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Es werden Posts vom Mai, 2012 angezeigt.

So nicht

Ich mache nun schon seit vielen Jahren jede Woche Fotos unserer Gäste, jetzt offenbar setzt eine gewisse Ermüdung bei mir ein. Die äußert sich so, dass ich mir einfach nicht genug Zeit für die Fotos lasse, Mühe kommt von Mühsal. Oder andersherum? Wie auch immer, manchmal bleibt mir nichts anderes übrig, als irgendwelche Regler bei Gimp so lange hin- und herzuziehen, bis das halbherzige Ergebnis vollends zerstört ist. Kein Problem, denke ich wiederum dann, das kannst du durch wirre Vor- und Nachbemerkungen schon wieder irgendwie ausgleichen. Ein Teufelskreis. Hier ein allen Regeln der Bildkomposition hohnlachendes und entsättigtes Foto von Gregor Mothes.

Zudem sollte man immer sichergehen, dass man wenigstens ein Foto des Motivs nach Hause trägt, in dem das Motiv freundlich guckt. Lächeln muss ja nicht sein. Wenn man aber, wie hier von Nils Heinrich, nach einem schönen Abend nur ein Bild auf der Speicherkarte hat, das so wirkt, als wäre Nils gerade wegen seiner Doktorarbeit als Verteidi…

Brauseboys am 31.5.: Mit Nils

Überall Wedding 
Letzte Woche sprach mich eine Frau im Freibad Plötzensee an. Ich saß auf dem Steg und schaute zum bunten Treiben der wild Badenden am Ufer gegenüber. "Die Leute da drüben, die bezahlen aber nicht, oder?", fragte sie und ich bejahte. Wir beide hatten hingegen bezahlt, denn hier war ja das Freibad, klar auch durch eine Trennleine im Wasser markiert, die in unserer Sicht schaukelte. Und gegenüber gab es nur eine alte Terrasse, die zum freien Baden gegenüber dem Freibad genutzt wird. Und als ob genau damit eine weitere geheimnisvolle Grenze gezogen worden wäre, mit dem Bezahlen, fragte mich die Frau weiter: "Und das da drüben ist Wedding?"  "Nein", sagte ich und schaute mich vergewissernd um, "hier ist überall Wedding." Das schien sie zu verwirren. 

Teilnehmer-Überblick

Die sonstigen Lieder dieses Jahr haben geklonte Liedtexte aus den üblichen Klonvorlagen, aus “Deine Augen sind der Himmel - Lieder selbst bauen mit dem Liedertexteselbstbauset, von A wie Ah-Oh-Ah bis Z wie Zeig mir den Weg zum Licht.” Und ich bin müde geworden, den Quatsch einzeln zu besprechen. Warum, macht ein kurzer Durchlauf deutlich:
Zypern: Oh Oh Oh ich fühl die Energie, überwältigt mich, legt sich auf mich, wie lange habe ich gewartet auf die Lalalalalalalala-Liebe
Griechenland: Ich muss sagen, was in meinem Kopf vorgeht, wenn ich bei dir bin, fühl ich mich gut.
Deutschenland: Ich bleibe still stehen, ich bleibe still stehen, wenn du jetzt weggehst.
Russland: Party für alle, tanzt Komm her und tanz, komm her und tanz.
Moldawien: Gerade wie aus dem Paradies, kommst du vom Himmel geflogen, in einem Flugzeug, das deinem Vater gehört.
England: Wenn du jemanden liebst, folge deinem Herzen. Liebe kommt nur einmal, wenn du viel Glück hast.
Albanien: Zeit hat keine Zeit für uns Nei-ei-ein Nei-ei-ei-ei-ei-ei-ei-…

Blinde Kuh

Litauen


Der litauische Sänger Donny Montell hat sich für sein Lied “Liebe macht blind” etwas ganz Besonders ausgedacht. Wenn ich mich selbst einfach blind mache, weil ja die Liebe blind macht, dann sehen gleich alle, dass ich der bin mit dem Lied, das blind macht. Wenn ich mir also auf der Bühne etwas über die Augen binde, eine Augenbinde etwa, dann sehen die, dass ich das mit dem Inhalt meines Texte wirklich ernst meine. Vor allem aber muss ich die alle garnicht sehen, die mich sehen, wenn ich mir eine Augenbinde aufsetze - das ist überhaupt das Beste daran.
"Liebe ist blind, es ist wahr, niemand ist wie du. Meine endlose Melodie spiele ich für mich und dich. Liebe ist blind, es ist wahr, ich knie mich hin vor dich, ich tue alles, was ich kann, um dich zurückzugewinnen. Liebe ist blind."
Vielleicht ist das ja auch sein Problem, überlege ich, das des lyrischen Ichs, verköpert durch den Sänger mit der Augenbinde. Nicht die Liebe ist blind, sondern du, du blinde Kuh. Denn warum ist sie d…

