Freitag, 25. Februar 2011

Jacinta und Nils


Wäre ich eine Firma für Wintermode, würde ich sofort allen Models kündigen und meine Linie ganz von diesen reizenden Donnerstagsgästen präsentieren lassen. Nils Heinrich ist unser Brauseboys-Gründungsvater, der aber zum Ex-Berliner wurde, was er ganz frisch wieder nicht mehr ist, Jacinta Nandi schreibt für den EXBERLINER und gehört zur Lesebühne Rakete 2000.

Mittwoch, 23. Februar 2011

Brauseboys am 24.2.: Originale

Minister verteidigt sich 

Sehe die aktuelle Fragestunde im Bundestag, noch geht es um Libyen, hinter Staatsministerin Pieper ein halber Guttenberg im Bild. Es ist daher nicht zu sehen, ob er mitschreibt. Volker Beck appelliert an die "europäische und deutsche Menschenrechtspolitik", eine Dame neben ihm gähnt. Der halbe Guttenberg kaut auf etwas herum, vor ihm ein dicker Ordner, vermutlich voller Kopien. Seine Autobiographie? 
Dann Themenwechsel zum Verteidigungsminister. Er antwortet: "Ich war so hochmütig zu glauben, dass mir die Quadratur des Kreises gelingen würde". Er sei bei dieser Arbeit gescheitert in dem Versuch, Familie und Karriere zu verbinden. Den Stein der Weisen hatte er jedenfalls nicht dabei, für mich klingt das weiterhin sehr nach "Ich habe gedacht, ich käme damit durch" und dass nach Hochmut kein Aufstieg kommt, wird er auch wissen. Bewusste Täuschung will er jedenfalls nicht begangen haben, eine bewusste Selbsttäuschung kann aus der Sicht des Zuschauers nicht mehr ganz ausgeschlossen werden. 
Der lustigste Satz, er habe sich erstmalig am Wochenende intensiv mit der Doktorarbeit beschäftigt, ist natürlich garnicht lustig, "in Bezug auf die Vorwürfe" schiebt er nach. Der Frage, inwieweit sein Fehlverhalten noch mit seiner Vorbildfunktion als Minister vereinbar wäre, hält er entgegen, das sein jetzt geleistetes Eingeständnis von Fehlern Vorbild für andere sein kann. Nur wofür? "Denkt nicht, ihr kommt damit durch?" oder "Entschuldigt euch aber mindestens umfassend, wenn ihr auffliegt?" 
Rücktrittsforderungen tritt Guttenberg im Wesentlichen damit entgegen, dass die eine Arbeit nichts mit der anderen Arbeit zu tun hätte und man also von der einen Arbeitsweise nicht auf die andere schließen kann. Das wird aber vermutlich nicht reichen. Sah nicht so aus. 

Dienstag, 22. Februar 2011

Montag, 21. Februar 2011

Donnerstag, 17. Februar 2011

Mittwoch, 16. Februar 2011

Brauseboys am 17.2.: Was los

Garnichts los

in der Welt. Gaddafi ist nicht zurückgetreten, in Merkels Doktorarbeit wurde kein Plagiat entdeckt, kein 30-jähriger wurde in Reinickendorf fast zu Tode geprügelt, kein 1. Offizier ist aus der Takelage der Gorch Fock gefallen, Berlusconi wird nicht wegen Korruption angeklagt, keine Männerquote in Sicht, kein großes Opernfestival in Berlin. Laaaangweilig. Fühlt sich fast wie Stillstand an, zum Glück ist morgen Donnerstag. 
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Donnerstag, 17.2. /20.30 Uhr
La Luz (Oudenarder Str. 16-20, Osram-Höfe)

BRAUSEBOYS

Neue Texte, Musik und Multimedia mit Paul Bokowski, Hinark Husen, Robert Rescue, Frank Sorge, Volker Surmann, Heiko Werning und Gästen. 

Gäste:
Jochen Reinecke (schreibt vom leben)
http://spekul.antville.org/
Martingo (Martin Goldenbaum)
http://www.martingo.com/

Dienstag, 15. Februar 2011

Donnerstag, 10. Februar 2011

Mittwoch, 9. Februar 2011

Brauseboys am 10.2.: Lesecocktail mit Kemal Hür und Toni Mahoni

Besser so

“Informieren Sie sich in der neuen Hörzu-Wissen über die tödlichen Viren und Bakterien, die unser Leben bedrohen”, empfiehlt mir das Radio. Nein, danke. Und den Kaugummi der Geschmacksrichtung Mojito probiere ich auch nicht aus. Ja, es ist auch mein Lieblingscocktail, aber es ist eben ein Cocktail und kein Kaugummi. Kaugummis nimmt man zum Beispiel nach schwerem Alkoholkonsum, um den schweren Alkoholkonsum für sich und andere erträglicher zu machen und sollte sich zu diesem Zweck in Geschmack und Geruch unterscheiden. Im Gegensatz zum schweren Bierkonsum macht zwar schwerer Mojitokonsum durch die frische Minze einen deutlich besseren Atem. Dann aber braucht es eigentlich auch keinen Kaugummi Mojito mehr nach dem Mojito, den bräuchte es eher nach viel Bier. Der Biertrinker will aber auch keinen Mojito nach dem Bier, getrunken oder gekaut, sondern er will vermutlich Bier nach dem Bier. Der Mojitotrinker wird auch kein Bier danach trinken wollen, also würde er vermutlich dann auch keins kauen wollen. Und sind nicht Schokozigaretten verboten worden, was unterscheidet sie eigentlich von Kaucocktails? Auch wenn es mir selbst zu verworren wird, gibt es doch eine Konklusion, neben meiner tiefen Überzeugung, dass sich sehr bald niemand außer Google mehr an eure Geschmacksverwirrung erinnern kann und mir als Chronisten schon jetzt eine abwegige Fantasie unterstellt werden wird. Einen Bierkaugummi würdet ihr nie anbieten und das ist auch besser so. 

Freitag, 4. Februar 2011

Mittwoch, 2. Februar 2011

Brauseboys am 3.2.: Neue Texte

Ähnlichkeit

Die Verkäuferin kommt heran und strahlt mich über das ganze Gesicht an. Ich bestelle Brötchen und ein Eclair für später, sie hat so ein Funkeln in den Augen. Der Liebesknochen zerbricht, sie kichert ausgelassen, ich nehme ihn trotzdem. "Es ist nur", sagt sie, "Sie sehen jemandem sehr ähnlich, einem Schauspieler." "Aha", antworte ich interessiert, "ich bin es nicht, aber was macht der so, ist der vielleicht eher so lustig und auf der Bühne und auch mal im Fernsehen?" Schauspieler passt nicht so recht, aber natürlich habe ich eine Ahnung - es wäre nicht das erste Mal, dass er es wäre. Als ich mal neben ihm in der Kneipe saß, sprach mich jemand an: "Ach, und Sie sind der Bruder?" 
"Nein, sehr unterschiedliche Rollen, ein türkischer Schauspieler." "Oh spannend", sage ich und vergesse vor Überraschung nach seinem Namen zu fragen. Aus der Überraschung aber wird eine Welle der Glückseligkeit, die mich durch den Vormittag trägt. Ich sehe einem türkischen Schauspieler ähnlich, sensationell. Nachdem ich den Liebesknochen verspeist habe, nehme ich meine Muskote-Zigarettenblättchen und schreibe selber einen Spruch auf die Innenseite der Klappe: Wie viel schöner ist es, sich mit Ähnlichkeiten zu beschäftigen als mit Unterschieden.