Direkt zum Hauptbereich

ESC-Liedtextkritik: Slawische Titten - Polen

Ganz anders ist der polnische Beitrag gelagert, recht offensichtlich dem offen Sichtlichen gewidmet - wenn man sich öffnet. "Slawische Mädchen" von Donatan & Cleo handelt nicht unbedingt insgesamt von diesen, der Fokus ist etwas enger.

"Wir sind Slawen, wissen, wie es geht,
wir schütteln gerne, was wir von Mamas Genen bekommen haben.
Das ist unser heißes Blut, unser slawischer Ruf,
wir sind slawische Mädchen, und wissen unseren  Charme einzusetzen.
Nun wackelt mit den Dingern, die Mama euch gegeben hat!
Das ist das slawische Blut, das ist Schönheit und Grazie."

Erinnert ein wenig an "Schüttel deinen Speck" oder ähnliches, das Video lässt auch keinen Zweifel zu, dass es um Fleisch geht. Ist das womöglich sexistisch? Oder doch nur ironisch? Und ist das mit Blut und Genen nicht vielleicht auch ein bisschen rassistisch? Oder aber nur ironisch rassistisch? Oder einfach nur doof? Oder ironisch doof? Hach, wer soll da noch durchblicken. Vor allem bei dem Durchblick, bzw. Einblick.

"Wir haben etwas, das anderen fehlt,
wir lieben die natürlichen Formen.
Wodka ist besser als Whisky oder Gin.
Das Beste in uns, was immer du willst,
Mädchen, aufgewachsen mit Sahne vom Land,
frisch wie polnisches Brot.
Es gibt nichts besseres als slawische Mädchen,
wer sie gesehen und probiert hat, der weiß das."

Vielleicht ist ja das mit dem Alkohol ironisch gemeint, oder das mit der Sahne. Vielleicht ist ja durch die doppelte Übersetzung (polnisch zu englisch zu deutsch) etwas verlorengegangen? Wenn den Frauen im Video die Milch aus den Mundwinkeln in die freigelegte Wasserrinne ihrer prächtigen Oberkörperausstattung läuft, ist das ja auch etwas lustig. Man freut sich jedenfalls, kann ja auch nicht schlecht sein. Oder man ärgert sich, dass das Ganze so offensichtlich ärgerlicher Mist ist. Aber wer will sich schon ärgern? Und Polen findet man ja auch ganz nett eigentlich.

"Diese spezielle Zutat in unseren Genen,
macht uns stolz auf unsere natürlichen Körper.
In unseren Landen gibt es alles, was du brauchst.
Trink den Wodka aus, keine Not, ihn zu mischen.
Sahne und Butter schmecken so gut,
wir werden dir ein leckeres Essen zubereiten.
Unsere Schönheit ist berühmt in aller Welt,
sieh es dir an, dann wirst du es wissen."

Klingt für mich trotz aller Ironie, die da irgendwie vielleicht von irgendwem entdecken werden könnte, nach: Junge Polin im Puff, geil. Was natürlich ironisch gemeint ist. Dass es ironisch gemeint ist.

Ich frage mich jedenfalls, was der Typ eigentlich zu Lied und Video beiträgt (Donatan). Außer ins Horn zu blasen, Bewertungsschilder für Dekolletés hochzuhalten und seine Augen hinter einer Spanner-Sonnenbrille zu verstecken. Ach, er hat die Musik geschrieben, sie (Cleo) den Text. Wird komplett abstürzen, die Nummer, egal, wie oft das Video geklickt wurde und wie es gemeint ist. Meine Vermutung.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Brauseboys am 10.1. im La Luz: Nächstes Jahr

Zugabe 'Danke, dass ihr zuhört, und für's Verständnis. Dafür gibt es dies Geständnis: Wir können nicht ohne und mögen, wenn's euch gefällt. Was für 'ne Welt wäre es ohne uns und den Text? Wir sagen: Danke, dass ihr zuhört. Danke Publikum!' ~#~#~#~#~#~#~#~# Donnerstag, 10.1. /20.30 Uhr La Luz (Oudenarder Str. 16-20, Osram-Höfe) Die Brauseboys - Lesebühne im Wedding Seit bald sechszehn Jahren jede Woche neue Texte, Betrachtungen, Musik und belebende Heiterkeit mit Thilo Bock, Robert Rescue, Frank Sorge, Volker Surmann, Heiko Werning und Gästen. Am 10.1. begrüßen nach dem Rückblicksmarathon und seinen Erschöpfungsopfern die ausdauerndsten und virilsten Boys Heiko Werning & Frank Sorge gemütlich im Restaurant des La Luz eine freundliche Liedermacherin und einen Verfasser höchst authentischer Taxigeschichten: Eva Wunderbar (Bitte bleib) Christian Schmitz ( Der Fuchsflüsterer vom Zeltinger Platz ) ~#~#~#~#~#~#~#~#

Jan Koch

Jan wohnt schon eine Weile nicht mehr im Wedding, sondern auf dem Land. Hier wie dort verbreitet er Wohlbefinden und seine schönen Lieder.

Brauseboys am 16.7. in der Kulturfabrik Moabit: Mit Michael-André Werner & Lüül

Nur so eine Ahnung (von Frank Sorge) Wenn ich die Kinder von der Kita hole, erzählen sie immer sofort eine Sache. Offenbar das, was sie am Tag am meisten beschäftigt hat, was sie Besonderes erlebt haben, oder welche neue Frage sich gestellt hat. Man müsste diese Sätze eigentlich aufschreiben. "Weißt du, Papa?", setzt mein Sohn an, nachdem er zu mir gerannt ist. "Was denn?" "Das Weltall", sagt er, "das ist wirklich sehr groß." "Ja, stimmt", sage ich verblüfft, "sogar sehr, sehr groß, unvorstellbar groß." "Und weißt du? Man weiß gar nicht, ob es überhaupt ein Ende hat." "Ja", sage ich, "vielleicht hat es gar keins. Aber was sich Menschen auch schon lange fragen, wie es überhaupt angefangen hat." Er stutzt. "Was denken die denn?", fragt er, jetzt bin ich in der Bredouille. "Die meisten denken, es gab eine große Explosion und seitdem fliegt alles auseinander." "Nein", un