Dienstag, 25. September 2018

Brauseboys am 27.9. im La Luz: Das geheime Finale mit Andreas Pflüger & Jenny Kittmann

Was ist denn nicht mehr kriminell? (von Frank Sorge)

Meine Kinder interessieren sich das erste Mal für Kriminalität, mit den Piraten ging es los.
“Gibt es Piraten?”
Sie tauchen im Film oder Geschichten auf, Säbel, Ohrenklappe, Plapper-Papagei.
“Nein, es gibt keine Piraten mehr”, sage ich.
Denke aber: “Oh ja, es gibt noch Piraten. Aber sie haben jetzt Sturmgewehre.”
Wie wenig Skrupel man eigentlich hat, die eigenen Kinder anzulügen, ein erstaunlicher Schalter im Hirn, denn sonst bin ich ja nicht so.
Also nur gegenüber Call-Centern vielleicht.
“Spreche ich mit Herrn Sorge?”
“Ja, das ist richtig.”
“Wir machen im Auftrag der DKSTLGOBGTSJ-Media eine Umfrage, dürften wir Ihnen kurz ein paar Fragen…”
“Ja, gerne.”
“Oh, danke.”
“Nein, doch nicht.”
Manchmal wünsche ich mir Telefonhörer zurück, die man auf die Gabel knallen kann. Jetzt macht es einfach nur ‘Piep’.
“Warum gibt es keine Piraten mehr?”
“Weil sich das nicht mehr lohnt”, sage ich, “früher konnten die sich auch besser verstecken.”
“Warum?”
“Es gab noch keine Schnellboote, keine Hubschrauber, kein Radar, keine Satelliten und auch keine richtige Polizei.”
“Warum keine Polizei?”
“Es gab noch keine Polizei wie heute, die Verbrecher ins Gefängnis stecken, das ist schon lange her, dass es solche Piraten gab.”
“Was haben die Piraten gemacht?”
“Die haben andere Schiffe überfallen, das waren Verbrecher.”
“Warum Verbrecher?”
“Andere Schiffe zu überfallen, das ist ein Verbrechen. Und wer das macht, ist ein Verbrecher.”
Es gehört eine ganze Menge Geduld dazu, die Welt zu erklären. Ich frage mich ernsthaft, wie man das macht, wenn man die Kinder nicht alle auf einmal bekommt, sondern hintereinander.
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Donnerstag, 27.9. /20.30 Uhr
La Luz (Oudenarder Str. 16-20, Osram-Höfe)


Die Brauseboys - Lesebühne im Wedding

Jeden Donnerstag nehmen Thilo Bock, Robert Rescue, Frank Sorge, Volker Surmann und Heiko Werning ihre frisch geputzten Tastaturen und lassen es klappern.  Die empfohlene Wochendosis Lesebühne, seit fünfzehn Jahren jeden Donnerstag mit illustren Gästen. Diese Woche:

Andreas Pflüger (Operation Rubikon)
Jenny Kittmann (Großstadtblues)



Der geheime Monat - Geheimnisvolles und Kriminales aus dem Wedding und dem Rest der Welt, in Kopperation mit dem CULTurMAG/CrimeMag.
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Jeden Donnerstag um 20.30 Uhr lesen die Brauseboys und Gäste im La Luz, Oudenarder Str.16-20 (Osram-Höfe), Tram M13/50,  nahe U6-Seestraße und U9-Nauener Platz. Achtung! Das La Luz öffnet jetzt etwas später um 19.30 Uhr und bietet leider keine warme Speisen mehr an. Um vorher etwas zu essen, empfehlen wir Restaurants in direktem Umkreis, z.B. das Restaurant Schäfer oder das Sam Yuk Gu.

