Mittwoch, 18. September 2019

Brauseboys am 19.9. im Eschenbräu: Brauschaum bleibt Brauschaum

Nicht ich (von Frank Sorge)

Ich bin gerade bei der Kasse durch und trage den Einkauf weg, da ruft es hinter mir: "Junger Mann?"
Erst fühle ich mich gar nicht angesprochen, es fehlt nichts, ich habe bezahlt, was sollte sein? Aber hinter mir ruft es drängender: "Junger Mann!"
Also drehe ich mich um, ich bin relativ allein auf dem Weg nach draußen und eine Kassierin läuft in meine Richtung. Sie mustert mich.
"Nich' Sie!", sagt sie und läuft weiter.
Es tut auch gut, mal nicht gemeint zu sein.
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Donnerstag, 19.9. /20.30 Uhr
Eschenbräu (Triftstr. 67, nahe U-Leopoldplatz und S-Wedding)

Die Brauseboys - Lesebühne im Wedding - jetzt im Eschenbräu!

Seit sechzehn Jahren jede Woche neue Texte, Betrachtungen, Musik und belebende Heiterkeit. Fleißige Heinzelmännchen arbeiten im Verborgenen, Weddinger Wichtel woben in der Nacht ein festes Tuch aus den Fasern weggeworfener Matratzen, sie färbten es weiß im Sternenlicht und verpackten es aufrollbar in einer Kiste. Wenn ihr Werk rechtzeitig beendet ist, wird es pünktlich zur Show montiert sein. Es wird wie eine einfache Beamerleinwand erscheinen, nur im Vollmondschein erscheint auf ihr eine glitzernde Tür ins Feenreich. Wir brauchen das Ding vorerst jedoch nur, um die am Donnerstag dort draufzuwerfenden Cartoons auch gut sehen zu können. Am 19.9. begrüßen Nils Heinrich, Thilo Bock, Robert Rescue, Frank Sorge und Heiko Werning:

Katharina Greve (Die dicke Prinzessin Petronia)
Lizzie Libera (Lieder in alle vier Himmelsrichtungen)


Mittwoch, 11. September 2019

Brauseboys am 12.9. im Eschenbräu: Sie haben Post

Die Tonbandgeräte der Zukunft (von Frank Sorge)

Eine Mutter erklärt in der U-Bahn ihrem kleinen Sohn die Welt des digitalen Nachrichtenversendens.
"Du kannst Nachrichten mit WhatsApp verschicken, oder du schickst eine SMS."
"Was heißt denn SMS?"
"Das heißt einfach nur 'kurze Nachricht', du kannst nicht so viele Zeichen verschicken. Wenn du so Bilder verschicken willst, dann heißt das MMS."
"Was heißt denn MMS?"
"Multimedia... Message... short? Short Message eigentlich."
"Ach so, heißt das MSM?"
"Nein, das ist schon MMS."
"SMM?"
"Short Message Multimedia, irgendwie so."
"Und was heißt denn SMS?"
"Service", denke ich zunehmend laut, "SERVICE."
Sage aber nichts. Denn morgen ist nicht nur das mit der MMS vergessen, man legt sie selbst (oder ihn, den Service?) aufs Grammophon. An der nächsten Station steigt Alice aus, an der Leine ihren schwarzen Hund 'Lycos'. Die sind jetzt auch wieder ganz privat.
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Donnerstag, 12.9. /20.30 Uhr
Eschenbräu (Triftstr. 67, nahe U-Leopoldplatz und S-Wedding)

Die Brauseboys - Lesebühne im Wedding - jetzt im Eschenbräu!

Seit sechzehn Jahren jede Woche neue Texte, Betrachtungen, Musik und belebende Heiterkeit. Schaut mal auf das Foto, wie gemütlich es bei uns schon geworden ist. Lauschige Vorhänge, bequeme Sitzmöbel, unkontrollierbares Stroboskop-Licht aus Scheinwerfern, mit denen jede digitale Kommunikation zwecklos ist. Aber vor allem ist ja seit einigen Wochen die richtige Durchbruchtür da, die so schalldicht ist, dass man vom Gastraumgetümmel nebenan genau das hier hört: Nichts. Von uns aber alles, am 12.9. begrüßen Thilo Bock, Robert Rescue, Frank Sorge und Heiko Werning:

Paul Weigl (Passionsfrüchtchen)


Mittwoch, 4. September 2019

Brauseboys am 5.9. im Eschenbräu: Herbsteln

Andere Ideen, damit Wohnen in Berlin bezahlbar bleibt (von Frank Sorge)

Die CDU Berlin hat 15 Ideen veröffentlicht, damit Wohnen in Berlin bezahlbar bleibt. Hiermit seien zehn alternative Ideen ergänzt:

-50.000 Fertighäuser auf den Rollbahnen des BER für alle, die unbedingt Eigentümer sein wollen.
-Keller wohnlich machen (Highspeed-Internet, Lavalampen).
-Degentrifizierung (Kreative Methoden gegen Snobismus).
-Mietentopf statt Mietendeckel (Alle zahlen Miete nach Einkommen).
-Einstellen des lärmenden, gesundheitsschädlichen, stinkenden verbrennungsbasierten Individualverkehrs (Garagenverbot und Umbau zu Fitnessbereichen, Parkplatzumwidmungen und Straßenverengung führen gleichzeitig zur Abwanderung zahlungskräftiger SUV-Besitzer).
-Bauprojekte für alle (Ungenutzte kommunale Grundstücke werden mit Hilfe von Freiwilligen mit Häusern bebaut, in denen sie jeweils dafür Wohnraum bekommen).
-Annexion von Potsdam, Falkensee, Strausberg und Schönefeld (wenn möglich in Einklang mit dem Völkerrecht).
-Kinder dürfen ihren Mietanteil mit selbstgemaltem Spielgeld bezahlen.
-Den Grunewald für nomadische und alternative Lebenskonzepte freigeben.
-Nicht so gierig sein (alle).
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Donnerstag, 5.9. /20.30 Uhr
Eschenbräu (Triftstr. 67, nahe U-Leopoldplatz und S-Wedding)

Die Brauseboys - Lesebühne im Wedding - jetzt im Eschenbräu!

Seit sechzehn Jahren jede Woche neue Texte, Betrachtungen, Musik und belebende Heiterkeit. Die ersten Blätter werden braun, die Zeit des abfallenden Laubes beginnt. Von den braunen Wahlzetteln ganz zu schweigen, bäh. Wir lassen lieber die Spätsommersonne auf frisch bedrucktes Blattgold der Zuversicht scheinen. Am 5.9. begrüßen Thilo Bock, Nils Heinrich, Robert Rescue, Frank Sorge und Heiko Werning:

Gregor Mothes & Hanna Kämpf (Erziehung und Angst)
Le-Thanh Ho (Klavier oder Gitarre)



Dienstag, 27. August 2019

Brauseboys am 29.8. im Eschenbräu: Heißes Vokabular

Sprunginnovationen (von Frank Sorge)

Als die ‘Agentur für Sprunginnovation’ auf den Weg gebracht wurde, erwartete man mit Spannung die ersten geförderten Erfindungen, die disruptiv auf bestehende Märkte wirken, Nutzerverhalten nachhaltig verändern und neue Geschäftsmodelle entstehen lassen würden. Der „Wechsel von der Kutsche zum Auto oder vom Segel- zum Dampfschiff“, so hatte es der Wirtschaftsminister beschrieben.
Selbst innovativ setzte die Agentur damals auf Hilfe durch künstliche Intelligenz und beteiligte diese auch an kreativen Prozessen, im Betriebsrat und bei Trinkgelagen nach Feierabend. “Das war schon unser erster Sprung” sagt der Leiter der Agentur, “dass wir uns auf Augenhöhe angesehen und sinnvollerweise die Rollen getauscht haben.”
Als man gemeinsam feststellte, dass Menschen für Leitungsaufgaben hier ungeeignet waren, konnten Maschinen die Marschrichtung vorgeben. Sofort aufgegeben und ersetzt wurde etwa das manuelle Steuern von Fahrzeugen. “Die Gefährdung für die empfindlichen Bauteile war einfach zu hoch”, erklärt 3-204-GJX738-MGT-712, “während Menschen durch fortschrittliche Sicherheitstechnik selbst Unfälle bei hohen Geschwindigkeiten überleben konnten, wurde auf den Schutz der Hardware bis dahin kaum Acht gegeben.”
Bald darauf schon stellte die Agentur fest, dass man nicht nur zum Fahren des Autos keinen Menschen mehr brauchte, sondern auch für viele Anlässe von Fahrten. Der Weg zum Arbeitsplatz oder in den Urlaub war nicht mehr relevant ohne menschliche Arbeit. Einkaufen war schon lange durch Liefern ersetzt, und auch andere Anlässe für Menschen (sich sehen, in Ruhe rauchen, Musik hören) waren durch Innovationen ohne Mitwirkung der Agentur bereits weggefallen. “Heute verschwinden Autos so schnell von der Straße wie damals die Telefonzellen”, informiert der Leiter der Agentur, “der gesellschaftliche Widerstand war anfangs enorm, aber das löste die Erfindung des nächsten Menschen, der das besser verstanden hat.”
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Donnerstag, 29.8. /20.30 Uhr
Eschenbräu (Triftstr. 67, nahe U-Leopoldplatz und S-Wedding)

Die Brauseboys - Lesebühne im Wedding - jetzt im Eschenbräu!

