Direkt zum Hauptbereich

Posts

Brauseboys am 29.5. (20 Uhr) mit Felix Jentsch und Holger Saarmann

Schlagertext-Laubsägearbeit (von Frank Sorge*)   (Im Schunkeln) Schön, dass unsere Welt noch steht, weil’s ja sonst nicht weitergeht. Schön, dass wir uns nochmal sehn, bevor wir alle untergehn!   Schön, dass wir zusammen sind, denn es gibt ja ganz bestimmt in dieser langen Ewigkeit sonst keine Gelegenheit.   Refrain (mit pathetischem Riff):  Nur ein Herz aus Stein kann tausend Jahre sein! Komm an meinen Arm, der ist noch warm.   (*Die erste Zeile wurde mir von Peter auf der Seestraße zum Gruß zugeworfen, er ist damit mindestens mitschuldig an den nachfolgenden Assoziationen) Donnerstag, 29.5. (20 Uhr) Haus der Sinne (Ystader Str. 10)   Der sogenannte Herrentag steht an, meist eher ein Herr-je-Tag mit viel Torkelei und ausschweifenden Grilldüften, aber nicht immer und überall. Für uns ist seit 22 Jahren der Herren- ein Boys-Tag und eher ein Refugium zur Vermeidung des üblichen Getümmels. Außerdem haben wir letzte Woche vielleicht zum ersten Mal unsere Konf...

Brauseboys am 22.5. (20 Uhr) mit Franziska Hauser und Titus Waldenfels

Interview mit mir selbst (von Frank Sorge)   Und, fällt dir immer was ein? Wofür? Für den Newsletter? Nein. Und dann? Dann schreibe ich was auf. Auch ohne Einfall? Muss ja. Spannend, aber ich könnte das nicht. Doch, ist pure Gewöhnung. Nach zehn oder zwanzig Jahren geht das. Auch ohne jede Idee? Du musst es eher andersherum sehen, alles ist eine Idee. Aber so ganz ziellos? Warum ziellos, irgendwas trifft man schon. Und ist das denn interessant? Man muss nur wissen, was man aufhört. Donnerstag, 22.5. (20 Uhr) Haus der Sinne (Ystader Str. 10)   Die Eisheiligen sitzen immer noch im Garten rum, machen aber bestimmt bald Platz für die Sonnenseligen. Danach kommen ja gleich noch die Dürredominikaner, die Gewittergurus und Badebuddhas, und ehe man sich versieht, ist schon Urlaubszeit. Bis es dazu kommt, bieten wir als Papierpatronen ganzjährig eine Veranstaltung an, die sich immer auch wie Urlaub anfühlt. Wir nehmen uns Zeit für Erholung, Verarbeitung und Erbauung, ganzheitlich im ...

Brauseboys am 15.5. (20 Uhr) mit Andreas Gläser und Luksan Wunder

Mit anderen Standards (von Frank Sorge)   Unser neuer Toaster hat recht kräftige Federn, so dass die Toastscheiben nahezu euphorisch aus den Schlitzen hervorspringen, wenn sie fertig sind. Hoppsassa, der Toast ist da. Manchmal aber ist der Eifer zu groß und eine Scheibe entkommt den Schlitzen, macht sich frei von der Gravitation des Geräts und landet auf dem Fußboden. Leider gar nicht so selten, was mich nachdenklich stimmt. Man will ja nicht gleich von einer Fehlkonstruktion reden, aber wird so ein Toaster nicht auch mal getestet, oder kann man das für ein günstiges Gerät nicht voraussetzen? Oder ist es eine globale Unschärfe der Realität? Essen zum Beispiel die Chinesen, die den Toaster zusammengebaut haben, überhaupt Toast? Oder werden bei den Tests keine echten Toastbrote, sondern Testbrote mit ganz anderen Standards getoastet? Womöglich ist der Toaster auf übergroße amerikanische Scheiben optimiert, globalisiert ergab das bis vor kurzem ja noch Sinn. Als mögliches Hindernis h...

