Direkt zum Hauptbereich

Brauseboys am 23.2.: Stille Post


Zwick mich 

Zwickau ist kompliziert. Man kann mit der Vogtlandbahn bis fast ins Zentrum fahren, zwei Stationen vorher ist jedoch der Hauptbahnhof, von dem aus man in andere Richtungen umsteigen muss. Erst einmal ist es sehr irritierend, dass die Bahn plötzlich in die Stadt hineinfährt, aber man gewöhnt sich schnell daran. Auf den gleichen Schienen wie die Straßenbahn rollt man so an eine Haltestelle der Innenstadt und ist gleich da, wo es was zu sehen gibt. Einen Dom zum Beispiel oder die Zwickau-Arkaden der neuesten Arkaden-Klongeneration. Am Zwickauer Hauptbahnhof landet man hingegen im Nichts, noch dazu trifft es uns auf dem Rückweg, zum Umsteigen eine geschlagene Stunde hier warten zu müssen. 
Merkwürdiger Bahnhof, fällt uns beim ersten Durchschreiten auf, martialische Figuren und die Halle hat so merkwürdige Säulen und Proportionen. Wir tippen auf eine Bauzeit in den dreißiger Jahren, einen Nazibau, und draußen finden wir beim Rauchen an der Fassade auch zwei leergeräumte Sockel, auf denen sicher mal so steierne Flattervögel saßen. Ein Typ in Springerstiefeln raucht unweit von uns unter den Wartenden, noch ein Blankokopf trinkt Bier am Stehtisch, Polizisten flanieren, und da fällt es mir erst auf. "Verdammt", denke ich, "wir sind ja in Zwickau. Dem Zwickau. Zwick mich, wir sind in Zwickau." 
In Zwickau fällt es einem garnicht auf, in Zwickau zu sein, erst draußen am Hauptbahnhof. Offenbar zieht Naziarchitektur Nazis an, überlege ich. Um denen Herr zu werden, könnte man den Bahnhof mit größeren Mengen Bier vielleicht zu einer Art Wespenfalle umfunktionieren. Durch die Haupthalle kommen sie dann hinein, rutschen die ersten mit Bier gefluteten Stufen hinab und sammeln sich im Untergrund. Was man dort dann mit ihnen anfangen sollte, müsste man aber noch überlegen. Im Wikipedia-Artikel zum Bahnhof (Eröffnung 1936) wird er als "verklinkerter Kuppelbau in den klaren Linien des Bauhausstils der zu Ende gehenden 20er Jahre" beschrieben". Das finde ich mindestens leicht beschönigend. Im nächsten Jahr soll der Bahnverkehr hier weiter ausgebaut werden, meine Idee wäre, zu dieser Gelegenheit zwei Gummihühner auf die Sockel draußen zu montieren, den Figuren drinnen Bärte aufzusetzen und die "Hartbrand-Glasurziegel" großflächig bunt mit Blumen zu bemalen. Es kann nur hübscher werden, als es ist. 

~#~#~#~#~#~#~#~# 
Donnerstag, 23.2. /20.30 Uhr 
La Luz (Oudenarder Str. 16-20, Osram-Höfe) 

Die Brauseboys 
Jeden Donnerstag mit neuen Texten. Paul Bokowski, Hinark Husen, Robert Rescue, Frank Sorge, Volker Surmann, Heiko Werning und Gäste lesen was vor. 

Gäste: 
Jacinta Nandi (Surfpoetin): www.jacinta-nandi.de
Jochen Reinecke (schreibt vom Leben): www.jochenreinecke.de
Karl Neukauf und Kollegen (Blicke vom Balkon): www.karlneukauf.de

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Brauseboys am 10.1. im La Luz: Nächstes Jahr

Zugabe 'Danke, dass ihr zuhört, und für's Verständnis. Dafür gibt es dies Geständnis: Wir können nicht ohne und mögen, wenn's euch gefällt. Was für 'ne Welt wäre es ohne uns und den Text? Wir sagen: Danke, dass ihr zuhört. Danke Publikum!' ~#~#~#~#~#~#~#~# Donnerstag, 10.1. /20.30 Uhr La Luz (Oudenarder Str. 16-20, Osram-Höfe) Die Brauseboys - Lesebühne im Wedding Seit bald sechszehn Jahren jede Woche neue Texte, Betrachtungen, Musik und belebende Heiterkeit mit Thilo Bock, Robert Rescue, Frank Sorge, Volker Surmann, Heiko Werning und Gästen. Am 10.1. begrüßen nach dem Rückblicksmarathon und seinen Erschöpfungsopfern die ausdauerndsten und virilsten Boys Heiko Werning & Frank Sorge gemütlich im Restaurant des La Luz eine freundliche Liedermacherin und einen Verfasser höchst authentischer Taxigeschichten: Eva Wunderbar (Bitte bleib) Christian Schmitz ( Der Fuchsflüsterer vom Zeltinger Platz ) ~#~#~#~#~#~#~#~#

Brauseboys am 15.9.: Sie haben Post (Kandidaten-Check)

Ihre Leidenschaft bewegt die Welt (Robert Rescue) Das steht oben auf der Postkarte und ich denke mir, Ach nee. Zwei Skispringer, Langläufer, Snowboarder oder wie auch immer die heißen sind zu sehen und in einem Kasten unten steht: Setzen Sie ein Zeichen. Bekennen Sie sich zur Bewerbung um die Olympischen Winterspiele 2018 in München und gewinnen Sie tolle Preise. Ich drehe die Karte um und lese: An alle Wintersport-Fans, Seestraße xxx, 13353 Berlin. Ich schaue an der Reihe der Briefkästen entlang und gehe dann zu dem von Härtling/Neuruther. Von denen habe ich gehört, dass sie Sport treiben, weshalb ich die Karte bei ihnen einstecke. Bei mir war sie auf jeden Fall fehl am Platz. Daniel Gollasch (Bündnis 90/Die Grünen)wird sich den Fragen der Brauseboys stellen und seine Wedding-Tauglichkeit unter Beweis stellen. Martin Betz wird das ganze musikalisch begleiten.

Brauseboys am 19.3. im Livestream: Geisterspiele!

Screenshot ~#~#~#~#~#~#~#~# Donnerstag, 19.3.20 / 20.30 Uhr Facebook Livestream (Öffentlich, Internet) Die Brauseboys - Lesebühne im Wedding - Geisterspiel im Internet! Seit fast genau siebzehn Jahren jede Woche neue Texte, Betrachtungen, Musik und belebende Heiterkeit. Damit das auch am 19.3.  so bleibt, begrüßen wir euch diese Woche live aus dem Echsenstudio Wedding. Mit unserem Gast: Christian Bartel. Ab 20.15 Uhr einschaltbar auf unserer Facebook-Seite, auch ohne Account. Der Livestream wird archiviert und kann später nachgeschaut werden.  Wer den Eintritt von 8,- Euro (ermäßigt 5,-) zahlen möchte, ist herzlich dazu eingeladen, via Paypal an ahoi@brauseboys.de zu spenden (Verwendungszweck: Hutspende). ~#~#~#~#~#~#~#~# Jeden Donnerstag um 20.30 Uhr lesen & singen Thilo Bock, Nils Heinrich, Robert Rescue, Frank Sorge, Volker Surmann, Heiko Werning und Gäste im Eschenbräu . Leider jedoch nicht im Moment aus bekannten Gründen. Wir bemühen uns jedoch, den