Freitag, 27. Mai 2011

Don Huki And The Brown Crowns



Don Huki war das erste Mal bei uns und hoffentlich bald wieder. Noch kann man von ihnen nichts erwerben oder mitnehmen, aber sie arbeiten dran. "The Brown Crowns" meint vielleicht ihre Haare, fällt mir gerade auf. Das mit dem Blitz und dem Bühnenlicht und allem hat mich irgendwie überfordert an dem Abend, viel schöner finde ich eigentlich noch dieses Zufallsprodukt hier:

Mittwoch, 25. Mai 2011

Brauseboys am 26.5.: Keine Panik!

Heute ist der 10. Welthandtuchtag

"Ein Handtuch ist so ungefähr das Nützlichste, was der interstellare Anhalter besitzen kann. Einmal ist es von großem praktischem Wert - man kann sich zum Wärmen darin einwickeln, wenn man über die kalten Monde von Jaglan Beta hüpft; man kann an den leuchtenden Marmorsandstränden von Santraginus V darauf liegen, wenn man die berauschenden Dämpfe des Meeres einatmet; man kann unter den so rot glühenden Sternen in den Wüsten von Kakrafoon darunter schlafen; man kann es als Segel an einem Minifloß verwenden, wenn man den trägen, bedächtig strömenden Moth-Fluss hinuntersegelt, und nass ist es eine ausgezeichnete Nahkampfwaffe; man kann es sich vors Gesicht binden, um sich gegen schädliche Gase zu schützen oder dem Blick des Gefräßigen Plapperkäfers von Traal zu entgehen (ein zum Verrücktwerden dämliches Vieh, es nimmt an, wenn du es nicht siehst, kann es dich auch nicht sehen - bescheuert wie eine Bürste, aber sehr, sehr gefräßig); bei Gefahr kann man sein Handtuch als Notsignal schwenken und sich natürlich damit abtrocknen, wenn es dann noch sauber genug ist." 


Douglas Adams, Per Anhalter durch die Galaxis. Zitiert nach, bzw. kopiert von:
www.towel-day.de

Towel Day - Keine Panik


Freitag, 20. Mai 2011

Sebastian Nitsch



Sebastian ist ein Bühnennewcomer, wirkte aber schon nach wenigen Wochen abgebrüht wie ein alter Hase. Genau wie mit dem Foto - eins gemacht, zack, war schon alles fertig. Seine sanft auf einen Klangteppich gelegten Worte mahnen zu mehr Menschlichkeit, womit er im Wedding jedenfalls auch nicht ganz an der falschen Adresse ist.

Mittwoch, 18. Mai 2011

Brauseboys am 19.5.: Einfach so

Wilder Westen

Ich gehe in den Spätkauf, obwohl es noch ziemlich früh ist. Aber es gibt jetzt so viele vor der Tür, dass sich viele meiner Wege nach ein paar Schritten erübrigt haben. Denn obwohl in Deutschland immer weniger geraucht wird, haben sich die Möglichkeiten, Tabak zu kaufen, in den letzten vier Jahren hier vor meiner Haustür im Wedding mindestens verdreifacht. Tief in der Nacht blieb nach dem Einzug nur der lange Gang zur Tankstelle, jetzt fände nicht mal mehr Herkules einen Weg zur Tankstelle, der nicht nach wenigen Metern an einem offenen Spätkauf vorbeiführt. Die nächste Post ist vor einer Weile ein bis zwei Kilometer nach Süden gezogen, Briefmarken kaufe ich seitdem im Spätkauf. Und da alle umliegenden Supermärkte mit einer Ausnahme meine Lieblingsnachmittagsbrause nicht im Programm haben, treibt mich der Durst automatisch immer wieder in... dreimal muss man nicht raten. 
Im dunklen Hinterzimmer sitzen junge Herren vor diesem sogenannten Internet, vorne in der Sonne widmen sich andere dem Projekt Nachmittagstrunkenheit mit Bier für 50 Cent. Manch einer fragt sich, wie so ein Laden laufen kann und wittert kriminelle Machenschaften. Wer aber erlebt hat, was ich erlebt habe, wird noch einmal darüber nachdenken und schließlich diesem Irrglauben abschwören, um mit freiem Herzen weiter den Spätkauf als Nahkauf nutzen. Denn auf der Straße schwillt ungewohnter Lärm an, auch Blaulicht ist zu sehen, die Belegschaft strömt zum Ausgang, um zu sehen, wie plötzlich ein Menschenstrom mit Schildern und Plakaten die Seestraße verstopft. 
"Was ist das denn?", fragt mich der Spätverkäufer.
"Eine Demonstration", sage ich.
"Die laufen einfach so auf der Straße, das geht doch nicht. Da gibt es doch Stau." 
"Tja", sage ich, "das nehmen die in Kauf, das sind Charité-Mitarbeiter, die Krankenhäuser werden bestreikt." 
"Und wer kümmert sich dann um die Kranken?"

