Samstag, 29. Mai 2010

Schlappschwanz und Schlägerbraut

In Rumänien ist die Liebe nicht immer so harmlos, der diesjährige Liedbeitrag lässt eines dieser rumänischen Paare stellvertretend auf die Bühne. Sie bringen das schönste Instrument des Wettbewerbs mit, einen doppelten Flügel, an dem sich Mann und Frau mit eigener Klaviatur gegenübersitzen und mit Akkorden beschmeissen können. Sehen wir einmal herein in das Liebesleben:

"Mädchen, Mädchen, Mädchen, siehst du nicht, was du mir heute Nacht antust?
Junge, Junge, Junge, wenn du knausrig wirst, gibt es noch einen Kampf heute Nacht."


Offenbar lässt sie ihn zappeln und zieht ihm dabei alle Ersparnisse aus der Tasche. Ihn scheint das schon etwas nervös zu machen, offenbar hatte er sich alles etwas leichter vorgestellt. Sie singen beide: "Du und ich wir könnten versuchen aufzuhören" und sie ergänzt schnippisch: "Erst Junge, wenn du zu Boden fällst." Aber sie sind sich wieder einig: "Wenn wir jetzt zusammenkommen, brennen wir alles um uns herum nieder." Zusammenkommen könnte man wohl zusammen oder getrennt schreiben, und es würde weiterhin passen.

"Du und ich, siehst du nicht, wir spielen mit Feuer.
Sag mir jetzt, wie du fühlst, dieses brennende Begehren.
Hör nicht auf, lass es knallen, es wird uns beflügeln.
Kann es nur ein Traum sein, rennst du weg?"


Sie singen in Eintracht, sie sehen sich wild über den Doppelflügel in die Gesichter, der Pakt ist fast besiegelt, das Bett frisch bezogen. Sie ergreift die Initiative:

"Junge, Junge, Junge, was für ein Kampf - komm verbring mit mir die Nacht."

Und was man schon ahnte, spiegelt sich auch in seiner Antwort. Ist sie zu stark, ist er zu schwach.

"Mädchen, Mädchen, Mädchen, bist du sicher - ich bin nicht zum Kämpfen hier."


Ja, aber wofür denn sonst, du Knallerbse! Zum Singen oder was? Das Lied endet hier und ob er noch irgendwie das Ruder rumreissen kann, darf bezweifelt werden. Das Geld wird sie ihm trotzdem aus der Tasche ziehen und sie wird schallend über ihn lachen, wenn sie ihn ersteinmal unter das Klavier gesoffen hat, er zu Boden fällt und sie den letzten Rest seiner Ersparnisse noch bis tief in die Nacht komplett versäuft, um mit irgendwem abzuschwirren, der ihr ein bißchen mehr Paroli bieten kann.