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Es werden Posts vom April, 2014 angezeigt.

Brauseboys am 1.5.: Seid dabei!

Das neue Megaprojekt Berlins? (von Robert Rescue)
Unweit der Hallen am Borsigturm entdecke ich an einer Straße das Hinweisschild »Kreuzfahrtterminal« und frage mich, was sich dahinter verbirgt? Lagern dort Ausflugsdampfer, denen der Berliner großspurig die Bezeichnung »Kreuzfahrtschiff« gibt? Wohin geht die Kreuzfahrt? Von Tegel nach Wannsee? Oder ankert dort die »Queen Elisabeth«, die sich mühsam ihren Weg durch die Spree gebahnt hat? Hat Berlin tatsächlich einen Nordberlinerhafen zum »Terminal« ausgebaut, weil aus dem BER nichts wird? Ich kann es nicht sagen, ich bin an dem Schild nur vorbeigefahren. Zuvor hatte ich über ein anderes Schild nachgedacht, auf dem stand: »Phosphat-Eliminationsanlage«.

Nordsee durchbohrt

Eine Bohrinsel in der Nordsee. Auch wenn die Nordsee gerade nicht da ist. Der Herr Fotograf steht am Ende des Trischendamms (Friedrichskoog-Spitze), der zwei Kilometer in die Nordsee ragt, wenn sie da ist. So links übers Wasser, wenn es da ist, ist Cuxhaven.
Pi mal Daumen bohrt die Insel so tief, wie sie von hier aus weg ist.

Andreas Gläser

Andreas ist uns schon seit Anbeginn der Zeiten ein willkommener Gast. Er brachte einige seiner Bücher mit, die in den Jahren entstanden sind, und für die wir jede erdenkliche Empfehlung aussprechen.

Jan von Im Ich

Jan besuchte uns im Wedding und spielte wunderbar ernstes Liedgut.

ESC-Liedtextkritik: Slawische Titten - Polen

Ganz anders ist der polnische Beitrag gelagert, recht offensichtlich dem offen Sichtlichen gewidmet - wenn man sich öffnet. "Slawische Mädchen" von Donatan & Cleo handelt nicht unbedingt insgesamt von diesen, der Fokus ist etwas enger.
"Wir sind Slawen, wissen, wie es geht, wir schütteln gerne, was wir von Mamas Genen bekommen haben. Das ist unser heißes Blut, unser slawischer Ruf, wir sind slawische Mädchen, und wissen unseren  Charme einzusetzen. Nun wackelt mit den Dingern, die Mama euch gegeben hat! Das ist das slawische Blut, das ist Schönheit und Grazie."
Erinnert ein wenig an "Schüttel deinen Speck" oder ähnliches, das Video lässt auch keinen Zweifel zu, dass es um Fleisch geht. Ist das womöglich sexistisch? Oder doch nur ironisch? Und ist das mit Blut und Genen nicht vielleicht auch ein bisschen rassistisch? Oder aber nur ironisch rassistisch? Oder einfach nur doof? Oder ironisch doof? Hach, wer soll da noch durchblicken. Vor allem bei dem Du…

ESC-Liedtextkritik 2014: Vorurteil böse - Island

"Lala lalalala lala lalalala lala lalalala lala la "
Nach dem "Backe, backe, Kuchen" scheinen Kinderthemen fast im Trend. Hier gehört es zur Nummer, die isländische Band Pollapönk besteht zum Teil aus Erziehern, das erklärte Ziel ist Spaßpunk für Kinder und Erwachsene. Ob damit im sonst eher hedonistischen Wettbewerb zu punkten ist, wird sich zeigen. Vielleicht ist es aber auch raffiniertes Angraben der wachsenden Zielgruppe elterngewordener ESC-Fans. Im Lied geht es um einen Stotterer, der Toleranz einfordert.
"Das Leben ist zu kurz für Kurzsichtigkeit, und sag mir, wer hat noch die Zeit für einen Kleingeist? Hör mir zu, weil jeder K-k-k-k-k-k Körper sieht innen gleich aus. Es z-z-z-z-z-z zahlt sich aus: ein Lächeln zu tragen."
Das Lied war ursprünglich Isländisch und wurde für den Wettbewerb ins Englische übersetzt. So kann ich nur die Übersetzung übersetzen, ehrlich gesagt glaube ich aber nicht, dass dabei irgendetwas v-v-v-v-v-v-verlorengeht.
"A…

