Mittwoch, 30. Juni 2010

Brauseboys am 1.7.: Spielfrei

Nur die Bienen summen und brummen. Die Wahl des Bundespräsidenten geht in die Verlängerung, zwischendurch WM-Pressekonferenz mit Schweini, Poldi, Jogi und Tommi.  Dann wieder ins erweiterte Parlamentsstadion mit Angie, Chrissi, Siggi und all den anderen. Der ganze Tag ist plötzlich rum und es ist entschieden so, dass noch nichts entschieden ist. Aber die Sondersendungen werden lang, das lässt sich jetzt schon absehen. Morgen kann man sich von beidem erholen, wählt uns. 

Donnerstag, 24. Juni 2010

Filip


Filip Verhulst kommt aus Belgien... glaube ich. Oder doch aus den Niederlanden und lebt im belgischen Viertel. Oder er wohnt in einer niederländischen Straße im Wedding und kennt das eben von mir bereiste Belgien, weil er Belgier ist. Wie auch immer sang er als Weddinger bei den Wedding Wochen, und das hervorragend.

Mittwoch, 23. Juni 2010

Brauseboys am 24.6.: Einer und alle

Ein Weddinger ist bei der WM dabei. Heute bei Ghana gegen Deutschland wird er auch spielen, aber da man ihn nicht in die deutsche Mannschaft holen wird, spielt er lieber für Ghana. Seinen Namen braucht man nicht nennen, man hört ihn sowieso seit Tagen und Wochen ständig und dauernd. Man muß nur sagen: "Heute spielt Deutschland gegen Du-weißt-schon-wen" und dann ist der Weddinger gemeint. Der hat in der Schwedenstraße nahe Osloer gewohnt, ist als Kind auf dem Bolzplatz entdeckt worden und galt mal als größte deutsche Nachwuchshoffnung. Bald aber entdeckte man den Weddinger im Weddinger, den Ghetto-Gangster und Lamborghini-Käufer, und wenn der Weddinger auf dem Platz "etwas unbedingt wollte", dann konnte das schmerzliche Folgen haben. Der Weddinger bemühte sich, wieder beliebter zu werden, aber dann trat er den deutschen Bum-Bum-Ballkapitän (das Opfer) "aus Versehen" und aus dem derzeitigen Welturnier. Damit auch aus dem Spiel, das heute stattfindet. Deshalb sind alle gegen den Weddinger, aber ich bin für den Weddinger. Also auch, ich bin eigentlich immer für alle. 
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Donnerstag, 24.6. /20.30 Uhr
La Luz (Oudenarder Str. 16-20, Osram-Höfe)

BRAUSEBOYS feiern "Wedding Wochen"

Im Juni sind wieder "Wedding Wochen", der traditionsreiche Themenmonat der Brauseboys mit übertriebenen Huldigungen und völlig überzogenen Glorifizierungen des nun aber wirklich allerschönsten Bezirks des mittleren Norden Berlins. 
Neue Texte, Musik und Multimedia mit Paul Bokowski, Hinark Husen, Robert Rescue, Frank Sorge, Volker Surmann & Heiko Werning. 

Gäste:
Doc Schoko (Weddings und "Deutschlands unerkanntester Singer/Songwriter") 
http://www.myspace.com/docschoko
Filip Verhulst (Weddinger Niederländer, vielleicht aber auch Belgier)

