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Posts mit dem Label "vater" werden angezeigt.

Brauseboys am 5.12. (20 Uhr) mit Bernadette La Hengst und Chio Schuhmacher

Glückwunsch (von Frank Sorge)   Das Ehepaar Lindner-Lehfeldt erwartet ein Kind, man kann dem stolzen Papa nur alles Gute für die Elternzeit wünschen! Es sind da viele Konstruktionen möglich, ich hab schnell gegoogelt, bis zu drei Jahre lang kann man beruflich pausieren, und sogar darüber hinaus, wenn in der Zwischenzeit noch ein Kind dazugekommen sein sollte, für das wiederum weitere Elternzeit genommen werden kann. Das passt doch vielleicht ganz gut, jetzt mit Neuwahl und nächster Legislatur, um auszusetzen, an fortlaufenden Bezügen und gelegentlichen Zuverdiensten wird es ja eh nicht mangeln womöglich. Schöner Scherz? Nein, das meine ich ausnahmsweise mal ernst. Jung genug ist der Mann, eine solche Zeit dankbar annehmen zu können, um wieder zur Besinnung zu kommen. Sich verantwortungsvoll um einen Menschen der nächsten Generation zu kümmern, sich mal zurückzunehmen, die Ehrlichkeit und das Vertrauen zu genießen, das vom eigenen Kind geschenkt wird. Man kommt da durchaus auf ganz...

Brauseboys am 26.5. (20 Uhr) im Slaughterhouse (oder draußen): Live mit Lutz Steinbrück & Clint Lukas

Ohne Fleiß kein Preis (von Frank Sorge) Rentner, Rollator, Rollband, ich komme dahinter zum Stehen. Das Paar hat Haare weiß wie Schnee. Wir blicken gemeinsam auf die Gegenseite, wo ein Vater mit einem Säugling im Kinderwagen hochfährt, vier kleine weitere Kinder im Schlepptau. Jahrhunderte prallen zusammen, vergangene, kommende. "Och", ruft die Frau vor mir plötzlich zum ihm rüber, "sind dit allet Ihre?" "Ja, ja", lacht der Mann, "eins ist noch draußen." Ich trotte noch ein paar Meter hinter den Senioren her, als wir unten sind. "Donnerwetter", sagt die Frau, "der war aber fleißig." "Ja, sehr fleißig", sagt ihr Partner, "fleißig, fleißig." Frühlingssonne im Wedding, jeder für sich hing den passenden Gedanken nach. ~#~#~#~#~#~#~#~# Donnerstag, 26.5. /20 Uhr Kulturfabrik Moabit (Lehrter Str. 35) Die Brauseboys am 26.5. im Slaughterhouse (oder draußen): Live mit Lutz Steinbrück & Clint Lukas Viele Mensch...

Brauseboys am 25.10. im La Luz: Erbst

Doppeltes Dilemma (von Frank Sorge) Mein Sohn ist begeistert vom ferngesteuerten Auto des Kusins, wünscht sich eins zu Weihnachten. Die Zwillingsschwester schließt sich dem Wunsch an. "Willst du denn wirklich eins?" Zögern. "Du kannst dir auch was anderes wünschen." "Ja, aber dann müssen wir uns nicht streiten." Sie sind drei Jahre, ich habe andere Konflikte erwartet. Also überhaupt Konflikte. Nicht Konfliktvermeidung. Am nächsten Tag schreibt meine Tochter einen Wunschzettel an den Weihnachtsmann. Sie schreibt ein paar Zeichen auf ein Papier, faltet es, schreibt ihren Namen drauf. Von diesen Fantasiezeichen stimmt immerhin schon der erste Buchstabe. "Und was wünschst du dir?" Natürlich das Auto, wie der Kusin es bekommen hat. Vom Spätverkäufer unten im Haus - kleines Geschenk an den treuen Kunden, der Geburtstag hat. Kann man sich nicht ausdenken. Mich treibt aber längst etwas anderes um. Es ist ein Auto. Sie ein Mädchen. Wenn ic...

