Mittwoch, 2. Mai 2012

Brauseboys am 3.5.: Nahe Termine


Slechter Handyempfang 

Manchmal überrascht es doch, wo man sich befinden kann, um einen Blick in die Zukunft zu werfen. So wird sich bald einiges umkehren, mancher wird umkehren. Ich ahnte noch nicht, dass dieses Faltblatt des Naturcampingplatzes diesen Blick ermöglichen könnte, als ich das Faltblatt des Naturcampingplatzes auffaltete. Schon aufgefallen war mir, dass der Campingplatz an der Grenze zum Mecklenburgischen gewissermaßen "gentrifiziert" war. Die Betreiber waren nett und international, gleich das erste Anzeichen, und statt einer Bierpinte mit Bockwürsten und Pommes gab es ein weiß gestrichenes Café. Mit Kunst und einer großen Kinderspielfläche.  Die Getränkekarte hatte außerdem einen kleinen Preisunterschied von Café Latte und Latte Macchiato, das dritte Zeichen. Denn auch unter Alltagsadligen muss sich noch damit abgrenzen dürfen, für das exakt gleiche Produkt einen höheren Preis zu bezahlen. 
Der kleine, angeschlossene Laden führte sein Sortiment ausschließlich aus Bio-Produkten, Naturland, -kind, -mund, -koks, etc. Wir freuten uns sehr darüber und zogen mit zwei Flaschen bester unfiltrierter Hopfenschlacke davon, jedoch konnte es uns als untrügliches viertes Anzeichen der Gentrifizierung nicht entgehen, dass es sich hier ganz simpel um einen Bioladen handelte. Ob da jetzt ein Berliner Stadtteil drumherum war, oder nicht. 
Das Faltblatt spart sich jeden Fließtext und arbeitet mit allein mit schönen Fotos sowie der Homepageadresse. Dann entdecke ich doch ein paar Worte, sehr viele sogar, die einmal rund um die Bilderflut die Vorzüge des Naturcampingplatzes und der Gegend anpreisen. Frische Brötchen, Lagerfeuer, 1000 Seen, so etwas, außerdem "Schlechter Handyempfang". Eigentlich sogar "slechter Handyempfang". Und es stimmt, ich fotografiere es und will es per Twitter lossenden - was aber aussichtslos ist, beim hiesigen slechten Handyempfang. Den aber haben wir hier offenbar als Vorzug mitgebucht. Und da geschah, dass ich für euch in die Zukunft sehen konnte. Nackte Hippies, die Sendemasten kippen und Kabel zertrennen, sah ich dort. Und sie machten Jagd auf unerbittliche Nerds, die nie mehr von ihren Geräten lassen wollen. Aber ihre Waffen waren ebenso unerbittlich. (Fortsetzung am)


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Donnerstag, 3.5. /20.30 Uhr 
La Luz (Oudenarder Str. 16-20, Osram-Höfe) 

Die Brauseboys 
Die empfohlene Wochendosis Lesebühne, jeden Donnerstag mit neuen Texten. Paul Bokowski, Hinark Husen, Robert Rescue, Frank Sorge, Volker Surmann, Heiko Werning und Gäste lesen was vor. 

Gäste: 
Uli Hannemann (ein Mann, zwei Texte): www.ulihannemann.de
Zuckerklub (zwei Stimmen, zwei Gitarren): www.zuckerklub.net