Seit sechzehn Jahren jede Woche neue Texte, Betrachtungen, Musik und belebende Heiterkeit. Mit Strohhüten und Cocktails mit Schirmen sehen wir gelassen der Zukunft entgegen. Was soll schon passieren durch das bisschen Erderwärmung? Wir haben doch Glück, ein Meteorit hätte uns schon längst viel gründlicher erledigen können. Apokalypsen und biblische Plagen, wovor hat man nicht schon alles Angst gehabt. Wenn das Meer steigt, machen wir die Fenster zu und einen Mietendeckel drauf. Irgendwann sinkt das Wasser bestimmt auch mal wieder, und die Mieten, durch große Erdbeben oder so. Vorher am 29.8. begrüßen Thilo Bock, Robert Rescue, Frank Sorge und Heiko Werning:

H.P. Daniels (Autor & Musiker)


Mittwoch, 21. August 2019

Brauseboys am 22.8. im Eschenbräu: Kannst du mir was vorlesen?

Was hilft, um auf neue Ideen zu kommen? (von Frank Sorge)

Duschen.
Schokotoast.
Geschirrspüler ausräumen.
Geschirrspüler einräumen.
Das Internet leer lesen.
Sehr starker Kaffee.
Einkaufen gehen.
Seufzen.
Zeitverknappung,
aufgrund von:
Duschen.
Schokotoast.
...
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Donnerstag, 22.8. /20.30 Uhr
Eschenbräu (Triftstr. 67, nahe U-Leopoldplatz und S-Wedding)

Die Brauseboys - Lesebühne im Wedding - jetzt im Eschenbräu!

Seit sechzehn Jahren jede Woche neue Texte, Betrachtungen, Musik und belebende Heiterkeit. Viele wissen gar nicht, dass wir bald noch Marmorsäulen, Theaterränge und eine Tiefgarage bekommen. Unser Lesenest verändert sich jedenfalls stetig, so ist es wohl amtlich bestätigt, dass die Wand nach nebenan jetzt die richtige Tür ist. Wer nicht weiß, was das bedeuten soll, muss einfach am Donnerstag nachschauen, was wir gemeint haben könnten. Wir sind jedenfalls gespannt wie die Flitzebögen.  Am 22.8. begrüßen Thilo Bock, Nils Heinrich, Robert Rescue, Frank Sorge und Volker Surmann:

Insa Kohler (Rakete 2000)


Dienstag, 13. August 2019

Brauseboys am 15.8. im Eschenbräu: Mit Ahne & ilimitado

Der unzufriedene Bote (von Frank Sorge)

Gibt ja auch wirklich nichts, was es nicht gibt. Es klingelt, ich öffne die Tür, davor ein Amazon-Bote mit einem Paket, aber vor allem auch einer Standpauke für mich über meine Empfangsbereitschaft als Kunden. Er sieht mich sehr vorwurfsvoll an.
"Hören Sie denn das Klingeln nicht? Ich habe geklingelt und geklingelt, bin schon nach unten."
"Nein", sage ich, "ich habe nichts gehört, vielleicht ist etwas kaputt."
"Seit fünf Minuten, wissen Sie, das geht wirklich von meiner Zeit ab."
"Das tut mir auch leid", sage ich, dann langsam kommen die Erinnerungen wieder.
"Ich habe Sie auch angerufen", sagt er, "hören Sie das auch nicht, ist das nicht die richtige Nummer?"
Er zeigt sie mir, ruft an, hinter mir im Zimmer irgendwo klingelt es.
"Funktioniert alles", sage ich, "es war einfach Pech, ich war kurz auf dem Balkon."
"Ja, aber hören Sie denn nichts? Ich versuche es die ganze Zeit."
"Ich war nur sehr kurz auf dem Balkon, schalldichte Fenster, vielleicht fünf Minuten, da müssen Sie gerade gekommen sein."
"Aber das geht von meiner Zeit ab."
"Tut mir leid, habe ich doch schon gesagt, aber ich rechne ja nicht einmal mit einem Paket. Ich wusste von keinem Paket bis jetzt."
Er schaut mich skeptisch an.
"Das ist für meine Frau, ich nehme es gerne an."
Es sieht so aus, als wolle er es einbehalten, dann gibt er es mir doch, ich unterschreibe, wünsche einen schönen Tag. Vielleicht ist das mit den Zustelldronen doch irgendwie die bessere Idee.
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Donnerstag, 15.8. /20.30 Uhr
Eschenbräu (Triftstr. 67, nahe U-Leopoldplatz und S-Wedding)

Die Brauseboys - Lesebühne im Wedding - jetzt im Eschenbräu!

Seit sechzehn Jahren jede Woche neue Texte, Betrachtungen, Musik und belebende Heiterkeit. Manche der Weddinger Dreamboys durchleben ja mittlerweile schon ihren dritten oder vierten Frühling, aber alte Hasen kann nichts erschüttern. Woche für Woche tragen wir neu erbeutete Geschichten in unseren Kaninchenbau der Herzen und teilen sie unter Zugabe von Hopfengetränken.  Am 15.8. begrüßen Thilo Bock, Nils Heinrich, Robert Rescue, Frank Sorge und Heiko Werning:

Ahne (Kumpel von Gott)
ilimitado (Akustische Geschichten)



Dienstag, 6. August 2019

Brauseboys am 8.8. im Eschenbräu: Welt und Wedding

Alles wird sicherer (von Frank Sorge)

'Wir werden Ihr altes TAN-Verfahren bis zum 29. abschalten' kündigt die Bank an. Es sei nicht mehr sicher, es werde durch ein besseres Verfahren ersetzt, das ich gleich einrichten könnte. Die Tage des alten Lebens sind gezählt, jetzt kommt das Push-TAN-App-Zeitalter. Ich bestätige die Änderung.
Viel anders ist das neue Verfahren nicht, nur dass noch eine App zwischen Überweisung und Smartphone eingeschaltet ist. Ich vermute, die macht es so viel sicherer. Vor der Benutzung steht aber die Identitätsprüfung. Erwachsene Menschen werden in einer Art Chatroulette geworfen, Zufallsbegegnungen mit Videofunktion, denn die erste Überprüfung schlägt immer fehl, und man wird nach und nach das ganze Callcenter kennenlernen. Statt sich aber Körperteile ohne Kleidung zu zeigen, schwenkt man hier den eigenen Personalausweis. Man trägt ihn herum, wo mehr Licht ist, man kippt ihn an, man macht ein Foto, geleitet von den Überprüfern. 'Höher, bisschen runter, weiter rechts, weiter rechts, bisschen kippen, andersherum". Ich stelle mich unter den schwierigen Lichtverhältnissen in meinem Hinterhof-Arbeitszimmer mal hier und mal dort hin, wo etwas Licht ist. Rauchende Nachbarn gegenüber schütteln mitleidig den Kopf. 'So'n alter Mann im Selfiewahn, denken sie, 'erklären kann ich es ihnen nicht.' Auf den Fotos meines Personalausweises stimmt immer noch eine Kleinigkeit nicht. Mal ist sie nicht ganz im richtigen Feld, mal zu gekippt, mal unscharf. Auch wenn alles zu stimmen scheint, höre ich nur 'Geht nicht' und das Bild erlischt. Die Mitarbeiter geben nach ein bis zwei Minuten auf und schmeißen mich aus der Leitung. Schwache werden hier sofort aussortiert, sie können es ja nochmal probieren und jemanden anderen mit ihrer Unfähigkeit nerven.
Das neue Verfahren war schon hier ziemlich sicher vor mir. 
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Donnerstag, 8.8. /20.30 Uhr
Eschenbräu (Triftstr. 67, nahe U-Leopoldplatz und S-Wedding)

Die Brauseboys - Lesebühne im Wedding - jetzt im Eschenbräu!

Seit sechzehn Jahren jede Woche neue Texte, Betrachtungen, Musik und belebende Heiterkeit. Aus allen Ecken der Erde kehren sie zurück, um neue Geschichten von hier und dort zu erzählen.  Am 8.8. begrüßen Thilo Bock, Nils Heinrich, Robert Rescue, Frank Sorge und Heiko Werning:

Meikel Neid (Liebesgrüße aus Mostrich)


Mittwoch, 31. Juli 2019

Brauseboys am 1.8. im Eschenbräu: Luftige Lesung

Was ich fand (von Frank Sorge)

Am Ostseestrand
Da warn Kiesel
Rund im Sand
Und auf allen Wegen
Elektromobile
Fahrradkolonnen
Müheloses Schwirren
Leises Sirren
Glückliche Gelenke
Und ein Hauch von SUV.
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Donnerstag, 1.8. /20.30 Uhr
Eschenbräu (Triftstr. 67, nahe U-Leopoldplatz und S-Wedding)

Die Brauseboys - Lesebühne im Wedding - jetzt im Eschenbräu!

