Direkt zum Hauptbereich

8 Jahre Brauseboys: Gala am 19.3. mit Toni Mahoni & Band

Der erste Abend mit den Brauseboys (geschildert von Heiko Werning)
Ich kannte keinen von ihnen, das machte mich misstrauisch. Frank Sorge war zudem beunruhigend jung. Von Robert Rescue hatte ich immerhin gehört, der Rest war mir völlig unbekannt. Wir trafen uns zu einer ersten Vorbesprechung im Laine-Art. Schon auf dem Weg dorthin wurde ich noch misstrauischer. Was war denn das für eine Ecke? Und hier sollte irgendwas sein? Als ich dann durch den Hauseingang der Liebenwalder Straße 39 ging, war ich sicher: Ich war einem Betrüger aufgesessen. Das ist doch überhaupt kein richtiger Ort! Und hier sollte ich wöchentlich auftreten? Übellaunig betrat ich den Raum. Er war vollkommen kahl, mit nackten, geweißten Wänden, einer furchtbaren Neonbeleuchtung und einem Betonfußboden mit Farbspritzern. In der Mitte stand eine Handvoll Stühle, für uns. Das war alles. Ich lachte innerlich auf. Die zwei Besitzer schauten kurz vorbei, stellten sich vor, wirkten aber recht verhuscht und waren sofort wieder verschwunden. Ich versuchte einen Scherz und sagte zu den Kollegen: „Na ja, Schwulenwitze sollten wir hier vielleicht besser nicht machen.“ Ein Volker Surmann hyperventilierte ein bisschen und schaute mich empört an: „Das sollten wir sowieso nicht!“ Au weia, dachte ich. Robert Rescue erläuterte, er werden wahrscheinlich schon bald nicht mehr mitmachen, er mache nämlich eine Ausbildung zum microsoftzertifierten Netzwerkadministrator, er rechne damit, schon bald eine größere Firma übernehmen zu können. Na klasse, dachte ich, der einzige irgendwie seriöse Autor steigt aus, und ich sitze hier mit einem zwergwüchsigen Zoni, einer hysterischen Schwuchtel und einem Kindergartenkind in einem nackten Weddinger Hinterhofzimmer bei zwei finnischen Künstlern. 

~#~#~#~#~#~#~#~#
8 JAHRE BRAUSEBOYS

Samstag, 19.3. /20.30 Uhr
La Luz (Oudenarder Str. 16-20)

Jetzt ist es wieder soweit! Was am 20.3.2003 zeitgleich mit Georg Bushs Irak-Feldzug begann, hat sich als hartnäckiger, langlebiger und nicht zuletzt deutlich erfolgreicher erwiesen. Viel weniger Verluste, deutlich mehr Sinn und Unterhaltung haben die Brauseboys in das innerstädtische Krisengebiet Berlin-Wedding gebracht. 
Seit 8 Jahren lesen die Brauseboys hier an 52 Wochen im Jahr neue Geschichten vor: 416 reguläre Shows. Manchmal erschrickt sie das selbst. Aber natürlich machen sie weiter. Denn sie haben das "verflixte siebte Jahr" hinter sich. Danach wird man gemeinsam alt. 
Doch erst einmal werden sie gemeinsam ein Jahr älter: Die 8. Jubiläumsshow. Das Jahres Best-Of, Selbstbeweihräucherung, Wedding-Gebenedeiungen und Geburtstagsständchen von TONI MAHONI & BAND. www.tonimahoni.com
Eintritt: 7€ (5€ erm.)

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Brauseboys am 2.12. im Slaughterhouse (20 Uhr, 2G) + Livestream: Mit Amalia Chikh

Illusionen von Frank Sorge Kennt Ihr noch das Gefühl, auch nach langem Widerstand und dem Ausschöpfen aller rhetorischen Mittel, jemand anderem Recht zu geben? Oder die Verwunderung darüber, nachdem man sein Pulver rundherum verschossen hat, dass man im abziehenden Nebel auf verlorenem Posten war? Oder die Ohnmacht, mit den Sohlen direkt  hineingetreten, einer wirklich peinlich idiotischen Sache auf den Leim gegangen zu sein? Kennt ihr das noch, die Haltung, wie man sich selbst zuhört, worüber man redet, und über sich ein Urteil fällt, ausnahmsweise unbeschönigt? Erinnert Ihr euch an Argumente ohne Rosinenpicken, Strohfeuerwendungen, ohne Täter-Opfer-Umkehr, unlautere Verharmlosungen oder Totschlag-Sperrfeuer, und ohne den Nationalstolz der Weißen? Dann ist ja gut, ich dachte schon, das gäb es kaum noch mehr. Es ist noch alles da, es ist in Mehrheiten vorhanden. Das ist beruhigend und keine Illusion. ~#~#~#~#~#~#~#~# Donnerstag, 2.12. /20 Uhr Kulturfabrik Moabit (Lehrter Str. 35) Bra

Brauseboys Live + Stream am 24.2. (20 Uhr, 2G) im Slaughterhouse: Mit Felix Jentsch

Russisches Roulett (von Frank Sorge) Ralle: Dit is' Ding, wa? Mit die Ukraine? Dieter: Wat ham die denn für ne Inzidenz? Ralle: Nich Corona, Dieter, Invasion. Dieter: Jibts ne neue Mutante? Ralle: Alte Mutante, Sowjet-Style. Dieter: Und jetzt ham die mehr Medaillen, oder wat? Ralle: Nich Olympia, Dieter, die Russen. Dieter: Ja, die hatten die meisten, oder? Ralle: Nee, dit war früher mal, die warn jarnich dabei, also doch, aber nich als Russland. Dieter: Ach, jenau, wegen Doping. Wie hieß do' gleich der chinesische Jesundheitsminister? Ralle: Janz olle Kamelle, Dieter. Minister ham die ooch, gloob ick, janich mehr, macht allet Putin. Dieter: Der kann Karate, wa? Ralle: Judo. Dieter: Und wat sacht der jetzt? Ralle: Versteh ick nich, aber wat er macht, sieht man ja. Panzer, Soldaten, Raketen, die janze Grenze lang een Uffmarsch. Een abjekartetet Spiel, sag ick dir. Dieter: Ick kenn nur Russisch Roulett. Ralle: Jenau, so ähnlich kommt mir dit vor, nur mit alle Patronen drin. Sag

Brauseboys am 24.12.: Früher war mehr Lesung

Monolith auf Monolith III (von Frank Sorge) Es begab sich aber zu der Zeit, in der Infektionszahlen nicht sehr geschätzt waren, dass alle Menschen aufgefordert wurden, an den Ort ihres größten Einkaufszettels zu wandern, um möglichst viele Weihnachtsgeschenke noch zu erledigen. Es war auch die Zeit, in der man ‘Weihnachtgeschi’ eingeben muss, um überhaupt einen Treffer zu ‘Weihnachtsgeschichte’ zu landen, denn es war die Zeit der Geschenke, nicht der Geschichten. Da machte sich auch Frank aus dem Wedding, auf in das alte Land, das da heißt Tempelhof, und ging zum Ikea, damit er gezählt werde bei Eingang und Ausgang, und damit seine Finanzen geschätzt werden könnten, im Vergleich zum Einkaufe. Und er hatte einen Beutel dabei, darin waren andere Beutel, und in einem Beutel sogar noch ein Beutel. Und als er dort war, kam nach einer Stunde Schlangestehen die Zeit, dass er einkaufte. Und er nahm ein erstes Paket Kerzen und legte es in einen Einkaufswagen, denn er hatte sonst keinen Raum in