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Meine kleine Farm



Es sind ja immer die Freunde, die einen verleiten und verführen. Zum Rauchen, zum trinken, länger zu bleiben und Geld auszugeben. Das steht dir aber gut, der Nachtbus fährt auch später noch, ich geb dir noch einen aus und ja, nimm ruhig eine Filterzigarette. Digitale Freunde sind da nicht anders, aber es sind mehr.
Immer schon zählen Empfehlungen von Freunden mehr als ein nackter Werbehinweis, und vor allem die Warnungen verleiten zur Nachahmung. Mach es nicht, denke ich also und scrolle den Link zum Facebook-Spiel FarmVille mit dem Mausrad wieder außer Sicht und gleich wieder hinein. Du hast schon genug virtuelle Verpflichtungen, deine Online Fußballmannschaft ist grad abgestiegen, die Mannschaft veraltet und verspielt sich gerade unglücklich den Wiederaufstieg. Deine Umsätze in den virtuellen Läden, in denen du Cartoons und T-Shirts für Avatare verkaufst, sind auch abgeflacht, müsstest du unbedingt mal umdekorieren und ergänzen. Um mit den anderen Elfen deiner Rollenspiel-Gilde mithalten zu können, müsstest du auch noch die ein oder andere Stunde durch finstere Kellerverliese rennen und Rohstoffe für die Gildenburg sammeln. Also rate ich dir, lass dieses kleine süße Aufbaustrategiespiel mal aus, Zeit hast du sonst schon kaum noch.
Seit einigen Tagen stapeln sich kleine Nachrichten in meinem Postfach. Man sendet mir digitale Bäume und Tiere für die Farm, die ich nicht habe. Paul treffe ich auf der Straße, er müsse schnell nach oben, Himbeeren pflücken. Himbeeren pflücken? Ja, auf seiner Farm.
Mach es nicht, sage ich mir selbst, aber verführerischer als Warnungen von Freunden ist nur noch die Warnung an sich selbst. Es ist also zu spät, auf meinem Profil erscheint: “Frank hat das Stadtleben aufgeben, um Bauer in FarmVille zu werden, wo du köstliche Früchte und Gemüse anbauen und liebenswerte Tiere auf deiner ganz eigenen kleinen Farm großziehen kannst.“
Seitdem grunzt und meckert und wiehert und gackert es aus meinem Arbeitszimmer, Boog Boog Bdoog, aber die Freundin baut schon viel länger an ihrem eigenen Wurzelimperium, um sich darüber noch zu wundern.

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Donnerstag, 22.10.09 /20.30 Uhr
LA LUZ (Oudenarder Str.16-20, Osram-Höfe)

BRAUSEBOYS - Neue Texte, Musik und Multimedia mit Paul Bokowski, Hinark Husen, Robert Rescue, Frank Sorge, Volker Surmann & Heiko Werning.

Gäste:

LEA STREISAND (Selbstgeschriebenesvorleserin)
http://leastreisand.de

THOMAS FRANZ (Zwieback for your soul)
http://myspace.com/thomasfranz

ULI HANNEMANN (Weltweiter Blöker)
http://www.uli-hannemann.de


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Neue Texte, Musik und Multimedia.
> jeden Donnerstag 20.30 Uhr im La Luz, Oudenarder Str.16-20 (Osram-Höfe), Tram M13/50, und weiterhin nahe U6-Seestraße und U9-Nauener Platz. www.laluz.de

Eintritt: 5 Euro (3er Sammelkarte für 12 Euro)

Alles weitere über: www.brauseboys.de & www.browserboy.de & www.twitter.com/brauseboys
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