Viele Köche

Italien


Italien, du Wolfszitze Europas, du Dante-Land. Warum brauchtest du fünf Autoren für deinen Liedtext - eins, zwei, drei, vier, fünf - warum konntest du nicht einfach Mama Italia an den Textkochtopf stellen und sie hätte die Tomatensauce gerührt wie immer. Fünf Autoren, die gemeinsam einen Text schreiben, der so wirkt, als hätten zehn oder fünfzehn Autoren gemeinsam unter Einwirkung von fünf Gramm Hasch pro Person einen Liebesliedtext geschrieben, indem jeder immer mal was einwerfen darf. Ein Versuch der Übersetzung, und noch einmal eine komplette Kapitulation vor dem möglichen Inhalt des Textes:
“Liebe ist weiblich (Keine Liebe mehr da)
Unglaublich, ich kanns nicht erwarten zu gehen, und da rollst du auf mich zu wie ein großer Stein, triffst mich, Boom Boom Boom.
Wärest du mein König, wäre ich dann deine Königin? Hör auf, mir das Herz zu brechen, du tötest mich, Boom Boom Boom.
(Tag und Nacht, es ist ein Kampf,) weiß nicht, wo du bist, wenn ich nah bin, bist du fern, oh Nein, nein (Tag und Na…

You-Know-WhU-A-A

San Marino


Der Facebook-Song von San Marino ist ebenfalls im Halbfinale hängengeblieben, und heißt auch nur inoffiziell Facebook-Song, weil er auch offiziell mal Facebook-Song hieß, bzw. Facebook U-A-A. Weil nun aber kein Markenname in Eurovisionis genannt werden soll, singen sie jetzt an den Stellen, an denen Facebook-U-A-A kommen sollte, Hello - U-A-A-A - oder auch einfach nur O-O U-A-A. Liedkomponist Ralph Siegel hat den Text nicht verbrochen, er hätte es aber sein können. Einfach die blödesten Vorurteile über Facebook sammeln und einen Liedtext draus machen, noch ein paar Uhs-Ahs und Ohs drüberstreuen, so war das, das hätte Ralph Siegel nun wirklich auch noch selbst machen können.
“OOOOOOOOOO gefällt mir, bist du bereit für einen kleinen Chat, und ein Lied über das Internet. Eine Geschichte über eine soziale Tür, die du vorher noch nie durchschritten hast. Wenn du von allen gesehen sein willst, wenn du im Traum leben willst und Spaß haben möchtest, wenn du auf den Leim gehen willst, dann sch…

Mr. Bean

Israel

Dass ich mal einen israelkritischen Text schreiben würde, habe ich nicht geahnt. Aber diese Kritik ist berechtigt. Schon seit ein paar Jahren schwächeln die Beiträge, dieser ist, wenn ich ihn so im Hintergrund noch einmal höre, aber gar nicht so schlimm. Der Spaßfaktor ist groß, denn der Sänger sieht aus wie Mr. Bean, vor allem wenn er so ein bisschen das Gesicht zusammenkneift beim Blick in die Kamera. Die Musik ist einigermaßen angenehm, nicht zu trashig. Aber dann der Text:
“Zeit
Zeit, lass mich nicht im Stich. Zeit, du bist der Mann auf meiner Spielwiese.”
Zeit, du bist der Mann auf meiner Spielwiese - das ist ein Zusammenhang, der sich mir auch noch mehrmaligen Lesen nicht erschließt. Nicht, dass ich mir keine Männer auf Spielwiesen vorstellen kann, doch, doch. Ich kann mir auch Frauen auf Spielwiesen vorstellen, oder Hunde auf Spielwiesen. Aber warum ist die Zeit ein Mann auf seiner Spielwiese? Die nächste Zeile vertieft das Bild, bringt aber keine neue Erkenntnis.
“Was du sags…

Gotti

Das kommt in die Sammlung der absolut unergründlichen Gesichtsausdrücke.

Sven

Sven van Thom in Nahaufnahme. Kann man ja nicht mit jedem machen.