Dienstag, 18. September 2018

Brauseboys am 20.9. in der Nussbreite: Kriminell gut

Die Zukunft ist da (von Frank Sorge)

Beim Lesen des Berliner Polizeitickers muss man mit allem rechnen, die Stadt schläft nicht, ebenso das Verbrechen. Erbaulich ist es natürlich nicht, von Überfällen, Raub und Morden zu lesen, zur Erholung sind aber auch Ordnungswidrigkeiten notiert, bei denen der Schaden gering ist. So trug sich am Wochenende eine Geschichte mit Wiedererkennungswert zu, in einem 'Jugendzentrum in der Potsdamer Straße' störte ein Punkfestival die Nachtruhe der Anwohner, und vor allem die Besucher des daneben liegenden Hostels. Kurz nach 22 Uhr nahmen daher Beamte Kontakt mit den Verantwortlichen auf und 'wiesen auf das hohe Rechtsgut der Nachtruhe hin', woraufhin das Konzert in Zimmerlautstärke weiter lief und die Berlinbesucher endlich ihre wohlverdiente Ruhe fanden. Zumindest in der Vorstellung derer, die Punkkonzerte mit solch zarten Hinweisen zu stoppen glauben. So altbekannt der Tanz mit der Polizei dort, desto zukunftsweisender eine andere Meldung. Auf der Stadtautobahn nahe Beusselstraße wurden überhöhte Geschwindigkeiten gemessen, an Platz 1: Ein Tesla mit 199 kmh. Die Zukunft ist da. 
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Donnerstag, 20.9. /20.30 Uhr
NUSSBREITE (Seestraße 106, nahe U6-Seestraße)


Die Brauseboys - Lesebühne im Wedding

Jeden Donnerstag nehmen Thilo Bock, Robert Rescue, Frank Sorge, Volker Surmann und Heiko Werning ihre frisch geputzten Tastaturen und lassen es klappern.  Die empfohlene Wochendosis Lesebühne, seit fünfzehn Jahren jeden Donnerstag mit illustren Gästen. Diese Woche:

Nadja Burkhardt (Polizistin aus Wedding)
Karl Neukauf (Komm, wir fahren Paternoster)



Der geheime Monat - Geheimnisvolles und Kriminales aus dem Wedding und dem Rest der Welt, in Kooperation mit dem CULTurMAG/CrimeMag.
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ACHTUNG AUSWEICHORT! Jeden Donnerstag um 20.30 Uhr lesen die Brauseboys und Gäste im La Luz. An diesem Donnerstag aber in der NUSSBREITE (Seestraße 106, nahe U-Seestraße), dem freundlichsten Nusslokal der Stadt.

Dienstag, 11. September 2018

Brauseboys am 13.9. im La Luz: Dieser Monat macht süchtig

Dieses Netz macht süchtig (von Frank Sorge)

'Dieses Spiel macht süchtig!' steht in einer Google-Anzeige, und nur einen Klick entfernt liegt das Teufelszeug selbst. Mein Mausfinger zuckt nervös. Aber ist es nicht irgendwie die falsche Strategie? Ist diese Werbung bei irgendeinem anderen Produkt denkbar? Dass sich Alkoholika und Tabak nicht dafür eignen, ist naheliegend ('Dieses Bier macht süchtig'), aber auch für Pudding und Schokoriegel, oder McDonalds bekommt man es nicht sinnvoll unter. Selbst für andere Internetangebote funktioniert es nicht - Facebook könnte so nicht werben, Parship nicht, Ebay usw. Warum also geht das vermeintlich hier? Oder macht ein Computerspiel grundlegend etwas falsch, wenn es nicht süchtig macht?
'Diese Serie macht süchtig" passt noch ins Muster, das hört man gelegentlich als Lob, meint es aber nicht als echte Problematik, sondern als Umschreibung dafür, dass sie spannend ist. Macht also Spannung süchtig? Spannend sieht das Vorschaubild zum Computerspiel eigentlich nicht aus.
Gelegentlich lese ich den Berliner Polizeiticker, dort gibt es immer kleine Verbrechen, die auf große Geschichten verweisen. Wenn ich einmal damit anfange, kann ich es oft tagelang nicht lassen. Gestern etwa wurde am frühen Morgen ein Busfahrer kontrolliert, der Grundschüler zu einer Klassenfahrt befördern sollte. Er hatte weder einen gültigen Führerschein, noch irgendeine Qualifikation vorzuweisen. Die Meldung lässt viele Fragen offen. Haben Eltern vor Ort Verdacht geschöpft und die Polizei informiert? Hat er den Bus falsch geparkt und wurde deshalb kontrolliert? Wie viele Fahrten hatte er schon so für das Unternehmen gemacht?
Sehr merkwürdig auch eine Meldung aus Neukölln von Mitte letzter Woche. Ein Mann betrat eine Kneipe, gab sich als Polizist aus und verlangte von allen die Ausweise zu sehen. Als sie das nicht taten, zeigte er den Hitlergruß und fing eine rechte Tirade an, inklusive Gerangel mit Gästen und Mitarbeitern. Amtsanmaßung und Volksverhetzung stehen jetzt auf seinem Bierdeckel, aber die sonstige Informationslage ist spärlich. Arbeitet er beim Verfassungsschutz, hat er sächsisch gesprochen? Das würde man wirklich gerne wissen.
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Donnerstag, 13.9. /20.30 Uhr
La Luz (Oudenarder Str. 16-20, Osram-Höfe)


