Mittwoch, 29. September 2010

Freitag, 24. September 2010

Donnerstag, 23. September 2010

Mittwoch, 22. September 2010

Brauseboys am 23.9.: Wiedersehen

Zweimal im Leben
sieht man sich, sagt man. Und gestern habe ich jemanden dieses zweite Mal getroffen. Beim ersten Mal ist eine Geschichte draus geworden, es war Heiligabend, spät gegen Mitternacht und seine Frage nach einer Zigarette wurde zum religiösen Diskurs. Vor allem überzog er mich mit Komplimenten, wie auch dieses mal. Man kann sagen, unsere Beziehung entwickelt sich. Als ich aus der Tür trat, schenkte mir der Wedding sofort die Geschichte, die ich eben durch das Heraustreten eingeladen hatte, mir zuzustoßen. Da war er wieder, Araber, aber Christ und in dringender Not nach einer Zigarette. Kein Problem, ich hatte mir gerade eine angezündet, ich würde ihm auch eine drehen. Und wieder dankte er mir wortreich für meine Freundlichkeit, vor allem für meine Freundlichkeit. Ich drehte ihm, er hielt meinen Tabak und die angezündete Zigarette, er umarmte mich, er küßte mich auf die Stirn, er hörte nicht auf zu loben. Das Leben, das Leben, er rief irgendwas zum Leben aus und dankte mir, hier und dort, noch ein Kuß auf die Stirn, Feuer hatte er selber. Ich hab mitgespielt, eine gewisse Vertrautheit brachte ich wegen der oft vorgelesenen Geschichte vom Heiligabend einfach mit und es störte mich nichts. Natürlich habe ich gleich darauf und auch währenddessen alle Taschen geprüft, so schnell klaut man mir nichts. Aber dass ich sofort danach schaute, irritierte mich auch. Er war so offenkundig einfach nur verrückt und ständig auf mir unbekannten, friedensbringenden Drogen, da konnte ich ja auch mal gelassen sein. 
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Donnerstag, 23.9. /20.30 Uhr
La Luz (Oudenarder Str. 16-20, Osram-Höfe)

BRAUSEBOYS

Neue Texte, Musik und Multimedia mit Paul Bokowski, Hinark Husen, Robert Rescue, Frank Sorge, Volker Surmann, Heiko Werning und Gästen.

Gäste:
Toni Mahoni (Irgendwat is immer)
http://www.tonimahoni.com/
Sascha Brohm (Schatzkästen mit Alltagsmärchen)
http://www.sachabrohm.de/

Samstag, 18. September 2010

Memento Marmori

Oberhalb von Carrara besteht der ganze Berg aus Marmor. Man schneidet ihn von oben, von unten oder von mittendrin in Blöcken von mehreren hundert Tonnen. Sieht von unten hübsch aus, von oben aber auch.
Die Kammern im Inneren werden großzügig um eine stehengelassene Säule herum leergesägt.
 In der Nähe wäre sogar die Kammer, aus der Michelangelo seinen Marmor geholt hat, sagt unsere Marmorführerin in der Sprechgeschwindigkeit "Maschinengewehr".

Hier werden heute auch vor allem für Kunstwerke Blöcke geschnitten, ein paar stehen noch rum.

Oder auch offensichtlicher Bildhauerspaß zwischendurch mit Resten.

Auf jeden Fall eine nervenaufreibende Serpentinenfahrt wert.