Seit sechzehn Jahren jede Woche neue Texte, Betrachtungen, Musik und belebende Heiterkeit. Bei moderateren Temperaturen im lauschigen Braukeller der Herzen kehrt der erste Sommer-Urlauber aus luftigen Höhen mit wildem Rauschebart zurück, ein Fels steht in der Brandung, und es gibt ein feines Gäste-Bouquet.  Am 1.8. begrüßen Nils Heinrich & Robert Rescue:

Mareike Barmeyer (Rakete 2000)
Matthias Niklas (Lauter Zweifel)
Two Oceans (Stadtvögel)


Dienstag, 23. Juli 2019

Brauseboys am 25.7. im Eschenbräu: Wellenhitze

Seestraße (von Frank Sorge)

Zähle mit den Kindern an der roten Ampel, in wie vielen Autos nur ein Mensch sitzt. Weil man es in einer Phase nicht rüber schafft, können wir vom Mittelstreifen  weitermachen. Die Stichprobe ergibt: Alle, außer Taxis. Wir warten minutenlang, bis der Individual-Schrott gnädigerweise hält. 
Verkehrswende? Dass ich nicht lache. Elektromobilität? Nee, Diesel. Fahrradwege? Ja, aber nur auf den Dächern. ÖPNV? Igitt, Menschen. Tretroller? Sehr, sehr gefährlich.
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Donnerstag, 25.7. /20.30 Uhr
Eschenbräu (Triftstr. 67, nahe U-Leopoldplatz und S-Wedding)

Die Brauseboys - Lesebühne im Wedding - jetzt im Eschenbräu!

Seit sechzehn Jahren jede Woche neue Texte, Betrachtungen, Musik und belebende Heiterkeit. Wie überall fliehen die Stadtbewohner gerne in den Zeiten, in denen andere ihre Stadt heimsuchen, und suchen ihrerseits andere Städte heim. Im besten Falle finden sie Erholung dort, wovon sich andere erholen müssen. Am 25.7. begrüßen Robert Rescue und  Ex-Boy Hinark Husen (Der Frühschoppen):

Ahne (Buddy von Gott)
Michael Bittner (Das Lachen im Hals)
Andreas Albrecht (Geschmacksverstärker)

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Jeden Donnerstag um 20.30 Uhr lesen die Brauseboys Thilo Bock, Nils Heinrich, Robert Rescue, Frank Sorge, Volker Surmann, Heiko Werning und Gäste im Eschenbräu. Man findet uns in der Triftstr. 67 im Wedding, nach kleinem Fußweg vom U-Leopoldplatz oder S-Wedding. Das Eschenbräu bietet neben verschiedenen hausgebrauten Bieren und sortenreinen Apfelsäften auch kleine Speisen wie frisch gebackene Flammkuchen und Laugenbrezeln an.


Mittwoch, 17. Juli 2019

Brauseboys am 18.7. im Eschenbräu: Sie nennen es Lesung

Sie nennen es Urlaub (von Frank Sorge)

Für Reisegepäck erscheint es mir seit Jahren sinnvoll, neben dem Smartphone, dem Tablett, dem Reader und einem Medienserver (zwei sind gelogen), noch einen Laptop mitzunehmen. Um Newsletter zu verschicken, das ist doch ein guter Grund, und um überhaupt auch etwas arbeiten zu können im Urlaub. Kein guter Grund, aber ich nenne es ja auch nur Arbeit. Außerdem nehme ich natürlich einen Reiselaptop mit, weil ich genau zu diesem Zweck einmal einen angeschafft habe. Seit der ausgedient hat, nehme ich irgendeinen, der noch so rumsteht, egal wie schwer. Irgendwo aber in dieser Konstruktion musste ein Fehler sein, denn den ersten Tag verbrachten wir immer gemeinsam als Update-Tag. Wenn es überhaupt sinnvolle Internetverbindungen für das Downloaden gab, die an einem wahrscheinlichen zweiten Tag erst gesucht werden mussten. Der dritte Tag, so denn endlich updatefrei und mit guter Verbindung, nutzte ich für das Installieren mittlerweile dringend notwendiger Spielereien, die seit der letzten Reise als dringend notwendig angefallen waren. Mit großem Elan, erholungsinduziert, galt dann der vierte Tag immer der Rekonstruktion wichtiger Passwörter, die nicht hier gespeichert waren, aber leider nötig, um überhaupt einmal etwas sinnvolles anzufangen. Nach rund einer Woche war dann immer alles bereit, nur waren die Anlässe auf einmal gar nicht mehr so wichtig. Irgendwie war in den letzten Tagen rund um die Inbetriebnahme des Laptops doch aufgefallen, dass ich mich unter Palmen befand oder dergleichen, und die Motivation schwand oft so sehr, dass mit dem Laptop dann doch wenig anzufangen war. Fahrplanabfragen und Kartensuche, das machte schon längst ein anderes Gerät besser. Nach vielen Jahren kann ich jetzt sagen, wo mein Fehler war. Ich hätte nur Geräte mitnehmen dürfen, die ich auch sonst im Alltag benutze, ich hätte ich ihn also weglassen sollen, obwohl es ihn gab. Aber ich nenne es ja auch nur Urlaub.
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Donnerstag, 18.7. /20.30 Uhr
Eschenbräu (Triftstr. 67, nahe U-Leopoldplatz und S-Wedding)

Die Brauseboys - Lesebühne im Wedding - jetzt im Eschenbräu!

Seit sechzehn Jahren jede Woche neue Texte, Betrachtungen, Musik und belebende Heiterkeit. Während der ein oder andere sich hier oder dort befindet, finden sich andere hier und dort ein, was sich auch trefflich findet. Am 18.7. begrüßen Robert Rescue und Volker Surmann:

Falko Hennig (Rikscha Blues)
Samson (Kiezpoet)
Krazy (rockt)



Dienstag, 9. Juli 2019

Brauseboys am 11.7. im Eschenbräu: Sommergold

Schluppke macht auch das (von Frank Sorge)

Herr Schluppke, Sie wurden als Gegenkandidat für das Amt des Kommissionspräsidenten der Europäischen Union vorgeschlagen. Was haben Sie, was Ursula von der Leyen nicht hat?

Icke? Zeit. Die hat doch schon ohne Job ville zu tun, ick kann mir janz uff die Sache konzentrieren.

Sicherlich ein gutes Argument, Sie sind ja Arbeitsloser im Ruhestand.

Ja, ick sitze aber ooch jerne. Heißt ooch Vorsitzender in dem Fall, hab ick nachjekiekt. Ick sitze allet aus.

Im Gegensatz zu Frau von der Leyen wurden sie nicht von den europäischen Regierungschefs vorgeschlagen, sondern von der SPD-Ortsgruppe Rehberge-Ost. Wie kann sich das europäische Parlament ein Bild von Ihnen machen?

Bild ham wa jemacht, fürt Internet, schön mitm Tresen im Hintergrund. Schicket Teil da, steht für europäische Trinkkultur.

Aber wie erfährt man von ihren Ideen für Europa, Ihren Visionen, Ihren Gesetzesvorschlägen?

Ick habn Twitteraccount.

Meinen Sie, das reicht?

Sie leben nich uffm Mond, oder?

Sie posten dort ein Foto jedes Bieres, das Sie trinken. Finden Sie das angemessen, ihren Konsum so zur Schau zu stellen?

Ick stehe für volle Transparenz. Voll und transparent.
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Donnerstag, 11.7. /20.30 Uhr
Eschenbräu (Triftstr. 67, nahe U-Leopoldplatz und S-Wedding)

Die Brauseboys - Lesebühne im Wedding - jetzt im Eschenbräu!

Seit sechzehn Jahren jede Woche neue Texte, Betrachtungen, Musik und belebende Heiterkeit. Kein Wässerchen kann uns trüben, ob es aus bewölktem Himmel herabregnet, oder zart prickelnd, schaumig in gewohnt unfiltrierter Weise aus des Eschenbräus Zapfhähnen strömt. Am 11.7. begrüßen Thilo Bock, Robert Rescue und Frank Sorge ihren ehemaligen Mitstreiter der ehemaligen Lesershow, und einen Weddinger Autor mit historischem Weitblick:

Gerd Schönfeld (Ein Cello im Berufsverkehr)
Martin Goldenbaum (Melodie aus der Ferne)
Mädchen aus Berlin (zaubert Lieder aus dem Hut)


Dienstag, 2. Juli 2019

Brauseboys am 4.7. im Eschenbräu: Kümmer dich um deine Texte

Was wichtig ist (von Frank Sorge)

Besonders anrührend bei Kindern ist ja oft ihre Begeisterungsfähigkeit. Etwas geschafft zu haben, etwas zu entdecken, einen Sachverhalt zu feiern, den man verstanden hat. Es raschelt im Hausflur, ich höre ein Kind dorthin rennen. Es raschelt noch einmal, kurz etwas mit Mama im Wohnzimmer geklärt, dann aufgeregtes Stampfen in meine Richtung: "Papa, Papa, Papa!"
Es stürmt um die Ecke, die Augen leuchten. "Papa, Papa - ein Brief!"
"Oh, toll!", rufe ich, "danke schön." Nehme den Umschlag vorsichtig entgegen, sehe interessiert drauf, bedanke mich noch einmal überschwänglich, das Kind freut sich mit über das bunt bedruckte Papier.
Werfe die Möbelhauswerbung aber erst weg, als es aus dem Zimmer gelaufen ist. Ernüchterung kommt mal von ganz alleine, aber die Begeisterung vorher, die muss gelernt sein.
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Donnerstag, 4.7. /20.30 Uhr
Eschenbräu (Triftstr. 67, nahe U-Leopoldplatz und S-Wedding)

Die Brauseboys - Lesebühne im Wedding - jetzt im Eschenbräu!

