Donnerstag, 31. Mai 2012

So nicht

Ich mache nun schon seit vielen Jahren jede Woche Fotos unserer Gäste, jetzt offenbar setzt eine gewisse Ermüdung bei mir ein. Die äußert sich so, dass ich mir einfach nicht genug Zeit für die Fotos lasse, Mühe kommt von Mühsal. Oder andersherum? Wie auch immer, manchmal bleibt mir nichts anderes übrig, als irgendwelche Regler bei Gimp so lange hin- und herzuziehen, bis das halbherzige Ergebnis vollends zerstört ist. Kein Problem, denke ich wiederum dann, das kannst du durch wirre Vor- und Nachbemerkungen schon wieder irgendwie ausgleichen. Ein Teufelskreis. Hier ein allen Regeln der Bildkomposition hohnlachendes und entsättigtes Foto von Gregor Mothes.


Zudem sollte man immer sichergehen, dass man wenigstens ein Foto des Motivs nach Hause trägt, in dem das Motiv freundlich guckt. Lächeln muss ja nicht sein. Wenn man aber, wie hier von Nils Heinrich, nach einem schönen Abend nur ein Bild auf der Speicherkarte hat, das so wirkt, als wäre Nils gerade wegen seiner Doktorarbeit als Verteidigungsminister zurückgetreten, dann trägt natürlich nur der zuständige Schnappschussler die Schuld. Also auch entsättigen, das lenkt vielleicht ab.


Schließlich hätte ich ja von Tito Maffay immerhin noch ein zweites gehabt, das durchaus akzeptabel ist. Wie ich so ein schönes Foto aber sinnvoll in die Reihe der vorherigen stellen könnte, stellte mich vor noch größere Probleme. Also doch lieber das andere nehmen, das mit dem leicht grimmigen Ausdruck. Und entsättigen natürlich. Anmerken muss ich noch, dass der Abend natürlich ganz anders war. Ach, hab ich ja schon.


Mittwoch, 30. Mai 2012

Brauseboys am 31.5.: Mit Nils


Überall Wedding 

Letzte Woche sprach mich eine Frau im Freibad Plötzensee an. Ich saß auf dem Steg und schaute zum bunten Treiben der wild Badenden am Ufer gegenüber. "Die Leute da drüben, die bezahlen aber nicht, oder?", fragte sie und ich bejahte. Wir beide hatten hingegen bezahlt, denn hier war ja das Freibad, klar auch durch eine Trennleine im Wasser markiert, die in unserer Sicht schaukelte. Und gegenüber gab es nur eine alte Terrasse, die zum freien Baden gegenüber dem Freibad genutzt wird. Und als ob genau damit eine weitere geheimnisvolle Grenze gezogen worden wäre, mit dem Bezahlen, fragte mich die Frau weiter: "Und das da drüben ist Wedding?" 
"Nein", sagte ich und schaute mich vergewissernd um, "hier ist überall Wedding." Das schien sie zu verwirren. 

Montag, 28. Mai 2012

Teilnehmer-Überblick


Die sonstigen Lieder dieses Jahr haben geklonte Liedtexte aus den üblichen Klonvorlagen, aus “Deine Augen sind der Himmel - Lieder selbst bauen mit dem Liedertexteselbstbauset, von A wie Ah-Oh-Ah bis Z wie Zeig mir den Weg zum Licht.” Und ich bin müde geworden, den Quatsch einzeln zu besprechen. Warum, macht ein kurzer Durchlauf deutlich:

Zypern:
Oh Oh Oh ich fühl die Energie, überwältigt mich, legt sich auf mich,
wie lange habe ich gewartet auf die
Lalalalalalalala-Liebe

Griechenland:
Ich muss sagen, was in meinem Kopf vorgeht,
wenn ich bei dir bin, fühl ich mich gut.

Deutschenland:
Ich bleibe still stehen,
ich bleibe still stehen,
wenn du jetzt weggehst.

Russland:
Party für alle, tanzt
Komm her und tanz,
komm her und tanz.

