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Posts

Es werden Posts vom Mai, 2013 angezeigt.

Marion Pfaus

Marion Pfaus war als Rigoletti im ersten Jahr der Brauseboys zu Gast, volle neun Jahre später konnten wir sie endlich einmal wieder begrüßen, was wir sehr begrüßten. Derzeit ist sie aktive Initiatorin von "humboldt 21" mit dem Ziel des Rückbaus des Berliner Stadtschlosses.

Herr Theußl

Der Herr Christoph Theußl, ehemals österreichischer Weddinger und jetzt Münchner (dort Mitglied der Schwabinger Schaumschläger im Vereinsheim) mit Weddinger Migrationshintergrund, besuchte uns mal wieder zu unserer Freude, die mannigfaltig durch Handzeichen ausgedrückt werden kann.

Brauseboys am 30.5.: Was zu hören

Döner um 12 Uhr (von Frank Sorge)

Der Döner zum Mittag ist ein Genuss, den man nur im Berufsleben zu schätzen lernt. Als Student hat man um die Zeit alternativ die Mensa oder schläft noch zwei Stunden weiter, als Schüler ist man noch in der Schule, als Arbeitsloser hat man noch nicht genug Hunger um die Zeit, ideal ist der Mittagsdöner aber für alle mittelständischen Berufe und für Angestellte. Im Gegensatz zur Kantinenmahlzeit, die sich gerne zu einer ganzen Pausenstunde auswächst, ist der Mittagsdöner mit 15 Minuten Speisezeit ein vergleichsweise kurzes Vergnügen, bietet aber zu dieser Zeit ein Höchstmaß an Frische und Qualität. Legt man auf eine ausgedehnte Pause wert, sollte man lieber in ein verschlafenes Restaurant am Wegesrand gehen, wenn aber genügend Ideen für die weitere Verwertung der gewonnenen Zeit bestehen, garantiert der Mittagsdöner einen straffen Zeitplan. Man unterschätze außerdem nicht, was für einen Einfluss ein ausgeschlafener Dönerverkäufer auf die Zubereitung ha…

Sing dein Ding

Der freundliche Tito Maffay kurz vor dem Aufbruch in das Land hinter der Bösebrücke. Früher wohnte er ums Eck, jetzt hat es ihn und seine schöne Veranstaltung "Sing dein Ding" in den Prenzlauer Berg verschlagen.

Andreas Gläser

Andreas Gläser ist Vorleser, Fanzine-Liebhaber, BFC-Fan, Romanautor und noch manches mehr.

Brauseboys am 23.5.: Illuminationen

50 Jahre Actionfilm (von Frank Sorge)
Tolle Landschaft. Piff, Paff. Die scharfe Frau mit den langen Beinen. Piff, Paff. Peng, Peng. Die scharfe Frau mit den langen Beinen zieht etwas aus. Peng, Peng. Peng, Peng. Boom. Was trinken. Piff, Paff. Boom. Boom. Das Kleid der scharfen Frau mit den langen Beinen zerreisst, sie ist in Gefahr. Piff, Paff. Peng, Peng. Boom. Der Endgegner hält ein Messer an den Hals der scharfen Frau mit den langen Beinen. Piff, Paff, Piff, Paff. Peng, Peng. Peng, Boom. Boom, Boom. Tolle Landschaft. Die scharfe Frau mit den langen Beinen lehnt sich an die Schulter des Helden. (Keine Hochzeit.)