Freitag, 17. September 2010

Donnerstag, 16. September 2010

Mittwoch, 15. September 2010

Populonia

Populonia am Golfe di Baratti ist unbedingt einen Abstecher wert. Die alte Burg ist hübsch, das Meer strahlt, die Ausgrabungsstätten zur etruskischen Stadt sind sehenswert, der Strand ist schön und die felsige Bucht, vom Fotostandort aus so links ganz unten durch den Wildwuchs zu erreichen, ist ein guter Ort zum Schnorcheln und Abhängen.
Schwer zu entschlüsseln allerdings ist das Schild am nahegelegenen Parkplatz. Auch nach langer Meditation bin ich noch nicht auf die Bedeutung von Bild und Anweisung gekommen. Soll man sich an die Markierungen der Parkbuchten halten (es gibt keine Markierungen) oder konsequent vorwärts einparken? Soll man sich nicht zuparken oder soll man überlegen, wie der eine in der Mitte links wieder aus seiner Parklücke kommt?

Dienstag, 14. September 2010

Postkarte (Brauseboys am 16.9.)

Liebe Brauseboys
Viele Grüße sendet euch Toskana-Frank. Es ist sehr schönes Wetter hier, Sturm und schwere Regenfälle. Wir wohnen in einem schönen Haus, mein Zimmer hat nur ein Bett und dazu nichts, aber dafür einen netten Gecko als Mitbewohner. Klein und grau ist er, guckt freundlich und ist verdammt schnell. Er sieht mir sogar ein bißchen ähnlich. Beneidet mich nicht um das Essen, es gibt eh nichts Vergleichbares und hat damit keinen Zweck. Morgen fahren wir nach Florenz, mal sehen, wie viele Päckchen Tabak ich vor dem Eingang der Uffizien beim Warten auf den Einlass aufrauchen kann. Verlebt einen schönen Donnerstag, ich räkel mich noch ein bißchen unter den Sternen auf der Terrasse mit Blick bis zum Meer.


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Donnerstag, 16.9. /20.30 Uhr
La Luz (Oudenarder Str. 16-20, Osram-Höfe)

BRAUSEBOYS

Neue Texte, Musik und Multimedia mit Paul Bokowski, Hinark Husen, Robert Rescue, Frank Sorge, Volker Surmann, Heiko Werning und Gästen.

Gäste:
Jochen Reinecke (liest sein Ding)
http://spekul.antville.org/
Tito Maffay (singt sein Ding)
http://www.myspace.com/titomaffay

Firenze

Hier ein paar Fotos aus dem schönen Florenz. Sehr beruhigend, dass man als Weddinger auch in Italien auf die Leibspeise Nr.1 nicht verzichten muss:
Und hier steht auch mein Lieblingsdom (von außen), ein Drei-Komponenten-Gebäude (Kirche, Campanile, Baptisterium).
Es gibt hier aber nicht nur altes, sondern zum Beispiel auch mal eine moderne Skulptur mit Gecko.
Den italienischen Herren kenne ich nicht, aber er ergänzt eigentlich sehr gut die alte Brücke.

Und was dem Holländer sein Fahrrad ist, ist dem Italiener sein Moped. Eindeutig.

Montag, 13. September 2010

Samstag, 11. September 2010

Donnerstag, 9. September 2010

Markus Liske & Der singende Tresen



In Leipzig sind wir schon mit beiden Gästen aufgetreten und waren uns daher gewiss, einen schönen Abend zu verleben. Und das haben wir auch, das Publikum amüsierte sich heftig über einen von Markus Liske protokollierten Urlaub mit Hund und vom Singenden Tresen gab es eine ganze Handvoll wunderschöner Lieder mit Konfetti-Effekten. Ihre Auftritte findet man unter diesem Link.

Mittwoch, 8. September 2010

Brauseboys am 9.9.: Schon drin?

Bin ich schon drin?


