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Es werden Posts vom Juli, 2017 angezeigt.

Brauseboys am 27.7.: Es folgt Sonnenschein

Irgendwann Sonne (von Frank Sorge) Ein gutes Mittel um innerer Wolkenbildung entgegenzuwirken, ist traditionell der Blick auf die 'guten Seiten'. Versöhnende Effekte, die sich erstaunlich zuverlässig selbst bei so schwerwiegend verhagelten Sommertagen einstellen, wenn man genau hinsieht. Die Natur allein, die grüne, saugt die Himmelsgabe durstig ein. Hieß es nicht vor Kurzem noch, Brandenburg würde versteppen? Gefahr gebannt. Bekommt das ein oder andere Gestrüpp dabei zuviel des Guten und säuft heillos ab, lässt sich, in Maßen versöhnlich, wie bei uns scherzen: "Na, wenigstens hat er jelebt!" Zu viel ist doch immer noch besser, als zu wenig. Neigt sich ergiebiger Dauerregen schließlich zur umfassenden Katastrophe, hätte es auch schlimmer können, da ja, allgemein bekannt, Wasser die Grundlage des Lebens bildet. Nicht seine Abwesenheit. Für mich ganz privat sind schon wohltuend befeuchtete Schleimhäute ein guter Grund, der Wetterlage auch ein Lob auszusprechen. Vi

Brauseboys am 20.7.: Wir lesen durch

Die Außenseiter (von Frank Sorge) Namen sind mitunter Schall und Rauch, eher nicht, wenn sie auf Straßenschildern stehen. Dann sind es Namen, die auf Straßenschildern stehen. Umstrittene Personen deutscher Kolonialgeschichte von diesen Schildern herunterzunehmen, ist daher eine gute Idee, hier im Wedding im Afrikanischen Viertel. Es geht nicht darum, diese Geschichte zu vergessen oder vergessen zu machen, sondern im Gegenteil, sich mit ihr zu beschäftigen. Nach einigem Streit um das Verfahren und die von einer Jury ausgewählten Namen, hat das Bezirksamt jetzt die komplette Liste der 196 Vorschläge veröffentlicht, die Anfang des Jahres eingebracht werden konnten. Gesucht wurden "Persönlichkeiten – insbesondere Frauen – der (post-) kolonialen Befreiungs- und Emanzipationsbewegung aus Ländern Afrikas". Vor allem Afrikaforscher werden sich weiter mit den Vorschlägen beschäftigen, unter diesen sind aber einige, mit denen sie sich nicht beschäftigen müssen. Mit denen kann ich

Brauseboys am 13.7.: Wedding für alle

Der lange Abschied (von Frank Sorge) Es ist mir sehr unangenehm, mich nicht beim Abholen von den anderen Eltern der Kita-Kinder zu verabschieden - aber es geht nicht mehr. Es ist unwürdig. Man hat ja schon so relativ wenig miteinander zu tun. Wenn dann die wenigen Begegnungen peinlich verlaufen, umso verheerender. Nach guter Gewohnheit beende ich  bislang Gespräche in der Garderobe mit 'Tschüß', 'Adieu' oder 'Auf Wiedersehen'. Dann bringe ich die Kinder heraus und frage sie, ob wir direkt nach Hause wollen. Ich frage rhetorisch, denn die Antwort lautet immer “Eis!”. Also fahren wir zum Eisladen, wo, na hoppla, genau die Eltern sitzen, von denen ich mich gerade verabschiedet hatte. So wörtlich war das mit dem ‘Wiedersehen’ nicht gemeint. “Hello again”, sage ich da peinlicherweise, oder “Ach, so sieht man sich wieder”. Mir war schon aufgefallen, dass viele Eltern nicht auf ein ‘Tschüß’ reagieren und hatte das für unfreundlich gehalten. Aber jetzt weiß

Brauseboys am 6.7. in der NUSSBREITE: Mit Paul, Ivo & Ahne

Wedding für alle (von Frank Sorge) Schön biste nur, wenn die Sonne druff scheint. Aba feucht, ooch wenns lange nicht regnet. Kannte dir nicht, aber hätte jemeint, wir wärn uns ma' irgendwo begegnet. Stehst voll mit Häusern, wo Einöde war, und bist doch ne Wüste jeblieben. Aber mit schöne Oasen drin, klar, Kamele und Palmen und Dünen. Nich nur Zeit kratzt an die Häuser, ooch Makler. Rausjeputzt wird: Die Immobilie. Blumiger Text wird von altem Charme säuseln, am Straßenrand wächst keene Lilie. Bisschen teurer, wem sollte dit schaden? Draußen am Rand kannste immer noch mieten. Haste nüscht, brauchste doch ooch keenen Laden, dit hat son Ort jwd meistens zu bieten. ~#~#~#~#~#~#~#~# Donnerstag, 6.7. /20.30 Uhr Achtung! Ausweichort!  NUSSBREITE (Seestraße 106, U-Seestraße) Die Brauseboys - frische Texte Jeden Donnerstag nehmen Thilo Bock, Robert Rescue, Frank Sorge, Volker Surmann und Heiko Werning ihre frisch geputzten Tasta