Samstag, 14. Mai 2011

Nach Hause

Island

Zum isländischen Text kann man in diesem Jahr nur sagen, die haben doch ‘ne Macke.

“Manche sagen, ich wäre irgendwie bescheuert,
wenn ich auf den Hügeln sitze und Regentropfen zähle.”


Und sie haben Recht, denn warum sitzt du da rum und zählst Regentropfen?

“Und ich denke die ganze Zeit, ich will zurück,
an den friedlichen Ort, den ich kenne,
den ich Zuhause nenne.”

Aber die Zuschauer des ersten Halbfinales haben die Botschaft der sechsköpfigen Gruppe “Sjonnis Freunde” nicht verstanden und sie ins Finale geschickt. Die wollten doch nach Hause, Leute.

Ungarn

Ungarn

Aber es gibt auch Frauen in Europa, die sich eine solche Behandlung (siehe Schweden, Russland, Irland) nicht gefallen lassen. Ihre Fackel der Gleichberechtigung brennt lichterloh, wie man in Kati Wolfs Lied für Ungarn sehen kann.

“Ich stand dir immer ganz nah und immer hinter dir,
hab dir zur Seite gestanden, so viel es auch kostete.
Und war immer für dich da, wenn du mich gerufen hast,
aber soll ich dir mein ganzes Leben opfern?
Was ist denn mit meinem Leben?
Was ist denn mit meinen Träumen?
Was ist denn mit meinen Gefühlen?
Was ist denn mit meinen Bedürfnissen?
Ich kann nicht mehr, kann nicht zurück, ich will frei sein.
Was ist denn mit meinen Gefühlen?
Was ist denn mit meinem Leben?”

Ich krieg' dich

Schweden

Mindestens eins der vielen Lieder beim Eurovision Song Contest steht immer so traurig in der Ecke rum. Alle lachen über es, keiner will mit ihm was zu tun haben. Dieses Mal kommt es von den Schweden. Es heißt “Berühmt” und wird Sänger Eric Sadee aber eher in den Abgrund reißen. Warum, das zeigt schon der Text, weil er total doof ist.


“Halt, sag nicht, es wär nicht möglich,
weil ich weiß,
es ist möglich.
Obwohl ich weiß,
dass du nie zu mir rübersiehst,
kann ich sagen,
du wirst es eines Tages tun,
ich kann sagen,
du wirst es tun.”

Und warum wird sie es tun, obwohl sie ihn offenbar langweilig findet. Womit kann er ihr Herz erobern?

“Ich werde berühmt sein,
ich werde berühmt sein,
ich werde sehr berühmt sein.
Mein Körper will dich, Mädchen,
mein Körper will dich, Mädchen,
ich krieg dich, wenn ich berühmt bin.
Halte meine Hände ins Licht,
du siehst, wie ich um mein Leben tanze.
Ich werde berühmt sein,
ich werde berühmt sein,
ich werde sehr berühmt sein.

OOO OOO
OO Berühmt”

Und genau so stellt er es sich auf im weiteren vor.

“Ich kämpfe um das Rampenlicht,
Tag und Nacht,
ich bringe das hier auf Nummer 1.
Ich kann jemand sein,
bevor du weggehst.
Jemand sein, bevor du gehst.”

Lieber Eric, du könntest auch versuchen, sie zu beeindrucken, indem du einen todesmutigen Sprung von einer Klippe machst oder dich versuchst, von einem Strommast zum anderen an den Kabeln rüberzuhangeln. Die Erfolgschancen sind ähnlich, wenn nicht sogar besser. Ein erster Anfang wäre vielleicht, sie mal anzusprechen, vielleicht geht euch ja nach wenigen Sätzen der Gesprächsstoff aus. Dann könntest du dir diese Sache mit der Berühmtheit sparen und vielleicht ein paar neue Pläne für die Zukunft schmieden. Man könnte auch versuchen, zum Beispiel ein ganz berühmter Bahnschaffner zu werden, oder sagen wir mal, ein ganz berühmter Bürofachangestellter. Musik müsste doch nicht sein, oder? Oder Musik ganz ohne Text, wäre das nicht auch mal was für dich?

Ein Lächeln

Rumänien

Wie auch in den vorherigen Jahren bietet der rumänische Beitrag immer was fürs Herz und sprüht vor Lebensfreude. Hotel FM heisst die diesjährige Formation, ein Trio von der Bukarester Bach- oder Baumschule.

“Du denkst, du hast Zeit, um es herauszufinden,
aber das Leben wird an dir vorbeigehen,
deine Zeit läuft ab, oh yeah.”