Moldawien:
Gerade wie aus dem Paradies, kommst du vom Himmel geflogen,
in einem Flugzeug, das deinem Vater gehört.

England:
Wenn du jemanden liebst,
folge deinem Herzen.
Liebe kommt nur einmal,
wenn du viel Glück hast.

Albanien:
Zeit hat keine Zeit für uns
Nei-ei-ein
Nei-ei-ei-ei-ei-ei-ei-ein
Zeit hat keine Zeit für uns

Irland:
Ich tauche auf, unter mir,
ich war noch nie so verliebt,
so richtig doll.

Türkei:
Spring auf mein Schiff, Schätzchen,
bei mir kannst du fliegen,
du liebst mich, und ich weiß das,
lüg mich nicht an.

Rumänien:
Lass mich dich lieben, lass mich dich für immer lieben,
ohne Zweifel, dass ich nur für dich da bin.
Komm her, mein süßer Schokoladenjunge,
nur mit dir fühle ich echte Liebe.

Mazedonien:
Ich fühle mich neugeboren,
bei jedem deiner Atemzüge.
Ich bin nackt, wild und frei,
es ist soweit, komm her zu mir.

Serbien
Hau ab, einfach, geh,
Flieg irgendwohin, singe,
gib dein Herz jemand anderem.
Aber wisse,
“Auf Wiedersehen” ist nicht das Ende.

Das sind noch nicht alle Lieder, aber nur ein Lied habe ich willentlich nicht berücksichtigt. Der österreichische Beitrag “Woki mit deim Popo” ist zu grausam in jeder Hinsicht. Die beiden Traktor Gangster Rapper schildern darin, wie sie gangstermäßig in einen Stangentanzclub gehen und die Frauen angaffen, wie sie da an der Stange tanzen und mit dem Popo wackeln. Und damit niemand denkt, ach, der übertreibt es ein bisschen, so ein Lied ganz wegzulassen, obwohl es einhundertprozentig sexistische Kackscheiße ist, stelle ich hier in die letzte Ecke dieser Textkritik doch noch zwei übersetzte Beispielzeilen an den Pranger:

“Und sie tanzen und sie shaken, an den Stangen, an den Theken,
voll verzaubert von den Schnecken, schau, wie sich sich räkeln.”

Wer sich wirklich die Trackshittaz anhören möchte, folge diesem Link.
Für uns anderen lieber der Beitrag der Niederlande vom zweiten Halbfinale, denn solche Bilder bekommt man eigentlich sonst nur von größeren Mengen dortselben legal verkauften Waren geliefert.

Blinde Kuh

Litauen


Der litauische Sänger Donny Montell hat sich für sein Lied “Liebe macht blind” etwas ganz Besonders ausgedacht. Wenn ich mich selbst einfach blind mache, weil ja die Liebe blind macht, dann sehen gleich alle, dass ich der bin mit dem Lied, das blind macht. Wenn ich mir also auf der Bühne etwas über die Augen binde, eine Augenbinde etwa, dann sehen die, dass ich das mit dem Inhalt meines Texte wirklich ernst meine. Vor allem aber muss ich die alle garnicht sehen, die mich sehen, wenn ich mir eine Augenbinde aufsetze - das ist überhaupt das Beste daran.

"Liebe ist blind, es ist wahr,
niemand ist wie du.
Meine endlose Melodie
spiele ich für mich und dich.
Liebe ist blind, es ist wahr,
ich knie mich hin vor dich,
ich tue alles, was ich kann,
um dich zurückzugewinnen.
Liebe ist blind."

Vielleicht ist das ja auch sein Problem, überlege ich, das des lyrischen Ichs, verköpert durch den Sänger mit der Augenbinde. Nicht die Liebe ist blind, sondern du, du blinde Kuh. Denn warum ist sie denn abgehauen? Warum hat sie dich arme Wurst mit der Augenbinde im Regen stehengelassen?

"Ich kann es nicht glauben, dass du weg bist,
hab dich entwischen lassen.
Ich kann es nicht glauben, dass ich derjenige war,
der dir Schmerz verursacht hat."