Eurovision Songtext-Kritik 7: Malta

Gerne habe ich wieder auf die Texte des Eurovision Song Contest geschaut, den man am Besten in diesem Moment gemeinsam mit der Lesebühne "Lesershow Wedding" gucken sollte. Hier der Abschluss meiner diesjährigen Songtext-Kritiken.
Malta - Morgen ist auch noch ein Tag
Bei all dem Liebesgestammel, mit dem die Beiträge beim ESC uns quälen, ist man froh über jeden Text, der ein bisschen anders ist. Der Beitrag von Malta ist so ein Kandidat, denn hier wird eine kleine Geschichte erzählt, ganz von von außen betrachtet.
Seine Name ist Jeremy, er arbeitet in der IT-Branche. Hat nie hinterfragt, warum er schon immer so ein extra-vorsichtiger Typ gewesen ist. Sensibel und scheu, Risikobewertung ist seine Investition in ein Leben ohne Überraschungen.
Puh, das muss man erst mal verdauen, die armen Nerds in der IT-Branche. Was für schweren Stoff Gianluca Bezzina hier aufbietet, merkt man beim Hören aber nicht, denn der Sänger ist ein Lächelschleuder, ein Grinsepferd, dem man sich nicht entziehen k…

Eurovision Songtext-Kritik 6: Finnland

In Vorbereitung auf den Eurovision Song Contest, den man am Besten gemeinsam mit der Lesebühne "Lesershow Wedding" gucken sollte, poste ich hier täglich Songtext-Kritiken bis zum Samstag(heute).

Finnland - Ding Dong
Eigentlich wollte ich den finnischen Beitrag übergehen, der “Heirate mich” heißt. Was sollte da auch Überraschendes kommen, Hochzeit kennen wir schon, haben wir schon mal von gehört.
Ich spioniere dich heimlich aus, trinke Kaffee mit deiner Mutter. Komme ich meinem Ziel näher?
So weit ist alles normal, und wie man sich das so vorstellt.
Schatz, ich fühl mich wie ein Sünder, lasse das Essen aus, um dünner zu werden, wo ist mein Antrag?
Erst bei den nächsten Zeilen beginne ich zu zweifeln, ob das mit der Hochzeit nicht nur eine Verschleierungstaktik ist. Oder irgendein ausgefeilter Brautmoden-Fetisch dahintersteckt?
Ich bin dein Sklave und du mein Meister, hey, Schatz, jetzt schieß mich endlich.
Heirate mich, ich will deine Bienenkönigin sein, ich werde dich für immer lieben,

Eurovision Songtext-Kritik 5: Kroatien

In Vorbereitung auf den Eurovision Song Contest, den man am Besten gemeinsam mit der Lesebühne "Lesershow Wedding" gucken sollte, poste ich hier täglich Songtext-Kritiken bis zum Samstag.
Kroatien - Der Nukleus der Liebe
Deutlich nüchterner als bei den Griechen reagieren die Kroaten auf schwierige Zeiten. Sich einfach die Birne zukippen, das führt ja zu nichts. Damit bekommt man keine rum. Das muss man schon geschickter anstellen, sechs ordentliche, kroatische Männer in Frack geben hier in ihrem Lied “Elend”, "Leid" oder "Misere" Nachhilfe. Aus Sicherheitsgründen singen sie den Text in der Landessprache, denn er ist eine Kitschbombe, wie ihn die Welt noch nicht gehört hat. Er kann potentiell bei jeder weiblichen Person, die ihn versteht, eigentlich bei jedem, der sich angesprochen fühlt, eine unmittelbare Kernschmelze auslösen. Also Vorsicht, auch bei dieser Übersetzung:
Ich habe kein Gold, um deine schöne Form zu verehren. Nur diese meinen beiden Arme, um dic…

Eurovision Songtext-Kritik 4: Griechenland

In Vorbereitung auf den Eurovision Song Contest, den man am Besten gemeinsam mit der Lesebühne "Lesershow Wedding" gucken sollte, poste ich hier täglich Songtext-Kritiken bis zum Samstag.

