Donnerstag, 28. November 2013

Bühnenbilder


An diesem Donnerstag hatten wir Peter von Schnaps im Silbersee und Frank Klötgen zu Gast. Der Abend brachte aber so viel Erleuchtung, dass ich glatt vergessen habe, sie auch zu fotografieren. Dafür zwei Schnaps-Schüsse aus dem Bühnenraum kurz vor Verlassen der heimeligen Bühne im Mastul.


Dienstag, 26. November 2013

Brauseboys am 28.11. im Mastul: Im Kiez

Trickbelüger (von Frank Sorge)

Es klingelt an der Wohnungstür. Um die frühe Morgenzeit verdächtig, wenn sich niemand vorher angekündigt hat.
"Wer da?"
"Nuschelnuschel... von oben."
Das ist nicht so recht eine befriedigende Antwort, aber ich öffne: Jehovas Flyerverteiler stehen vor der Tür.
"Es ist Zeit”, sagen sie, “wir sollten über den Tod reden."
Eine gewisse Grabesmiene haben sie aufgelegt, aber ich kann glücklicherweise keine Sensen erkennen. Die letzten Zeugen an der Tür sind sehr jung gewesen, diese hier sind jetzt sehr viel älter als ich. So wie das Leben vor dem Leben und das Leben nach dem Leben, überlege ich, ihr und ich, ein gutes Beispiel, ihr seit das Leben davor und ich bin das Leben danach, wenn alles gut geht. Wollen sie vielleicht deshalb über den Tod reden, weil er ihnen schon so nahe liegt? Bin ich letztlich ihr Sensenmann, hier in meiner strahlenden Jugend und in der Wedding-typischen Jogginhose, sollte ich aus christlicher Nächstenliebe aushelfen bei ihrer Problemlage?
"Och nö", denke ich, entreisse ihnen den Flyer, mit dem sie schwenken und schließe die Tür.

Donnerstag, 21. November 2013

Dienstag, 19. November 2013

Brauseboys am 21.11.: Frische Taten

Auf frischer Tat (von Frank Sorge)

Du bist 21 und vermutlich ein netter Kerl. Leider lebst du in Bayern, noch jedenfalls, was auch an deiner gerade volljährigen Freundin liegen könnte. Deren Eltern träumen nachts, es hätte damals schon Betreuungsgeld gegeben, dann wäre ihnen die Erziehung nicht entglitten und sicher alles anders gekommen. Eure Liebe muss noch heimlich bleiben, hier unter den Zwiebeltürmchen und im Schatten efeubewachsener Gaststuben. Aber ein verstecktes Händchenhalten, ein wie zufälliges Füßeln unter der Bierbank, das reicht alles nicht mehr. Ihr wollt euch der Königsdisziplin der Naturspiele hingeben, die seit Jahrhunderttausenden für die Vermehrung dieser merkwürdigen Art verantwortlich ist, zu der auch ihr zu rechnen seid. Geeignet scheint euch ein nicht einsehbares Plätzchen an der Schallschutzmauer der Bahnstrecke, das gewiß nicht als erstes von euch zu diesem Zweck genutzt wurde. Oben am Abendhimmel aber kreisen Polizisten, und sie haben Wärmebildkameras, mit denen sie die heißer werdende Situation ausmachen können. Sie nähern sich, bringen den Helikopter in Position und schalten den Verfolgerscheinwerfer an, während alarmierte Zivilfahnder schon sich in die Büsche schlagen. Ihr zieht die Hosen hoch und flüchtet, aber das Licht von oben verliert euch nicht. Gerade als ihr euch noch fragt, ob Sex vor der Ehe nun wirklich soo schlimm ist, durchwühlen sie eure Taschen und finden Cannabiskrümel. "Ha", rufen sie und lachen. Bald danach wanderst du aus, deine Freundin geht ins Kloster. Du fragst dich seitdem jeden Tag, ob es real war, oder doch eine Szene im Krimi vom Sonntag. Dann googlest du und findest die Nachricht wieder, noch jedenfalls: Mitten in Dachau (Süddeutsche Zeitung). 

Donnerstag, 14. November 2013

Dienstag, 12. November 2013

Brauseboys am 14.11.: Minus Eins

Die Hinark-Husen-Abschiedsshow (von Frank Sorge)

Als hätte der November nicht schon genug Trauriges zu bieten, setzen wir dem Herbstlaub, der frühen Dunkelheit, den grauen Schleiern, den Spionen in der Leitung, dem Schlund der Finanzwelt, den unausgegorenen Koalitionen, den Taifunen, den saudi-arabischen Beifahrerinnen, den Dominosteinbergen, all diesen schrecklichen Unbilden der Welt noch eine Meldung drauf: Wir haben Lese-Urgestein Hinark Husen an den ersten Arbeitsmarkt verloren. Als 2004 "Dr. Seltsams Frühschoppen" wankte, bat er um Vorlese-Asyl im Wedding, den er übrigens eigenhändig vor Jahrhunderten aufgebaut hat, und wurde zum Brauseboy. Schließlich blieb der Frühschoppen ohne Dr. Seltsam bestehen und Hinark bei uns, seit über neun Jahren eine Win-Win-Situation mit unzähligen mehr "Wins" für alle. Jeden Sonntag im Schlot wird er auch weiterhin lesen, aber sein neues Großprojekt, die Umerziehung des Prenzlauers Berges an der kindlichen Wurzel, fordert das Wochentags-Opfer. Um es jetzt noch etwas dramatischer zu machen: Wir werden ihn donnerstags sehr vermissen und auch beim kommenden Jahresrückblick. Viele Wochen und Monate werden wir kurz vor Showbeginn zur Tür schauen, ob er nicht doch noch mit einer frisch aus dem Drucker gezogenen Geschichte hereinweht. Und das kann passieren, denn natürlich ist er nicht plötzlich aus der Welt und bleibt bis zum Untergang des Universums angeschlossenes Mitglied unserer stets umtriebigen Lesebühne. Vor allem aber wird es diese Woche fast noch einmal so sein wie immer, Abschiedstränen nicht ausgeschlossen.

Donnerstag, 7. November 2013

Mittwoch, 6. November 2013