Tja, überlege ich, warum ist sie dann wohl abgehauen, dass sind ja nun kaum Gründe, die für so etwas normalerweise wichtig wären. Das ist doch nichts - hier und da mal ne andere, das ist doch so ein Kavaliersding. Natürlich kann man nur jeder Frau in seiner Nähe raten, die Zeit zu nutzen, in der er die Augenbinde trägt und so weit fortzulaufen, wie es nur geht. Denn das folgende Bekenntnis ist so eindeutig, das hört sogar ein Blinder mit Krückstock:

"Du solltest wissen, ganz tief in mir drin,
hat sie mir einfach nichts bedeutet, nichts.
Was kann ich tun, um dein Herz wieder zu gewinnen,
damit du bleibst..."

Viele Köche

Italien


Italien, du Wolfszitze Europas, du Dante-Land. Warum brauchtest du fünf Autoren für deinen Liedtext - eins, zwei, drei, vier, fünf - warum konntest du nicht einfach Mama Italia an den Textkochtopf stellen und sie hätte die Tomatensauce gerührt wie immer. Fünf Autoren, die gemeinsam einen Text schreiben, der so wirkt, als hätten zehn oder fünfzehn Autoren gemeinsam unter Einwirkung von fünf Gramm Hasch pro Person einen Liebesliedtext geschrieben, indem jeder immer mal was einwerfen darf. Ein Versuch der Übersetzung, und noch einmal eine komplette Kapitulation vor dem möglichen Inhalt des Textes:

“Liebe ist weiblich (Keine Liebe mehr da)

Unglaublich,
ich kanns nicht erwarten zu gehen,
und da rollst du auf mich zu wie ein großer Stein,
triffst mich, Boom Boom Boom.

Wärest du mein König,
wäre ich dann deine Königin?
Hör auf, mir das Herz zu brechen,
du tötest mich, Boom Boom Boom.

(Tag und Nacht, es ist ein Kampf,)
weiß nicht, wo du bist,
wenn ich nah bin, bist du fern,
oh Nein, nein
(Tag und Nacht, es ist ist eine Lüge,)
ich vergeude meine Tränen und du bist Billard spielen.

LIEBE IST WEIBLICH
WENN SIE NICHT ERFÜLLT IST ERFÜLLT SIE NICHT
Das ist das Chaos, dass du hinterlassen hast,
ich hab keine Liebe mehr da, das steht fest.
(du bist gegangen und hattest auch keine Liebe mehr da, das steht auch fest.)
Ich bin mir sicher, dass du lächelst,
du musst weitergehen,
du bist ein unabhängiger, ausgewachsener Mann immerhin,
keine Liebe mehr da,
muss irgendwie aus dem Himmel kommen.

Bist du zu Stein erstarrt,
König ohne Thron,
du bist groß, aber nicht beeindruckend,
vieles hohl und flach.

Es ist so typisch,
wenn die Zeit zum Gehen kommt,
wirfst du mich zu Boden,
mein Herz schägt Boom Boom Boom.”

So geht es in einem fort und ist noch lange nicht vorbei. Zum Finale ist dann noch ein abgewandelter Refrain ganz in Großbuchstaben am Start (ich erspare euch die Großbuchstaben), der jedes Gehirn zum Schmelzen bringt, bei dem Versuch, es zu verstehen:

Liebe ist weiblich,
wenn sie nicht erfüllt ist, erfüllt sie nicht (Tick Tack bis es nicht erfüllt ist, erfüllt es nicht)
Ich nehme es auf die leichte Schulter,
ich berechne meine Chancen (Tick Tack eine Chance)
Was du willst
solange du es noch nicht hast,
wir sind alle unbefriedigter denn je,
Frauen, wenn es nicht erfüllt ist, erfüllt es nicht.”