ESC-Liedtextkritik 2014: Backe, backe, Kuchen - Lettland

Seit gefühlten Jahrhunderten sehe ich mir vor der Finalshow die Eurovision-Songtexte an, übersetze sie und stelle ein paar davon vor.
Ein neues Jahr, ein neuer Songcontest. Immer das Gleiche, ja, aber das Gleiche immer anders. Für den Textkritik-Start brauche ich aus Motivationsgründen dieses Mal einen sogenannten "Gute-Laune-Song", und gleich der erste Griff ins ... Archiv der ESC-Homepage bringt mir erfolgreich einen solchen. "Cake to Bake" aus Lettland, oder einfach "Backe, backe, Kuchen".
Bevor wir zum Refrain vorstoßen, der alles weitere Nachdenken auslöscht, gibt es interessante Strophen. Man muss sie sich vorher ganz nüchtern angucken, das Video lenkt zu sehr ab.
"Ich hab das Eis der Polarkappen geschmolzen, hab die Jäger des verlorenen Schatzes gefunden, einen Fall für das Genie aus der Baker-Street gelöst, geholfen, den Central Park zu säubern. Hab einen Plan für die chinesische Mauer gemacht, ging in die Wüste, ließ es regnen, hab einen blu…

Brauseboys am 24.4. mit Andreas Gläser und Jan von Im Ich

Aufpassen (von Frank Sorge)
Nach 22 Uhr im Supermarkt. Katzenfutter ist alle, obwohl die gut erzogenen Tierchen ja im Ernstfall auch Döner essen. Also viel Katzenfutter und alles mögliche andere noch auf dem Band, Kassiererin neckisch: "Aber nicht verwechseln!" "Ich passe auf."
Bekomme ein Bonusgeschenk, Spielzeug irgendwas, weil ich so ordentlich eingekauft habe. Sie drückt es mir in die Hand und ich stecke es ein. Verblüfftes Auspacken zu Hause. In der Plasteverpackung eine Miniaturverpackung für einen Nassrasierer. Ich öffne die bedruckte Pappschachtel und finde darin: Nichts. Das Bonusgeschenk ist eine verpackte Verpackung. Offenbar gedacht für einen Kaufmannsladen, gleichzeitig aber perfektes Anschauungsmaterial für die Lehrstunde "Kapitalismus I - Müll und Wahnsinn".

Heraus zum 2. Mai!

10. Kampf- und Feiertag der Arbeitslosen


Aufruf zur Teilnahme am Wedding-Block der 2. Mai Demo.  Gegen den Zwang zur Lohnarbeit - Umbenennung des Arbeiterbezirks in Arbeitslosenbezirk - Mindestlohn für Roboter. Der Wedding-Block bildet sich, weil der 2. Mai alle Weddinger betrifft, diese aber oft zu träge waren, sich in den letzten 10 Jahren anzuschließen. Wir helfen uns beim Aufstehen und kämpfen mit neuen Parolen gegen den Wahn der Vollbeschäftigung. Unser Motto: Arbeitslose Weddinger besichtigen den Prenzlauer Berg! 
Weddinger Vortreffen am Mittwoch, 23.4. (ab 20.30 Uhr) im Mastul. Wer sich helfend beteiligen will und weiter informieren, komme dann, sonst einfach zum 2.5. an den Senefelder Platz.