Brauseboys am 24.5.: Klang und Sang

Rambo Man kann sich auf nichts verlassen. Jahrelang habe ich an dieser Stelle zu dieser Zeit, kurz vor dem Wettbewerb formerly known as  Grand Prix Dingsdavision de la Chaussure aktuelle Beiträge vorgestellt und übersetzt. Ihnen gemeinsam war, dass sie mir nicht gefallen haben. Aber so sehr nicht gefallen haben, dass es mir schon wieder gefallen hat, wie und wie sehr sie mir nicht gefallen haben. Dieses Jahr sehe ich mir das erste Lied an, das erste, das heute im ersten Halbfinale laufen wird. Und es ist ein Lied, das mir gefällt. Verrückt, es ist der Beitrag von Montenegro. Der Sänger hat sich den dämlichen Namen Rambo Amadeus gegeben, und dem Lied den auch irgendwie dämlich klingenden Titel "Euro Neuro". Aber es ist ein lustiger, guter Rap: Euro Neuro, sei nicht skeptisch, hermetisch, pathetisch, analvapetisch, vergiss die alte Kosmetik, du brauchst eine neue Poetik, Ästhetik, Eklektik, Dialektik. Da habe ich erstmal nichts einzuwenden, freue mich am Video, in dem der Esel…

Italienische Rockerclubs

Scheinen etwas aufgeräumter zu sein als hierzulande, der Name "Gruppo Attacco Motopompa" verspricht aber die üblichen dunklen Machenschaften.

Italienische Schilder

Die können sehr verwirrend sein. Dieses in Populonia fand ich schon schwierig, das hier hält einen mindestens ebenso lange beschäftigt.

Stein und stumm

Manchmal schreit die Frau mit dem Stein in der Hand aber auch nicht. Vielleicht schreit sie nur, wenn er schwarz ist.

Stein und Schrei

Irgendwo im schönen Chianti-Land gibt es einen schönen Ort, dessen Name ich vergessen habe. Dort schreit stumm die Frau mit dem Stein in der Hand.

Turmspringer

Bevor man in San Gimignano Autos oder dicke Armbanduhren hatte, mussten hier Türme als Statusobjekt herhalten. Nur ein paar davon stehen noch, die Statue hier deutet wohl an, dass durchaus gerne mal auch von  ihnen heruntergesprungen wurde.

Gentrification

Gentrifizierung im Wohngebiet in San Gimignano. Sanierter Altbestand und den ganzen Tag Touristen vor der Haustür.

Nackig im Dom

Nackig im Dom, hier in Siena für armlose Frauenstatuen kein Problem.

Kellerkathedrale

Tief unter Montepulciano finden wir überraschenderweise auch eine Kathedrale. Diese aber ist allein dem Wein gewidmet.

Höhle

Die Etrusker haben gerne gegraben, zum Beispiel diese Höhle, tief im Berg.

Hinter Gittern

Montepulcianische Katze hinter Gittern.

Märchenstunde

Religion als Märchenstunde.

Sieben Dolche

Ganz anders als der verblutende Jesus ist diese erdolchte Maria ganz regulär in einer Kirche in Montepulciano zu sehen.

Hölle, Hölle

Der Dom hier kann nicht unbedingt durch seine Innenausstattung glänzen, von außen ist er jedoch unübertroffen. Das Fresko in der Kuppel ist aber auch sehenswert, vor Allem wenn man durch die Kuppelbesteigung ganz nahe an die Hölle kommt.

Firenze

Diese schöne Stadt beherbergt meinen Lieblingsdom (von außen) in der Toskana. Von dessen Kuppel aus kann man schöne 3D-Bilder machen (jetzt bitte die Rot/Cyan-Brille aufsetzen und draufklicken).

Brauseboys am 17.5.: Weddings Wochen

Sichere Sache

Überall ist Wedding, sogar in Italien. Wir kommen an dem schönen unsanierten Altbau nahe des Lago Trasimeno an und finden im Säulengang ein abgestelltes Auto, das hier schon lange Staub ansetzt, sowie ein paar Pferdewagen aus den Fünfzigern. So steht es auf ihnen geschrieben. Ich war schon einmal vor zwanzig Jahren hier, das Auto und die bemalten Wagen standen schon damals da, es hat sich nichts verändert. Wir klingeln an einer Tür ohne Namensschild und niemand macht auf. Als wir ein paar Schritte über die Anlage irren, schaut schließlich eine Frau in gemusterter Kittelschürze aus einem Fenster und ruft uns etwas zu, das ich nicht verstehe. Schließlich zückt sie das Handy, um den Hausherren heranzuholen. "Sie hat gefragt, ob wir ankommen oder abfahren", meinen die anderen, aber wir sind offenbar die einzigen Gäste weit und breit. Wären wir schon hiergewesen, hätte sie uns ja wohl in den letzten Tagen mal bemerkt, überlege ich. Aber wenn hier auch …

Ding mit Gesicht

Ein Fundstück für den schönen Blog "Dinge mit Gesicht" in Chiusi.