You-Know-WhU-A-A

San Marino


Der Facebook-Song von San Marino ist ebenfalls im Halbfinale hängengeblieben, und heißt auch nur inoffiziell Facebook-Song, weil er auch offiziell mal Facebook-Song hieß, bzw. Facebook U-A-A. Weil nun aber kein Markenname in Eurovisionis genannt werden soll, singen sie jetzt an den Stellen, an denen Facebook-U-A-A kommen sollte, Hello - U-A-A-A - oder auch einfach nur O-O U-A-A. Liedkomponist Ralph Siegel hat den Text nicht verbrochen, er hätte es aber sein können. Einfach die blödesten Vorurteile über Facebook sammeln und einen Liedtext draus machen, noch ein paar Uhs-Ahs und Ohs drüberstreuen, so war das, das hätte Ralph Siegel nun wirklich auch noch selbst machen können.

“OOOOOOOOOO
gefällt mir,
bist du bereit für einen kleinen Chat,
und ein Lied über das Internet.
Eine Geschichte über eine soziale Tür,
die du vorher noch nie durchschritten hast.
Wenn du von allen gesehen sein willst,
wenn du im Traum leben willst und Spaß haben möchtest,
wenn du auf den Leim gehen willst,
dann schau einfach mal rein.”

Vielleicht dachte jemand, es ginge hier um Facebook-Verherrlichung, aber das Gegenteil ist der Fall.

“Willst du mehr als nur ein Freund sein,
willst du nochmal Cyber-Sex mit mir spielen?
Willst du mit zu mir nach Haus,
klick mich mit der Maus.”

Auf die Gefahren öffentlicher Datenherausgabe wird also kritisch hingewiesen, das Problem der Pornografie wird benannt, Stalking, das ganze Programm schön abgespult für die vielen Mütter und Väter, die sich so viele Sorgen machen, weil das Internet ein Monster ist und die Seele klaut.

“Du loggst ein, dann beginnt es,
und dein Computer weckt dich,
nimmt dir deine Zeit weg -
Bühne frei für soziale Scheinwerfer,
du bist im Internet irgendwo,
immer Tag und Nacht.”

Für echte Kritik reicht es dann allerdings auch nicht, es werden schnell immer mehr U-A-A-s und der inhaltliche Zusammenhang geht auch bei diesem Liedbeitrag gegen Ende ganz verloren.

“Aha, du willst mit mir Liebe machen,
bin ich wirklich deine Tasse Tee?
Bist du wirklich der, der du bist,
bin ich wirklich ich?”

“Jetzt habe ich eine Million Freunde,
und so endet die Geschichte.
Oh oh U-A-A.”

Mr. Bean

Israel


Dass ich mal einen israelkritischen Text schreiben würde, habe ich nicht geahnt. Aber diese Kritik ist berechtigt. Schon seit ein paar Jahren schwächeln die Beiträge, dieser ist, wenn ich ihn so im Hintergrund noch einmal höre, aber gar nicht so schlimm. Der Spaßfaktor ist groß, denn der Sänger sieht aus wie Mr. Bean, vor allem wenn er so ein bisschen das Gesicht zusammenkneift beim Blick in die Kamera. Die Musik ist einigermaßen angenehm, nicht zu trashig. Aber dann der Text:

“Zeit

Zeit, lass mich nicht im Stich.
Zeit, du bist der Mann auf meiner Spielwiese.”

Zeit, du bist der Mann auf meiner Spielwiese - das ist ein Zusammenhang, der sich mir auch noch mehrmaligen Lesen nicht erschließt. Nicht, dass ich mir keine Männer auf Spielwiesen vorstellen kann, doch, doch. Ich kann mir auch Frauen auf Spielwiesen vorstellen, oder Hunde auf Spielwiesen. Aber warum ist die Zeit ein Mann auf seiner Spielwiese? Die nächste Zeile vertieft das Bild, bringt aber keine neue Erkenntnis.

“Was du sagst ist mir Befehl, Tag und Nacht.”