Seit sechzehn Jahren jede Woche neue Texte, Betrachtungen, Musik und belebende Heiterkeit. Kühl und schattig, so erholsam kann ein Tag mit Luftaustausch, oder ein Donnerstagabend bei den Brauseboys sein. Mal zurücklehnen, mal zuhören, mal abschalten und die innere Lampe anschalten - dann gleich mit frischem Eschenbräu löschen.  Am 4.7. begrüßen die Sunnyboys Thilo Bock, Nils Heinrich, Robert Rescue und Frank Sorge den Gast:

Mathias Wildenbruch (Kümmer dich um deine Musik)



Dienstag, 25. Juni 2019

Brauseboys am 27.6. im Eschenbräu: Sommerboys

Vogel haben (von Frank Sorge)

Seit Monaten habe ich jetzt schon die Rentnerin im Visier, die im Winter täglich Körner und Krümel auf dem Mittelstreifen verteilt. Für die Vögel, und für die Ratten auf diesem Wegabschnitt, der auch in tief verschneiten Wintern nie zusätzlich gestreut werden muss. Jahrelang sah ich nur ihr Werk, aber dann entdeckte ich sie doch eines Tages von meinem Beobachtungsposten auf dem Südbalkon. Ungefähr weiß ich jetzt die Zeit, in der sie auftaucht, und sehe regelmäßig fasziniert zu, wie sie unauffällig einen ganzen Gehweg mit Kleintiernahrung versorgt. Es sind so viele Vögel in den Büschen, dass diese auch im Winter immer voll belaubt aussehen, das Gezwitscher kann sich gut gegen den Straßenlärm durchsetzen. Was mich nur beschäftigt, während ich mittlerweile im seidenen Leibchen reglos in der Gluthitze des Balkonofens brüte, warum sie das ganze Jahr damit nicht aufzuhören scheint? Bekommt sie es nicht übers Herz, die Tiere mal einen Tag sich selbst zu überlassen? Irgendwann wird vielleicht auch der beste Wille von zwanghaften Gewohnheiten übermannt. Oder gibt es andere Gründe?
Wenn ich mich irgendwann wieder bewegen kann, unter diesem Zentralgestirn, dann folge ich ihr vielleicht mal ein halbes Stündchen und überprüfe weitere Theorien. Denn ich halte es für relativ ausgeschlossen, dass sie mit dem Weg hier ihr ganzes Tagespensum schon erfüllt hat. Verpfeifen werde ich sie aber nie, versprochen.
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Donnerstag, 27.6. /20.30 Uhr
Eschenbräu (Triftstr. 67, nahe U-Leopoldplatz und S-Wedding)

Die Brauseboys - Lesebühne im Wedding - jetzt im Eschenbräu!

Seit sechzehn Jahren jede Woche neue Texte, Betrachtungen, Musik und belebende Heiterkeit. Es ist ein logisches Szenario: Wenn auf der Erdoberfläche infolge der Apokalypse die Luft brennt, fliehen die schlauen Menschen in die Keller. Für eine steife Brise bei schweißtreibenden Lachbewegungen sorgt bei uns der frisch engagierte Sauseboy, mit der hervorragenden Versorgungslage (Bier von der Quelle & Brezeln) lässt sich jedes Temperaturextrem bestens überwintern. Am 27.6. begrüßen Volker Surmann, Thilo Bock und Robert Rescue die Gäste:

Spider (Liebe statt Drogen)
Lizzie Libera (Das Dasein im Hiersein)


Dienstag, 18. Juni 2019

Brauseboys am 20.6. im Eschenbräu: Sommer, Sonne, Lesebühne

Vorgestern im Seestern (von Frank Sorge)

Ralle, wattn? Keen Fußball?
Nö.
Is doch WM.
Hier nich.
Ick freu mir den janzen Tag auf dein Jerät, und du sparst Strom.
Denk ma an Klima, Peter.
Warste die Feiertage bei die Enkel?
Naja, ick habs versucht. Anner Türe haste se noch brav, Hallo und so, aber kaum sitzen die Alten, rennen die weg. So schnell kommt da keener von uns mehr hinterher, aber kannste mit 16 ooch nüscht mehr sagen.
Ham se dir janz schön in Jewissen jeredet, deine besorgten Jugendlichen.
Recht hamse.
Aber musste denn ausjerechnet bei die WM dit Klima schonen?
WM is Katar, wenn überhaupt.
Watt sagen denn die anderen? Und wo sind die überhaupt?
Drüben beim Helmut, gloob ick.
Ach, und watt machen die da?
Weeß ick. Eier schaukeln.
Du hast ja ne Laune. Ick würde sagen, wir schaun uns die Sache mal janz neutral an. Ick meene, eigentlich is doch dit Gleiche: Spieler, Schiedsrichter, Kommentatoren. Halt allet ne Oktave höher.
Finger weg von die Kiste.
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Donnerstag, 20.6. /20.30 Uhr
Eschenbräu (Triftstr. 67, nahe U-Leopoldplatz und S-Wedding)

Die Brauseboys - Lesebühne im Wedding - jetzt im Eschenbräu!

Seit sechzehn Jahren jede Woche neue Texte, Betrachtungen, Musik und belebende Heiterkeit. Warme Luft muss bewegt werden, am kommenden Donnerstag werden wir daher im Auge eines technisch entfachten Sturmtiefs unsere Blätter davonwehen sehen: Zur Unterstützung zieht ein Standventilator ("Sauseboy") ein! Am 20.6. begrüßen Thilo Bock, Nils Heinrich, Robert Rescue und Frank Sorge den Gast:

Tilman Birr (...alles andere später)


Dienstag, 11. Juni 2019

Brauseboys am 13.6. im Eschenbräu: Man muss Lesungen kompliziert machen

Gestern im Seestern (von Frank Sorge)

Haste jehört?
Watt?
Wir stehn unter Naturschutz.
Miliöö-Schutz meenste?
Ah, ja.
Is doch schon lange.
Ick meinte eigentlich, wir wern einjefrorn.
Davon merk ick aber nüscht bei die Hitze.
Sümbolüsch.
Ach, die Mieten meinste, Peter, du musst ma'n bisschen an dir arbeiten.
An watt?
An deine Jedanken.
Ach, ick denk mir da nüscht bei. Jute Nachrichten sind ja ooch mal wat.
Die Nachricht, Peter, is' aber noch nich die Sache selbst.
Mir überzeugste nich mit deine Schwarzmalerei, ich lass meene Wohnung uff jeden Fall einfriern.
Wenn ick schwarz male, dann nur nach Feierabend.
Ick dachte, ihr seid jeschiedn.
Sehr lustig.
Noch eens?
Ja, aber eiskalt.
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Donnerstag, 13.6. /20.30 Uhr
Eschenbräu (Triftstr. 67, nahe U-Leopoldplatz und S-Wedding)

Die Brauseboys - Lesebühne im Wedding - jetzt im Eschenbräu!

