Dienstag, 29. April 2014

Brauseboys am 1.5.: Seid dabei!

Das neue Megaprojekt Berlins? (von Robert Rescue)

Unweit der Hallen am Borsigturm entdecke ich an einer Straße das Hinweisschild »Kreuzfahrtterminal« und frage mich, was sich dahinter verbirgt? Lagern dort Ausflugsdampfer, denen der Berliner großspurig die Bezeichnung »Kreuzfahrtschiff« gibt? Wohin geht die Kreuzfahrt? Von Tegel nach Wannsee? Oder ankert dort die »Queen Elisabeth«, die sich mühsam ihren Weg durch die Spree gebahnt hat? Hat Berlin tatsächlich einen Nordberlinerhafen zum »Terminal« ausgebaut, weil aus dem BER nichts wird? Ich kann es nicht sagen, ich bin an dem Schild nur vorbeigefahren. Zuvor hatte ich über ein anderes Schild nachgedacht, auf dem stand: »Phosphat-Eliminationsanlage«.

Montag, 28. April 2014

Nordsee durchbohrt


Eine Bohrinsel in der Nordsee. Auch wenn die Nordsee gerade nicht da ist. Der Herr Fotograf steht am Ende des Trischendamms (Friedrichskoog-Spitze), der zwei Kilometer in die Nordsee ragt, wenn sie da ist. So links übers Wasser, wenn es da ist, ist Cuxhaven.
Pi mal Daumen bohrt die Insel so tief, wie sie von hier aus weg ist.

Donnerstag, 24. April 2014

ESC-Liedtextkritik: Slawische Titten - Polen

Ganz anders ist der polnische Beitrag gelagert, recht offensichtlich dem offen Sichtlichen gewidmet - wenn man sich öffnet. "Slawische Mädchen" von Donatan & Cleo handelt nicht unbedingt insgesamt von diesen, der Fokus ist etwas enger.

"Wir sind Slawen, wissen, wie es geht,
wir schütteln gerne, was wir von Mamas Genen bekommen haben.
Das ist unser heißes Blut, unser slawischer Ruf,
wir sind slawische Mädchen, und wissen unseren  Charme einzusetzen.
Nun wackelt mit den Dingern, die Mama euch gegeben hat!
Das ist das slawische Blut, das ist Schönheit und Grazie."

Erinnert ein wenig an "Schüttel deinen Speck" oder ähnliches, das Video lässt auch keinen Zweifel zu, dass es um Fleisch geht. Ist das womöglich sexistisch? Oder doch nur ironisch? Und ist das mit Blut und Genen nicht vielleicht auch ein bisschen rassistisch? Oder aber nur ironisch rassistisch? Oder einfach nur doof? Oder ironisch doof? Hach, wer soll da noch durchblicken. Vor allem bei dem Durchblick, bzw. Einblick.

"Wir haben etwas, das anderen fehlt,
wir lieben die natürlichen Formen.
Wodka ist besser als Whisky oder Gin.
Das Beste in uns, was immer du willst,
Mädchen, aufgewachsen mit Sahne vom Land,
frisch wie polnisches Brot.
Es gibt nichts besseres als slawische Mädchen,
wer sie gesehen und probiert hat, der weiß das."

Vielleicht ist ja das mit dem Alkohol ironisch gemeint, oder das mit der Sahne. Vielleicht ist ja durch die doppelte Übersetzung (polnisch zu englisch zu deutsch) etwas verlorengegangen? Wenn den Frauen im Video die Milch aus den Mundwinkeln in die freigelegte Wasserrinne ihrer prächtigen Oberkörperausstattung läuft, ist das ja auch etwas lustig. Man freut sich jedenfalls, kann ja auch nicht schlecht sein. Oder man ärgert sich, dass das Ganze so offensichtlich ärgerlicher Mist ist. Aber wer will sich schon ärgern? Und Polen findet man ja auch ganz nett eigentlich.