Er verblutet

Der arme Jesus. Er hängt im Museum, für die Kirche ist die Darstellung vielleicht zu blutig geworden.

Spezialgefäß

Am römischen Stammtisch waren auch ausgefallene Trinkgefäße gefragt.

Partybedarf

Der hier begrabene Römer (womöglich mit etruskischem Migrationshintergrund) brauchte für die Party im Totenreich eine Opferschale für Wein zum Beispiel, sowie einen hawaiianischen Blumenkranz.

Römisches Kindle

Mit solchen römischen Lesegeräten habe ich immer so meine Verständnisprobleme. Einerseits kann ich schon manches davon lesen, was da steht, vor allem mit der himmlischen Hilfe des Google Translators. Aber wer da genau wem jetzt was für eine Statue gestiftet hat und wofür welchen Wohltätern gedankt wird, das lässt sich dann doch nicht so einfach zusammenbauen. Und auf das erläuternde Schild daneben habe ich auch nicht geguckt, glaube ich, also vermute ich, dass eine Statue für  einen Jupiter Tempel gestiftet wurde von Römern und braven Bürgern von Chiusi (Clusium), oder für sie von Rom, oder umgekehrt, von ihnen für Rom. Ist ja jetzt vielleicht auch nicht mehr so entscheidend.

Etruskische Sphinx

Das Etruskische Museum in Chiusi hat eine Menge gutes Zeugs. Auslassen gilt nicht.

Dolce Vita

Kulinarische Höhepunkte.

Chiusi

Diese Stadt korrekt auszusprechen ist gar nicht so leicht. Unter ihr befindet sich das legendäre Labyrinth von Porsenna.

Mohn

Und zwar italienischer.

Lago Trasimeno

Diese wilde Badestelle am schön schlammigen Lago Trasimeno sah noch genauso aus wie vor knapp zwanzig Jahren.

Brauseboys am 10.5.: Sommerluftduft

Stille der Schattenwelt (von Marcus Reim)

Es ging einmal umher die Mär,
dass fertig bald der Flugplatz wär.
Doch hat man es noch mal verschoben,
erstmal wird nicht abgehoben.

Der wahre Grund, so ahne ich,
ist nicht Brandschutz, sicherlich.
Da will noch jemand Nachbarn schonen,
von Gutachtern, die nahe wohnen.

Uli Hannemann

Der mopsfidele Autor Uli Hannemann, dessen Blök zu lesen sich immer lohnt.

Zuckerklub

Marlen und Chio bilden den Zuckerklub, zu dem wir Brauseboys mittlerweile wohl alle mit dem Fuß wippen.

Brauseboys am 3.5.: Nahe Termine

Slechter Handyempfang 
Manchmal überrascht es doch, wo man sich befinden kann, um einen Blick in die Zukunft zu werfen. So wird sich bald einiges umkehren, mancher wird umkehren. Ich ahnte noch nicht, dass dieses Faltblatt des Naturcampingplatzes diesen Blick ermöglichen könnte, als ich das Faltblatt des Naturcampingplatzes auffaltete. Schon aufgefallen war mir, dass der Campingplatz an der Grenze zum Mecklenburgischen gewissermaßen "gentrifiziert" war. Die Betreiber waren nett und international, gleich das erste Anzeichen, und statt einer Bierpinte mit Bockwürsten und Pommes gab es ein weiß gestrichenes Café. Mit Kunst und einer großen Kinderspielfläche.  Die Getränkekarte hatte außerdem einen kleinen Preisunterschied von Café Latte und Latte Macchiato, das dritte Zeichen. Denn auch unter Alltagsadligen muss sich noch damit abgrenzen dürfen, für das exakt gleiche Produkt einen höheren Preis zu bezahlen.  Der kleine, angeschlossene Laden führte sein Sortiment aus…