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Jubiläum! Brausegirls am 16.4. (20 Uhr, Haus der Sinne) und 23 Jahre Brauseboys am 17.4. (19.30 Uhr, Showfenster Theater)

Ein Tag im Zug (von Frank Sorge)

Für den ersten Teil der Fahrt hatte ich mir ein harmlos wirkendes, belegtes Brötchen beim Bäcker an der Nordsee geholt, das mit Kochschinken und Käse belegt war, ein helles Weizenbrötchen ohne Schrot, Körner, Mohn oder sonst irgendetwas, das unbemerkt zwischen den Zähnen klemmen konnte oder danach das Hemd verziert. Harmloser hatte nie ein Brötchen gewirkt, bis ich im Zug dann reinbeißen konnte. Das Innere des Brötchen beherbergte jeweils eine Scheibe Schinken und Käse, alle Hohlräume darüber, darunter und dazwischen waren aber mit einer weißen, leicht säuerlichen Creme gefüllt. Offenbar war diese unter Druck hineingespritzt worden, sonst hätte sie jetzt nicht wieder so mit Druck hinausschießen können. Ein paar schlanke Scheiben Gurke und Tomate waren hinzugemischt, um die Creme noch etwas flüssiger und glitschiger zu machen. Saure Cremes im Brötchen sind eine schwer nachzuvollziehende Unart, die mir aus Berlin unbekannt ist. Wo war die Butter? Sie war ersetzt durch etwas, was man sich einer Lebensmittelbehörde vielleicht nicht zu melden traut, dabei ist die Butter gerade so billig, dass nicht mal ökonomische Gründe greifen. Ein Anschlag ohne Drohung, ein Kampfstoff ohne Regulierung - war das Zeug darin, weil es jemandem schmeckte, oder bekamen es nur durchreisende Fahrgäste, damit sie möglichst nicht wiederkommen?
Bevor man allerdings überhaupt daran denken kann, die Bäckerin oder den Laden zur Verantwortung zu ziehen, ist man mit der Reparatur einer frisch bezogenen Reisekleidung beschäftigt, die so lange dauert, wie man noch Creme an den eigenen Fingern übersehen hat, womit man neue Baustellen auf Hose und Hemd eröffnet. Kurz zuvor hatte sich außerdem eine mürrisch dreinblickende Frau mit Sonnenbrille mir gegenüber gesetzt, deren Laune durch mich augenscheinlich jetzt sehr gehoben wurde. Gerne geschehen, wer den Schaden hat, braucht den Spott nicht mehr kenntnisreich und kreativ lenken, kann aber leider keinen Eintritt mehr verlangen. Man ist den anderen ein Beobachtungsobjekt, wie sie sonst für einen selbst herhalten, im Grunde nur fair. Wenn man mir das Brötchen geschenkt hätte.


Die Brausegirls am Donnerstag, 16.4. (20 Uhr)
Haus der Sinne (Ystader Str. 10)

Seit unserem ersten Jubiläum räumen wir am Donnerstag davor die Bühne, um sie gleich wieder vollzuräumen mit den lustigsten, coolsten, belesensten, klingendsten, klügsten und mitreißendsten Kolleginnen in Wort und Ton. Das ist jedes Jahr schön und eine Tradition, die wir gerne hochhalten. Nur einmal im Jahr: die Brausegirls Maria Jacobi, Mandana, Amalia Chickh, Bettie I. Alfred und Mia Pittroff.
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23. Jahre Brauseboys! Unser Jubiläum steigt am Freitag, 17.4. (19.30 Uhr), im Showfenster Theater

Im März 2003 starteten wir unsere wöchentlich stattfindende Lesebühne und haben seitdem Donnerstag für Donnerstag geschrieben und vorgelesen, gesungen, getanzt, gekocht, projiziert, moderiert, persifliert und kreative Heiterkeit zelebriert. Nach weit über 1000 Abenden voller neuer Ideen und mit illustren Gästen in Wedding, Moabit und im Prenzlauer Berg, und mehr als zehn gemeinsamen Büchern, findet das diesjährige Jubiläum an der Schnittstelle unserer Dimensionen statt: In Reinickendorf! Das Beste, Sentimentalste und Heiterste zum Jubeljahr von Thilo Bock, Robert Rescue, Frank Sorge, Volker Surmann und Heiko Werning.

Freitag, 17.4. (19.30 Uhr) 
Showfenster Theater (Letteallee 94)

Kenner wissen, das ist nur eine Häuserecke vom Wedding entfernt, vom U-Osloer Straße kann man im Grunde laufen. Für dieses exklusive Event, das dem ewigen Zeitstrahl heiligt, gibt es noch ein paar Tickets.

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