Seit sechzehn Jahren jede Woche neue Texte, Betrachtungen, Musik und belebende Heiterkeit.  Es wird sommerlich, mancher von uns erwägt,  Kleiderstücke in der Kurzversion anzuziehen. Mit ausgefeilter Schleusentechnik schaufeln wir aber ausreichend frische Luft ins Kellerdomizil, während der Aufgüsse werden Eiswürfel und Kaltschalen gereicht. Am 13.6. begrüßen Thilo Bock, Nils Heinrich, Robert Rescue, Frank Sorge und Heiko Werning die Gäste:

Manfred Maurenbrecher (Lieder und Romane)


Dienstag, 4. Juni 2019

Brauseboys am 6.6. im Eschenbräu: Da braut sich was zusammen

Familie Stein (von Frank Sorge)

Es gibt viele Hinweise darauf, dass Menschen vor zehntausend Jahren nicht wesentlich anders waren. Man wachte morgens auf und kümmerte sich den Tag über um die grundlegende Versorgung der Familie. Am Abend aß man Vergorenes und rauchte ein paar Kräuter vom Wegesrand, dachte sich vielleicht eine Geschichte aus, trug sie anderen vor. Oder ein Lied. Dann ab in die Kiste.
Alle trugen so einen flachen Stein mit sich herum. Wahrscheinlich guckten sie auch ständig drauf, ob sich irgendwas an der Oberfläche verändert hatte. 
“Ich muss schnell los, zum Jagen.”
“Warte, du hast deinen Stein vergessen.”
“Ah, ich hatte ihn noch in der Sonne zum laden.”
“Ich hol ihn dir.”
“Danke, ohne den Stein wär ich aufgeschmissen.”
Am Esstisch der Steinzeit, mit Mama Stein, Papa Stein, und den Kinder-Kieseln wurde weniger über Gluten gesprochen, Fett, Zucker und Salzgehalt. Papa Stein holte einen Klumpen aus dem Feuer, riss jedem ein Bein mit Keule ab, und im Duft des Fleischs wurde es andächtig still.
“Aber nehmt auch ein paar Nüsse und Beeren”, wurden die Kinder ermahnt.
“Ja, ja.”
Er legte ihr den warmen Stein in die Hand, sie bedankte sich.
“Ich möchte mich beruflich verändern, Schatz.”
“Aber wo bekommen wir dann unser Fleisch her?”, fragte er.
“Korn, Korn ist die Zukunft.”
“Korn? Glaub doch nicht alles, was im Weltwanderwege-Netz erzählt wird.”
Wir stellen wir uns heute vor, dass die Steinzeit ein ganz hartes Pflaster gewesen sein muss. Aber wenn alles in Ordnung war, war es wohl ganz in Ordnung.
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Donnerstag, 6.6. /20.30 Uhr
Eschenbräu (Triftstr. 67, nahe U-Leopoldplatz und S-Wedding)

Die Brauseboys - Lesebühne im Wedding - jetzt im Eschenbräu!

Seit sechszehn Jahren jede Woche neue Texte, Betrachtungen, Musik und belebende Heiterkeit. Es sind die kleinen Veränderungen, die wir jede Woche wertschätzen. So ist unsere Hinteransicht jetzt durch feinsamtige Fenstervorhänge veredelt. Auf einem schönen Fensterbrett lässt sich, ganz vorsichtig und auf Bierfilz, kerzengerade ein frisches Eschenbräu hinstellen. Draußen soll gerüchteweise schon so eine Art Sommer herrschen, vor zu viel Sonnenlicht muss eindringlich gewarnt werden. Doktor Obst empfielt, einmal die Woche abends in einen Keller zu gehen. Am 6.6. begrüßen Thilo Bock, Nils Heinrich, Robert Rescue, Frank Sorge und Heiko Werning die Gäste:

Michael Sailer (Schwabinger Schaumschläger)
Bird's Free Funk (Freier Jazz für freie Ohren)

Dienstag, 28. Mai 2019

Brauseboys am 30.5. im Eschenbräu: Die Zerstörung der schlechten Laune

Wedding for Future (von Frank Sorge)

Natürlich muss die Politik jetzt handeln, aber jeder Bewohner dieses Planeten kann einen Beitrag leisten. Vorschläge für Naturschutz im Wedding:
Tierstimmenkurse - Diese Stadt kennt hundert Sprachen, und hundert andere mehr kann sie noch lernen. Was will die Taube auf meinem Dach? Was zwitschern die Spatzen auf Spätkauftischen, wovon träumt eine Ratte am Wegesrand? Frag den Fuchs selbst, wem er wo gute Nacht sagt, und hör den Krähen-Gangs bei ihrem Ghetto-Gossip zu, wenn sie um die Häuser ziehen. 
Renaturierung - Besonders lebensfeindliche Bereiche des Weddings können unmittelbar renaturiert und als öffentliche Grünanlagen weitergenutzt werden. Im Einzelnen wären das: Gesamtanlagen der Jobcenter am Rathaus und am S-Bahn-Ring, die Müller- und die Seestraße, 50.000 Parkplätze in Straßen und in Garagen, sowie dieser schreckliche Keller-Rewe.
Insekten - Jahrhundertelang bot der Wedding eine große Vielfalt an Käfern und anderem Getier, eine Rückbesinnung auf klassische Siedlungsräume für Insekten ist geboten. Eingerollt liegengelassene Teppiche, halb zusammengefallene Möbel, durchnässte Matratzen mit Plastik-Überzug. Es muss kein teures Insektenhotel aus dem Laden sein, um neue Lebensräume zu schaffen. Mit etwas Kreativität und einem Hang zum Aufbewahren möglicherweise einmal sehr wichtigen Abfalls können sie aktiv für den Artenschutz handeln. Denn jetzt ist Ihr Moment gekommen!
Wasser - Zur Müllvermeidung und für den Gewässerschutz dürfen Freiluftbereiche wie der Plötzensee und die Rehberge nur noch ohne jede Bekleidung, Taschen, Spielgeräte, Fahrräder oder sonstige Verkehrsmittel betreten werden, zugelassen sind ausschließlich kompostierbare Kinderwägen. Zuwiederhandlungen werden mit Recyclingarbeiten im Kiez geahndet.
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Donnerstag, 30.5. /20.30 Uhr
Eschenbräu (Triftstr. 67, nahe U-Leopoldplatz und S-Wedding)

Die Brauseboys - Lesebühne im Wedding - jetzt im Eschenbräu!

Seit sechszehn Jahren jede Woche neue Texte, Betrachtungen, Musik und belebende Heiterkeit. Auch unsere CO2-Bilanz ist nicht so schlecht. Die meisten von uns laufen zu den Veranstaltungen oder benutzen Fahrräder, das Bier als abendliches Grundnahrungsmittel ist lokal gebraut und hat ungefähr 5-10 Meter Transportweg vom Hersteller hinter sich. Manche von uns züchten Tiere und andere Grillen, unsere Kleidung ist vielleicht billig, aber oft Jahrzehnte getragen. Am 30.5. treten wir in absoluter Vollbesetzung an! Thilo Bock, Nils Heinrich, Robert Rescue, Frank Sorge, Volker Surmann und Heiko Werning begrüßen die Gäste:

Andreas Albrecht (Geschmacksverstärker)


Dienstag, 21. Mai 2019

Brauseboys am 23.5. im Eschenbräu: Ein Lied von Schaum und Krone

Geplante Nachfolgeserien: Ein Lied von Eis und Waffel (Letzte Episode von Frank Sorge)

Nach dem Sieg über den Frühsommerkönig treffen die verbliebenen Mitglieder der Eiswölfe (Haus Gelato) aus dem italienischen Norden und die Leckerbäcker von Haus Hörnchen (‘Die Saison naht’) in einem finalen Duell um den Waffeleisernen Thron auf die Königin der Teigerianer. Ihr akkugetriebenes Reittier Mixerion macht kurzen Prozess mit den kurz gebackenen Schildmuscheln der Hörnchen, und sie entgeht den Waldmeister-Minze-Geschossen, die eine Erstürmung der Stammfiliale des Eisladens ‘Bolle Bolle’ nicht verhindern können. Doch wird die Filialleiterin Hörnchen die Eisbombe zünden, die unter dem Laden schlummert?
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Donnerstag, 23.5. /20.30 Uhr
Eschenbräu (Triftstr. 67, nahe U-Leopoldplatz und S-Wedding)

Die Brauseboys - Lesebühne im Wedding - jetzt im Eschenbräu!

Seit sechszehn Jahren jede Woche neue Texte, Betrachtungen, Musik und belebende Heiterkeit. Die Wand, die Wand - die Wand hielt stand. Trotz einigen Innendrucks, denn wir waren letzte Woche bis in den letzten Winkel ausverkauft. Bis ganz in den letzten Winkel? Nein, findige Brause-Ingenieure und Tetris-Profis sind zuversichtlich, noch gut 200 zusätzliche Zuschauer unterbringen zu können. So ungefähr. Am 23.5. begrüßen Nils Heinrich, Frank Sorge und Heiko Werning die Gäste:

Hinark Husen (Der Frühschoppen)
Michael Bittner (Sax Royal)
Lukas Meister (Gitarrenpop gegen Resignation)

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Jeden Donnerstag um 20.30 Uhr lesen die Brauseboys Thilo Bock, Nils Heinrich, Robert Rescue, Frank Sorge, Volker Surmann, Heiko Werning und Gäste im Eschenbräu. Man findet uns in der Triftstr. 67 im Wedding, nach kleinem Fußweg vom U-Leopoldplatz oder S-Wedding. Das Eschenbräu bietet neben verschiedenen hausgebrauten Bieren und sortenreinen Apfelsäften auch kleine Speisen wie frisch gebackene Flammkuchen und Laugenbrezeln an.


Dienstag, 14. Mai 2019

Brauseboys am 16.5. im Eschenbräu: Das braust!