"Diese spezielle Zutat in unseren Genen,
macht uns stolz auf unsere natürlichen Körper.
In unseren Landen gibt es alles, was du brauchst.
Trink den Wodka aus, keine Not, ihn zu mischen.
Sahne und Butter schmecken so gut,
wir werden dir ein leckeres Essen zubereiten.
Unsere Schönheit ist berühmt in aller Welt,
sieh es dir an, dann wirst du es wissen."

Klingt für mich trotz aller Ironie, die da irgendwie vielleicht von irgendwem entdecken werden könnte, nach: Junge Polin im Puff, geil. Was natürlich ironisch gemeint ist. Dass es ironisch gemeint ist.

Ich frage mich jedenfalls, was der Typ eigentlich zu Lied und Video beiträgt (Donatan). Außer ins Horn zu blasen, Bewertungsschilder für Dekolletés hochzuhalten und seine Augen hinter einer Spanner-Sonnenbrille zu verstecken. Ach, er hat die Musik geschrieben, sie (Cleo) den Text. Wird komplett abstürzen, die Nummer, egal, wie oft das Video geklickt wurde und wie es gemeint ist. Meine Vermutung.

ESC-Liedtextkritik 2014: Vorurteil böse - Island

"Lala lalalala lala lalalala lala lalalala lala la "

Nach dem "Backe, backe, Kuchen" scheinen Kinderthemen fast im Trend. Hier gehört es zur Nummer, die isländische Band Pollapönk besteht zum Teil aus Erziehern, das erklärte Ziel ist Spaßpunk für Kinder und Erwachsene. Ob damit im sonst eher hedonistischen Wettbewerb zu punkten ist, wird sich zeigen. Vielleicht ist es aber auch raffiniertes Angraben der wachsenden Zielgruppe elterngewordener ESC-Fans. Im Lied geht es um einen Stotterer, der Toleranz einfordert.

"Das Leben ist zu kurz für Kurzsichtigkeit,
und sag mir, wer hat noch die Zeit
für einen Kleingeist?
Hör mir zu,
weil jeder K-k-k-k-k-k
Körper sieht innen gleich aus.
Es z-z-z-z-z-z
zahlt sich aus:
ein Lächeln zu tragen."

Das Lied war ursprünglich Isländisch und wurde für den Wettbewerb ins Englische übersetzt. So kann ich nur die Übersetzung übersetzen, ehrlich gesagt glaube ich aber nicht, dass dabei irgendetwas v-v-v-v-v-v-verlorengeht.

"Auch wenn du ein großer bist,
oder ein ganz kleiner.
Oder ein ganz dünner,
oder jemand, der gern isst."

Ich dachte immer, Geschichten mit offensichtlich moralischem Zeigefinger würden Kinder eher abtörnen. Aber vielleicht ist das längst ganz anders, und sie hungern danach.

"Legt die Vorurteile ab,
diskriminiert nicht, Toleranz ist toll,
wir müssen da zusammenarbeiten,
das Problem von unserer Liste streichen."

Arbeit, Problem, Liste - wenn da nicht alle Kinder längst auf den Baum geflüchtet sind, um die Tirade nicht weiter hören zu müssen, weiß ich auch nicht. Da es so offensichtlich reicht mit den Maßregeln, kommt der Text wieder auf seinen Kern zurück:

"Lala lalalala lala lalalala lala lalalala 
Lala lalalala lala lalalala lala lalalala 
Lala lalalala lala la"

Passend zum Inhalt trägt die Band Anzüge in den Teletubbie-Farben.

ESC-Liedtextkritik 2014: Backe, backe, Kuchen - Lettland

Seit gefühlten Jahrhunderten sehe ich mir vor der Finalshow die Eurovision-Songtexte an, übersetze sie und stelle ein paar davon vor.

Ein neues Jahr, ein neuer Songcontest. Immer das Gleiche, ja, aber das Gleiche immer anders. Für den Textkritik-Start brauche ich aus Motivationsgründen dieses Mal einen sogenannten "Gute-Laune-Song", und gleich der erste Griff ins ... Archiv der ESC-Homepage bringt mir erfolgreich einen solchen. "Cake to Bake" aus Lettland, oder einfach "Backe, backe, Kuchen".