Ein erstaunliches Verhältnis zur Zeit hat Mr. Bean, was auch immer ich mir im weiteren vorstelle, wie der Mann auf der Spielwiese Befehle gibt zum Beispiel, ich kann das Ganze nicht mit einem Stundenglas oder Chronos oder auch nur einem Hauch Tick-Tack-Tick-Tack zusammenbekommen. Im weiteren spricht er zu der Zeit:

“Du kannst mich gerne erregen,
du kannst auch einfach mein Lied ändern.
Ich zähle dich und du gehst weiter, sing
bitte mein Lied weiter.”

Ich sehe die Wertung des Halbfinales, Montenegro ist raus, und auch der israelische Beitrag überlebt das erste Halbfinale nicht, aber offenbar hatte der Sänger eh keine Lust mehr, das Lied überhaupt zu singen, weswegen der ominöse Mann auf der Spielwiese einspringen soll. Auch für einen mindestens ansatzweise zusammenhängenden Text waren die Verantwortlichen einfach zu lustlos. “Nennen wir es Zeit”, sagt da einer, “Zeit kennt jeder und jeder hat mal Zeit erlebt.” “Und worum soll es gehen?”, fragt jemand anderes, “irgendwas mit Zeit oder nicht, egal, ich stelle mir da gerade einen Mann auf einer Spielwiese vor.” Und wer keine Lust mehr hat, der kritzelt da schnell was hin, zum Beispiel:

“Zeit, Zeit, gib mir ein Zeichen, Zeichen, lass mir einfach Zeit.
Warum stresst du mich so, geh schlafen,
du musst mir mehr Zeit geben,
Zeit, Zeit, warum schläft du nicht einfach - sag mir einfach, wie viel Zeit noch ist, und warum du immer weiß oder schwarz sein musst.”

Und hiermit ist das Ende der Semantik erreicht, meine Damen und Herren, sie sehen hier den Abgrund, der ins komplett Sinnlose führt, hier ist der Liedtext schon längst hinübergegangen - seien Sie vorsichtig an der Kante.

“Warte, warte, wir beide sind eins,
aber du übernimmst immer die Führung.”



Donnerstag, 24. Mai 2012

Dienstag, 22. Mai 2012

Brauseboys am 24.5.: Klang und Sang


Rambo
Man kann sich auf nichts verlassen. Jahrelang habe ich an dieser Stelle zu dieser Zeit, kurz vor dem Wettbewerb formerly known as  Grand Prix Dingsdavision de la Chaussure aktuelle Beiträge vorgestellt und übersetzt. Ihnen gemeinsam war, dass sie mir nicht gefallen haben. Aber so sehr nicht gefallen haben, dass es mir schon wieder gefallen hat, wie und wie sehr sie mir nicht gefallen haben. Dieses Jahr sehe ich mir das erste Lied an, das erste, das heute im ersten Halbfinale laufen wird. Und es ist ein Lied, das mir gefällt. Verrückt, es ist der Beitrag von Montenegro. Der Sänger hat sich den dämlichen Namen Rambo Amadeus gegeben, und dem Lied den auch irgendwie dämlich klingenden Titel "Euro Neuro". Aber es ist ein lustiger, guter Rap:
Euro Neuro, sei nicht skeptisch,
hermetisch, pathetisch, analvapetisch,
vergiss die alte Kosmetik,
du brauchst eine neue Poetik, Ästhetik,
Eklektik, Dialektik.
Da habe ich erstmal nichts einzuwenden, freue mich am Video, in dem der Esel die Euroscheine frisst, und muss in einem Songtext auch mal ein Wort googlen. Ein bisschen fehlt mir das "Lalala" und das "Ballaballa", aber davon gibt es ab dem zweiten Lied garantiert genug im Wettbewerb. Jedoch weiß ich jetzt schon, meine 12 Popelpunkte für den besten Text gehen an Rambo:
Euro Neuro, ich mag keinen
Snobismus, Nationalismus, Puritanismus.
Ich bin ein anderer Organismus,
mein Heroismus ist
Pazifismus, Altruismus.
Ich freue mich an Bicyclismus, Liberalismus,
Tourismus, Nudismus, Optimismus -
ist gut gegen Rheumatismus.