Spreepark-Tour: Riesenechsen, Riesenrad

Die vielen Dinosaurier auf dem Gelände waren auch nach der Schließung begehrte Objekte für Fotos, Kletteraktionen und Souvenirjäger. So sind jetzt kaum noch welche übriggeblieben, das traurige, stoßzahnlose Mammut am Eingang habe ich wegen einen Platzregens ausgelassen. Dafür zwei Details eines umgestürzten Tyrannosaurus.

Gefallene Riesen, gefallenes Riesenprojekt.


Gegen Ende der Tour erzählt Sabrina Witte auch die Koksgeschichte in aller Ausführlichkeit, mit allen Konsequenzen für die Familie und sie selbst. Und den Bruder, der seit elf Jahren in einem peruanischen Gefängnis sitzt. Mittlerweile hätte sich die öffentliche Meinung zur Familie von "Die Verbrecher" zu "Die Doofen" gewandelt, aber da wisse sie selbst nicht, was ihr eigentlich lieber wäre.

Das Riesenrad wurde zum 40. Geburtstag der DDR neu aufgestellt, gehört als eines der wenigen Dinge noch zum alten Kulturpark. Die starr angebrachten Gondeln sind mittlerweile in starken Winden aneinandergeschlagen un…

Spreepark-Tour: Katzenmaul

Sie hoffe, wir hätten viel Fantasie mitgebracht, denn die würden wir auf der Tour brauchen. Vieles sei längst vom Insolvenzverwalter verscheuert worden, anderes geklaut. Mit den Autos, die durch diesen Torbogen gefahren sind, konnte man wohl auch gut über die normalen Parkwege heizen. 

Zur Sanierung von Fahrgeschäften wie diesem wären auch vor allem nicht die schweren Stahlteile zu ersetzen, sondern längst verschwundene Wertstoffe in Stromleisten und Kabeln.

Die Zeit nagt nicht nur an Materialien, sondern auch an Stil, Moden und Technik. Sodass ein nächster Betreiber vermutlich eher auf Zeitgeist als Nostalgie setzen würde, im Zweifel also eher etwas neues baut. Dieses Katzenmaul aber einfach abzureissen würde ich jedenfalls nicht übers Herz bringen.

Hier noch einmal ganz nah dran und in 3D (jetzt bitte die Rot-Cyan-Brille aufsetzen).

Wie schnell Vegetation einen Ort zurückerobern kann, lässt sich nicht nur hier sehen. Aber hier auch. Schon nach zehn Jahren (Zombiekatastrophe, Atombo…

Grand Canyon

Am Ostermontag mittags zur Spreepark-Tour geeilt, Familienaktion. Viel Andrang, unverhofft landen wir in einer Gruppe, die Sabrina Witte übernimmt, eine Tochter der gescheiterten Betreiber-Familie. Die junge Frau hat ein geübtes Marktschreier-Organ, erzählt mit dem ganzen Körper und führt uns drei Stunden über das Gelände. Sie mache nur sehr selten im Jahr einmal die Tour: "Habta Glück, dass Ihr bei mir gelandet seit. Oder Pech."

Grand Canyon


Als Westberliner Kind war ich nie im Kulturpark, kurz nach der Wende muss ich mit meinen Eltern und dem kleinen Bruder aber doch einmal dortgewesen sein. Jedenfalls kann ich mich noch dunkel an ein paar Fahrgeschäfte erinnern, die zum alten Park gehört haben müssen. Später in den Neunzigern muss ich dann auch einmal im Spreepark gewesen sein, Erinnerung aber gleichfalls unklar. Hiermit bin ich aber sicher auch gefahren.

Ihre Kindheit und Jugend auf dem Gelände wäre wirklich speziell gewesen, und das glaubt man ihr schon nach wenigen And…

Lizzie Libera

Lizzie Libera wohnt ums Eck und brachte Lieder mit, unter anderem die schöne Vertonung eines Gedichts von Mascha Kaléko.

Marlen liest

Zum wiederholen Male, aber wohl das erste Mal bei uns ganz ohne Instrument als Vorleserin: Marlen Pelny.

