Direkt zum Hauptbereich

Ich schreibe einen Roman (21)

Vorangestellte Zitate sind etwas Tolles! Meistens verstehe ich nicht, was sie mit dem Inhalt der jeweiligen Romane zu tun haben, aber egal. Sie ermöglichen aber dem Autor, sich als ungeheuer klug und literarisch gebildet darzustellen.
Ich möchte deshalb meinem Roman gleich zwei Zitate voranstellen.
Eines steht schon lange fest, denn Heiko Wernings Ode an die Flusspferde aus "In Bed with Buddha" hat mich wirklich inspiriert.
Darum glaubt mir, Freunde, wenn ich euch sage:
Und würde morgen die Welt untergehen,
so würde ich mich heute noch vor ein Flusspferdgehege pflanzen."

Das ist schön, und die Literaturwissenschaftler der Zukunft können sich daran erfreuen, motivische Querverbindungen innerhalb der Berliner Lesebühnenliteratur zu studieren.
Und daneben, hab ich mir gedacht, stelle ich noch ein Zitat aus einem Monument der Weltliteratur. Praktischerweise ergab es sich, dass "The Great Gatsby" von F. Scott Fitzgerald sich quasi hinterrücks und heimlich in meinen Roman hineingeschlichen hat (wer Tipps abgeben möchte, wie das kam, möge bitte entsprechende Kommentare abgeben). Dummerweise hat er das getan, bevor ich ihn gelesen hatte. Nun denn, das habe ich an diesem Wochenende nachgeholt. Alle Achtung, nicht schlecht, das Buch. Also, kann man nicht meckern.
Kurz war ich versucht, einen völlig sinnfreien Satz aus "Gatsby" wahllos herauszugreifen und damit die Literaturwissenschaft der Zukunft vor große Rätsel zu stellen:
Er überlegte einen Augenblick.
Dann sagte er etwas betreten: "Ich würde gerne
das Gras mähen lassen."
aus F. Scott Fitzgerald: "The Great Gatsby"

Aber irgendwie wäre es ja schon schön, wenn Zitat und Geschichte sich irgendwie aufeinander bezögen. Zumal die Motivlage der Romane sogar ähnlich ist: Geplatzte Lebensträume und unglückliche Liebe, also Themenfelder, wie man sie in der Literatur nur selten findet und was meinen Roman und "The Great Gatsby" quasi zu Zwillingsgeschwistern im Geiste macht.
Schöne, kluge Sätze findet man bei Fitzgerald tatsächlich viele. Hier meine Top-Ten der Great-Gatsby-Zitate:
(1) "Man sieht in der Tat viel mehr vom Leben,
wenn man nur aus einem Fenster hinausschaut."
(2) "Ich bin einer der wenigen ehrlichen Menschen, die ich kenne."
(3) "Es gibt nur die Gejagten und die Jäger, die Emsigen und die Müden."
(4) "Ich mag große Partys. Sie sind so intim.
Auf kleinen Partys ist man nie unter sich."
(5) "So fuhren wir durch das kühler werdende Zwielicht
weiter auf den Tod zu."

(6) "'Wer ist er?', fragte ich. 'Wissen Sie das?'
'Er ist bloß ein Mann namens Gatsby.'"
(7) "Es ist immer wieder traurig, Dinge,
an die man sich selbst nur mit Mühe gewöhnen konnte,
mit den Augen eines anderen zu betrachten."
(8) "'Jetzt, wo wir die Brücke hinter uns gelassen haben,
ist alles möglich', dachte ich, 'einfach alles ...'
(9) "Kein Feuer und kein noch so frischer Wind vermag es mit dem
aufzunehmen, was ein Mann in seinem gespenstischen Herzen bewahrt."
(10) "Ich war drinnen und draußen, zugleich verzaubert und abgestoßen
von der unerschöpflichen Vielfalt des Lebens."

Aber passt da irgendwas von zu meiner Geschichte? Oder sollte ich doch lieber einen Ausschnitt aus einem Dialog nehmen, der nicht ganz so aufgeladen daherkommt, aber Amüsement und Unterhaltung zum Thema hat? Ach, ich kann mich einfach nicht entscheiden ...
"'Es hat ihr nicht gefallen', sagte er ohne Umschweife.
'Natürlich hat es das.'
'Es hat ihr nicht gefallen', wiederholte er. 'Sie hat sich nicht amüsiert.'"

