Direkt zum Hauptbereich

Brauseboys am 8.12. & 11.12.: Auswärts im Kiez

Zurückstehen (von Frank Sorge)

Als Vater kommt man immer zuletzt, daran muss man sich schlicht gewöhnen. In völliger Selbstaufgabe stelle ich mich bei den meisten Dingen auch ohne Aufforderung automatisch hintenan. Aufgefallen ist mir das beim Essen, da sind die ersten Jahre für die Kinder ja sehr vom Ausprobieren bestimmt. Natürlich probieren sie in erster Linie das aus, was wir da haben und auf dem Tisch steht. Das, was wir da haben, ist normalerweise auch das, was wir gerne mögen. So ergibt sich naturgemäß, dass sie auch etwas mögen, das ich mag. Ab dem Zeitpunkt, da sie es sehr mögen, esse ich dann im Grunde nichts mehr davon.
So sitze ich am Essenstisch und sie essen die Wurst, die ich immer so gern mochte, meinen Lieblingsquark und den Käse, den ich kürzlich als Geschmacksperle im Billigmarkt entdeckt hatte. Sie essen das alles auf, es soll alles ihnen gehören. Keinen Apfelsaft traue ich mich mehr zu trinken, nicht dass er plötzlich ausgeht, wenn sie noch etwas wollen. Die Enttäuschung mag ich mir nicht vorstellen, sie sind ja nun auch noch so klein und können nicht für ihre eigenen Sachen sorgen.
Natürlich bleiben mir Dinge, die sie mir noch nicht streitig machen können. Mein Kaffee zum Beispiel, an dem ich mich schon allein festhalten muss, da sie mir auch meinen Lieblingsschlafplatz, meine Lieblingsschlafzeit (Vormittags) und Lieblingsschlafdauer weggenommen haben. Immerhin bekommen sie von mir den leckeren Milchschaum in den Mund geschoben, den ich früher immer gern als Erstes abgelöffelt habe.
Dazu Sprüche der Freundin, die sich als Mutter nicht anstellt und meinen Teller abräumt, mit den Sachen, die ich nur noch kurz zur Verfügung halten wollte, falls noch ein Kind etwas möchte. So lange sie stillt, ist aber natürlich auch das, was sie bekommt, relativ unmittelbar wieder für die Kinder. Da stelle ich meine Bedürfnisse natürlich zurück.
~#~#~#~#~#~#~#~#

Donnerstag, 8.12. / 20.30 Uhr
Flop-Bar (Lüderitzstr. 74, nahe U6-Rehberge)

Die Brauseboys - frische Texte
Jeden Donnerstag nehmen Thilo Bock, Robert Rescue, Frank Sorge, Volker Surmann und Heiko Werning ihre frisch geputzten Tastaturen und lassen es klappern. Die empfohlene Wochendosis Lesebühne, seit dreizehn Jahren mit illustren Gästen. Diese Woche zum letzten Mal in diesem Jahr im Wedding, dafür gleich zweimal 'auswärts im Kiez'. Also NICHT IM LA LUZ, sondern in der feinen Flop-Bar am längeren Ende der Lüderitzstraße.

Gast:
~#~#~#~#~#~#~#~#

Sonntag, 11.12. / 17 Uhr
Eschenbräu (Triftstr. 67)

Weihnachtsboys im Eschenbräu

Thilo Bock, Robert Rescue, Frank Sorge, Volker Surmann und Heiko Werning lesen Besinnliches und Behagliches. Frühabendlesung in der Brauerei unseres Herzens, ein wenig Vorweihnachtsstimmung nicht ausgeschlossen.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Heiligabend mit den Brauseboys

Was ich mache, wenn ich nicht den Newsletter schreibe 1.) Eine Strichliste anlegen, wie oft ich das Wort Blitzeis im Radio höre. Überlegen, wie ich mit den Varianten "Blitzendes Eis", "Blitzkrieg", "Blitzer" und "geblitzt wird" umgehen soll. 2.) Pfefferkörner kaufen und in die Pfeffermühle bis zum Rand einkullern lassen, dann eine Brötchenhälfte mit Kassler und Käse belegen und mit Pfefferschrot schwärzen. Mich am frischen Duft der zerrissenen Splitter berauschen. 3.) Aus dem Fenster sehen. Auf der verbliebenen Schneedecke im Hof ist ein Vogel herumgelaufen, offenbar von schwerer innerer Verwirrung betroffen hat er stundenlang in vielfältigen Kreisen sein verstörendes Schneegemälde gemalt. 4.) Zeitung lesen und über Kopenhagen informieren. Der sudanesische Sprecher und "Bremser" heißt Lumumba Stanislaus Di-Aping. Die Ladezeit der Facebook-Fanseite von Thorsten Schäfer-Gümbel ist enorm. Er sagt: "Dem Schneckentempo

Sarah Bosetti

Las bei uns ihre Texte vor, filmt aber auch sehenswert .

Brauseboys Live + Stream am 24.2. (20 Uhr, 2G) im Slaughterhouse: Mit Felix Jentsch

Russisches Roulett (von Frank Sorge) Ralle: Dit is' Ding, wa? Mit die Ukraine? Dieter: Wat ham die denn für ne Inzidenz? Ralle: Nich Corona, Dieter, Invasion. Dieter: Jibts ne neue Mutante? Ralle: Alte Mutante, Sowjet-Style. Dieter: Und jetzt ham die mehr Medaillen, oder wat? Ralle: Nich Olympia, Dieter, die Russen. Dieter: Ja, die hatten die meisten, oder? Ralle: Nee, dit war früher mal, die warn jarnich dabei, also doch, aber nich als Russland. Dieter: Ach, jenau, wegen Doping. Wie hieß do' gleich der chinesische Jesundheitsminister? Ralle: Janz olle Kamelle, Dieter. Minister ham die ooch, gloob ick, janich mehr, macht allet Putin. Dieter: Der kann Karate, wa? Ralle: Judo. Dieter: Und wat sacht der jetzt? Ralle: Versteh ick nich, aber wat er macht, sieht man ja. Panzer, Soldaten, Raketen, die janze Grenze lang een Uffmarsch. Een abjekartetet Spiel, sag ick dir. Dieter: Ick kenn nur Russisch Roulett. Ralle: Jenau, so ähnlich kommt mir dit vor, nur mit alle Patronen drin. Sag