Dienstag, 19. Januar 2010

Ich schreibe einen Roman (24)

Ein Roman ist wie ein Bumerang. Er kommt immer zum Autor zurück.
Gerade hab ich die zweite Überarbeitung an meinen Lektor geschickt. Nach Rohfassung und erster Überarbeitung ist dies also schon das dritte Mal, dass ich den Roman an meinen Verlag maile. Einmal werde ich ihn noch zurückbekommen. Als Druckfahnen nach dem Fehlerlesen eines externen Korrekturlesers. Ändern darf ich dann nichts mehr, sondern nur noch die letzten Korrekturen absegnen und die Druckfreigabe erteilen.

In den letzten zehn Tagen habe ich mich hauptsächlich mit Grammatik, Stilfragen, Formulierungsalternativen und Detailkürzungen beschäftigt. Frickelarbeit, die irgendwie nach Statistik schreit. Pardon, ich meinte: Frickelarbeit, die nach Statistik schreit. Hier also meine kleine Romanstatistik:

Kapitel: 32, plus 32 andere Sequenzen, plus zweiteiligem Anhang
Zeichenzahl des Romans in der Rohfassung: 426.938
Zeichenzahl des Romans bei Abgabe der 2. Fassung: 451.046
Zeichenzahl des Romans heute (3. Fassung): 442.711
Ersatzlos gestrichene Formulierungen mit "irgend": 46
Umformuliertes "gucken": 31
Gestrichene "noch"s, "auch"s usw.: nicht zählbar

Top 3 meiner Lieblingsstilblüten:
1) "... der Wassergraben plätscherte unhörbar im Dunkeln."
2) "... während er eine Schublade voll Nilpferdmist durch die Gegend schob."
3) "Schweißerlen rannen ihm die Stirn herunter."