Freitag, 18. Juni 2010

Donnerstag, 17. Juni 2010

Brauseboys am 17.6.: Mit Horst Evers und Elis

Ein paar, also etwa zwei, tausend Kilometer

sind die Woche auf dem Tacho dazugekommen und spät am Mittwoch zurück jubeln wir bei Vorbeifahrt am Schild mit der Aufschrift "Berlin". Und dann später noch in Reinickendorf, als das erste Mal "Wedding" zu lesen ist. Jubeln ist wieder in Mode gekommen, es ist korrekt, und da die Autobahn eh ganz leer war, hat es niemand gesehen. Aber haben wir den Wedding wirklich vermisst, waren die Belgier nicht auch ganz nett? Nur wählen ist nicht so deren Stärke und innere Restprobleme Deutschlands können wir mit einem Blick nach Belgien als belanglos einpacken. Denn es gibt Belgien (noch), aber in dem wohnen gar keine Belgier. Die man Belgier nennen könnte, heißen Flamen und Wallonen. Die einen sprechen Französisch, die anderen Niederländisch, das die Niederländer aber mitunter auch nur schlecht verstehen wollen und das in tausendundeinem Dialekt kultiviert wird. 
Am Wochenende wurde in Belgien gewählt und Wahlsieger ist ein Flame mit dem Ziel, das Land endgültig zu teilen. Ob die Wahl überhaupt verfassungsgemäß ist, scheint auch noch nicht klar, denn in den flämischen Vororten von Brüssel, das zwar nicht Wallonien ist, aber in dem auch französisch gesprochen werden darf, wohnen gern auch Brüsseler Familien. Nun dürfen Flamen bei einer belgischen Wahl aber nur flämische Parteien wählen und die viel ärmeren Wallonen nur die wallonischen Parteien, außer in Brüssel. Und in den Vororten wollen die Flamen jetzt die gemischten Wahlbezirke nach Sprachen abtrennen, damit alles wieder hübsch separiert ist. Sonst könnte es ja womöglich zusammenwachsen. Die Geschichte geht noch etwas weiter und verliert sich in Details, Ost-West ist aber nichts dagegen. 
Beim kürzlich der WM vorauseiland jubelnd begangenen Lenavision Song Contest löst Belgien den inneren Zwist so, dass Flamen und Wallonen abwechselnd Kombattanten entsenden. Ich wußte eigentlich nichts über Belgien, aber wenn man mal ein paar Tage in Belgien ist, erfährt man dann notgedrungen auch etwas über Belgien. Die WM habe ich bislang verpasst, aber vor Allem der Vuvuzela-Filter von Surfpoet Tube steht ja weltweit in den Schlagzeilen, da kommt man ja garnicht dran vorbei. Wer das Trötengesumme und Gebrumme aber mag, kann es sich über untenstehenden Link zu allen Gelegenheit dazudröhnen lassen: http://www.vuvuzela.fm/

Dienstag, 8. Juni 2010

Brauseboys am 10.6.: Im Mastul

Der heutige Beitrag zum Newsletter wird präsentiert von Hinark Husen, man muss dazu auf den folgenden Link klicken: [Heimatjournal
Dabei handelte es sich aber nicht um das Fernsehteam, das vorletzte Woche auf der Müllerstraße vor einem Discounter filmen wollte,  um über die "Trinkerszene" zu berichten. Vermutlich ein Member der Szene äußerte erst mit Worten seinen Unmut darüber, nahm sich dann aber doch ein effektiveres Argument zur Hilfe - eine herumliegende Holzlatte - und ging damit auf die beiden Journalisten los. Er beschädigte die Kamera und warf den Flüchtenden das Holz und noch ein paar Steine hinterher, wobei eine Seitenscheibe des davonrasenden Wagens zerstört wurde. Zweimal Reality-TV mitten aus dem Wedding. 
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Donnerstag, 10.6. /20.30 Uhr
Mastul (Liebenwalder Str. 33, einfach vom La Luz um die Osram-Höfe herumlaufen) 

BRAUSEBOYS feiern "Wedding Wochen"

Im Juni sind wieder "Wedding Wochen", der traditionsreiche Themenmonat der Brauseboys mit übertriebenen Huldigungen und völlig überzogenen Glorifizierungen des nun aber wirklich allerschönsten Bezirks des mittleren Norden Berlins. 
Neue Texte, Musik und Multimedia mit Paul Bokowski, Hinark Husen, Robert Rescue, Frank Sorge, Volker Surmann & Heiko Werning. 

Gäste:
Sven van Thom (kaufte einst ganz Berlin)
http://www.myspace.com/svenvanthom
Pjaer (Weddingnahe Blogpoesie)
http://superbahnhof.net/blog/

Freitag, 4. Juni 2010

Lesung bei den Rezzdays 2010


Erstmalig lese ich mit dem neuen Avatar Frank Fray was vor, aber hauptsächlich als Realavatar für die real anwesende Community virtueller Welten. Programm läuft von heute bis Sonntag, ca. ab 16.30 Uhr lese ich neue Geschichten aus allen Leben, zeige Diashows und singe zum Schluß noch ein Lied. Vermutlich wird im besten Falle auch alles gestreamt, die virtuelle Location sollte leicht herauszubekommen sein - weit weg von der Weltzeituhr wird es nicht sein. 

