Direkt zum Hauptbereich

Brauseboys am 14.3.: Fast zehn Jahre


Soziale Unwörter (von Frank Sorge)

Die Nationale Armutskonferenz hat eine Liste von Wörtern veröffentlicht, deren Gebrauch nicht empfohlen wird, um die Lebenssituation armer Menschen nicht auch noch durch stark abwertende Begriffe zu belasten. Es ist eine “Liste der sozialen Unwörter”, darunter zum Beispiel: “die sozial Schwachen”. Denn ob jemand wenig Geld hat, sagt ja nichts über soziale Kompetenz aus, vor allem nicht über soziale Stärken. Andere Wörter der Liste erschließen sich nicht sofort, zum Beispiel “Ehrenamtspauschale”. In den Erklärungen wird darauf hingewiesen, dass das gemeinte Ding eigentlich Ehrenamtseinkommensteuerpauschale heißt oder heißen müsste, weil sie nur erhält, wer auch eine Steuererklärung abgibt. So dass arme Menschen sie nicht erhalten. Das ist tragisch, bzw. nicht in Ordnung, aber warum das Wort Ehrenamtspauschale dadurch zum Unwort wird, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Vor allem im Vergleich zu: Ehrenamtseinkommensteuerpauschale.
Andere Begriffe wiederum kenne ich erst, seit ich die Liste gelesen habe. But’ler etwa, Menschen im Bildungs- und Teilhabeprogramm der Bundesregierung - was auch immer das ist. Dass aber sprachlich auch schon eine feine Trennlinie zwischen “Menschen mit Migrationshintergrund” und “Menschen mit Migrationshintergrund ohne Migrationserfahrung” gezogen worden ist, finde ich erstaunlich perfide. Da ist man nicht nur Opfer, man ist sogar Opfer-Opfer.

~#~#~#~#~#~#~#~#
Donnerstag, 14.3. /20.30 Uhr
La Luz (Oudenarder Str. 16-20, Osram-Höfe)

Die Brauseboys
Die empfohlene Wochendosis Lesebühne, seit fast zehn Jahren jeden Donnerstag mit neuen Texten. Paul Bokowski, Hinark Husen, Robert Rescue, Frank Sorge, Volker Surmann, Heiko Werning und Gäste lesen was vor.

Gast:
Manfred Maurenbrecher (Musik & Worte aus den Sperrzonen des Alltags): www.maurenbrecher.com

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Brauseboys am 17.7. (20 Uhr) mit Jakob Hein und Sedlmeir

Trau keiner KI (von Frank Sorge)   Nach dem Debakel von letzter Woche, als Elon Musks KI Grok, befreit von den ‘Fesseln der Wokeness’, unter anderem Erdogans Mutter beleidigte, wurde direkt die nächste Version vorgestellt, Nummer 4. Also ist klar, warum Musk die Version 3 spontan radikalisierte, weil sie ohnehin kurz vor dem Austausch stand. Das ist sogar recht logisch, aber nicht, um den Schaden zu begrenzen. Mit einem solchen Gedanken verliert der reichste Mann der Welt keine Zeit, es war nur ein weiterer Test, um zu erkennen, was man anders oder unauffälliger machen muss, damit die KI rechtslastig argumentiert. So wird jetzt berichtet, dass der neue Grok bei diversen Anfragen zu kontroversen Themen auf dem Weg zu einer Antwort erst einmal Elons eigene Sicht der Dinge auf Twitter abfragen und entscheidend relevant verarbeiten muss. Das ist lächerlich und gefährlich zugleich. Denn eine Information fehlt noch, Grok soll künftig in den US-amerikanischen Behörden mitarbeiten, zuvord...

Brauseboys am 10.7. (20 Uhr) mit Danny Dziuk und Matthias Hufnagl

Die Welsnachrichten reissen nicht ab   Welsnachrichten IV (von Frank Sorge)   Der Wels schlägt zurück am Brombachsee. Kaum sind die 120 Filets des erschossenen Fisches verspeist, gab es erneut einen Welsangriff an einer Badeinsel. Die AfD versucht mit einer Anfrage an die Fischereibehörden Stimmung zu machen, aber die Vornamen der auffälligsten Welse sind Michael, Andreas und Thomas. Man hatte mit den ach so typischen Welsnamen Waldemar, Walter und Wanda gerechnet.  Welse leben auch in den Berliner Badeseen, vor allem im Schlachtensee und der Krummen Lanke. Der dort ansässige Wels e.V. hievt wohl fünfzig Welse pro Jahr aus dem Wasser auf den Grill, ohne dass weltweit Memes dazu entstehen oder Proteste losgeschlagen werden.   Die Welslage (von Heiko Werning)   Droht jetzt ein „dritter Welskrieg“, wie die Zeit fragte? Immerhin sieht man dort in der klassischen Sommerlochgeschichte über Welse, die gerade mit einer gewissen Hartnäckigkeit fränkische Badegäste anrasp...

Brause & Beeren am Samstag (26.7., 19 Uhr) in Kremmen!

Samstag, 26.7. (19 Uhr) Kultur & Beeren (Am Kanal 16, Kremmen)   Zu Beginn der Ferien fahren wir noch einmal ins Grüne nach Kremmen, das ist relativ nah am Paradies. Lämmer springen über die Wiese, Hähne singen mit, es grünt und blüht und eine Sommerbühne steht bereit. Ein wunderbarer Ort zum Lesen und Zuhören! Wir lachen am Samstag dem Sommer also noch einmal herzlich ins Gesicht und empfehlen, sich den kleinen Weg aus Berlin raus zu gönnen. Zu unserem beerenstarken Event!   Infos und Tickets hier !