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Brauseboys am 4.6. (20 Uhr) mit Mareike Barmeyer, Jobinski und Bjarne

Alles im Blick (von Frank Sorge) Susanne sammelt schon gute Momente, ich könnte vielleicht die filmischen abgreifen. Wie ich gerade im Wedding nach Hause gelaufen bin, am Parkplatz vorbei, ein paar Heckleuchten entlang, als plötzlich ein offener Pizzakarton auf einer Motorhaube in den Blick kam, mit verlockend frisch leuchtenden Pizzastücken. Von links pirschte sich eine Krähe an das Auto heran, die gleiche Begehrlichkeit im Blick, schon beim nächsten Schritt aber kam rechts der kauende Autobesitzer in Sicht. Ich blieb stehen und blickte die Krähe und ihn an, er die Krähe und mich, wir lächelten gleichzeitig amüsiert.  “Vorsicht!”, sagte ich zu ihm, “im Wedding muss man immer aufpassen!”  “Mach ich!”, bestätigte der freundliche Nachbar, "Hab alles im Blick!”  Wir fixierten die ertappte Krähe, die sich zurückzog. Heute ging sie leer aus, Abspann, Ende. Die Brauseboys am Donnerstag, 4.6. (20 Uhr)  Mit Mareike Barmeyer , Jobinski und Bjarne Haus der Sinne (Ystader St...

Brauseboys am 7.5. (20 Uhr) mit Susanne Schirdewahn und Paula Linke

Stiefel waschen (von Frank Sorge) Tourismus in Deutschland, mal wieder typisch! Versprochen wird eine Gummistiefelwaschanlage, aber vorhanden ist dann nur eine Gummistiefelwaschecke, in der man alles selber machen muss! * Die Brauseboys am Donnerstag, 7.5. (20 Uhr)  Mit Susanne Schirdewahn und Paula Linke Haus der Sinne (Ystader Str. 10) Es war ein schöner Ausflug in den Wedding, aber irgendwann ist auch immer gut mit dem Reisen. Vor allem, wenn man so doppelt erlesenen Besuch bekommt wie diesen Donnerstag, da will man nicht improvisieren, da will man auch mal festlich präsentieren: Den Donnerstag in aller Pracht, tada! Mit uns, dem netten Team des Haus der Sinne und unseren Gästen. Susanne Schirdewahn ist bildende Künstlerin und Autorin im Prenzlauer Berg und lauscht monatlich an Des Esels Ohr, die Musikerin Paula Linke swingt und singt sich durch Stadt und Land und wirbt für vermehrtes Küssen. Da treten wir Herren natürlich frisch geduscht an uns lassen uns nicht lumpen, wir L...

Wir unterbrechen die Sommerpause! Brauseboys "Sommer-Spezial mit alles" am 16.7. & 23.7.

Die Brauseboys am 16.7. & 23.7. (20 Uhr)  Sommer-Spezialabende mit Charme und Schirmchen Haus der Sinne (Ystader Str. 10) Luftige Texte, sonnengebräunte Geschichten, Betrachtungen zum Summer of Twentysix & alle Drinks nur mit Schirmchen. Boys ohne Beach, dafür mit Brause. Die Brauseboys unterbrechen ihre WM- und Sommerpause für zwei Sommerspecials. Am Donnerstag, den 16.7. (20 Uhr) mit Bühnen-Sonnenschein Tilman Birr Am Donnerstag, den 23.7. (20 Uhr) mit glühenden Liedern von June Kater Fußball war gestern, oder wird dann gestern gewesen sein, und wenn wir uns alle bis zum Ende der Sommerferien nicht mehr sehen, ist das doch nicht schön. Aber es gibt für alles eine Lösung, wir machen einfach Pause von der Pause und sind zwei sommerliche Donnerstage da. Vielleicht in kurzen Hosen und unter Einfluss von Cocktails oder Vanilleeis, wir werden sehen, aber frischgeduscht und mitteilungsbedürftig. Ihr könnt auf jeden Fall schon mal Handtücher ablegen, für jede Woche haben wir a...