Was man sagt (von Frank Sorge)

Die Kinder haben aus der Kita ein neues Gegenargument mitgebracht, das sie zu Hause weiter erproben.
"Was man sagt, ist man selber."
Wer also sagt, man wäre blöd, ist selber blöd. Ich erinnere mich daran, selige Kinderzeit. Manchmal erscheint sie mir so lang her, als hätte es noch Dinosaurier gegeben. Sie werden bald merken, dass es bessere Argumente braucht, man kommt nicht so weit damit, überlege ich und widme mich der Internetlektüre. Trump wirft den Demokraten vor, Ermittlungen beeinflusst zu haben, die seine Beeinflussungen ermittelt haben. Er nennt auch andere ständig Lügner, wenn er mal gerade nicht selbst lügt. Erdogan lässt Wahlen wegen mutmaßlicher Manipulationen ungültig machen, er weiß halt auch am besten, wovon er spricht. Christian Lindner hingegen reagiert so versessen auf ein paar Spargelwitze, dass sein Vorwurfsmantel der Spargelversessenheit wirklich nur noch ihm selbst passt. Vielleicht reicht das Argument doch etwas weiter, als ich gerade noch gedacht habe.
"Ihr seid aber schlau", rufe ich ihnen zu.
"Selber."
Das wollte ich natürlich nur hören.
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Donnerstag, 16.5. /20.30 Uhr
Eschenbräu (Triftstr. 67, nahe U-Leopoldplatz und S-Wedding)

Die Brauseboys - Lesebühne im Wedding - ab jetzt im Eschenbräu!

Seit sechszehn Jahren jede Woche neue Texte, Betrachtungen, Musik und belebende Heiterkeit. Fleißige Hände haben in dieser Woche den Durchbruch zum Gastraum richtig verschlossen, es wird also noch lauschiger und gemütlicher zur frischen Hopfenbrause. Am 16.5. begrüßen Thilo Bock, Robert Rescue, Frank Sorge und Heiko Werning die Gäste:

Extreme Sofasitzing Terror (Schnelle Eingreiftruppe für Akustikballaden)

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Jeden Donnerstag um 20.30 Uhr lesen die Brauseboys Thilo Bock, Nils Heinrich, Robert Rescue, Frank Sorge, Volker Surmann, Heiko Werning und Gäste im Eschenbräu. Man findet uns in der Triftstr. 67 im Wedding, nach kleinem Fußweg vom U-Leopoldplatz oder S-Wedding. Das Eschenbräu bietet neben verschiedenen hausgebrauten Bieren und sortenreinen Apfelsäften auch kleine Speisen wie frisch gebackene Flammkuchen und Laugenbrezeln an.


Dienstag, 7. Mai 2019

Brauseboys am 9.5. im Eschenbräu: Im Angesicht des Spargels

Zum Mitnehmen (von Frank Sorge)

Paradiese im Jenseits, das ist von Vorneherein eine sinnlose Vorstellung. Braucht man da alles nicht, weil es ja dann jenseits ist. Für mich jedenfalls zählen nur diesseitige Traumvorstellungen. Die Kinder haben Döner mitgebracht. Wie alle Paradiese hat auch dieses einen Makel, in der türkischen Pizza meiner Frau hat sich ihr Wunsch nach Käse in Fleisch verwandelt.
"Hat der Dönermann wieder nicht zugehört", sage ich.
"War so ein neuer, junger", sagt sie.
"Dann müssen wir morgen wieder Döner kaufen", mischt sich meine Tochter ein und schaut empört, "damit er das richtig machen kann."
"Ja, genau", bestätige ich den erstaunlichen Vorschlag der Dreijährigen. Der Schnipsel fällt halt nicht weit vom Grill.
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Donnerstag, 9.5. /20.30 Uhr
Eschenbräu (Triftstr. 67, nahe U-Leopoldplatz und S-Wedding)

Die Brauseboys - Lesebühne im Wedding - ab jetzt im Eschenbräu!


Seit sechszehn Jahren jede Woche neue Texte, Betrachtungen, Musik und belebende Heiterkeit. Es wird jede Woche gemütlicher im Braukeller, eine weitere Reihe lauschiger Vorhänge ist im Anflug, außerdem wird der Durchbruch zum Gastraum bis zur Ankunft der letztgültigen Pforte mit einer festen Wand verschlossen. Vor Freude tanzen wir daher gemeinsam um den Maibaum, wenn sich die Gelegenheit ergibt, was man sich nicht entgehen lassen sollte. Am 9.5. begrüßen Thilo Bock, Nils Heinrich, Robert Rescue, Frank Sorge und Heiko Werning die Gäste:

Martin Huyn (Ohne Fleiß kein Reis)
Doc Schoko (Stadt der Lieder)

Donnerstag, 2. Mai 2019

Kampf- und Feiertag der Arbeitslosen

Seit ca. hundert Jahren findet am 2. Mai die Demonstration gegen den Zwang zur Lohnarbeit statt. Wir hatten Zeit!


Wir bauen auf Roboter, die uns freundlich jede Arbeit abnehmen können.


Inoffizielle Beobachter aus dem Weltraum zählten mindestens hunderttausende Demonstranten auf dem Weg zur den Schön-Schöner-Schönhauser Allee Arkaden.


Wer nicht da war, hat es verpasst.



Dienstag, 30. April 2019

Brauseboys am 2.5. im Eschenbräu: Bock auf Mai

Bier (von Frank Sorge)

Was wären wir,
ohne dir - Bier.
Bring doch mir
noch eins hier.
Bier - wegen dir
ich wild deklamier
und schwadronier.
Es veredelt Papier.
Bier - der Juwelier
veräußert Saphir
für dir.
Glorifizier,
und schnabulier.
Sei Pro-Bier
für dein Pläsir.
Was gehört aufs Klavier?
Es ist immer nach vier.
Bier!
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Donnerstag, 2.5. /20.30 Uhr
Eschenbräu (Triftstr. 67, nahe U-Leopoldplatz und S-Wedding)

Die Brauseboys - Lesebühne im Wedding - ab jetzt im Eschenbräu!

Seit sechszehn Jahren jede Woche neue Texte, Betrachtungen, Musik und belebende Heiterkeit. Neue Features auf dem Weg zur perfekten Location im Eschenbräu: Ein hungriger Schallschutzvorhang, der sich zu gut gelaunten Nicht-Zuschauern nebenan eigenmächtig überwirft und sie verschlingt - ein neues Klavier mit Lautstärkeregler - ein frisch gebrauter, hochgradig beruhigender Maibock.  Am 2.5. begrüßen Thilo Bock, Nils Heinrich, Robert Rescue und Heiko Werning die Gäste:

Uli Hannemann (Abgesandter des guten Geschmacks)
Andreas Albrecht (Geschmacksverstärker)

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Jeden Donnerstag um 20.30 Uhr lesen die Brauseboys Thilo Bock, Nils Heinrich, Robert Rescue, Frank Sorge, Volker Surmann, Heiko Werning und Gäste im Eschenbräu. Man findet uns in der Triftstr. 67 im Wedding, nach kleinem Fußweg vom U-Leopoldplatz oder S-Wedding. Das Eschenbräu bietet neben verschiedenen hausgebrauten Bieren und sortenreinen Apfelsäften auch kleine Speisen wie frisch gebackene Flammkuchen und Laugenbrezeln an.


Dienstag, 23. April 2019

Brauseboys am 25.4. im Eschenbräu: Schaum und Charme

Schlau (von Frank Sorge)

Meine Kinder sind sehr schlau. Das meiste, was sie Schlaues von sich geben, haben sie natürlich von uns. Aber das meine ich ja damit, dass sie schlau sind. Sie sagen schlaue Dinge wie: “Wenn wir mal ein Auto fahren, wenn wir groß sind, dann stinkt das nicht, dann ist das Elektro”.
“Ja, mein Sohn.”, sage ich.
"Das fährt dann alleine und ist dann auch ganz sicher."
“Du hast recht, sehr schlau, so wird es sein.”
Und denke: “Nimm das, stinkende Diesel-Lobby, und ihr Knatterkisten-Machos, ihr Dreckschleudern, ihr Tempolimit-Verweigerer, ihr Linksspur-Rowdies, ihr ADAC-Abhängigen…”
“Papa?”
“Ja?”
“Warum guckst du so?”
“Ich freue mich einfach, mein Sohn, wie schlau ihr schon seid.”
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Donnerstag, 25.4. /20.30 Uhr
Eschenbräu (Triftstr. 67, nahe U-Leopoldplatz und S-Wedding)

Die Brauseboys - Lesebühne im Wedding - ab jetzt im Eschenbräu!

Seit sechszehn Jahren jede Woche neue Texte, Betrachtungen, Musik und belebende Heiterkeit. Nach einem zünftig schönen Start im Eschenbräu letzte Woche sind wir gespannt, wer diese Woche im Bierfass duscht, wer neuer Meister im Flammkuchenverzehr wird, und ob man auf den Tischen tanzen kann. Am 25.4. begrüßen Thilo Bock, Nils Heinrich, Robert Rescue und Frank Sorge die Gäste:

Veso Portarsky (Der größte Orgasmus auf dem Balkan)
Lüül (17 Hippies, Wanderjahre)

Dienstag, 16. April 2019

Brauseboys am 18.4. im Eschenbräu: Premiere, oho!

