Direkt zum Hauptbereich

Brauseboys am 9.9.: Schon drin?

Bin ich schon drin?


Mein Plan ist ein Buch oder größerer Essay zum Thema "Abschalten". Vor zwei Wochen habe ich schon das Vorwort vorgelesen, hier Ausschnitte aus dem ersten Kapitel: Internet abschalten 



Das Internet und dein Computer sind zwei verschiedene Dinge. Wenn sie auch untrennbar scheinen, sie sind es nicht. Wer jetzt schon widersprechen will, dem empfehle ich mal wieder einen Wechsel des DSL-Anbieters. Einsprüchen kann aber paradoxerweise auch stattgegeben werden, denn dein Computer gehört doch zum Internet - sobald sie verbunden sind. Und wenn die Verbindung steht, ist nicht nur dein Computer das Internet, du selbst gehörst dann auch zum Internet. 
Das Internet ist natürlich kein Ding, auch wenn meine Elterngeneration durchaus “Das ist ja ein Ding” in Begegnung mit ihm äußert. Das Internet besteht aus vielen Computern und den Datenverbindungen zwischen ihnen, aber die Maschinen allein machen kein Internet. Sie können es aufrechterhalten, womöglich, aber mit ihrer Freizeit und sich selbst können sie nur bedingt etwas anfangen. Wenn sie damit einmal beginnen, müssen wir uns wirklich Sorgen machen. 
Aus vielen Blickwinkeln sieht das Internet immer ein wenig anders aus, es hat offenbar ziemlich schillernde Dimensionen. Mich beruhigt jedenfalls die Gewissheit, dass der wesentliche Grund dafür in den verbundenen Gehirnen liegt. Auch wenn sehr beunruhigend sein kann, was diese Gehirne ins Internet äußern. Das Internet hat keinen Ort, bildet aber einen Raum. Zumindest beschreiben wir es so, wenn wir es beschreiben: “Bin ich da schon drin (oder was)?” Welche Gnade ist den Spätgeborenen zuteil geworden, die nie bewusst diesen AOL-Werbespot von 1999 gesehen haben. 


Dank YouTube kann man heute diese Unschuld allerdings mühelos verlieren:


~#~#~#~#~#~#~#~#
Donnerstag, 9.9. /20.30 Uhr
La Luz (Oudenarder Str. 16-20, Osram-Höfe)

BRAUSEBOYS

Neue Texte, Musik und Multimedia mit Paul Bokowski, Hinark Husen, Robert Rescue, Frank Sorge, Volker Surmann, Heiko Werning und Gästen. 

Gäste:
Markus Liske & Der Singende Tresen (Wort & Ton)
Infos: http://www.gedankenmanufaktur.net

Kommentare

Frank Sorge hat gesagt…
Und hier exklusiv für Blogangucker das aktuelle Gewinnspiel. Von welcher Frau spricht Boris Becker im Werbespot? Für die erste richtige Antwort im Kommentar gibt es eine Freikarte plus Begleitperson.
Frank Sorge hat gesagt…
Richtigstellung: es gibt Freikarten für den Gewinner und eine Begleitperson. Es gibt also keine Begleitperson dazu, da müsst ihr euch selbst drum kümmern.

Beliebte Posts aus diesem Blog

Brauseboys am 18.7. (20 Uhr) mit Susanne M. Riedel, Uli Hannemann & Josias Ender

Kein Boom in Sicht (von Frank Sorge)   Ich kenne einen Ort in Brandenburg, der einen schönen kleinen Bahnhof hat. Es ist fast das Ende einer Bahnstrecke und viele Menschen wohnen hier nicht. Aus wirtschaftlichen Gründen wurde die Strecke verkürzt und der Bahnhof fing an zu überwuchern. Gegenüber war jetzt eine Bushaltestelle, die stündlich eine Anbindung an das neue Ende der Bahnstrecke bot. Wirtschaftlich war das offenbar auch nicht, erst wurden die Busse verkleinert, dann ein 2-Stundentakt daraus gemacht. Es sind mindestens zehn oder fünfzehn Jahre seit der Streckenverkürzung ins Land gegangen, am Sonntag fährt fast kein Bus mehr. Der Bahnhof ist immer noch schön, jetzt vor allem schön verwittert. Die ganze Gegend hat sich kaum verändert in den fast dreißig Jahren, die ich den Ort kenne, mal abgesehen vom großen Logistikcenter und seinen LKWs. Dabei ist es nah an Berlin, wo doch sonst alles boomt. Profitiert hat von der Streckenverkürzung mutmaßlich niemand, es wurde nur immer sc...

Saisonauftakt! Brauseboys am 5.9. (20 Uhr) mit Ruth Herzberg & Frau Rotkohl

Die Wahlergebnisse (von Frank Sorge)   Stillstand. Spaltung. Scham. Trotz. Winterurlaub im Erzgebirge fällt eher aus. Bangen um Brandenburg. Wird es Braunenburg? Mauer um Berlin doch eine Option? Mauer im Kopf ausreichend. Brandmauer nicht. Täuschung und Enttäuschung. ­ Brauseboys am Donnerstag, 5.9. (20 Uhr) mit Ruth Herzberg und Frau Rotkohl   Haus der Sinne (Ystader Str. 10)   Das war sie also, unsere Sommerpause, und jetzt ist sie nicht mehr. Wir haben uns so was von erholt und strotzen vor Energie und Tatendrang. Was diese Solarenergie alles kann, es ist erstaunlich. Also reden wir nicht lang drumherum, der Saisonauftakt steht schon vor der Tür - in dieser Woche! Dann geht es weiter jeden Donnerstag im Haus der Sinne mit fangfrischen Texten, handwarmen Liedern und sprudelnder Heiterkeit. Wie immer mit fabulösen Gästen, zum Start freuen wir uns auf intensiv-ironische Texte von Ruth Herzberg und freimütig-alberne Lieder von Frau Rotkohl .

Brauseboys am 11.7. (20 Uhr) mit Martin Hyun & Herr Horst

Premium-Service (von Frank Sorge)   Der Paketbote schickt mich mal wieder durch den Kiez, mal dorthin, mal rundherum durchs Dorf und in die Binsen. Jemand hat ganz offenbar nicht den Job, den jemand machen möchte, denn hier im Haus ist eigentlich immer jemand da, im Zweifel ich. Natürlich kann ich ein Klingeln überhören, aber wenn das monatelang nicht vorkommt, und dann plötzlich in Serie, wird der Herr Kommissar stutzig. Wo waren Sie um 13:47 Uhr am Samstag? Leider steht Aussage gegen Aussage. Die letzte Nuss war hart zu knacken. Die Behauptung, bei der Zustellung wäre etwas schiefgegangen, ein angekündigter nächster Versuch, der nie unternommen wurde, dann in mittlerweile geübter Eigenrecherche und nach mehreren Irrwegen eine mögliche Adresse, wo es hinterlegt war. “Ich hatte etwas Mühe, im Internet herauszufinden, dass mein Paket vermutlich bei Ihnen ist”, sage ich der freundlichen Berlinerin hinter dem Tresen. “Allet klar, ick brauch nur ihr’n Ausweis.” “Bitte! Kam kein Bote, ...