Griechenland - Bis der Arzt nicht mehr kommen muss
Schon in den letzten Jahren ist der krisengeplagte griechische Gemütszustand relativ direkt in die Songtexte gesickert, in denen gerne mal etwas angezündet wurde, mit dem diesjährigen Beitrag “Alcohol is free” kommt diese Entwicklung jetzt zu ihrem Höhepunkt. Wie aber soll man Titel und Refrainzeile dieser Trinkerhymne übersetzen, die so politisch unkorrekt das alkoholisierte Steuern eines vollbesetzten Autos durch die Innenstadt verherrlicht? “Alkohol ist umsonst” ist womöglich gemeint, aber viel zu schwach. “Alkohol macht frei” geht dann wiederum etwas zu weit, oder “Alkohol ist Freiheit”. Für das deutsche Gehirn würde ich “Freibier für alle” übersetzen, aber dann sagt man mir vielleicht nach, ich würde allzu frei übersetzen.
Gefangen in st…

Eurovision Songtext-Kritik 3: Spanien

In Vorbereitung auf den Eurovision Song Contest, den man am Besten gemeinsam mit der Lesebühne "Lesershow Wedding" gucken sollte, poste ich hier täglich eine Songtext-Kritik bis zum Samstag.

Spanien - Doktorspiele

Ein blauer Himmel, wischt den Sturm weg, der mein Herz verdunkelt.
Und dann kommst du, mit allem was du hast, entdeckst mich wie ich bin.
Langsam schwant es mir, eine Ahnung verdichtet sich. Nicht werden die Protagonisten des Eurovision Song Contestes immer jünger, sondern ich werde immer älter. Vielleicht bin ich auch zu abgebrüht geworden, aber es scheint mir doch, das Mittdreißiger-Trio des spanischen Beitrages bräuchte in Liebesdingen überhaupt noch mal einen Schulabschluss: "Komm, ich zeige dir, was ich habe, wenn du mir zeigst, was du hast." Man muss ja auch nichts überstürzen, denn:
All die Hoffnungen des Lebens liegen vor uns, das Leben beginnt genau jetzt.
Eine stets optimistische Haltung, gegen die nicht wirklich etwas einzuwenden ist. Aber es gehört auc…

Eurovision Songtext-Kritik 2: Niederlande

In Vorbereitung auf den Eurovision Song Contest, den man am Besten gemeinsam mit der Lesebühne "Lesershow Wedding" gucken sollte, poste ich hier täglich eine Songtext-Kritik bis zum Samstag.

Niederlande - die Rückkehr der Maya
Lange hätte die Sängern Anouk auf das richtig Lied für den Eurovision Song Contest gewartet, jetzt meint sie offenbar, sie hätte es gefunden. Langsam und gefühlvoll beginnt der Song, mal sehen, welche schöne Stimmung sie für ihren Beitrag inhaltlich gewählt hat:
Isoliert von der Außenwelt, Wolken haben alles Licht geschluckt. Ich habe keine Kontrolle mehr, es scheint, meine Gedanken irren nur noch umher, wenn ich ohne dich zu leben versuche.
Ja, das könnte die richtige Stimmung für einen ESC-Gewinn sein. Einsamkeit, Dunkelheit, Selbstmordtendenzen. Das ist vielversprechend, da fühlt man sich als Europäer bei einem liebgewonnenen Grundgefühl gepackt, und schunkelt versonnen mit. Da öffnet sich das Herz, wenn auch nur, um gleich darauf stehenzubleiben. Denn de…

Eurovison Songtext-Kritik 1: Belgien

In Vorbereitung auf den Eurovision Song Contest, den man am Besten gemeinsam mit der Lesebühne "Lesershow Wedding" gucken sollte, poste ich hier täglich eine Songtext-Kritik bis zum Samstag. 