Bevor wir zum Refrain vorstoßen, der alles weitere Nachdenken auslöscht, gibt es interessante Strophen. Man muss sie sich vorher ganz nüchtern angucken, das Video lenkt zu sehr ab.

"Ich hab das Eis der Polarkappen geschmolzen,
hab die Jäger des verlorenen Schatzes gefunden,
einen Fall für das Genie aus der Baker-Street gelöst,
geholfen, den Central Park zu säubern.
Hab einen Plan für die chinesische Mauer gemacht,
ging in die Wüste, ließ es regnen,
hab einen blutigen Haitank durchschwommen,
fand Atlantis, nebenbei (Aber heute)."

Klingt alles erst einmal beeindruckend, aber es sind nur sehr beschönigende Schilderungen für eigentlich so banale Untätigkeiten. Es bedeutet im Grunde nur: Ich hab rumgesessen und Filme geguckt, Indiana Jonas, James Bond, Sherlock Holmes, die ganze Riege. Vielleicht auch ein bisschen gedaddelt, am Computer. Es heißt nicht mehr, als sich erfolgreich (mit klimaerwärmender Unterhaltungselektronik) abgelenkt zu haben von der wichtigen Aufgabe, die "die sogenannte" Realität zu lösen fordert: Einen Kuchen zu backen.

"Ich soll 'nen Kuchen backen, keine Ahnung, wie das geht 
(Backe, backe, backe, backe einen Kuchen).
Ich soll 'nen Kuchen backen - und hab' das nie gemacht 
(Backe, backe, back, backe einen Kuchen).
Sei nicht zu stolz, Kumpel, zögere nicht
und frag deine Mutter, wie es geht.
Wie man backt, wie man backt, einen Kuchen backt."

So weit ist es mir den jungen Erwachsenen also gekommen. Können nichts praktisches mehr, wegen der medialen Reizüberflutung natürlich. Man muss die Zivilisation von ganz unten wieder aufbauen, sich an die Realität trauen - einen Kuchen backen für die Freunde. So richtig Bock auf Backen kann der Sänger dann aber doch nicht haben, die konkrete Zubereitung macht er sich sehr einfach.

"Nimm etwas Teig, dazu etwas Liebe, ab in den Ofen und warten." Ob das wirklich schmeckt, darf bezweifelt werden. Aber die Geste zählt, das gilt auch für Ü30-Kinder, die nichts auf die Reihe kriegen.



Mittwoch, 23. April 2014

Brauseboys am 24.4. mit Andreas Gläser und Jan von Im Ich

Aufpassen (von Frank Sorge)

Nach 22 Uhr im Supermarkt. Katzenfutter ist alle, obwohl die gut erzogenen Tierchen ja im Ernstfall auch Döner essen. Also viel Katzenfutter und alles mögliche andere noch auf dem Band, Kassiererin neckisch: "Aber nicht verwechseln!"
"Ich passe auf."

Bekomme ein Bonusgeschenk, Spielzeug irgendwas, weil ich so ordentlich eingekauft habe. Sie drückt es mir in die Hand und ich stecke es ein. Verblüfftes Auspacken zu Hause. In der Plasteverpackung eine Miniaturverpackung für einen Nassrasierer. Ich öffne die bedruckte Pappschachtel und finde darin: Nichts. Das Bonusgeschenk ist eine verpackte Verpackung. Offenbar gedacht für einen Kaufmannsladen, gleichzeitig aber perfektes Anschauungsmaterial für die Lehrstunde "Kapitalismus I - Müll und Wahnsinn".

Heraus zum 2. Mai!

10. Kampf- und Feiertag der Arbeitslosen


Aufruf zur Teilnahme am Wedding-Block der 2. Mai Demo. 
Gegen den Zwang zur Lohnarbeit - Umbenennung des Arbeiterbezirks in Arbeitslosenbezirk - Mindestlohn für Roboter. Der Wedding-Block bildet sich, weil der 2. Mai alle Weddinger betrifft, diese aber oft zu träge waren, sich in den letzten 10 Jahren anzuschließen. Wir helfen uns beim Aufstehen und kämpfen mit neuen Parolen gegen den Wahn der Vollbeschäftigung. Unser Motto: Arbeitslose Weddinger besichtigen den Prenzlauer Berg! 

