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Brauseboys am 20.10.: Neue Propheten

Autovervollständigung

Die alten Griechen hatten Delphi, wir Nachfolgegriechen haben das Google-Orakel. Vor allem die Autovervollständigungsfunktion erfüllt diesen Zweck, deshalb hat sie auch diesen langen, geheimnisvollen Namen verdient. Gebe ich etwa "Der Wedding wird" ein, vervollständigt die Funktion automatisch zu "Der Wedding wird schwarz". Und welche Farbe hat der Wedding, wo ich dieses notiere? Er ist schwarz wie die Nacht. Und morgen um die Zeit auch wieder. Zweiflern kann auf viele Weise gezeigt werden, dass das Orakel oft nachweislich Recht hat. Gibt man "Berlin wird" ein, kommen gleich vier Prophezeiungen, die alle eingetreten sind: Berlin wird Hauptstadt, Berlin wird größer, Berlin wird leben und die Mauer wird fallen, Berlin wird gegründet. Nun also, was wird aus Griechenland? 
Griechenland wird pleite gehen.
Drei weitere Prophezeiungen kommen, aber die erste ist die wahrscheinlichste. Absteigend dann: Griechenland wird nicht pleite gehen, Griechenland wird in eine bargeldlose Gesellschaft umgewandelt, Griechenland wird Weltmeister. Hier noch weitere Vorhersagen: Afghanistan wird zur Goldgrube, der Euro wird zusammenbrechen, Geld wird vom Handy abgezogen, Deutschland wird fit, China wird Weltmacht, Gott wird dich tragen, das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden. Und auch die eigene Zukunft sieht das Orakel nicht unbedingt günstig: Google wird nicht angezeigt. 

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Donnerstag, 20.10. /20.30 Uhr
La Luz (Oudenarder Str. 16-20, Osram-Höfe)

BRAUSEBOYS

Neue Texte, Musik und Multimedia mit Paul Bokowski, Hinark Husen, Robert Rescue, Frank Sorge, Volker Surmann, Heiko Werning und Gästen. 

Gäste:
Marlen Pelny (1/2 Zuckerklub)
www.zuckerklub.net
Ralf Kohring (Quo Vadis, Berlin?)
www.aavaa-verlag.de/autoren/kohring-rolf
Martin Goldenbaum (Neuer Abgrund, neue Homepage)
www.martingoldenbaum.de

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Heiligabend mit den Brauseboys

Was ich mache, wenn ich nicht den Newsletter schreibe 1.) Eine Strichliste anlegen, wie oft ich das Wort Blitzeis im Radio höre. Überlegen, wie ich mit den Varianten "Blitzendes Eis", "Blitzkrieg", "Blitzer" und "geblitzt wird" umgehen soll. 2.) Pfefferkörner kaufen und in die Pfeffermühle bis zum Rand einkullern lassen, dann eine Brötchenhälfte mit Kassler und Käse belegen und mit Pfefferschrot schwärzen. Mich am frischen Duft der zerrissenen Splitter berauschen. 3.) Aus dem Fenster sehen. Auf der verbliebenen Schneedecke im Hof ist ein Vogel herumgelaufen, offenbar von schwerer innerer Verwirrung betroffen hat er stundenlang in vielfältigen Kreisen sein verstörendes Schneegemälde gemalt. 4.) Zeitung lesen und über Kopenhagen informieren. Der sudanesische Sprecher und "Bremser" heißt Lumumba Stanislaus Di-Aping. Die Ladezeit der Facebook-Fanseite von Thorsten Schäfer-Gümbel ist enorm. Er sagt: "Dem Schneckentempo

Brausegirls am 25.4. (20 Uhr) mit Susanne M. Riedel, Mareike Barmeyer, Judith Stadlin, Mandana & Tobias Dellit

Im Moment (von Frank Sorge) Früher war gar nichts besser, lasst euch nichts einreden. Klar war man immer jünger, das liegt in der Natur der Sache, weil man mit der Zeit nicht über ihre Richtung verhandeln kann, aber dass jünger nicht automatisch besser ist, weiß man, wenn man älter ist. Hätte man also damals gedacht 'Morgen wird alles besser', hat man damit gar nicht so falsch gelegen. Aber natürlich auch nicht richtig, denn eigentlich ist die Zeit ja egal, es gibt sie im Grunde gar nicht, es gibt nur den Moment, und der ist momentan. So ist ein Donnerstag immer ein Donnerstag, wenn gerade Donnerstag ist, in gewisser Weise immer der gleiche. Das behaupten wir nicht nur am Ende der Show, es ist die Realität. So lange es so ist, ist es so. So gut, wie es auch ist, es kann immer besser werden, das stimmt ebenfalls. Meine Umschulung zum griechischen Philosophen läuft übrigens prima und ich weiß jetzt schon richtig viel, was ich nicht weiß. Was liest du denn? Weiß ich nicht. Singst

Brauseboys am 2.5. (20 Uhr) nebenan im REH mit Isobel Markus, Christoph Theußl und Hinark Husen

Kartenhaus (von Frank Sorge) Wenn man ein Kartenhaus baut, rechnet man ständig damit, dass es zusammenfällt. Es ist das Ziel der Beschäftigung, den unvermeidlichen Zusammensturz hinauszuzögern. Die Struktur des Kartenhauses ist nur die Visualisierung des Erfolges, je mehr Etagen es bekommt, je länger es hält. Zeit, Geduld und Geschick bekommen ein Muster, ein flüchtiges Gewebe, obwohl sie ja sonst so unfassbar sind. Dann macht jemand ein Fenster auf und es fällt zusammen. Ärgert man sich? Ja, weil es menschlich ist, und nein, weil man mit nichts anderem gerechnet hat. Warum mir das einfällt? Ach, einfach nur so, kein Bezug zur Gegenwart. Nein, ehrlich, oder seht ihr einen? Kartenhäuser baut man, um Zeit totzuschlagen, heute hat man die doch gar nicht mehr. Heute ist man erwachsen und baut andere Strukturen, mit anderen Zwecken, als dass sie zusammenfallen. Was mit Grundlage und Substanz, aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse. Also ist es kein Problem, bei diesem Wetter überall die