Donnerstag, 25. April 2013

Mittwoch, 24. April 2013

Brauseboys am 25.4.: Klare Sachen


Tauben vergiften im Hof (von Frank Sorge)

Es gibt Verluste auf dem Weg zum Sommer, und überhaupt einem ordentlichen Frühling. Eine Taube liegt tot im Hof, offenbar eine der Ringeltauben, die sonst vor meinem Fenster brüten. Sie haben dort ein hervorragend verstecktes Nest im Efeu, der sich um den alten Baum im Hof rankt, und eine Terrasse auf dem breiten Ast davor, auf dem sie oft gemeinsam sitzen. Jetzt sitzt nur noch eine Taube auf dem Ast und schaut runter in den Hof der Verdammnis. Betroffen schaue auch ich auf den Tatort, der schnell vom Hausmeister geräumt worden ist. Man hätte eine Kreidezeichnung um den toten Vogel machen, und die CSI-Hinterhof einschalten sollen. Vielleicht wurde er vergiftet, aus Versehen per Rattenköder, oder mit Vorsatz, um die großen Vögel vom eigenen Balkon fernzuhalten. Oder hatte jemand mit dem Luftdruckgewehr angelegt, denn eine kleine passende Verletzung war am Kadaver zu sehen, bevor er weggeräumt worden ist. Ich hatte sie auch gefüttert, mit Sonnenblumenkernen, um ihnen die kargen Übergangswochen zu erleichtern, und wäre auch bereit, mich in der Sache polizeilich vernehmen zu lassen, und die restlichen, alten Kerne ins Labor zu geben. Aber aufklären musste man so einen Mord doch, und nicht einfach über ihn hinweggehen. Weiter hinten im Hof erspähe ich eine Krähe, die man gleichfalls als Verdächtige und Zeugin befragen müsste, schon öfter hatte es hier nachbarschaftlichen Streit gegeben. Sie wirkt ruhig und besonnen, eine Täterin ohne Reue, und frei wie ein Vogel. Ich traue ihr alles zu, aber sie uns sicher auch.

Donnerstag, 18. April 2013

Mittwoch, 17. April 2013

Brauseboys am 18.4.: Am Sonnerstag


Alternativen für Deutschland (von Frank Sorge)

1-Umbenennung in Heiliges Römisches Reich deutscher Deppen und sich in allen politischen Belangen direkt dem Vatikan unterstellen.
2-Oder der britischen Königsfamilie (die haben Zeit).
3-Aus allen internationalen Vereinbarungen austreten und beginnen, eine Atombombe zu bauen.
4-Den Euro abschaffen und Monopoly-Spielgeld zur Währung erklären (aber nur die hübschen Scheine der alten Editionen).
5-Kollektives Fußnägelschneiden.
6-Doch was anderes machen, ein Buch lesen, spazieren gehen.

Dienstag, 9. April 2013

Brauseboys am 11.4.: Grau meliert


Kennzeichen des Alterns IV (von Volker Surmann)

Neulich auf meiner Geburtstagsparty. Jüngere Freunde saßen beisammen und unterhielten sich über Sex und abnormale Penisformen. Als ich mich zu ihnen setzte, verstummte das Gespräch abrupt, und meine Freunde eröffneten mir: „Volker, bitte geh wieder. Das wär’ ja, als würde meine Mutter dabei sitzen.“
~#~#~#~#~#~#~#~#
Donnerstag, 11.4. /20.30 Uhr
La Luz (Oudenarder Str. 16-20, Osram-Höfe)

Die Brauseboys
Die empfohlene Wochendosis Lesebühne, seit zehn Jahren jeden Donnerstag mit neuen Texten. Paul Bokowski, Hinark Husen, Robert Rescue, Frank Sorge, Volker Surmann, Heiko Werning und Gäste lesen was vor.

Gast:
Meikel Neid (ist jetzt Surfpoet): www.meikelneid.de
Andreas Albrecht (Freier Mitarbeiter des Weltgeschehens): www.andreasalbrecht.com 

Donnerstag, 4. April 2013

Brausegirls 2013


Eine Woche vor unserem Geburtstag laden wir von Beginn an die Brausegirls ein. In einer anderen Dimension ist es genau andersherum, in dieser hier waren es dieses Jahr Margarete Stokowski, Chio Schumacher, Rigoletti, Sarah Bosetti, Lea Streisand und Sylvia, die Unvollendete.

Mittwoch, 3. April 2013

Brausegirls am 4.4.: Brauseboys am 6.4.


Freundschaft (von Frank Sorge) 

Der Junge im Spätkauf mokiert sich beim Tabakkauf darüber, dass ich offenbar gute Laune habe. "Warum lächelst du immer so?", fragt er vorwurfsvoll, und wirkt selbst sehr müde und zerzaust, frustriert und vielleicht sogar etwas perspektivlos. Ich erläutere ihm, es wäre eine Grundstimmung in meinem Herzen, die ich nicht einmal sehr bewußt nach außen tragen muss, die sich von selbst seinen Weg in mein Gesicht sucht. Ich wäre außerdem nicht willens, dieses Verhalten zu ändern, egal, wie sehr es ihn stören würde. Es läge in der Natur, nicht nur meiner, sondern allgemein, nach dem Prinzip des Austauschs. Unter dem fröhlichen Zitterbaum wächst ein grimmiger Pilz, für jede martialische Barrakudafresse wird ein süßes Welpengesicht geboren. Auch wenn der Welpe beißt und der Fisch nur kuscheln will, das Äußerliche sollte man hier nicht überbewerten. Vielleicht ist es ja auch nur eine Provokation, nicht umsonst zeigt man beim Lächeln die Zähne, aber so weit hätte ich mich und die Welt nicht analysiert, um mir da ein Urteil zu erlauben. 
Er hört sich das alles an und überlegt. Natürlich habe ich ihm Stuss erzählt und bin einfach nur noch etwas adrenalingeladen vom Auftritt davor, vielleicht freue ich mich auch einfach, dass das Brauseboys-Jubiläum näherrückt, oder dass er so zerzaust wirkt. Ist doch schön, wenn wir hier so vertraulich sein können, im Spätkauf. Nun aber verblüfft er mich: "Wir müssen unbedingt mal einen rauchen", sagt er kryptisch, "um unsere Freundschaft zu vertiefen." 
Über eine Antwort denke ich immer noch nach.