Ein trauriger, vielleicht melodiöse Gesang könnte diese Zeilen so richtig schön unter Friedhofserde begraben. Das Lächeln des Sängers mit der Schmalzstufe gegen unendlich und die eintönige Akkordklopferei, erinnern aber eher an den Bratmaxe-Song und das familiäre Glück am Grill eines Homeshopping-Senders.

“Deine Probleme verfolgen dich jeden Tag,
dein Lächeln ist einfach weggeworfen,
was soll man dazu noch sagen?”

Und ich frage mich auch, was man dazu noch sagen soll. Aber es gibt eine Lösung für das Problem und alle Probleme. Veränderung muss her, das Lied heißt ja auch “Change”.

“Du musst es einfach glauben,
und deine Träume wahr machen,
das ist nicht so schwer.

Ich kann die Welt nicht alleine verändern,
ihr müsst alle mithelfen, alle.
Fangt an, davon zu träumen,
und mache irgendwas, dass einen Unterschied macht und deine Welt verändert.

Die Gesichter der Fremden, vor denen du dich versteckst,
willst du die Flut nicht umkehren?”

Ja doch, rufe ich unter Tränen, und sehr gerührt in Tränenseen versunken - ja, sag mir, wie es geht. Wie macht man das alles, glauben, hoffen, verändern, wenn alles aussichtslos scheint? Seit Jahrtausenden suchen wir die Antwort, aber du hast sie ja offenbar gefunden. Hier und jetzt, sprich sie aus:

“Ein Lächeln kann alles verändern.”

Und meine Oma heisst Karl und kommt vom Mars, alles klar.

Freitag, 13. Mai 2011

From Belgium With Love

Belgien


“Mit Liebe, Baby” heißt der belgische Beitrag von Witloff Bay, einer A-Capella-Gruppe.


“Mit Liebe! (Hey hey hey mit Liebe)
Mit Liebe, Liebe, Liebe.
Mach alles mit Liebe, Liebe Liebe, Liebe.
Mit Liebe.”

Und damit man diese elementare Botschaft des Liedes nicht überhört oder übersieht, wird sie ein paar Mal wiederholt. Allein in dieser ersten Strophe fällt das Wort Liebe zehnmal.

“Ich mache alles und ich mache alles mit Liebe!
In Kopf, Körper und Seele.
Mit Liebe kannst du alles haben.”

Ich zähle weiter, 24, 25.

“Mit Liebe, mit Liebe, Baby.
Mit Liebe, mit Liebe, Baby.
Mit Liebe, mit Liebe, Baby.
Oh, was immer du tust, tus mit...”

31,32,33...

“Für uns ist nichts weiter zu tun,
als zu küssen, zu kuscheln, ins Glück zu tauchen,
mit Liebe, Baby, hey, mit...”

46, 47, 48 - tatsächlich 55-mal in weniger als drei Minuten. Das sind fast zwanzigmal Liebe pro Minute, also alle drei Sekunden. Ach und dann noch einmal im Titel und, komisch der Bandname, Witloff, Witloff, Witloff Bay ja sogar, Withloff Bay, with love, Baby. Mit Liebe, Baby. Ach so!

Eurovision-Textkritik 2011

Der weltweit größte Liederwettbewerb glänzt seit vielen Jahrzehnten nicht unbedingt durch gute Lieder. Das betrifft die Musik gleichermaßen wie die Texte, und eigentlich auch alle jemals dort stattgefundenen Darbietungen. Was am Eurovision Song Contest auf jeden Fall glänzt, sind die Rest-Pailletten an den schön schwingenden und wohlgeformten Unterkörpern der Hüpfdohlenindustrie, aber von denen soll hier nicht weiter die Rede sein. Wie seit vielen Jahren richte ich den Blick auf die eher selten wahrgenommenen Liedtexte.

Armenien

(Leider und unerwartet schon im Halbfinale ausgeschieden)


Die ersten Proben in Düsseldorf, zeigen, dass die optischen Aussetzer in diesem Jahr offenbar rar gesät sind, Armenien aber füllt die Lücke vorbildlich aus. Die junge Hüpfdohlenindustriesängerin Emmy sitzt in einem riesigen Boxhandschuh, ihr Lied hat den passenden und vielversprechenden Titel: Boom Boom. Sie trägt einen typischen Trainingsmantel mit Kapuze, den sie aber bald abwerfen darf, um den Blick auf den schön schwingenden und wohlgeformten Unterbau freizugeben.

“Tage und Nächte gehen ins Land,
lange Stunden rennen fort,
aber wir kämpfen noch.
Ay Ay Ay”

Vermutlich ist es Kampfgeschrei, sind es Urlaute der Aggression, die sie uns entgegenruft.