Weddinger Vortreffen am Mittwoch, 23.4. (ab 20.30 Uhr) im Mastul. Wer sich helfend beteiligen will und weiter informieren, komme dann, sonst einfach zum 2.5. an den Senefelder Platz.


Montag, 21. April 2014

Spreepark-Tour: Riesenechsen, Riesenrad


Die vielen Dinosaurier auf dem Gelände waren auch nach der Schließung begehrte Objekte für Fotos, Kletteraktionen und Souvenirjäger. So sind jetzt kaum noch welche übriggeblieben, das traurige, stoßzahnlose Mammut am Eingang habe ich wegen einen Platzregens ausgelassen. Dafür zwei Details eines umgestürzten Tyrannosaurus.


Gefallene Riesen, gefallenes Riesenprojekt.


Gegen Ende der Tour erzählt Sabrina Witte auch die Koksgeschichte in aller Ausführlichkeit, mit allen Konsequenzen für die Familie und sie selbst. Und den Bruder, der seit elf Jahren in einem peruanischen Gefängnis sitzt. Mittlerweile hätte sich die öffentliche Meinung zur Familie von "Die Verbrecher" zu "Die Doofen" gewandelt, aber da wisse sie selbst nicht, was ihr eigentlich lieber wäre.


Das Riesenrad wurde zum 40. Geburtstag der DDR neu aufgestellt, gehört als eines der wenigen Dinge noch zum alten Kulturpark. Die starr angebrachten Gondeln sind mittlerweile in starken Winden aneinandergeschlagen und verbogen, das ganze Rad ächzt, knarrt und quietscht. Die Luft bewegt es nach Belieben, sich hineinzusetzen kann schnell lebensgefährlich sein.


Eine Sanierung ist unwahrscheinlich.


Am Ende des Monats ist durch den Rückkauf des Landes auch Schluss mit den Führungen, die Familie räumt das Gelände.


Die Eltern sind länger geschieden, mit dem Vater würde sie seit Jahren kaum ein Wort wechseln, seine Wohnwagen wären aber auch noch hier.


Die Schwanenboote hatten häufiger mediale Aufmerksamkeit, da immer wieder welche entwendet und später in der Spree gefunden worden. Oder sehr viele Kilometer hoch im Norden. Irgendwann hätte sie mit einer Bohrmaschine alle Schwäne zerlöchert, um sie unbrauchbar zu machen.


Hier waren einmal Restaurants, Kinder konnten an Flippern und Arcade-Automaten abgegeben werden. Vorbei diese Zeiten, nach drei Stunden sind wir durch, die Spuren werden weiter verschwinden. Mürbe gelauscht und gelaufen verabschiedet sich die Gruppe, viele reden noch ein persönliches Wort mit Sabrina. Später erst fällt mir auf, dass die Eintrittskarte zur Führung ein "Super Ticket 2001" für 30 DM ist. Ich stecke sie sorgsam weg.

Spreepark-Tour: Katzenmaul


Sie hoffe, wir hätten viel Fantasie mitgebracht, denn die würden wir auf der Tour brauchen. Vieles sei längst vom Insolvenzverwalter verscheuert worden, anderes geklaut. Mit den Autos, die durch diesen Torbogen gefahren sind, konnte man wohl auch gut über die normalen Parkwege heizen. 


Zur Sanierung von Fahrgeschäften wie diesem wären auch vor allem nicht die schweren Stahlteile zu ersetzen, sondern längst verschwundene Wertstoffe in Stromleisten und Kabeln.


Die Zeit nagt nicht nur an Materialien, sondern auch an Stil, Moden und Technik. Sodass ein nächster Betreiber vermutlich eher auf Zeitgeist als Nostalgie setzen würde, im Zweifel also eher etwas neues baut. Dieses Katzenmaul aber einfach abzureissen würde ich jedenfalls nicht übers Herz bringen.


