Direkt zum Hauptbereich

Brauseboys am 13.2.: Wieder im La Luz

Lästergold (von Frank Sorge)

Na gut, wenn schon die Zuschauerränge in Sochi leerbleiben, sind ja vielleicht auch noch Quotenplätze frei. Dann kann ich ja auch mal den Fernseher einschalten, bevor das gar keiner guckt. Ich springe in lustige Vorberichterstattung über die Toiletten in Sochi, da bleibt keine Fliese trocken. Empfindsame Sportler, die von unter dem Klo hervorspringenden Salamandern erschreckt worden sind, dickere Sportler, die beim Hinsetzen mit der Kloschüssel umgekippt sind, die nicht verschraubt war. Sowie in Kabinen eingesperrte Sportler, von denen einer sich durch komplettes Zerlegen der Tür freigekämpft hat. Da lästert der deutsche Handwerker, kichert leise "Pfusch, Pfusch" und mosert gleich weiter über das russische Handwerk, in dem ja auch immer, "Gluck, Gluck", ein bisschen Wodka im Spiel ist - ach, ist doch kein Handwerker, der da lästert, sondern die ARD, "Zwinker, Zwinker".
Schon die Eröffnung wurde so intensiv belästert, als ginge es um Lästergold. Nicht so groß wie da und dort, und vor allem nicht so spektakulär, wie sich das der feine Herr Putin wohl vorgestellt hatte. Ätschibätsch. Als der die Eröffnungsformel sprach, da hatte ich auch kurz hineingeguckt am Freitag, lästerte auch der deutsche Kommentator gleich: "Aber mehr als den einen Satz darf er nicht sagen."
Ich sehe ein paar Halbfinalläufe von Snowboardern in der Halfpipe. Das sieht sehr cool aus, in manchen der Sprünge fast unmenschlich. Ob da aber nicht doch schon Drohnen springen, kann man nicht so genau sehen, weil alle Sportler dick über Kragen und Mund eingepackt sind, und ihre riesigen, verspiegelte Helme bei der Punktevergabe nicht abnehmen. Sie sehen aus wie Robocop, denke ich, so richtig schön angestachelt durch die Lästerei.

~#~#~#~#~#~#~#~#

Donnerstag, 13.2. /20.30 Uhr
La Luz (Oudenarder Str. 16-20)

Die Brauseboys - frische Texte
Zurück im Wedding nehmen Paul Bokowski, Robert Rescue, Frank Sorge, Volker Surmann und Heiko Werning ihre frisch geputzten Tastaturen und lassen es klappern. Die empfohlene Wochendosis Lesebühne, auch 2014 jeden Donnerstag mit illustren Gästen. 

Gäste:
Claudia Tothfalussy

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Brauseboys am 24.12.: Früher war mehr Lesung

Monolith auf Monolith III (von Frank Sorge) Es begab sich aber zu der Zeit, in der Infektionszahlen nicht sehr geschätzt waren, dass alle Menschen aufgefordert wurden, an den Ort ihres größten Einkaufszettels zu wandern, um möglichst viele Weihnachtsgeschenke noch zu erledigen. Es war auch die Zeit, in der man ‘Weihnachtgeschi’ eingeben muss, um überhaupt einen Treffer zu ‘Weihnachtsgeschichte’ zu landen, denn es war die Zeit der Geschenke, nicht der Geschichten. Da machte sich auch Frank aus dem Wedding, auf in das alte Land, das da heißt Tempelhof, und ging zum Ikea, damit er gezählt werde bei Eingang und Ausgang, und damit seine Finanzen geschätzt werden könnten, im Vergleich zum Einkaufe. Und er hatte einen Beutel dabei, darin waren andere Beutel, und in einem Beutel sogar noch ein Beutel. Und als er dort war, kam nach einer Stunde Schlangestehen die Zeit, dass er einkaufte. Und er nahm ein erstes Paket Kerzen und legte es in einen Einkaufswagen, denn er hatte sonst keinen Raum in

Brauseboys am 23.5. im Eschenbräu: Ein Lied von Schaum und Krone

Geplante Nachfolgeserien: Ein Lied von Eis und Waffel (Letzte Episode von Frank Sorge) Nach dem Sieg über den Frühsommerkönig treffen die verbliebenen Mitglieder der Eiswölfe (Haus Gelato) aus dem italienischen Norden und die Leckerbäcker von Haus Hörnchen (‘Die Saison naht’) in einem finalen Duell um den Waffeleisernen Thron auf die Königin der Teigerianer. Ihr akkugetriebenes Reittier Mixerion macht kurzen Prozess mit den kurz gebackenen Schildmuscheln der Hörnchen, und sie entgeht den Waldmeister-Minze-Geschossen, die eine Erstürmung der Stammfiliale des Eisladens ‘Bolle Bolle’ nicht verhindern können. Doch wird die Filialleiterin Hörnchen die Eisbombe zünden, die unter dem Laden schlummert? ~#~#~#~#~#~#~#~# Donnerstag, 23.5. /20.30 Uhr Eschenbräu (Triftstr. 67, nahe U-Leopoldplatz und S-Wedding) Die Brauseboys - Lesebühne im Wedding - jetzt im Eschenbräu! Seit sechszehn Jahren jede Woche neue Texte, Betrachtungen, Musik und belebende Heiterkeit. Die Wand, die W

Brauseboys Live + Stream am 24.2. (20 Uhr, 2G) im Slaughterhouse: Mit Felix Jentsch

Russisches Roulett (von Frank Sorge) Ralle: Dit is' Ding, wa? Mit die Ukraine? Dieter: Wat ham die denn für ne Inzidenz? Ralle: Nich Corona, Dieter, Invasion. Dieter: Jibts ne neue Mutante? Ralle: Alte Mutante, Sowjet-Style. Dieter: Und jetzt ham die mehr Medaillen, oder wat? Ralle: Nich Olympia, Dieter, die Russen. Dieter: Ja, die hatten die meisten, oder? Ralle: Nee, dit war früher mal, die warn jarnich dabei, also doch, aber nich als Russland. Dieter: Ach, jenau, wegen Doping. Wie hieß do' gleich der chinesische Jesundheitsminister? Ralle: Janz olle Kamelle, Dieter. Minister ham die ooch, gloob ick, janich mehr, macht allet Putin. Dieter: Der kann Karate, wa? Ralle: Judo. Dieter: Und wat sacht der jetzt? Ralle: Versteh ick nich, aber wat er macht, sieht man ja. Panzer, Soldaten, Raketen, die janze Grenze lang een Uffmarsch. Een abjekartetet Spiel, sag ick dir. Dieter: Ick kenn nur Russisch Roulett. Ralle: Jenau, so ähnlich kommt mir dit vor, nur mit alle Patronen drin. Sag