Die Brauseboys - Lesebühne im Wedding

Jeden Donnerstag nehmen Thilo Bock, Robert Rescue, Frank Sorge, Volker Surmann und Heiko Werning ihre frisch geputzten Tastaturen und lassen es klappern.  Die empfohlene Wochendosis Lesebühne, seit fünfzehn Jahren jeden Donnerstag mit illustren Gästen. Diese Woche:

Rob Alef (Immer schön gierig bleiben)
Amalia Chikh (Isch bin jetzt ein Superstar)

(Foto: Andrea K.)

Der geheime Monat - Geheimnisvolles und Kriminales aus dem Wedding und dem Rest der Welt, in Kooperation mit dem CULTurMAG/CrimeMag.
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Jeden Donnerstag um 20.30 Uhr lesen die Brauseboys und Gäste im La Luz, Oudenarder Str.16-20 (Osram-Höfe), Tram M13/50,  nahe U6-Seestraße und U9-Nauener Platz. Achtung! Das La Luz öffnet jetzt etwas später um 19.30 Uhr und bietet leider keine warme Speisen mehr an. Um vorher etwas zu essen, empfehlen wir Restaurants in direktem Umkreis, z.B. das Restaurant Schäfer oder das Sam Yuk Gu.

Dienstag, 4. September 2018

Brauseboys am 6.9. im La Luz: Der geheime Monat

Manche Dinge haben Zeit (von Frank Sorge)



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Donnerstag, 6.9. /20.30 Uhr
La Luz (Oudenarder Str. 16-20, Osram-Höfe)


Die Brauseboys - Lesebühne im Wedding

Jeden Donnerstag nehmen Thilo Bock, Robert Rescue, Frank Sorge, Volker Surmann und Heiko Werning ihre frisch geputzten Tastaturen und lassen es klappern.  Die empfohlene Wochendosis Lesebühne, seit fünfzehn Jahren jeden Donnerstag mit illustren Gästen. Diese Woche:

Bodo Hechelhammer (Chefhistoriker des BND)
Johannes Kubin (Roter Faden)



Der geheime Monat - Geheimnisvolles und Kriminales aus dem Wedding und dem Rest der Welt, in Kopperation mit dem CULTurMAG/CrimeMag.
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Jeden Donnerstag um 20.30 Uhr lesen die Brauseboys und Gäste im La Luz, Oudenarder Str.16-20 (Osram-Höfe), Tram M13/50,  nahe U6-Seestraße und U9-Nauener Platz. Achtung! Das La Luz öffnet jetzt etwas später um 19.30 Uhr und bietet leider keine warme Speisen mehr an. Um vorher etwas zu essen, empfehlen wir Restaurants in direktem Umkreis, z.B. das Restaurant Schäfer oder das Sam Yuk Gu.