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Donnerstag, 24.5. /20.30 Uhr
Achtung! Im Mastul (Liebenwalder Str. 33, nahe Osram-Höfe)

Die Brauseboys WEDDING WOCHEN
Die empfohlene Wochendosis Lesebühne, jeden Donnerstag mit neuen Texten. Seit neun Jahren in bester Tradition feiern wir im Frühsommer einen Monat lang unseren Stadtteil besonders intensiv mit den Wedding Wochen. Paul Bokowski, Hinark Husen, Robert Rescue, Frank Sorge, Volker Surmann, Heiko Werning und Alt-Weddinger, Neu-Weddinger, sowie Ex-Weddinger Gäste lesen was vor.

Gäste:
Martin "Gotti" Gottschild (mag Weddinger): www.tierestreichelnmenschen.de
Sven van Thom (mag Weddinger auch): www.svenvanthom.de 

Donnerstag, 17. Mai 2012

Mittwoch, 16. Mai 2012

Dienstag, 15. Mai 2012

Montag, 14. Mai 2012

Brauseboys am 17.5.: Weddings Wochen

Sichere Sache

Überall ist Wedding, sogar in Italien. Wir kommen an dem schönen unsanierten Altbau nahe des Lago Trasimeno an und finden im Säulengang ein abgestelltes Auto, das hier schon lange Staub ansetzt, sowie ein paar Pferdewagen aus den Fünfzigern. So steht es auf ihnen geschrieben. Ich war schon einmal vor zwanzig Jahren hier, das Auto und die bemalten Wagen standen schon damals da, es hat sich nichts verändert. Wir klingeln an einer Tür ohne Namensschild und niemand macht auf. Als wir ein paar Schritte über die Anlage irren, schaut schließlich eine Frau in gemusterter Kittelschürze aus einem Fenster und ruft uns etwas zu, das ich nicht verstehe. Schließlich zückt sie das Handy, um den Hausherren heranzuholen. "Sie hat gefragt, ob wir ankommen oder abfahren", meinen die anderen, aber wir sind offenbar die einzigen Gäste weit und breit. Wären wir schon hiergewesen, hätte sie uns ja wohl in den letzten Tagen mal bemerkt, überlege ich. Aber wenn hier auch Wedding ist, dann vielleicht ja auch nicht.
In unserem Haus sollen wir alles immer gut wegschließen, am Besten in einen der zwei Safes, zu denen wir Schlüssel bekommen. Die Gegend wäre zu unsicher. Wir sehen zwar nur Pferde auf der Koppel oder Geckos an der Wand, aber dem einheimischen Urteil vertraut man lieber. Einen der Safes finden wir gleich und quetschen alles Wertvolle hinein. Bei einem Safe denke ich immer, man schützt den Inhalt vielleicht vor dem Zufallstäter, aber dem Profi serviert man alles schön auf einen Punkt gesammelt. Der kann sich freuen, der muss einfach schnurstracks zum Safe und kann nach dessen Öffnung gleich Feierabend machen. Nur der zweite Safe scheint wirklich sicher zu sein. Zwei Tage lang nehmen wir jedes Bild von der Wand und schauen in jeden Schrank, können ihn aber einfach nicht finden. 

Sonntag, 13. Mai 2012

Römisches Kindle


Mit solchen römischen Lesegeräten habe ich immer so meine Verständnisprobleme. Einerseits kann ich schon manches davon lesen, was da steht, vor allem mit der himmlischen Hilfe des Google Translators. Aber wer da genau wem jetzt was für eine Statue gestiftet hat und wofür welchen Wohltätern gedankt wird, das lässt sich dann doch nicht so einfach zusammenbauen. Und auf das erläuternde Schild daneben habe ich auch nicht geguckt, glaube ich, also vermute ich, dass eine Statue für  einen Jupiter Tempel gestiftet wurde von Römern und braven Bürgern von Chiusi (Clusium), oder für sie von Rom, oder umgekehrt, von ihnen für Rom. Ist ja jetzt vielleicht auch nicht mehr so entscheidend.

