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Posts

Brauseboys-Politwochen am 1.9.: Mit Maren Jasper-Winter (FDP), Katharina Becker (CDU) & Sebastian Krämer

Altbewährtes (von Frank Sorge) Beim Rauchen im Hinterhof sehe ich, dass die Studenten-WG ein Plakat von Frank Henkel in die Küche gehängt hat. Kann ja sonst was für Gründe haben, aber irgendetwas stimmt da doch nicht. Auch auf die Gefahr hin, zu neugierig zu erscheinen, lehne ich mich etwas weiter hinaus. Tatsächlich, der Button mit Aufschrift "Starkes Berlin" ist nicht dazugeklebt, es gibt keinen aufgemalten Schnurrbart, keine nachgezogenen Augenbrauen. Auch keine Dartpfeile oder Löcher, wo sie einmal steckten. Nichts. Mit etwas längerem Hals kann ich auch den Slogan des Plakats am unteren Rand lesen: "Mehr Video-Technik. Nur mit uns."  Nach einer nachdenklichen Minute ziehe ich mich schmunzelnd an den Rechner zurück. Hat doch alles seine Ordnung mit der Partei für Altbewährtes und den Studenten. Mal sehen, wo ich auch noch so eins abgreifen kann.

Brauseboys-Politwochen am 25.8.: Mit Klaus Lederer (LINKE)

Keine Experimente (von Frank Sorge) Meine einjährige Tochter entwickelte zum Ende der rbb-Abendschau das Experiment, Personen auf der Mattscheibe zu küssen, wie die Moderatoren und Ulli Zelle bei der Außenreportage. Problematisch wurde das nur, als die aktuelle Wahlwerbung zur Berlin-Wahl nachkam. “Hör auf, nein, NICHT Frank Henkel!”, rief ich und stürmte zum Fernseher. 

Ficken in Rio (Eine Antwort auf Manuel Schubert in der taz)

Was bisher geschah: In Rio hat ein Journalist der amerikanischen Unterhaltungsplatform The Daily Beast enthüllt, dass es im olympischen Dorf bei der schwulen Dating-App Grindr, kurz gesagt, rund geht. Dazu streute er Andeutungen über prominente Athleten, die ihn angechattet hätten, sparte nicht mit süffisanten Hinweisen auf deren Identität, und berichtete, auch von muslimischen Sportlern kontaktiert worden zu sein, aus Staaten, in denen Homosexualität streng verboten sei. So weit, so sensationsgierig. Über The Daily Beast brach ein Shitstorn sondergleichen rein, weil die Andeutungen des Artikels doch in ihrer Konkretheit sehr nach Zwangsouting rochen. Verschiedentlich wurde kritisiert, dass der besagte Journalist hetero gewesen sei. Ich persönlich halte das für nicht sehr relavant. (Ich glaub, die Homomedien ärgerten sich bloß, dass sie nicht selbst auf die Idee gekommen waren. Ich bin mir allerdings sicher, dass sie sensibler mit Hinweisen auf Identitäten umgegangen wären...

Brauseboys am 18.8.: Lesegold

Mikrokosmos (von Frank Sorge) Als es in der Wohnung nun wirklich nichts mehr gibt, was die Kinder nicht einmal in die Hand genommen und mit Schwung im Zimmer umverteilt haben, gehen wir auf den Spielplatz. Ich kann den Wedding auch nicht ewig von ihnen fernhalten, sie müssen lernen, sich durchzusetzen. Das Chaos auf dem Spielplatz im Brennpunkt, das wird sicher eine harte Schule, überlege ich auf dem Weg. Ein erster Brutkessel aus Verwahrlosung, sozialer Härte und dem Recht der Straße. Vor Ort eine gewisse Ernüchterung. Die anderen Kinder fragen nach, bevor sie etwas von unseren Buddelsachen ausleihen. Sie bringen es sogar zurück. Ältere Fußballrowdies wechseln umsichtig den Spielort, wenn Kleinkinder in die Schussbahn krabbeln. Auf dem Trampolin fragen sie höflich nach, ob sie jetzt springen dürfen. Wenn das der Weddinger Mikrokosmos sein soll, weiß ich auch nicht. Das wäre doch etwas ungewohnt hoffnungsfroh für das große Bild.

Brauseboys am 11.8.: Geschliffene Worte

Mit Schwung (gefunden von Frank Sorge) In Brandenburg auf dem Land ist das Kulturprogramm bodenständig und überschaubar. Wir haben hier am Wochenende immerhin erfolgreich neue Worte geerntet.

Brauseboys am 28.7.: Für eine Handvoll Texte

Waikiki Gun Club (von Frank Sorge) Auf Hawaii gäbe es viele Obdachlose, erzählt die Freundin dort auf einem ersten Spaziergang in Honolulu. Nicht alle seien es hier geworden, mitunter würde man als Obdachloser in anderen US-Bundesstaaten ein One-Way-Ticket zur Anreise bekommen, erläutert sie. Denn es falle eine Todesart definitiv aus: Man könne nicht erfrieren. Wir passieren einige, wie sie am Abend am Strand campieren, die meisten aber fallen in Einkaufs- und Schlenderstraßen als Werber auf. Sie haben bedruckte Westen des 'Waikiki Gun Club' um, halten ein Schild mit dem selben Aufdruck in der Hand. Vermutlich sollen sie auch Flyer verteilen, an Touristen, die mal mit einer richtigen Waffe schießen wollen, aber eigentlich stehen sie nur stumm für ein paar magere Dollar ihre Zeit ab. Ich sehe niemanden, der sie anspricht oder sich informiert. Als ich begreife, wer hier wirbt, traurig und zerlumpt in gelb bedruckter schusssicherer Weste, unterdrücke ich den drängenden I...