Mein Plan ist ein Buch oder größerer Essay zum Thema "Abschalten". Vor zwei Wochen habe ich schon das Vorwort vorgelesen, hier Ausschnitte aus dem ersten Kapitel: Internet abschalten 



Das Internet und dein Computer sind zwei verschiedene Dinge. Wenn sie auch untrennbar scheinen, sie sind es nicht. Wer jetzt schon widersprechen will, dem empfehle ich mal wieder einen Wechsel des DSL-Anbieters. Einsprüchen kann aber paradoxerweise auch stattgegeben werden, denn dein Computer gehört doch zum Internet - sobald sie verbunden sind. Und wenn die Verbindung steht, ist nicht nur dein Computer das Internet, du selbst gehörst dann auch zum Internet. 
Das Internet ist natürlich kein Ding, auch wenn meine Elterngeneration durchaus “Das ist ja ein Ding” in Begegnung mit ihm äußert. Das Internet besteht aus vielen Computern und den Datenverbindungen zwischen ihnen, aber die Maschinen allein machen kein Internet. Sie können es aufrechterhalten, womöglich, aber mit ihrer Freizeit und sich selbst können sie nur bedingt etwas anfangen. Wenn sie damit einmal beginnen, müssen wir uns wirklich Sorgen machen. 
Aus vielen Blickwinkeln sieht das Internet immer ein wenig anders aus, es hat offenbar ziemlich schillernde Dimensionen. Mich beruhigt jedenfalls die Gewissheit, dass der wesentliche Grund dafür in den verbundenen Gehirnen liegt. Auch wenn sehr beunruhigend sein kann, was diese Gehirne ins Internet äußern. Das Internet hat keinen Ort, bildet aber einen Raum. Zumindest beschreiben wir es so, wenn wir es beschreiben: “Bin ich da schon drin (oder was)?” Welche Gnade ist den Spätgeborenen zuteil geworden, die nie bewusst diesen AOL-Werbespot von 1999 gesehen haben. 


Dank YouTube kann man heute diese Unschuld allerdings mühelos verlieren:


Samstag, 4. September 2010

Cartoon zur Nacht: Barfrei

Komme langsam wieder zu Kräften, aber hab mir schon die ganze Woche einen Besuch im renovierten Mastul versagen müssen. So hab ich die Eröffnung am Mittwoch verpasst, heute das "Sing dein Ding" und morgen kann ich auch nicht. Aber wer nicht vorbeikommen kann, kann ja wenigstens was krakeln.

Donnerstag, 2. September 2010

Wer nicht lesen kann

Der kann ja stattdessen was schreiben. Jedenfalls bin ich nicht auf der Bühne heute, sondern zum Schutz der Umwelt vor der in mir verborgenen Seuche zu Hause. Unter weitere Menschen gebracht könnte der Virus womöglich eine globale Katastrophe auslösen. Dieser ist ganz nett, nur beim Rachen war er nicht zimperlich, und er geht wohl zum Wochenende. Aber irgendwo fängt es immer an, daher muss ich vorsichtshalber einsam mit ihm ringen. 
Jedenfalls geht es womöglich nicht nur mir so, also könnten die aus gleichem Grunde Daheimgebliebenen ja mit mir hier einen virtuellen Kreis der Leidensgenossen schließen und mal wieder was im Blog lesen. Und hier wird überhaupt mal wieder was reingeschrieben (und nicht nur von mir aus dem Newsletter kopiert). Hab auch schon irgendwie verlernt, in ein Blog zu schreiben, als wäre es ein Blog und kein Friedhof der Kuscheltiertexte. Viel wahrscheinlicher wusste ich nie, wie es geht und teile damit immerhin das Schicksal der meisten Menschen in den meisten Dingen. Denn wovon würde man wirklich behaupten, dass man weiß, wie es geht oder was es wirklich ist?