Jubiläum & Umzug (Ohne Worte)




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Donnerstag, 18.4. /20.30 Uhr
Eschenbräu (Triftstr. 67, nahe U-Leopoldplatz und S-Wedding)

Die Brauseboys - Lesebühne im Wedding - ab jetzt im Eschenbräu!

Seit sechszehn Jahren jede Woche neue Texte, Betrachtungen, Musik und belebende Heiterkeit mit Thilo Bock, Nils Heinrich, Robert Rescue, Frank Sorge, Volker Surmann, Heiko Werning und Gästen. Das erste Mal am neuen Ort! Besonders freuen wir uns auf die Reunion und Wiedereingliederung von NILS HEINRICH. Die vielen Wanderjahre haben ihn gestärkt: Er ist jünger, lustiger, dynamischer und umtriebiger denn je. Letzte Woche noch im ZDF, ab jetzt wieder wöchentlich im Wedding. Am 18.4. begrüßen alle außer Heiko, der dem Osterhasen den Eierkorb halten muss, die Premierengäste:

Moses Wolff (Schwabinger Schaumschläger)
Martin Goldenbaum (Überflieger und Durchstarter)

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Jeden Donnerstag um 20.30 Uhr lesen die Brauseboys und Gäste im Eschenbräu. Man findet den Braukeller in der Triftstr. 67 im Wedding, nach kleinem Fußweg vom U-Leopoldplatz oder S-Wedding. Das Eschenbräu bietet neben verschiedenen hausgebrauten Bieren und sortenreinen Apfelsäften auch kleine Speisen wie frisch gebackene Flammkuchen und Laugenbrezeln an.



Die Zahl der Plätze im Eschenbräu ist begrenzt. Damit Sie auch wirklich einen Platz bekommen, können Sie reservieren. Ganz einfach eine Mail schreiben an reservierung@brauseboys.de mit Ihrem Namen und der Zahl der reservierten Plätze - fertig. Bei Gruppen ab 5 Personen bitten wir Sie drei Tage vor der Show um eine kurze Rückbestätigung. Der Eintritt wird dann am Abend bezahlt; bis 20 Uhr nicht eingelöste Reservierungen verfallen und werden für alle freigegeben. Auf unserer Homepage werden schon ausverkaufte Veranstaltungen vorher angegeben.

Alle Infos auch auf Homepage & Blog

Dienstag, 9. April 2019

Brausegirls am 11.4. im La Luz: Rigoletti, Sarah Bosetti, Sarah Schmidt, Susanne Riedel und Johanna Zeul

Kettenreaktion (von Frank Sorge)

Meine dreijährige Tochter erzählt: "Und da hat Lara gesagt, dass wir nicht mitspielen dürfen, und da hab ich geweint."
"Oh je, das ist ja blöd."
"Und dann ist Lara zu mir gekommen und hat gesagt, dass ich mitspielen darf, aber ich wollte nicht."
"Das verstehe ich."
"Dann hat Lara auch geweint."
"Ach, schrecklich."
"Und dann ist Milena gekommen und hat gesagt, dass wir mitspielen sollen."
"Und dann hat sie auch geweint?"
"Ja, weil wir nicht wollten."
"Und dein Bruder?"
"Der hat auch geweint. Und Zehra hat dann auch noch geweint, weil keiner mehr gespielt hat."
"Oh, Mann."
"Da kam eine Erzieherin und hat gesagt 'Was ist denn hier los?'", erzählt sie weiter, " da musste ich lachen."
Wie es weiterging, weiß ich nicht. Aber ich hoffe, es gab eine ähnliche Kettenreaktion.
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Donnerstag, 11.4. /20.30 Uhr
La Luz (Oudenarder Str. 16-20, Osram-Höfe)


Die Brausegirls - Einmalig im Wedding



Seit sechszehn Jahren gibt es einmal im Jahr am Donnerstag vor dem Jubiläum die Ahnung einer besseren Welt: Die BRAUSEGIRLS lesen neue Texte und Betrachtungen, sie singen, lachen und projiizieren. Dieses Mal noch im La Luz mit:

Rigoletti (Film und Vortrag)
Sarah Bosetti (Couchpoetos)
Sarah Schmidt (Lesebühnen-Legende)
Susanne Riedel (Der Frühschoppen)
Johanna Zeul (Lieblingsbühnentiere)

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Jeden Donnerstag um 20.30 Uhr lesen die Brauseboys und Gäste im Wedding. In dieser Woche nehmen wir Abschied vom La Luz, um ab 18.4. jeden Donnerstag im Eschenbräu zu landen.


Ab 18.4. NEU im Eschenbräu!

Mittwoch, 3. April 2019

Brauseboys am 4.4. im La Luz: Die späte Blüte

Frühlingslied der Supermarktarbeiter (von Frank Sorge)

Wenn man an der Kasse lächelt,
und das nicht aus Trunkenheit.

Wenn der Kunde freundlich hechelt,
endet unsre Winterzeit.

Er kauft mehr, und auch mal frisches,
er macht Witze, oft sehr schal.

Er sucht golden und delicious,
er kauft gern jetzt 1. Wahl.

Er kauft Pläne, Pflanzen, Erde,
wartet ohne Eil und Hast.

Das Band ist voll, als hätt' er Pferde.
Beugt sich fügsam jeder Last.

Sein Motor ist der Sonnenschein,
er summt unkenntlich Lieder.

Er sammelt keine Punkte, nein,
und kommt doch immer wieder.
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Donnerstag, 4.4. /20.30 Uhr
La Luz (Oudenarder Str. 16-20, Osram-Höfe)


Die Brauseboys - Lesebühne im Wedding

Seit sechszehn Jahren jede Woche neue Texte, Betrachtungen, Musik und belebende Heiterkeit mit Thilo Bock, Robert Rescue, Frank Sorge, Volker Surmann, Heiko Werning und Gästen. Am 4.4. lesen wir das letzte Mal ganz normal und regulär im La Luz. Thilo, Robert und Frank begrüßen als Gäste:

Tobias Wallat (Berichte aus dem Berliner Süden)
Eva Wunderbar (Herzensmusik)
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Jeden Donnerstag um 20.30 Uhr lesen die Brauseboys und Gäste. In den kommenden Wochen nehmen wir Abschied vom La Luz, um ab 18.4. jeden Donnerstag im Eschenbräu zu landen. Deshalb bitte genau schauen, wo wir sind.

Ab 18.4. NEU im Eschenbräu!



Die Zahl der Plätze im Eschenbräu ist begrenzt. Damit Sie auch wirklich einen Platz bekommen, können Sie Plätze reservieren. Ganz einfach eine Mail schreiben an reservierung@brauseboys.de mit Ihrem Namen und der Zahl der reservierten Plätze - fertig. Bei Gruppen ab 5 Personen bitten wir Sie drei Tage vor der Show um eine kurze Rückbestätigung. Der Eintritt wird dann am Abend bezahlt; bis 20 Uhr nicht eingelöste Reservierungen verfallen und werden für alle freigegeben. Auf unserer Homepage werden schon ausverkaufte Veranstaltungen vorher angegeben.

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Freitag, 12.4. >20.30 Uhr
La Luz (Osram-Höfe)

10 Jahre La Luz - Die große Abschiedsshow


Alles wird neu bei den Brauseboys! Neue Location, neue Besetzung. Doch unseren 16. Geburtstag feiern wir noch in alter Besetzung in der alten Location, die genau 10 Jahre unsere Heimstatt war. Zeit und Anlass genug, auf diese Jahre noch einmal mit einem famosen Best-of zurückzuschauen: Die besten Texte, die je im La Luz vorgelesen wurden, die besten Songs, die in diesen Jahren entstanden, die schönsten Videos, die in dieser Zeit gedreht wurden. Auf zur großen Abschiedssause!