“Die Liebe glänzt immer noch,
warum sollten wir es leugnen?
Ich weiß wirklich nicht warum?
Ay Ay Ay”

Wir Zuhörer können die Frage auch nicht beantworten, denn sie kam etwas plötzlich. Ein paar zusätzliche  Informationen wären ganz hilfreich, um die Situation einschätzen zu können. Aber Emmy hat dafür keine Zeit, sie will offenbar einfach möglichst schnell zur Sache kommen.

“Komm, nimm meine Hand, sei nicht scheu (sei nicht scheu),
wir machen was, was gute Laune macht.

Boom Boom
Chucka Chucka
Deine Küsse sind wie

Boom Boom
Chucka Chucka
deine Liebe ist wie”

Donnerstag, 12. Mai 2011

Mittwoch, 11. Mai 2011

Brauseboys am 12.5.: Lange Nacht

Russland


Den russischen Beitrag für den Eurovision Song Contest 2011 haben fünf Männer geschrieben, was man aber nicht vorher wissen muss, man merkt es sofort. Das Lied heißt “Ich krieg’ dich” und hier haben nicht nur viele Köche keine Ahnung vom musikalischen Brei, sie schaffen es schon mit ihrem Liedtext, ihr Produktionskatzengold restlos in sexistische Kackscheiße zu verwandeln. 
“Ich wähle meine Worte, wie es weise Männer tun,
und heute,
mach ich dich klar.
Ich herrsche über meine Welt, wie es große Männer tun,
und ich kämpfe,
ich kämpfe für sie.
Und du siehst so gut aus,
auf dem Boden,
machst mir dreckige Gedanken.”
Ach ja, die schönen dreckigen Gedanken, wenn die Frau auf dem Boden liegt und man nicht viel sagen muss, wenn man die Situation beherrscht wie die großen Krieger, Papa Stalin oder so. 
“Oh, oh, ich komme, um dich zu holen,
oh, oh, oh, ich renne, ich brenne,
oh, oh, ich werde dich kriegen.
ich krieg' dich,
ich kenn' dich,
du willst mich doch auch.”
Damit, und mit anderen schönen Zeilen wie “Wenn du wirklich Spaß haben willst, heute Nacht, dann schrei einfach”, rangiert Russland in der Kategorie Frauenverachtung knapp vor Irland: 
“Du wurdest wohl nicht richtig erzogen,
von all den Typen, die du schon hattest.”
Dicht gefolgt von Schweden:
“Mein Körper will dich, Mädchen,
ich krieg' dich, wenn ich berühmt bin.”

Freitag, 6. Mai 2011

Uli liest was vor



Zur beginnenden Urlaubssaison empfahl uns Uli ökologisch-esoterische Aussteigerdörfer auf den Kanaren. Da ich ihn schon oft nah dran fotografiert hab, jetzt einmal von etwas weiter weg. Irgendwann mache ich dann mal eins, wo er so ungefähr einen Kilometer wegsteht. Und dann wieder zurück.

Mittwoch, 4. Mai 2011

Brauseboys am 5.5.: Ohne Hasen

Viele Hunde sind des Hasen Tod

Ich will die Bilder nicht sehen, "liebe" US-Regierung, die Beschreibungen reichen mir. Ein Schuss oberhalb des linken Auges, bei dem der Kopf explodiert sein soll, da kann ich mir was vorstellen. Sollte meine Vorstellung schlimmer sein, muss ich mir die Realität auch nicht als beruhigendes Korrektiv ansehen. Und gerade wenn es schlimmer ist, als ich mir vorstellen kann, muss man mir die Fotos nicht zeigen. 
Aber natürlich ist es zu spät. Sie sind ja da und wohl schon einige Male kopiert worden. Dann zeigt sie aber wenigstens gleich und malt nicht erst falsche Bärte drauf. Oder sagt nicht, dass sie so grausam sind, dass sie erst in ein paar Tagen veröffentlicht werden können. Überhaupt ein merkwürdiges Argument, wir sind doch gewappnet, wir haben auch Kate und Williams Hochzeitsfotos am gleichen Tag überlebt. 
Hat sie Osama noch gesehen, die Hochzeit? Festplatten, Computer und mehr als hundert USB-Sticks und DVDs wurden erbeutet, derzeit tüfteln Experten wohl in der Aktion "Try and Error" an dem ein oder anderen Passwort, um diese oder ähnliche Fragen zu beantworten. "Djihad" vielleicht, "USA" oder "USAburn" oder "burnUSAburn"? Welches Level hat Osamas virtuelle Farm auf Facebook? War seine Handy-PIN 0911 oder 1109, und welche Videos gefielen ihm oder hat er gar welche kommentiert? Man könnte gemeinsame Netztouren unternehmen: "So surfte Obama" - ach quatsch, Osama meine ich natürlich. Interessanter als blutige Bilder wäre das allemal.