Brauseboys am 17.4.: Es hagelt Worte

Weniger ist mehr (von Frank Sorge)
Südlich meiner Wohnung kenne ich alle Dönerläden, aber nach Norden ist meine Drehspieß-Landkarte weitestgehend kahl. Also auf zu neuen Dönern, Richtung Rehberge, da muss es einiges geben. Und ich finde einen vertrauenswürdigen Laden, nette Mitarbeiter, Yaprak-Döner, sogar ein Lockangebot. Und Kartoffeln kommen auch dazu, alles wirkt frisch. Kalorientechnisch ist der Döner dreigeteilt. Fleisch-Brot-Soße, in gleichen Teilen. Traditionell wird jede Brothälfte mit einem flachen Löffel Soße bestrichen, zunehmend aber reisst es ein, kellenweise Soße dazuzuschütten. Nicht nur schwemmt man selbst infolgedessen auf wie ein Hefekloß, das Brot sifft durch, man hat alles an den Händen. Im Magen schwimmt die Soßenmasse träge herum wie ein Eisberg und wirft den Esser für Stunden in die Bewußtlosigkeit der Tiefsee. Ich sage also immer “Wenig Soße”, oder “Nur ein bisschen Soße”, oder “Ganz wenig Soße.” “Hallo?” “Ein Döner.” “Okay, Soße?” “Kräutersoße, aber nur ganz …

Christoph Theußl

Christoph Theußl wird als Ex-Weddinger von uns immer gleich euphorisch mit einer Pilsatordusche begrüßt. Jetzt wohnt er in München und ist dort Teil der Schwabinger Schaumschläger geworden, worüber München sehr froh sein kann.

Brauseboys am 10.4.: Bier und Brause

Nicht sein Ding (von Frank Sorge)
Robert hat es kürzlich in einem eigenen Dönertext festgehalten, jetzt weiß ich genau, an welchen Verkäufer er geraten ist. "Einen Döner zum Mitnehmen." "Einen Döner?" "Ja, einen Döner." - "Döner?" "Ja." "Soße, Salat?" "Ein wenig Kräutersoße, keine Tomate und Gurke." - "Welche Soße?" "Kräutersoße." "Salat?" "Keine Tomate und Gurke." - "Zum Mitnehmen?" "Ja, zum Mitnehmen." Dabei beobachtet er mich genau, ich ihn auch. Keine Ahnung, was das soll. Zuhören nicht so sein Ding.

Klaus Bittermann

Der Kreuzberger Autor und Verleger der Edition Tiamat, dieses Mal im Mastul. Es war uns wieder eine Freude.

The Transcontinental

Zwei Abgesandte der Band The Transcontinental zwängten sich mit uns auf die kleine Mastul-Bühne. Sehr schöne Lieder, toller Sound.

Brauseboys am 3.4.: Mikro-Organismen

Nicht die Bohne (von Frank Sorge)
Warum in diesem Supermarkt auch die Kaffeebohnen weggeschlossen sind, ganz hinten im Laden, erschließt sich mir nicht. Gut, sie kosten über zehn Euro, aber klaut man wirklich ein Kilo Kaffeebohnen? Was ich noch weniger verstehe, dass man keinen Mitarbeiter im Laden fragen kann, ob der einen Beutel herausrückt, man darf es nur an der Kasse melden. Woraufhin die Kassiererin aufstehen und durch den ganzen Laden nach hinten gehen muss, um die Kaffeebohnen zu holen. Jeden, der dabei bisher hinter mir in der Kassenschlange stand und schon Waren auf dem Band hatte, bedauere ich zutiefst. Dabei habe ich schon erlebt, dass die Kassiererin mit dem falschen Beutel herankommt und noch ein zweites Mal laufen muss. "Cremoso", nicht "Gustoso", die Packung, die eher braun ist. Kassiererin heute will nicht alleine nach hinten, ich soll mitkommen. Zum x-ten Mal frage ich, warum sie die Kaffeebohnen wegschließen, nie erhalte ich eine klare Antwort. &…