Eintritt: 
13€ (ermäßig: 9€)
Es gibt einen Online-Vorverkauf

Dienstag, 26. März 2019

Brauseboys am 28.3. in der Nussbreite: Die letzte Nuss

Schießkanone (von Frank Sorge)

“Schießkanonen”, brüllt mein Sohn und fuchtelt in der Gegend herum, meine Tochter zieht die Augenbrauen hoch und findet es doof. Was ist also an diesen scheiß Kanonen, dass sie Jungs so in den Bann ziehen, die kleinen, die großen, die mittleren? Sie sind scheiße laut, sie sind scheiße gefährlich, man fühlt sich mächtig. Nun bin ich ja auch mal ein Junge gewesen und kann das gut nachfühlen. Natürlich wollte ich auch Pistolen, denn sie kamen überall vor und waren wichtig, in Filmen und so, und waren immer scheiße spannend. Ich wollte als Neuköllner natürlich das obligatorische Klappmesser, die Wurfsterne, das Katana. Jetzt aber will ich das alles nicht mehr haben, was wollte ich jemals damit?
“Scheißkanonen”, rufe ich und fuchtele in der Gegend herum, mein Sohn zieht skeptisch die Augenbrauen hoch und findet es doof. Ich bin der geborene Pädagoge.
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Donnerstag, 28.3. /20.30 Uhr
Ausweichort! NUSSBREITE (Seestraße 106, U-Seestraße)


Die Brauseboys - Lesebühne im Wedding

Seit sechszehn Jahren jede Woche neue Texte, Betrachtungen, Musik und belebende Heiterkeit mit Thilo Bock, Robert Rescue, Frank Sorge, Volker Surmann, Heiko Werning und Gästen. Am 28.3. weichen wir das voraussichtlich letzte Mal in die Nussbreite aus, es sind alle dabei. Aber die letzte Nuss ist noch nicht gegessen, wir begrüßen als Gäste:

Jane Steinbrecher (Schöngeisteswissenschaftlerin)
Christoph Theußl (Schwabinger Schaumschläger)

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Jeden Donnerstag um 20.30 Uhr lesen die Brauseboys und Gäste. In den kommenden Wochen nehmen wir Abschied vom La Luz & der Nussbreite, um ab 18.4. jeden Donnerstag im Eschenbräu zu landen. Deshalb bitte genau schauen, wo wir sind, hier im Überblick:

-Donnerstag, 28.3. >Die Brauseboys in der Nussbreite >20.30 Uhr
-Donnerstag, 4.4. >Die Brauseboys im La Luz >20.30 Uhr
-Donnerstag, 11.4. >Die Brausegirls im La Luz >20.30 Uhr
-Freitag, 12.4. >10 Jahre im La Luz >20.30 Uhr


-Donnerstag, 18.4. >Die Brauseboys im Eschenbräu >20.30 Uhr


Mittwoch, 20. März 2019

Brauseboys am 21.3. im La Luz: Sechzehn Jahr, kaum noch Haar

Sechzehn Jahr, kaum noch Haar (von Udo Sorge)

An einem Donnerstag, es gab keine Lesung,
Hier niemals im Traum, oh nein, oh nein
Alles doch Wedding hier, was sind das für Leute?
Da ging es schon los, da

Sechzehn Jahr, kaum noch Haar,
so lang ist das her.
Sechzehn Jahr, kaum noch Haar,
und es wird nicht mehr.

Lalalala lalalala la la la la la
Ein wilder Donnerstag, zu schnell vorüber,
doch hörte der niemals auf
oh nie, oh nie
Zuhörer jedes Mal, der Kiez gab uns Liebe,
Jetzt waren wir da, da

Sechzehn Jahr, kaum noch Haar,
so lang ist das her.
Kaum noch Haar, sechzehn Jahr,
und es werden mehr.
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Donnerstag, 21.3. /20.30 Uhr
La Luz (Oudenarder Str. 16-20, Osram-Höfe)


Die Brauseboys - Lesebühne im Wedding

Seit genau sechzehn Jahren jede Woche neue Texte, Betrachtungen, Musik und belebende Heiterkeit mit Thilo Bock, Robert Rescue, Frank Sorge, Volker Surmann, Heiko Werning und Gästen. Am 21.3. begrüßen Heiko Werning, Thilo Bock, Frank Sorge und Robert Rescue im gemütlichen Restaurant des La Luz:

Udo Tiffert (Lausitz-Literatur)
Skalitzer (Kreuzberg-Ska)

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Jeden Donnerstag um 20.30 Uhr lesen die Brauseboys und Gäste im La Luz, Oudenarder Str.16-20 (Osram-Höfe), Tram M13/50,  nahe U6-Seestraße und U9-Nauener Platz. Das La Luz öffnet um 19.30 Uhr und bietet leider keine warme Speisen an. Um vorher etwas zu essen, empfehlen wir Restaurants in direktem Umkreis, z.B. das Restaurant Schäfer oder das Sam Yuk Gu.

Ab 18.4. jeden Donnerstag im Eschenbräu!
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JUBILÄUM & AUSZUG

Freitag, 12.4. >20 Uhr
La Luz (Osram-Höfe)

10 Jahre La Luz - Die große Abschiedsshow



Alles wird neu bei den Brauseboys! Neue Location, neue Besetzung. Doch unseren 16. Geburtstag feiern wir noch in alter Besetzung in der alten Location, die genau 10 Jahre unsere Heimstatt war. Zeit und Anlass genug, auf diese 10 Jahre noch einmal mit einem famosen Best-of zurückzuschauen: Die besten Texte, die je im La Luz vorgelesen wurden, die besten Songs, die in diesen Jahren entstanden, die schönsten Videos, die in dieser Zeit gedreht wurden. Auf zur großen Abschiedssause!

Eintritt: 
13€ (ermäßig: 9€)
Es gibt einen Online-Vorverkauf

Sonntag, 17. März 2019

Me and David Sedaris



„Oh, ein neuer Sedaris!“, rufe ich entzückt. „Ich liebe David Sedaris. Es gibt keinen Autor, der mein Schreiben mehr beeinflusst hat als er“, erkläre ich Roland, einem meiner Lieblingsbuchhändler. „Neue Bücher von ihm kann ich gar nicht abwarten, ich kauf ich sie immer gleich am ersten Tag!“„Das Buch ist vor vier Monaten erschienen“, sagt Roland.
„Ich weiß“, lüge ich. „Ich brauch‘s ja als Geschenk. ... Ist es gut?“

Wenn ich eins von David Sedaris gelernt habe, dann dass es keinen Fettnapf gibt, der tief genug wäre, als dass man nicht über ihn schreiben könnte. Vor allem aber hat er mir vorgemacht, wie man autobiografisch schreibt und die eigene Homosexualität so selbstverständlich thematisiert, dass nicht mal der schubladenverliebte deutsche Buchhandel sich traute, ihn ins Regal mit Homosexuellenliteratur abzuschieben, ganz hinten, im Gang zur Kundentoilettlette. Er hat mich gelehrt, dass Komik in der Aufrichtigkeit liegt und wie man aus echten Anverwandten literarische Figuren macht, ohne die realen Vorbilder zu verraten. Indem man sich über andere nie mehr lustig macht als über sich selbst. Die Komik liegt in der Demut, sich selbst immer als den größeren Depp zu zeichnen. Niemand beherrscht das besser als David Sedaris: „Ja doch, mein Haar ist grau und ausgedünnt. Ja doch, das Ventil in meinem Penis ist undicht, und nach dem Pinkeln gehen immer ein paar Tropfen in die Hose. Aber ich habe zwei Gästezimmer.“ Ich lache schon auf der ersten Seite von "Calypso" - mit David, ich habe Teil an seinem Leben. (Ich bin sicher, ich darf ihn duzen, denn spätestens nach dem dritten Buch von ihm fühlt man sich als Teil seiner Familie.) Wir werden zusammen alt. Er ist mir etwa zehn Jahre voraus. Bei mir sind es noch sehr wenige Tropfen, aber ich hab auch erst ein Gästezimmer.

Einst hatte ich die Chance, David Sedaris zu interviewen – für das queere Stadtmagazin Siegessäule. Ich konnte mein Glück kaum fassen. Dann habe ich abgelehnt. Ich habe mich nicht getraut, weil ich befürchtete, im Englischen zu versagen. David lernt gerne Sprachen, das weiß ich aus all seinen Büchern, und dann säße da ein schwuler Reporter vor ihm, der in eingerostetem Gymnasialenglisch radebricht und ständig unsinnige Fragen stellt, weil er die Antworten zuvor nicht verstanden hat.

Nun bin ich seit mehr als einem halben Jahr mit einem Briten zusammen, wir sprechen nur Englisch miteinander. Mein Partner gibt vor, mich zu verstehen. Aber ich habe noch immer das Gefühl, dass mein Englisch die Qualität von Kinderbildern hat, die man seiner Mutter aus der Kita mitbringt: nur mit Liebe zu ertragen. „Hast du gut gemacht!“, sagt die Mutter, pinnt die bunten Krakeleien zu den anderen an den Kühlschrank und sehnt sich heimlich die Pubertät herbei, in der solche Bilder wie von Geisterhand verschwinden.

Die wahre Ursache, dass ich ein Interview mit David abgelehnt habe – und es vermutlich wieder tun würde –, geht wohl tiefer: Ich könnte enttäuscht sein. Schon jetzt hat mich eine Information aus dem neuen Buch irritiert, um nicht zu sagen geschockt: David ist nur 1,65 Meter groß! Dabei hatte ich ihn mir immer als schlaksigen, durchschnittlich großen Mann vorgestellt! Mein Interview mit David Sedaris hätte also sehr wahrscheinlich damit begonnen, dass ich ihn übersehen hätte. Und was, wenn er mir dann in einem himmelblauen Hosenrock gegenübergetreten wäre, wie er ihn in einer seiner neuen Geschichten beschreibt? Könnte ich so einen Mann noch mein Idol nennen? Einen karnevalesk gekleideten Zwerg, der mir gerade mal bis an die Brustwarzen reicht? - Nein, ich möchte David Sedaris nie begegnen. Ich begegne ihm ihn jedem seiner Bücher, das reicht mir völlig.