Hier noch einmal ganz nah dran und in 3D (jetzt bitte die Rot-Cyan-Brille aufsetzen).


Wie schnell Vegetation einen Ort zurückerobern kann, lässt sich nicht nur hier sehen. Aber hier auch. Schon nach zehn Jahren (Zombiekatastrophe, Atombomben, Invasionen tentakelbewehrter Außerirdischer, Pleite und Koksschmuggelaktion) haben sich überall Büsche und schlanke Bäume breitgemacht. Die Erde gehört ihnen ohne Wohnberechtigungsschein. Würde man sie noch ein paar Jahrzehnte in Ruhe lassen, wäre alles überwuchert, durchnässt, eingestürzt, unterwurzelt, verrostet, umrankt.


Spaß ist flüchtig, egal, wie kompliziert er hergestellt worden ist.


Die Geschichte der Pleite hat Sabrina Witte schon am Anfang erzählt, auch um Abstand zur vorherigen Gruppe zu gewinnen. Bei ihr dürfen wir mehr, aber es soll keiner sehen. Zum Ende des Monats wäre es eh vorbei mit den Touren, mit allem, sie würden schließen, denn es gäbe eine Einigung mit dem Land. Was künftig aus dem Gelände wird, das könne aber keiner voraussagen.


Bei einer Tour wäre mal ein Mann gewesen, der sie pausenlos beschimpft hätte. In Sippenhaft genommen, wegen aller Geschehnisse, eine ständige Tirade. Warum er dann überhaupt hier wäre, trotz aller Einwände, hätte sie gefragt. Um eben genau das zu tun, sie zu beschimpfen.
Später hätte er sich noch bedankt und beeindruckt gezeigt, dass sie die ganze Zeit über freundlich geblieben wäre. Hätte der gewusst, erzählt sie, was sie sich derweil an Foltermethoden für ihn ausgedacht hatte.

Grand Canyon

Am Ostermontag mittags zur Spreepark-Tour geeilt, Familienaktion. Viel Andrang, unverhofft landen wir in einer Gruppe, die Sabrina Witte übernimmt, eine Tochter der gescheiterten Betreiber-Familie. Die junge Frau hat ein geübtes Marktschreier-Organ, erzählt mit dem ganzen Körper und führt uns drei Stunden über das Gelände. Sie mache nur sehr selten im Jahr einmal die Tour: "Habta Glück, dass Ihr bei mir gelandet seit. Oder Pech."


Grand Canyon


Als Westberliner Kind war ich nie im Kulturpark, kurz nach der Wende muss ich mit meinen Eltern und dem kleinen Bruder aber doch einmal dortgewesen sein. Jedenfalls kann ich mich noch dunkel an ein paar Fahrgeschäfte erinnern, die zum alten Park gehört haben müssen. Später in den Neunzigern muss ich dann auch einmal im Spreepark gewesen sein, Erinnerung aber gleichfalls unklar. Hiermit bin ich aber sicher auch gefahren.


Ihre Kindheit und Jugend auf dem Gelände wäre wirklich speziell gewesen, und das glaubt man ihr schon nach wenigen Andeutungen.


"Offensichtlich betrunkene Personen sind von der Fahrt ausgeschlossen."


Vieles im Park ist abgebaut, verkauft, geklaut, die Vegetation überwuchert die Reste. Wir dürfen aber nicht sagen, es sähe hier verwildert aus. Von Gartenarbeit hätte sie für viele Jahre genug.