Belgien - Das Ende ist nahe
Man muss sich wirklich Sorgen machen um die sogenannten Benelux-Staaten, wenn man sich die Beiträge des diesjährigen Eurovision Song Contest ansieht. Gut, man sorgt sich insgesamt um die eigene Vernunft, wenn man so leichtsinnig ist, sich den Contest anzugucken. Werden wir diese Menge Glitter in den nächsten drei Minuten überleben, oder wird sie uns blenden? Ist es wirklich eine Tischdecke, die sie da trägt? Auch muss man sich Sorgen machen um die Tänzer, ob man nicht Depressionen bekommt in diesen Kostümen, wenn man am Abend vom Partner oder der Partnerin gefragt wird: Und, wie war die Arbeit? Luxemburg hat schon vor vielen Jahren das Handtuch geschmissen, was den Song Contest betrifft, die Niederlande haben in den letzten Jahren wenig Glück gehabt, und Mist …

Brauseboys am 16.5. im Magna Mata: Mit Currywurst

Was einem so gute Laune bereiten kann (von Frank Sorge)
Mit durchaus schlechter Laune stehe ich an der Straßenbahnhaltestelle, schon wieder Osloer Straße. Hier strömen Weddinger aus allen Himmelsrichtungen zusammen, die Volksstämme der Soldiner und Panker treffen auf durchreisende Malplaqueten, Seemüller und Nauener. Am belebten Nachmittag stehe ich da und rauche eine Zigarette, als eine ältere Frau in meinem Rücken vorbeiläuft und mir "Entschuldigung" zuraunt. Warum erklärt sich erst jetzt, als sie einen Meter hinter mir den Rock rafft und ein belebtes Plätschern erklingt. Vermutlich schirme ich sie sogar etwas ab, aber so breit bin ich längst nicht, die ganze Reihe der Blicke gegenüber und hier auf den Wartesteigen ablenken zu können. Nachdem sie flott eine beachtliche Pfütze hinterlassen hat, lässt sie den Rock wieder fallen und zieht von dannen. Ein älterer Mann neben mir grinst mich an, offenbar will er darüber reden. "Machen ja Männer auch ständig", sage ich …

Mothes liest

Aus der Reihe "Mothes liest Magazine" hier Teil 2: Gregor Mothes liest konkret.

Martin Beck's

In der Kirche des Vorlesenabends war Martin Betz (hier mit Beck's) unser Organist.

Brauseboys am 9.5.: Bier, Brause und Bücher

Mann mit Huhn (von Frank Sorge)
An der Osloer Straße stehe ich an der Ampel neben einem Mann, der ein Huhn auf dem Arm trägt. Der Herr wirkt etwas zerzaust, vielleicht gar verwirrt, aber er nimmt die Fürsorgepflicht für das Geflügel ernst. Denn es ist nicht gefroren, gerupft oder sonstwie zubereitet, es lebt. Wenige Zentimeter entfernt brausen Autos und LKWs vorbei, aber er murmelt beruhigend auf das Huhn ein, das den Kopf an seinen Hals schmiegt. Zuerst vermute ich, er würde es direkt zum Kochtopf führen, aber diese zärtliche Anwandlung macht mich skeptisch. Er muss es auch nicht wirklich festhalten, es sitzt auf seinem Unterarm. Der Wedding schaut kurz rüber, dann wird der Kauz mit dem Huhn von der Anonymität der Großstadt verschluckt. Aber er ist hier nicht allein, er hat ein Huhn, und mit dem Huhn hat er auch etwas Dörfliches in der Stadt, sollte er das vermissen. Es wirkt auch nicht so, als bringe er das Tier sicher in seinen Garten, den Zoo, oder seinen Hühnerhof, sondern vermut…

Brauseboys am 2.5.: Der Spargel wächst

Arbeiterlied (von Frank Sorge)
Jeden Morgen steh ich auf, und am Abend geh ich unter. Schau, dass ich was Schaues kauf, Schönes macht die Seele munter. In der Nacht dann träume ich, und sollte doch längst schlafen. Und, wenn es geht, versäum ich nicht, mit Gift mich abzustrafen. In den Pausen schöpf ich Kraft, vom Tag mit seinen Flatterdingen. So hilft, was mir mein Leben schafft, zugleich es rumzubringen. Und hab ich einmal nichts zu tun, fällts mir sehr schwer, mich auszuruhn.