Donnerstag, 26. Februar 2015

Dienstag, 24. Februar 2015

Brauseboys am 26.2.: Geteilte Freude

Geteilte Freude (von Frank Sorge)

Die Arztpraxis ist im dritten Stock, also finde ich es legitim, mich vor den Fahrstuhl zu stellen. Körperlich bin ich noch in der Lage, die Etagen auch auf der Treppe im Flug zu überwinden. Zwei Stufen auf einmal, kein Problem, drei wären hier mit Hilfe des Geländers wohl auch drin. Aber muss ja nicht, zudem stellt sich ein weiterer Mann "im besten Alter" neben mich, um auf den Fahrstuhl zu warten. An der Anzeige erkennen wir, dass der im dritten Stock ist und wohl jeden Moment zu uns runterfahren wird.
Weitere Patienten betreten den Flur, es ist ein Ärztehaus, sehen kurz zu uns und nehmen die Treppe. Sicher müssen sie nur in die erste Etage. Der Fahrstuhl hängt weiter im dritten Stock fest, es ist unklar, warum er sich nicht in Bewegung setzt. Aber jeden Moment muss es doch so weit sein.
Die ersten älteren Menschen gehen an uns vorbei und nehmen die Treppe, langsam wird es peinlich. Ich sehe den Mann neben mir an, er denkt das Gleiche. Immer noch eine Rentnerin kommt herein, sieht spöttisch zu uns rüber und verschwindet über die Stufen.
Der Fahrstuhl ist mittlerweile im vierten, beim nächsten siechen Patienten mit Krückstock merke ich an den Kopfbewegungen des Mannes neben mir, dass er die Situation abwägt und schon gleichfalls zur Treppe strebt. Aber das geht nicht. Wie stehe ich dann da?
Also spreche ich ihn an: "Jetzt haben wir schon so lange gewartet, jetzt muss er ja jeden Moment kommen."
Das hilft, er lächelt und entspannt sich. Der Blick auf die Anzeige aber straft mich Lügen, unverrückbar hält der Fahrstuhl jetzt ganz oben.
"Wir ziehen das jetzt durch!", sage ich eine Minute später, damit er es sich doch nicht anders überlegt. Er nickt schicksalsergeben. Endlich ist der Aufzug da, wir drücken den passenden Knopf, fahren hoch und treten auf den Flur. Geschafft! Dass es sich nicht um unsere, sondern um die zweite Etage handelt, fällt uns erst auf, als die Fahrstuhltüren hinter uns schon geschlossen sind. Also laufen wir gemeinsam durchs Treppenhaus. Immerhin mit lautem Lachen, das ja sehr gesund sein soll.

Donnerstag, 19. Februar 2015

Dienstag, 17. Februar 2015

Brauseboys am 19.2.: Fladenbrot und Spiele

Wir wollen die Spiele (von Frank Sorge)

Der Wedding macht sich bereit für die olympischen Spiele. Neue Disziplinen, stadtaktive Konzepte, integratives Bewusstsein, am Wedding kommt das IOC nicht vorbei. Hier einige Ideen:

Tretbootregatta - Als Wassersport-Standort schlagen wir den Plötzensee vor. Die Ruderwettbewerbe werden nicht als Gesamtstrecke, sondern pendelnd absolviert. In einer krönenden Jugend-Regatta mit Tretbooten, die gleichzeitig mit allen anderen Wasser-Wettkämpfen stattfindet, werden die Teamfähigkeiten junger Athleten besonders auf die Probe gestellt.

Dönerwurf - Statt eines Diskus wird ein aluminiumverpackter Döner geworfen. Die Sportler können das Innenleben im Imbiss bestimmen und so spezielle Strategien zu Gewichtsverteilung und Flugeigenschaften probieren. Bei einem Fehlversuch, bzw. Übertritt der Wurflinie muss der Döner gegessen werden.

Pfandstaffel - Die Pfandflaschenstaffel (40-mal-10-Meter) auf der Müllerstraße ist ein ambitionierter Teamwettkampf und besonders geeignet für Vereine, Schulklassen und sonstige Schicksalsgemeinschaften. Fällt bei einer Übergabe die Flasche auf den Boden und zerspringt, kann eine frei herumstehende Pfandflasche des bereits absolvierten Abschnitts neu auf die Reise geschickt werden.

Schwerathletik - Um auch körperlich anders geübten Olympioniken die Teilnahme zu ermöglichen, werden dem Laufen und Springen die Disziplinen Stehen und Sitzen hinzugefügt. Dem Dreisprung der Keinsprung, dem Siebenkampf der Siebenschläfer, und dem Hochsprung das Tiefstapeln.

Donnerstag, 12. Februar 2015

Dienstag, 10. Februar 2015

Brauseboys am 12.2.: Lachen und lesen

Kudamm des Nordens - Reloaded (von Frank Sorge)

Auf der Müllerstraße, prominent zwischen Seestraße und Citipoint-Center, eröffnet bald ein neuer Laden. Meterhohe Buchstaben auf der neuen Leuchtreklame: "Spätkauf". Nimm das, Gentrifizierung! Künftig kann man also mit dem Brot von der Biocompany direkt zum Sternburg-Regal stolpern, ohne in eine Seitenstraße einzubiegen. Womöglich eine gesündere Mischung, als auf den ersten Blick erkennbar. Der Spätkauf kann den Biokäufer per Versuchung vor allzu ausufernden Wahnvorstellungen bewahren - er erdet - dem Spätkaufer wiederum führt der nahe Bioladen vor Augen, dass Currywurst und Erdnussflips nicht alles sind, bzw. man nicht auf ewig an die Tiefkühlpizza vom Discounter gegenüber gebunden ist.
Das elende "entweder... oder" hat ausgedient, es lebe das "aber auch". Im Spätkauf-Bier selbst steckt zudem noch mehr Versöhnungspotential, denn es ist ja vegan. Um den "Kudamm des Nordens" muss man sich daher keine Sorgen machen. 


Donnerstag, 5. Februar 2015

Dienstag, 3. Februar 2015