Direkt zum Hauptbereich

Brauseboys am 25.5.: Du hörst mich

Mit Haut und Haar (von Frank Sorge)

Der Currywurstverkäufer im Traditionsgeschäft nennt Darm jetzt 'Haut'. 
“Mit Haut?” 
“Ja", sage ich nach einer Schrecksekunde, "und mit Kartoffelfingern bitte.”
Mit Haut? Das ist wahrscheinlich der Versuch, etwas Appetitlicheres zu fragen als ‘mit Darm’. Hat aber nicht geklappt. Vor allem, weil man erst einmal länger darüber nachdenken muss. Haut? Welche Haut? Und wie muss ich mir die erfragte Haut vorstellen? So wie meine, zart mit feinen Härchen? Das ergäbe allerdings eine Currywurst, die ich auslassen würde. Oder wie knusprige Brathähnchenhaut, die im Idealfall mit wenig rückseitigem Fett positive Assoziationen weckt, aber völlig weg von denen einer Bratwurst? Oder ist die Haut wie die auf Kakao oder Pudding gemeint, und was sollte mir das über die Currywurst sagen?
“Lassen Se mal die Wurst, ich nehm nur Pommes.”
“Huch, wieso das denn?”
“Wahrscheinlich schon der Gedanke, die Wurst wäre in Menschenhaut verpackt.”
“In was?”
“Na, wegem dem Darm.”
“Häh?”
“Wegen des Darmes.”
“Ach so, na dit is wegen der Touristen.”
“Hab ich mir gedacht. Aber die haben das doch gelernt?”
“Gelernt?”
“Na, in ihre Falkplan-Seminare und Reise-Coachings und Tripadvisor-Konferenzen - hundertmal. Seien Sie nicht irritiert über die Nachfrage ‘mit Darm’, sagen Sie einfach Ja oder Nein, wenn sie keine Pelle mögen. So was lernen die doch da.”
“Pelle? Dit is vielleicht besser, dann frage ich nach Pelle.”
~#~#~#~#~#~#~#~#

Donnerstag, 25.5. /20.30 Uhr
La Luz (Oudenarder Str. 16-20, Osram-Höfe)

Die Brauseboys - frische Texte
Jeden Donnerstag nehmen Thilo Bock, Robert Rescue, Frank Sorge, Volker Surmann und Heiko Werning ihre frisch geputzten Tastaturen und lassen es klappern. Die empfohlene Wochendosis Lesebühne, seit vierzehn Jahren jeden Donnerstag mit illustren Gästen. 

Sebastian Niedlich (Am Ende der Welt gibt es Kaffee und Kuchen)
Doc Schoko (schlecht dran / gut drauf)

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Brauseboys am 24.12.: Früher war mehr Lesung

Monolith auf Monolith III (von Frank Sorge) Es begab sich aber zu der Zeit, in der Infektionszahlen nicht sehr geschätzt waren, dass alle Menschen aufgefordert wurden, an den Ort ihres größten Einkaufszettels zu wandern, um möglichst viele Weihnachtsgeschenke noch zu erledigen. Es war auch die Zeit, in der man ‘Weihnachtgeschi’ eingeben muss, um überhaupt einen Treffer zu ‘Weihnachtsgeschichte’ zu landen, denn es war die Zeit der Geschenke, nicht der Geschichten. Da machte sich auch Frank aus dem Wedding, auf in das alte Land, das da heißt Tempelhof, und ging zum Ikea, damit er gezählt werde bei Eingang und Ausgang, und damit seine Finanzen geschätzt werden könnten, im Vergleich zum Einkaufe. Und er hatte einen Beutel dabei, darin waren andere Beutel, und in einem Beutel sogar noch ein Beutel. Und als er dort war, kam nach einer Stunde Schlangestehen die Zeit, dass er einkaufte. Und er nahm ein erstes Paket Kerzen und legte es in einen Einkaufswagen, denn er hatte sonst keinen Raum in

Brauseboys am 23.5. im Eschenbräu: Ein Lied von Schaum und Krone

Geplante Nachfolgeserien: Ein Lied von Eis und Waffel (Letzte Episode von Frank Sorge) Nach dem Sieg über den Frühsommerkönig treffen die verbliebenen Mitglieder der Eiswölfe (Haus Gelato) aus dem italienischen Norden und die Leckerbäcker von Haus Hörnchen (‘Die Saison naht’) in einem finalen Duell um den Waffeleisernen Thron auf die Königin der Teigerianer. Ihr akkugetriebenes Reittier Mixerion macht kurzen Prozess mit den kurz gebackenen Schildmuscheln der Hörnchen, und sie entgeht den Waldmeister-Minze-Geschossen, die eine Erstürmung der Stammfiliale des Eisladens ‘Bolle Bolle’ nicht verhindern können. Doch wird die Filialleiterin Hörnchen die Eisbombe zünden, die unter dem Laden schlummert? ~#~#~#~#~#~#~#~# Donnerstag, 23.5. /20.30 Uhr Eschenbräu (Triftstr. 67, nahe U-Leopoldplatz und S-Wedding) Die Brauseboys - Lesebühne im Wedding - jetzt im Eschenbräu! Seit sechszehn Jahren jede Woche neue Texte, Betrachtungen, Musik und belebende Heiterkeit. Die Wand, die W

Jan Koch

Jan wohnt schon eine Weile nicht mehr im Wedding, sondern auf dem Land. Hier wie dort verbreitet er Wohlbefinden und seine schönen Lieder.