Donnerstag, 30. Oktober 2014

Dienstag, 28. Oktober 2014

Brauseboys am 30.10.: Blatt vor Mund

Ordnung ist Zerstörung (von Frank Sorge)

Eines schönen Herbsttages beschließe ich, das alte Moped vom Hof zu räumen. Verschrotten oder als Ersatzteilträger verkaufen, das wird sich zeigen. Es steht schon länger da, das ganze Jahr unter einer Plane. Als ich diese anhebe, schließe ich aus der Farbe des Kennzeichens, dass es wohl doch schon ein Jahr mehr ist. Außerdem fällt mir auf, dass das Hinterrad durch Fasern verschmutzt ist - ach je, ein Vogelnest. Im Herbst natürlich unbewohnt, vorsichtig lüfte ich die Plane etwas mehr und schaue unter die Verkleidung. Auch Wespen haben versucht, hier heimisch zu werden, auf der Fußbank finde ich außerdem eine zerrüttetes Bett aus Rattenkötteln. Neugierig hebe ich den Wetterschutz höher, das Vorderrad steckt in einem Ameisenstaat, im Lenkradfach sitzen fröhliche Spatzen und pokern. Im Helmfach tanzen schillernde Käfer an einem Froschteich aus Kondenswasser, um den Motor hat sich ein störrisches Faultier gewickelt und im Topcase begrüßt mich ein grünäugiger, exilierter Bewohner des sterbenden Planeten Hananax. "Hananax", sagt er und schwenkt einen Neuromanipulator, der mich glauben lässt, das alles entspringe meiner Fantasie. Mich die Plane wieder zurückziehen und arglos an den Rechner zurückkehren lässt. Wollte ich nicht... ach, genau, eine Geschichte schreiben.

Donnerstag, 23. Oktober 2014

Moses Wolff


Der Zufall brachte uns an diesem Abend zwei Gäste des selben Nachnamens, einen Doppel-Wolff. Moses Wolff gehört zur einzigen wöchentlichen Lesebühne Münchens, den Schwabinger Schaumschlägern, und ist außerdem Schauspieler, Oktoberfestexperte und Sänger. Sein neuer Roman heißt "Schrippen-Blues" und liegt jetzt auch auf meinem Nachttisch. 

Dienstag, 21. Oktober 2014

Brauseboys am 23.10.: Mit Doppel-Wolff

Bedenken (von Frank Sorge)

Ich trinke ganz gerne was mit Alkohol, immerhin nicht täglich. Es ist jedenfalls besser, als täglich nicht gerne zu trinken, also sollte man stets aufpassen, dass es nicht derart umschlägt. Aber ist es schon bedenklich, auf dem Einkaufszettel Whisky statt Whiskas zu lesen? Oder erst, wenn man es zwar noch als Whiskas erkennt, aber stattdessen doch Whisky kauft? Es käme vielleicht noch drauf an, für wen? Whiskey für die Katze schürt weitere Bedenken, Whiskas für mich noch viel mehr. Auch spielt eine Rolle, wer den Zettel geschrieben hat. Wenn ich selbst das Katzenfutter aufgeschrieben habe und mich trotzdem verlese, sollte ich mir vielleicht wirklich Sorgen machen. Wenn es aber meine Freundin war, ist alles gut und ich kann es auf ihre Handschrift schieben. Solange sie nicht selbst ständig an Whisky denken muss und daher, statt einfach "6 x Katzenfutter", ein Produkt mit Whisky-ähnlichem Namen aufgeschrieben hat. Habe ich da etwas nicht bemerkt? Oder wenn es ein Codewort wäre, damit zufällige Gäste, die den Einkaufszettel lesen, nicht denken: "Wer braucht denn hier 6 x Whisky?" Wenn es gar die Katze selbst war, deren Überlebensdruck angesichts leerer Futterschalen so stark geworden ist, dass sie in der Not das Schreiben erlernt hat - was dann?

Samstag, 18. Oktober 2014

Malerische Ruine


Womöglich durfte das Grundstück im Biosphärenreservat Schorfheide nicht neu bebaut werden, vielleicht gab es einfach nicht rechtzeitig einen Käufer. Malerische Ruine nahe Biesenbrow, wo wir Brauseboys ein deutlich konstruktiveres Vorbereitungswochenende für "Auf Nimmerwiedersehen 2014" gemacht haben.

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Dienstag, 14. Oktober 2014

Brauseboys am 16.10.: Dicke Bretter

Virtuelle Geschäfte (von Frank Sorge)

Neulich in der Online-Welt,
hab' ich einen Baum gefällt.
Erst begann er, leicht zu wanken,
schließlich fiel er, großer Krach.
Hab digitales Holz gehackt,
es fein zersägt in Planken.
Die verkauft, gab echtes Geld,
neulich in der Online-Welt.

Donnerstag, 9. Oktober 2014

Lari & die Pausenmusik


Vor wenigen Wochen standen sie schon mit uns im Centre Francais auf der Bühne, jetzt endlich auch in voller Besetzung bei uns im La Luz: Lari & die Pausenmusik (v.l. Platze, Lari, Tom). Die revolutionären Weddinger Volksmusiker brachten ihr erstes Album "Einmischen" mit.

Dienstag, 7. Oktober 2014

Brauseboys am 9.10.: Bunte Blätter

Herbstliche Nachrichten (von Frank Sorge)

Der Lenz ist tot, der Herbst ist da. Auch sonst nur schlechte Nachrichten von Irrsinn und Krieg, wen muss man eigentlich für das Zitat schelten, es gäbe keine schlechten Nachrichten? Mit letztem Rebellionswillen staksen noch leicht Bekleidete durch die Weddinger Straßen, bis doch die Grippe obsiegt. Ich hingegen schließe die Strickjacke und mache mir Gedanken darüber, die Heizung anzustellen. Im Oktober? Vielleicht etwas früh, aber wenn man erfroren ist, ist es zu spät. Ein sogenannter Tralalafon-Mitarbeiter stört mich auf und redet am Tralalafon minutenlang auf mich ein wie der Imam in der Jauch-Show. Er will mich an die "Qualitätsabteilung" verkaufen, aber ich wehre mich. Ich versuche es jedenfalls, es ist mehr passiver Widerstand, denn er lässt mich kaum ausreden und variiert seinen Salm immer neu, während ich beharrlich dazwischen rufe, er könne noch lange das Gleiche erzählen, meine Meinung würde sich nicht ändern. Ein Fehler, denn er erzählt weiter das Gleiche, jetzt mit Aufforderung. Zudem lügt er mir das Blaue vom Himmel herunter, denn bei Tralala arbeitet er gar nicht, gibt er zu, während ich weiter dazu verdammt bin, meine Meinung nicht zu ändern und selbst das nicht ändern kann. Endlich lenkt er ein: "Naja, Herr Sorge, wenn sie einfach nicht einsehen wollen, was für ein gutes Angebot das ist, kann ich auch nichts weiter machen -  ich habe ihnen ja alles erklärt..." Und er erklärt es nochmal.
Gibt es auch gute Meldungen? Wir haben GPS-Zellen im Hirn und die DDR hätte heute 65. Geburtstag gefeiert. Es ist aber einfach nicht vorstellbar, wie diese Republik heute aussehen würde, gäbe es sie noch.

Donnerstag, 2. Oktober 2014