Aber ich hab mein Philosophiestudium nicht abgebrochen, um hier jetzt weiterzumachen. Nicht dass ich überhaupt wüsste, wie philosophieren geht. Immerhin kenne ich jetzt ein paar Menschen, die abgeschlossene Philosophen sind, die kann ich im Ernstfall fragen. Zum Beispiel was gut ist oder böse. Das wissen ja vielleicht noch die Theologen, auf die ich grad nur komme, weil die Fotos hier von einem sind, der sie mir für eine längst untergegangene Fotoreihe meiner allerersten Homepage schickte. Jetzt endlich, Bäumchen, nach sechs Jahren bin ich dazu gekommen, sie zu bloggen. Damals hatte ich nicht mal ein Blog, da war an Blogs noch nicht zu denken, da wusste doch noch fast niemand, wie das geht (außer Bov).
Hier also jetzt ein theologischer Einblick in das wahre Böse. Liebe junge Eltern, ich weiß, ihr seid zahlreich, nehmt euren Kindern die Augenbinden ab und lasst sie teilhaben am Blick in den Abgrund. Es sind zwei Fotos, schaut euch nur eins pro Auge an. Nicht jetzt schon hinsehen, hey, ihr könntet erblinden. Und noch einmal, das erste Foto nur mit dem linken und das zweite nur mit dem rechten Auge ansehen und nur wirklich ganz kurz:

Mittwoch, 1. September 2010

Brauseboys am 2.9.: Kültür

Kulturkampf mit Frank Sorge

Was für eine schöne Kultur wir doch haben. Goethe und all diese Gedichte über Bäume und Kriege und Liebe. Diese Sprache - welch Wohlklang, welche Präzision. Nicht zu vergessen das Bier und die Bratwürste. Aus guten Gründen standen die meisten lange skeptisch dieser Kultur gegenüber und ich war mindestens überrascht, dass erst zaghaft, dann aber mit ordentlich Promille befeuert die Fahnen plötzlich wieder geschwenkt wurden, für den Fußball und für ein junges hübsches Mädchen. Hätten wir es doch besser gelassen und wären zum Beispiel auf den belgischen Zug der Selbstauflösung gesprungen. Obwohl, den fahren dort genau die Hirnis, vor denen man uns immer gewarnt hat und die auch hier ihre Gelegenheit nutzen und Gegenstimmung machen. Wäre ja auch zu schön gewesen, sich mal nicht mit gesellschaftlich spaltenden Minderwertigkeitsthesen beschäftigen zu müssen. 
Liebe Freunde des Döners, lasst euch sagen: Es gibt da nichts Richtiges im Falschen, da ist nichts Bedenkenswertes in den Sarrazin-Thesen, kein wahrer Kern mit rauer Schale. Verfolgt alles Unrecht, aber lasst euch diese Scheiße nichts ins Ohr schmieren, sondern lebt glücklich und zufrieden, wie ihr wollt. Und lasst die anderen auch genau das machen, freut euch daran und ladet euch regelmäßig zum Essen oder Trinken oder Rauchen oder Videospielen ein. Haltet euch an den Händen, lauft über die Straße und singt: "Es ist Zeit, für ein bißchen Zärtlichkeit. Irgendwie, irgendwo, irgendwann." Und lächelt dabei, denn nicht irgenwie, irgendwo, irgendwann, sondern gerne, hier und genau jetzt ist die Zeit, sonst wird das mit diesen Idioten weltweit doch immer schlimmer. Steckt euch die Blumen des viatnamesischen Händlers ins Haar und hakt die viatnamesischen Händler mit ein, lauft in Massen vom Wedding aus über die Bösebrücke in den Prenzlauer Berg und ruft: "Wir sind kein Volk, wir sind kein Volk". 
Hört aber auch rechtzeitig wieder auf, macht es euch wieder bequem. Populismus bekämpft man nicht mit Populismus, der ist nur ein hungriges Monster, das regelmäßig Jungfrauen verlangt.

Kulturaustausch mit Heiko Werning

Mein Kulturbeutel hat es nicht aus Texas zurück nach Deutschland geschafft. Geklaut. Aus der Seitentasche der Reisetasche. Wäre ich so ein doofer linker Antiamerikanist, würde ich jetzt lästern, dass die Texaner europäische Kultur so nötig haben. Ich aber kenne den Inhalt des Beutels und schweige lieber.