Mittwoch, 25. Juni 2014

Brauseboys am 26.6.: Viewing & Reading

Mal wieder was über Socken (von Robert Rescue)

Anfangs fand ich das ja lustig mit den neuen Socken, auf denen Wochentage standen. Nach dem Trocknen habe ich die ordnungsgemäß nach Tagen zusammengepackt. Dann aber fing ich an, an jedem Tag auch die entsprechenden Socken zu tragen. Irgendwann aber kam ich durcheinander und trug Mittwoch die Sonntagssocken. Schließlich brach das Chaos über mich herein und alles geriet durcheinander. Peinlich wurde es dann im Sommer bei kurzen Hosen. Die Leute riefen: »Hey Robert, links Montag, rechts Freitag. Was soll das?« 

Donnerstag, 19. Juni 2014

Dienstag, 17. Juni 2014

Brauseboys am 19.6.: Eine runde Sache

Wagnis (von Frank Sorge)

Bei solchen Verhältnissen wird es wohl kaum ein Wirt noch wagen, Freibier für heimische Tore anzukündigen. Sage ich in der Halbzeit zu einem Wirt, der schallend auflacht. Aber nur eine Sekunde den Blick von der Zapfanlage löst, die er über Stunden pausenlos in Betrieb hält. Die meisten Menschen hier tragen Trikots, Kriegsbemalung auf der Wange und ähnliches, aber damit muss man ja rechnen beim Public Viewing. Und die müssen damit rechnen, dass jemand nicht mitmacht beim Verkleiden, beim Jubeln, und sitzen bleibt, wenn alle aufspringen. Spaß macht es ja doch, das Zuschauen, aber ich fürchte, als Parasit wahrgenommen zu werden. Die ganze Emphase mitnehmen, aber nichts dazu beitragen. So interpretiere ich jedenfalls die skeptischen Blicke eines Schlandgrüppchen beim Rauchen in der Pause. Fast glaube ich, sie überlegen, ob sie mir zwangsweise einen ihrer überzähligen Schals um den Hals legen und an die Linde knüpfen sollen. Vielleicht ist es aber auch eine Gegenreaktion auf mein Gaffen, das in unablässigem Staunen ihrem bunten Tand gewidmet ist.

Dienstag, 10. Juni 2014

Brauseboys am 12.6.: Lesegewitter

Das Orakel im Kiez (von Frank Sorge)

In der Kneipe "Seesack" hörte ich von Heinzi, dem Weddinger Fußballorakel. Nicht nur zur WM weissage er, erzählte ein Männchen am Tresen, das ganze Jahr könne man seine seherischen Kräfte bemühen, mindestens bis in die Kreisliga hinein. Eine überregionale Berühmtheit hätte er über die Jahre erlangt, hörte ich weiter zu meinem Verblüffen. Vor allem in Wettsalons, fügte er an, dass ich noch nie von Heinzi gehört hätte, ließe aber eigentlich nur den Schluss zu, ich nähme es mit dem Fußball wohl nicht so genau. "Genau", war ich versucht zu bestätigen, bemerkte jedoch rechtzeitig, dass nach den letzten Worten die Aufmerksamkeit aller Kneipengäste auf mich gerichtet war. Nicht aggressiv, nur latent übersensibel, so weit man die regungslosen Gesichter hinter ihren Vereinsschals, Wappen-Mützen und Schland-Tröten überhaupt ausmachen konnte.
"Doch, doch", rief ich aus, "Olé, olé, olé - ich muss ihn sehen." Was sie beruhigte.
Um einen Orakelspruch zu erlangen, müsse ich gen Norden aufbrechen, hoch in den Rehbergen liege sein Domizil. Ich solle mich dort mit einem Kasten Schultheiss vorstellen, meine konkrete Frage äußern, und den Weg täglich bis zu einer Antwort des Orakels wiederholen.
So schulterte ich am nächsten Tag einen frischen Kasten aus dem Supermarkt und begann den Aufstieg in die Berge. Bald schon sah ich auf der Straßenseite gegenüber noch jemanden sich mit Pilsetten abschleppen, je näher ich Heinzis Tempel kam, desto mehr wurden es. Am frühen Mittag gelangte ich erschöpft zu der Hinterhofeinfahrt, die mir genannt worden war, und stellte mich in die Schlange der Bittsteller. Neben der Einfahrt befand sich offenbar ein Lager der Kneipe nebenan, mürrisch wies ein ziegenbärtiger Alter die Wartenden an, ihre Kisten dort an der Tür abzugeben, wo die Gaben namentlich quittiert wurden. Längst nicht alle hatten nur Bier dabei, auch Hochprozentiges landete im Lager oder den umfangreichen Taschen des Alten.
"Ich bin das erste Mal hier", sagte ich ihm, als ich an der Reihe war, und reichte ihm einen Flachmann, der in seinem Mantel verschwand, wo es klimperte. Der Alte nickte mir zu: "Geh hier links durch zu Jutta, die nimmt deine Frage auf." Er wies auf einen Flur im Seitenflügel. 

Mittwoch, 4. Juni 2014

Brauseboys am 5.6.: Das Lesung

Das Ball (von Frank Sorge)

Das Ball ist die Zentrum von der Spiel.
Die Spiel ist der Zentrum von das Leuten.
Alle wollen das Ball, nur die Torwart nicht.

Die Ziel von das Kampf ist das Sieg - der Tor.
Du sollst der Tor feiern, wie sie fällt.
Außer er zählt für das Gegner - die Arsch.

Die Kampf ist für das Zuschauer, das Ball überall.
Die Zeichen von der Mannschaften ist das Fahne.
Von das Leuten auch, das Fahne wächst.

Auch von der Leuten, die keinen Ahnung haben.
Da biegt sich das Ball, wenn die Laie spricht.
Als könne es das eigene Sprache nicht.