Brauseboys am 1.6.: Die Duschpoeten

Sand (von Frank Sorge) “Hallo, Kinder! Was wollen wir denn m…” “Buddeln.” Neue Väter schaufeln Sand. In rauen Mengen, über Jahre hinweg nur vergleichbar mit Braunkohle-Tagebau. Für die ersten Monate genügt es, das Grundlegende vorzuturnen, also ‘Schaufeln in die Form’. Auch gleich schön ordentlich festpressen und überstehenden Sand professionell mit der Schaufelkante abziehen. Zeigen die Kinder nach und nach selbständig das gleiche Verhalten, kann über nächste Trainingseinheiten nachgedacht werden. Vielen erscheinen schon diese ersten Schritte zu mühsam. Unbeholfen schütteln sie etwas Sand von der Schippe und glauben, das biete dem Kind genug Inspiration, selbst tätig zu werden - damit man endlich wieder zurück an sein Bier, den Computer, den Fußball und andere Spielarten der Glückseligkeit kann, die ihren Ursprung zweifelsfrei im Sand haben. Doch wer nicht mit dem Kinde spielen mag, um selber zu spielen, sollte die eigene Volljährigkeit noch einmal überprüfen. Denn dieses ...

Brauseboys am 8.12. & 11.12.: Auswärts im Kiez

Zurückstehen (von Frank Sorge) Als Vater kommt man immer zuletzt, daran muss man sich schlicht gewöhnen. In völliger Selbstaufgabe stelle ich mich bei den meisten Dingen auch ohne Aufforderung automatisch hintenan. Aufgefallen ist mir das beim Essen, da sind die ersten Jahre für die Kinder ja sehr vom Ausprobieren bestimmt. Natürlich probieren sie in erster Linie das aus, was wir da haben und auf dem Tisch steht. Das, was wir da haben, ist normalerweise auch das, was wir gerne mögen. So ergibt sich naturgemäß, dass sie auch etwas mögen, das ich mag. Ab dem Zeitpunkt, da sie es sehr mögen, esse ich dann im Grunde nichts mehr davon. So sitze ich am Essenstisch und sie essen die Wurst, die ich immer so gern mochte, meinen Lieblingsquark und den Käse, den ich kürzlich als Geschmacksperle im Billigmarkt entdeckt hatte. Sie essen das alles auf, es soll alles ihnen gehören. Keinen Apfelsaft traue ich mich mehr zu trinken, nicht dass er plötzlich ausgeht, wenn sie noch etwas wollen. Di...

Brauseboys am 25.2.: Mit Danny Dziuk und Jürgen Beer

Aufpassen (von Frank Sorge) Die Kinder entwickeln sich sehr schnell. Ich muss aufpassen, dass sie nicht vor mir erwachsen werden. Gerade noch lagen sie hilflos auf dem Rücken, jetzt stellen sie sich schon überall hin und ziehen Bücher aus den Regalen. Manche davon sind noch nicht gelesen, das sollte ich schnell nachholen. Nicht, dass sie die vor mir lesen, und ich muss doch wissen, was ihre Lektüre ist. Erst einmal, sie werden so schnell groß. Noch sind sie klein, zugegeben, aber sehr klein auch nicht mehr.  Sie sprechen sogar schon, aber in einer anderen Sprache. Mindestens diese ist mir voraus, denn statt, dass ich sie erlernen könnte, fliegt ihnen bald unsere zu. Keine Illusionen außerdem darüber, dass Babies ja noch alles akzeptieren und mitmachen würden. Der Widerstand hat sich längst formiert, es gibt Krawalle. Viele haben mir geraten, ihnen Rituale beizubringen - aber vor dem Einschlafen machen sie auch von selbst jeden Abend das gleiche Theater. Hier spielen sich Sz...

Brauseboys am 18.2.: Alles und Nichts

Mit kleinen Kindern (von Frank Sorge) "Und? Kommst du zu was?" "Naja, eigentlich komme ich zu nichts." "Ach, doof." "Geht so, immerhin etwas." "Du meinst, Nichts ist auch etwas." "Ja, klar. Genaugenommen komme ich sogar zu ziemlich viel nichts. Hätte nicht gedacht, dass man zu so vielen Sachen nicht kommen kann." "Man muss alles positiv sehen." "Genau. Wenn ich es recht überlege, mache ich sogar richtig viel, wenn ich zu nichts komme." "Paradox." "So viel habe ich vermutlich noch nie gemacht zwischen Aufstehen und Schlafengehen." "Also kommst du zu mehr?" "Eigentlich ja, aber davor war natürlich auch weniger Zeit zwischen Aufstehen und Schlafen." "Äh, was?" "Da war mehr Schlafen, also weniger Zeit für anderes. Früher war auch mehr Aufstehen." "Kannst du noch sagen, worüber wir reden?" "Na klar, über Alles und Nichts....