Donnerstag, 17. April 2014

Dienstag, 15. April 2014

Brauseboys am 17.4.: Es hagelt Worte

Weniger ist mehr (von Frank Sorge)

Südlich meiner Wohnung kenne ich alle Dönerläden, aber nach Norden ist meine Drehspieß-Landkarte weitestgehend kahl. Also auf zu neuen Dönern, Richtung Rehberge, da muss es einiges geben. Und ich finde einen vertrauenswürdigen Laden, nette Mitarbeiter, Yaprak-Döner, sogar ein Lockangebot. Und Kartoffeln kommen auch dazu, alles wirkt frisch.
Kalorientechnisch ist der Döner dreigeteilt. Fleisch-Brot-Soße, in gleichen Teilen. Traditionell wird jede Brothälfte mit einem flachen Löffel Soße bestrichen, zunehmend aber reisst es ein, kellenweise Soße dazuzuschütten. Nicht nur schwemmt man selbst infolgedessen auf wie ein Hefekloß, das Brot sifft durch, man hat alles an den Händen. Im Magen schwimmt die Soßenmasse träge herum wie ein Eisberg und wirft den Esser für Stunden in die Bewußtlosigkeit der Tiefsee. Ich sage also immer “Wenig Soße”, oder “Nur ein bisschen Soße”, oder “Ganz wenig Soße.”
“Hallo?”
“Ein Döner.”
“Okay, Soße?”
“Kräutersoße, aber nur ganz wenig.”
Ein bis zwei Minuten dauert es noch, Brot ist im Grilleisen, Yaprak-Schnipsel fallen. Dann nimmt er das Brot und schmiert es kellenweise mit Soße voll. Ich seufze, dann muss ich den unteren Rand halt wegschmeissen, durchaus entsetzt bin ich aber, als er nach der Salatschicht noch einmal eine Kelle Soße nimmt und oben draufsetzt.
“Aber nur ganz wenig”, fast glaube ich es noch zu hören, was ich sagte. 

Donnerstag, 10. April 2014

Dienstag, 8. April 2014

Brauseboys am 10.4.: Bier und Brause

Nicht sein Ding (von Frank Sorge)

Robert hat es kürzlich in einem eigenen Dönertext festgehalten, jetzt weiß ich genau, an welchen Verkäufer er geraten ist.
"Einen Döner zum Mitnehmen."
"Einen Döner?"
"Ja, einen Döner."
-
"Döner?"
"Ja."
"Soße, Salat?"
"Ein wenig Kräutersoße, keine Tomate und Gurke."
-
"Welche Soße?"
"Kräutersoße."
"Salat?"
"Keine Tomate und Gurke."
-
"Zum Mitnehmen?"
"Ja, zum Mitnehmen."
Dabei beobachtet er mich genau, ich ihn auch. Keine Ahnung, was das soll. Zuhören nicht so sein Ding.

Donnerstag, 3. April 2014

Dienstag, 1. April 2014

Brauseboys am 3.4.: Mikro-Organismen

Nicht die Bohne (von Frank Sorge)

Warum in diesem Supermarkt auch die Kaffeebohnen weggeschlossen sind, ganz hinten im Laden, erschließt sich mir nicht. Gut, sie kosten über zehn Euro, aber klaut man wirklich ein Kilo Kaffeebohnen? Was ich noch weniger verstehe, dass man keinen Mitarbeiter im Laden fragen kann, ob der einen Beutel herausrückt, man darf es nur an der Kasse melden. Woraufhin die Kassiererin aufstehen und durch den ganzen Laden nach hinten gehen muss, um die Kaffeebohnen zu holen. Jeden, der dabei bisher hinter mir in der Kassenschlange stand und schon Waren auf dem Band hatte, bedauere ich zutiefst.
Dabei habe ich schon erlebt, dass die Kassiererin mit dem falschen Beutel herankommt und noch ein zweites Mal laufen muss. "Cremoso", nicht "Gustoso", die Packung, die eher braun ist.
Kassiererin heute will nicht alleine nach hinten, ich soll mitkommen. Zum x-ten Mal frage ich, warum sie die Kaffeebohnen wegschließen, nie erhalte ich eine klare Antwort.
"Schlimm genug, dass wir alles mögliche wegschließen müssen", sagt sie. Ich schaue fragend.
"Aber warum die Kaffeebohnen?"
"Ja, Rasierklingen zum Beispiel."
Es darf auf die Frage offenbar keine Antwort geben.