Samstag, 12. Mai 2012

Mittwoch, 9. Mai 2012

Brauseboys am 10.5.: Sommerluftduft

Stille der Schattenwelt (von Marcus Reim)

Es ging einmal umher die Mär,
dass fertig bald der Flugplatz wär.
Doch hat man es noch mal verschoben,
erstmal wird nicht abgehoben.

Der wahre Grund, so ahne ich,
ist nicht Brandschutz, sicherlich.
Da will noch jemand Nachbarn schonen,
von Gutachtern, die nahe wohnen.

Donnerstag, 3. Mai 2012

Mittwoch, 2. Mai 2012

Brauseboys am 3.5.: Nahe Termine


Slechter Handyempfang 

Manchmal überrascht es doch, wo man sich befinden kann, um einen Blick in die Zukunft zu werfen. So wird sich bald einiges umkehren, mancher wird umkehren. Ich ahnte noch nicht, dass dieses Faltblatt des Naturcampingplatzes diesen Blick ermöglichen könnte, als ich das Faltblatt des Naturcampingplatzes auffaltete. Schon aufgefallen war mir, dass der Campingplatz an der Grenze zum Mecklenburgischen gewissermaßen "gentrifiziert" war. Die Betreiber waren nett und international, gleich das erste Anzeichen, und statt einer Bierpinte mit Bockwürsten und Pommes gab es ein weiß gestrichenes Café. Mit Kunst und einer großen Kinderspielfläche.  Die Getränkekarte hatte außerdem einen kleinen Preisunterschied von Café Latte und Latte Macchiato, das dritte Zeichen. Denn auch unter Alltagsadligen muss sich noch damit abgrenzen dürfen, für das exakt gleiche Produkt einen höheren Preis zu bezahlen. 
Der kleine, angeschlossene Laden führte sein Sortiment ausschließlich aus Bio-Produkten, Naturland, -kind, -mund, -koks, etc. Wir freuten uns sehr darüber und zogen mit zwei Flaschen bester unfiltrierter Hopfenschlacke davon, jedoch konnte es uns als untrügliches viertes Anzeichen der Gentrifizierung nicht entgehen, dass es sich hier ganz simpel um einen Bioladen handelte. Ob da jetzt ein Berliner Stadtteil drumherum war, oder nicht. 
Das Faltblatt spart sich jeden Fließtext und arbeitet mit allein mit schönen Fotos sowie der Homepageadresse. Dann entdecke ich doch ein paar Worte, sehr viele sogar, die einmal rund um die Bilderflut die Vorzüge des Naturcampingplatzes und der Gegend anpreisen. Frische Brötchen, Lagerfeuer, 1000 Seen, so etwas, außerdem "Schlechter Handyempfang". Eigentlich sogar "slechter Handyempfang". Und es stimmt, ich fotografiere es und will es per Twitter lossenden - was aber aussichtslos ist, beim hiesigen slechten Handyempfang. Den aber haben wir hier offenbar als Vorzug mitgebucht. Und da geschah, dass ich für euch in die Zukunft sehen konnte. Nackte Hippies, die Sendemasten kippen und Kabel zertrennen, sah ich dort. Und sie machten Jagd auf unerbittliche Nerds, die nie mehr von ihren Geräten lassen wollen. Aber ihre Waffen waren ebenso unerbittlich. (Fortsetzung am)


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Donnerstag, 3.5. /20.30 Uhr 
La Luz (Oudenarder Str. 16-20, Osram-Höfe) 

Die Brauseboys 
Die empfohlene Wochendosis Lesebühne, jeden Donnerstag mit neuen Texten. Paul Bokowski, Hinark Husen, Robert Rescue, Frank Sorge, Volker Surmann, Heiko Werning und Gäste lesen was vor. 

Gäste: 
Uli Hannemann (ein Mann, zwei Texte): www.ulihannemann.de
Zuckerklub (zwei Stimmen, zwei Gitarren): www.zuckerklub.net