Brauseboys am 28.1.: Mit Masha und Clint

Wie ich mir meine Väter-Kolumne im Männermagazin vorstelle (von Frank Sorge) Zu den Dingen, die man als Vater erst einmal auf Eis legen kann, gehört die Mitgliedschaft in einem Fitness-Club. Nicht, weil man dafür keine Zeit übrig hätte, sondern keine Kraft mehr, sie zu nutzen. Denn jedes Kind ist ein eigener Fitness-Club, was vor allem die merken, die gar keine Mitgliedschaft in einem Fitness-Club haben, die sie kündigen könnten. Die, die nicht im mal im Traum daran dachten, eine Mitgliedschaft im Fitness-Club überhaupt anzustreben, trifft es am schwersten, denn jetzt haben sie ja doch eine: das Kind. Ein treues Haustier bekommt man gleich mit dazu, der Muskelkater wird monatelang sehr anhänglich sein. Positiv daran ist, dass man, vor allem ohne Fitness-Vorbildung, nach ein paar Monaten mit Kind beim Blick in den Spiegel denkt: "Oh, das ist ja ein Arm." Angesichts des selben Körperteils hat man nicht vorher gedacht "Oh, ein Tentakel", es war natürlich ein Ar...

Brauseboys am 21.1.: Brause auf Blatt

Notizen für ein Väterhilfswerk /2 (von Frank Sorge) Es ist faszinierend, mit Säuglingen eine Zeit zu erleben, an die man sich selbst nicht erinnern kann. Nicht einmal Bilder und Szenen sind im eigenen Weichspeicher auffindbar. Wenn doch etwas hinterlegt sein sollte, fehlt der Zugriff, oder das Dateiformat ist nicht mehr lesbar. Vermutlich ist alles, woran man sich erinnern könnte, so sehr mit jahrelang nachgerückten Daten überschüttet, dass keine Rekonstruktion möglich ist. Muss ja auch nicht, denke ich, und wiege ein Kind auf dem Schoß. Hier kann man das Vokabelheft des Lebens von Anfang an noch einmal mit durchblättern. Mobilität - Das erste Vorwärtskrabbeln wird zielstrebig benutzt, um dem Geschwister das Spielzeug wegzunehmen. Willkommen im Dschungel. Geschlecht - In der Außenwirkung sind die Farbsignale entscheidend. Wir haben eine blaue und eine orangefarbene Decke, die wir bei Spaziergängen und Fahrten zum Zudecken benutzen. Da unterwegs viele Menschen in den Doppe...

Brauseboys am 3.12.: Offene Türen

Notizen für ein Väterhilfswerk (von Frank Sorge) Endlich also kann ich erzählen, wie das als Vater so ist: Ich stehe früh auf, trinke fast keinen Alkohol, der Tabakverbrauch ist minimal, ich nehme 'dönerarme' Kost zu mir, ich nehme ab. Ich hatte damit gerechnet, dass ich z.B. das Rauchen zeitweilig einstelle, um die Gesundheit der Kinder nicht durch Passivqualm zu gefährden. Aber dass ich sogar anfangen werde, Zigaretten wegen mir selbst wegzulassen, das war eine Überraschung.  Die Zwillinge hatten mich schon nach wenigen Wochen gut erzogen, nach fast einem halben Jahr fühle ich mich gesund wie nie. Abgesehen von den Gelenkschmerzen, der Übermüdung, den ständigen Erkältungen und der notorischen Abgespanntheit. Wie sie das machen, weiß ich nicht, vielleicht reicht es schon, dass sie sich freuen, mich zu sehen. Oder es reicht schon, dass ich mich freue, sie zu sehen. Dabei hilft es natürlich, wenn man als Vater nicht unter der Erde liegt. Was aber nicht geht, so sehr ich...