutze, kaum merklich. "Ja, bitte." "Sehr gerne." Er geht an die Zubereitung, sein Kollege schnipselt Fleisch vom Spieß. Was Höflichkeit betrifft, ist er bei mir wirklich an der richtigen Adresse, da spiele ich gerne mit. Zudem ist meine eigene Sensibilität an dieser Stelle durch meine Kinder erhöht, deren höflichste Aufforderung im Moment 'du sollst' ist. "Soße?" "Kräuter, bitte." "Gerne." Ein anderer Kunde plaudert türkisch und vertraut mit ihm am Tresen über die Fleischqualität. Ich verstehe immerhin so viel, dass sie den Umständen entsprechend ist, aber da er auch Döner nimmt, sind die Umstände offenbar im Rahmen. "Alles klar bei dir?" werde ich gefragt, und es ist ein schlichter Test, ob ich nicht doch verstanden habe, worüber sie wirklich geredet haben.  "Alles bestens...

Brauseboys am 23.7.: Der Superdöner

Der Superdöner (Robert Rescue) Lange schon rege ich mich darüber auf, wie viel Beilage die Verkäufer in den Döner packen. Gerade die Tomatenscheiben fallen mir beim Bezahlen schon runter und nehmen ein paar Zwiebeln mit. Vielleicht überfordert es die Döneristen, dass man den draußen essen will. Eines Tages wird der Tag des Superdöner kommen. Ich werde vor dem Geschäft stehen mit dem Döner und wenn ich dann reinbeiße, wird das Gemüse und das Fleisch links und rechts herunterfallen und meine Zähne treffen auf die nackte Brottasche.

Brauseboys am 25.6.: Brausetalk Wedding

Ungewohnte Nähe (Robert Rescue) Neuerdings erlebe ich so eine komische Freundlichkeit und Nähe, wenn ich beim Saray einen Döner bestelle. Einer der Spießschergen scheint mich in sein Herz geschlossen zu haben. »Wie geht es dir, mein Freund«, fragt er nach. »Kommst du von der Arbeit?« Beim ersten Mal habe ich geschwiegen und ihn irritiert angeschaut. Beim zweiten Mal habe ich mir gedacht, der Chef habe eine Freundlichkeitsoffensive gestartet und der eine sei der einzige, der versucht, sie umzusetzen. »Geht so«, habe ich wortkarg geantwortet und mir gedacht, ich müsse mal eine Weile mit dem Döner aussetzen, so lange, bis er mich nicht mehr kennt. Das geht schließlich zu weit mit dieser Freundlichkeit. Vor kurzem war ich bei der Stehpizzeria »La Rosa«. Plötzlich sprach mich der Pizzaknecht an: »Seit ich vor drei Monaten mit dem Rauchen aufgehört habe, bin ich dicker geworden.« Ich war vollkommen überfordert von seiner Anbiederung. War ich sein Onkel oder Bruder? Ich quälte mich zu ei...

12 Jahre Brauseboys: Gala am 6.3. & Brausegirls am 5.3.

Freundlichkeitsoffensive (von Frank Sorge) Langsam bin ich geneigt, meine Imbissblockade zu lockern. Sie bezieht sich nur auf einen Laden nebenan, nachdem mir der “Döner eines anderen” untergeschoben wurde. Noch dazu sind sie immer unfreundlicher geworden, wortkarg und grimmig. Lieblos geradezu, ich war enttäuscht. Denn gut schmeckt es hier, alles hätte unbestritten einen Dönerstern im Döner-Michelin verdient. Oder wird man an der Gastro-Spitze automatisch unausstehlich? Es duftet, die Sonne scheint, ich wage einen neuen Versuch. Schon das “Kommen Sie doch rein, der Herr” beim Eintreten hätte mich skeptisch machen sollen. “Hatten Sie einen schönen Tag, wie können wir Ihnen helfen?” In Gedenken an einen kürzlich verstorbenen Außerirdischen ziehe ich skeptisch eine Augenbraue hoch. “Ein Dürüm bitte.” “Einen Dürum-Döner, gute Wahl, kommt sofort!” “Nicht sofort”, will ich einwerfen, denn ich fürchte, wieder einen liegengebliebenen zu bekommen. Lieber langsam, aber fü...

Brauseboys am 19.2.: Fladenbrot und Spiele

Wir wollen die Spiele (von Frank Sorge) Der Wedding macht sich bereit für die olympischen Spiele. Neue Disziplinen, stadtaktive Konzepte, integratives Bewusstsein, am Wedding kommt das IOC nicht vorbei. Hier einige Ideen: Tretbootregatta - Als Wassersport-Standort schlagen wir den Plötzensee vor. Die Ruderwettbewerbe werden nicht als Gesamtstrecke, sondern pendelnd absolviert. In einer krönenden Jugend-Regatta mit Tretbooten, die gleichzeitig mit allen anderen Wasser-Wettkämpfen stattfindet, werden die Teamfähigkeiten junger Athleten besonders auf die Probe gestellt. Dönerwurf - Statt eines Diskus wird ein aluminiumverpackter Döner geworfen. Die Sportler können das Innenleben im Imbiss bestimmen und so spezielle Strategien zu Gewichtsverteilung und Flugeigenschaften probieren. Bei einem Fehlversuch, bzw. Übertritt der Wurflinie muss der Döner gegessen werden. Pfandstaffel - Die Pfandflaschenstaffel (40-mal-10-Meter) auf der Müllerstraße ist ein ambitionierter Teamwett...

Brauseboys am 17.4.: Es hagelt Worte

Weniger ist mehr (von Frank Sorge) Südlich meiner Wohnung kenne ich alle Dönerläden, aber nach Norden ist meine Drehspieß-Landkarte weitestgehend kahl. Also auf zu neuen Dönern, Richtung Rehberge, da muss es einiges geben. Und ich finde einen vertrauenswürdigen Laden, nette Mitarbeiter, Yaprak-Döner, sogar ein Lockangebot. Und Kartoffeln kommen auch dazu, alles wirkt frisch. Kalorientechnisch ist der Döner dreigeteilt. Fleisch-Brot-Soße, in gleichen Teilen. Traditionell wird jede Brothälfte mit einem flachen Löffel Soße bestrichen, zunehmend aber reisst es ein, kellenweise Soße dazuzuschütten. Nicht nur schwemmt man selbst infolgedessen auf wie ein Hefekloß, das Brot sifft durch, man hat alles an den Händen. Im Magen schwimmt die Soßenmasse träge herum wie ein Eisberg und wirft den Esser für Stunden in die Bewußtlosigkeit der Tiefsee. Ich sage also immer “Wenig Soße”, oder “Nur ein bisschen Soße”, oder “Ganz wenig Soße.” “Hallo?” “Ein Döner.” “Okay, Soße?” “Kräutersoße,...