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Samstag, 5.6. /16.30 Uhr
Brauhaus Südstern (Hasenheide 69)

Das größte deutschsprachige Community Treffen für virtuelle Welten wird europäisch und geht in die 3. Runde. Wie auch in den letzten Jahren ist der reale Frank Sorge mit einer Lesung für die Menschen hinter den Avataren im Programm.

Mehr: http://rezzdays.de

Felix Jentsch

Wieder haben wir einen Themenmonat, denn dieser ist unverrückbar seit dem ersten Jahr und in jedem wieder die glänzendste Perle unter unseren Themenmonatsperlen: die Wedding Wochen. Vergesst die WM, denn den ganzen Juni gibt es die übliche Stadtteilglorifizierung unserer Lesebühne als Direktangriff mit den schönsten und klügsten Gästen aus unserer direkten Nachbarschaft. Der erste Donnerstag war schon ein Knaller, Surfpoet Felix Jentsch kam die paar Schritte von seiner Wohnung über die Straße zum La Luz geschlendert.

Mittwoch, 2. Juni 2010

Brauseboys am 3.6.: Wedding Wochen 2010

Ein hartes Brot

Im Wedding wohnt man nie weit weg vom nächsten Döner. Ich musste bislang immerhin meinen Block bis zur Kreuzung vorlaufen, jetzt aber hat ein neuer Imbiss nur ein paar Schritte über die Seestraße eröffnet. Ein großes Transparent verkündet Sonderpreise, also warte ich nicht lang und entschließe mich an einem frühen Abend gemeinsam mit dem ganzen Kiez zum Besuch. Vier Dönerverkäufer haben dem Stadtteil eine freches und mutiges "Eröffnungsangebot" entgegengerufen, jetzt ist der Stadtteil gekommen, um sie fertigzumachen. 
Eine Schlange windet sich bis auf den Gehweg, am Tresen stehen noch mehr, die auf bereits bestelltes Essen warten. Ich beobachte, wie einer Frau vorne etwa zehn Döner in Plastiktüten gestapelt werden. Vielleicht friert sie welche ein für die immerwährend harten Zeiten. Ein Gothic-Pärchen vor mir fummelt sich im Getümmel halb öffentlich an den halb versteckten Genitalien, die Stimmung wird insgesamt ausgelassener und langsam zeichnet sich Panik in den Gesichtern der Verkäufer ab. Die Dönerschneider schwächeln, sie kommen nicht mehr hinterher, schwitzen heftig und bereuen vermutlich, geboren worden zu sein. Das spornt uns an und auch der nächste Kunde bestellt locker aus dem Ärmel vier Döner zum Mitnehmen, der Fleischkegel zittert blutig und wird so nah am Grill geführt, dass die oberste Schicht augenblicklich verbrennt. 
Der Kaufmob wird hinter mir immer länger und breiter, vor den Gothics ist noch eine Rentnerin an der Reihe. Sie ist unsere härteste Kriegerin, sie wird ihren letzten Widerstand brechen. 
"Drei Döner bitte", bestellt sie, der junge Dönerverkaufer verdreht gehetzt die Augen und schmeisst den ersten Brotlappen vor sich. 
"Welche Soße?" Sie überlegt, wägt irgendetwas ab. "Ja."
"Okay, aber welche?" "Was?"
"Welche Soße?" "Jaja, machen Sie Soße drauf."
"Ja, aber welche? Knoblauch, Kräuter oder Scharf?" Seine Stirn ist knallrot, sein Tonfall ungefähr in der Lage, auf die eigentlich ein Faustschlag folgt. "Ja, mit Soße", antwortet sie. 
Die Gothic-Frau löst ihre Hand vom Schritt ihres Vampirpartners und erklärt schlichtend: "Es gibt drei Soßen, er fragt, welche sie möchten." 
"Ach es gibt drei?" "Ja genau."
"Knoblauch, Kräuter oder Scharf?" Der Verkäufer atmet heftig "Und welche ist welche?" 
"Das ist Kräuter, das ist Knoblauch, hier scharf." "Ja, dann nehme ich Soße." 
"Ja, aber WELCHE?" "Die dort vorne."
"Kräuter?" "Ja, Soße bitte."
"Das ist Kräuter. Möchten Sie Kräuter?" "Ja."
Es ist geschafft, nach dem Salat fragt er nicht mehr. Dann nimmt er den nächsten Brotfladen, sie hatte ja drei Döner bestellt. 
"Knoblauch, Kräuter, Scharf?"
"Ja."