Brauseboys am 8.5. (20 Uhr) mit Susanne Schirdewahn und Claudia Fink

Seestern: Logisch (von Frank Sorge)   Dieter: Und? Wat sagste zum neuen Kanzler? Ralle: Wat fürn neuer? Dieter: Na, Merz. Ralle: Wat is an dem denn neu? Dieter: Zumindest war er noch nie Kanzler. Ralle: Schaun wa ma wie lange, wa? Die Warnung von die Abweichler war ja wohl deutlich. Dieter: Vielleicht wussten die voneinander nich, dat se gegen ihn stimmen. Ralle: Aber dann wissen se jetzt, dat se genug sind. Dieter: Aber Merz weeß et ooch. Ralle: Dit war ja Sinn der Sache. Dieter: Sagst du, aber weeß doch keener, wer et war. Ralle: Wenn die organisiert waren, Dieter, siehts richtig schlecht aus. Dieter: Vielleicht hat Putin die jekooft? Ralle: Der hat doch keen Jeld mehr, außerdem wärn se dann ja wohl nich wieder umjeschwenkt. Dieter: Du kennst dir ja aus! Ralle: Logik, Dieter, allet Logik. Dieter: Logisch. Vielleicht steckt ooch die Merkel dahinter. Ralle: Weil et erst jeklappt hat, als se weg war? Dieter: Kleener Antrittsgruß, wa? Ralle: Zu naheliegend, Dieter, die Merkel is nic...

Brauseboys am 1.5. (20 Uhr) mit Michael Bittner und Arno Rittgen

Was ist nur los? (von Frank Sorge) Der Pizzabäcker im Wedding hat heute richtig gute Laune. In den wenigen Minuten, die ich dort bin, redet erst ein Kunde wortreich durch die Scheibe auf ihn ein, dass er auch alles gut verpacken soll, damit es unten nicht suppt. "Ja, schon gut, ich packe es ordentlich ein", antwortet er genervt und macht alles wie immer. Er packt hunderte solcher Päckchen jeden Tag und natürlich sind die ordentlich gesichert. Kaum ist der Typ endlich weg fragt die nächste "Wieviel kostet denn eine Mini-Pizza?" "Steht auf dem Zettel", er weist auf den Zettel vor ihrer Nase an der Scheibe. "Tschuldigung, ich kann nicht lesen." Auch das kann ihn nicht erweichen, verbal Auskunft zu geben, sie nimmt dennoch eine. Der nächste kann nur murmeln. "Willst du eine Mini-Pizza?", fragt der Verkäufer. "Ja", murmelt der Mann und sagt am Ende des Gemurmels "Zwei". "Wie jetzt, eine oder zwei?" "Ja, Mi...

Brauseboys am 24.4. (20 Uhr) mit Harriet Wolff und Paul Geigerzähler

 Leihfamilie (von Frank Sorge)   Der Regionalzug ist natürlich komplett überfüllt, mit einem Hechtsprung passe ich einen Moment zwischen Herausströmenden ab, um einen Sitzplatz zu ergattern. Nur Sekunden später setzt sich eine junge Frau mit ihren Eltern dazu, in der Minute darauf ist jeder Sitzplatz belegt und gleich danach die Gänge. Wir haben unsere Sitzgruppe für die nächste Stunde gefunden, sagen einmal freundlich ‘Hallo’ und ‘Man muss jeden Platz festhalten, den man kriegen kann’. Dann schaue ich aus dem Fenster und die drei unterhalten sich, anfangs noch halb geflüstert.  Das Gespräch mäandert von hier nach dort, von Wohnorten zu Herkunft, zu geplanten Ausflügen von heute und Geschichten von gestern. Die Eltern sind sympathisch, die Frau ist sympathisch, der hessische Dialekt weich, aber nicht breit. Ganz andere Leute hier im Norden, sagen die Eltern, der Vater mustert auch mich, der mit großer Willenskraft ein Schmunzeln unterdrückt. Nach einer halben Stunde fühl...

Brauseboys am 17.4. (20 Uhr) mit Annika Blanke und Johanna Zeul

Grüne Gedanken (von Frank Sorge)   Wenn sich Pflanzen äußern könnten, wäre es eher ein ‘Om’, ein ‘Ih, bäh’ oder ein ‘Aha, soso’? Würden sie fordern, jammern und klagen über die Bodenverhältnisse, oder wären sie genügsam, solange das Wasser hinreicht? Wäre es nicht praktischer, man würde sie hören können, wie sie ‘Wasser, Wasser’ durch die Wohnung rufen, wenn es nötig ist? Kann man ihnen dafür Strom anlegen und sie an eine App anschließen? Es gab wohl schon einiges an Experimenten, Pflanzen Musik vorzuspielen oder Blätter zu zupfen, um Reaktionen zu erkennen, aber soweit man hört, war das alles erfolglos. Kann man Pflanzen direkt etwas Gutes tun, wenn man sie anhaucht? Die brauchen doch CO2. Das sind alles so Fragen, die man direkt von den Betroffenen geklärt haben möchte, das muss doch irgendwie gehen. Sind doch auch Lebewesen und viel ältere als wir, irgendeinen gemeinsamen Vorfahren muss es doch gegeben haben. Oder gehören wir zur Linie der Pflanzen, die angefangen haben, andere...