Direkt zum Hauptbereich

Brauseboys am 16.12.: Heute nochmal im Mastul

Das halbe Leben

Menschen haben die wunderbare Fähigkeit, einen Entschluß vor der Umsetzung sorgfältig durchdenken zu können. Und je gründlicher, desto besser. Bevor ich also mein Arbeitszimmer aufräume, sollte ich eine geistige Grundordnung herstellen. 
These 1: EIN unsortierter Stapel Papier ist besser als zwei unsortierte Stapel Papier. 
These 2: Das signifikante Verringern der Staubmenge ist erstrebenswert.
These 3: Sortieren erhöht den Überblick über Gesamtbestände.
Die erste These ist wasserfest, egal wie hoch die Stapel werden oder was auf dem Papier steht. Denn ein Stapel ist definitiv näher an kein Stapel als zwei oder mehr Stapel. Die Staubmenge deutlich zu verringern ist anerkannterweise sinnvoll, auch wenn Staubmengen in der subjektiven Wahrnehmung ab einem gewissen Punkt nicht mehr wachsen. Es scheint irgendwann nicht mehr Staub zu werden. Aber nachweislich kommt doch immer weiterer Staub dazu, einfach daran zu erkennen, dass schnell wieder Staub da ist, sobald der alte weg ist. Man könnte noch ergänzen, dass sich Staub besser in einem Staubsaugerbeutel gesammelt entfernen lässt, als sich dem Staub einzeln zu widmen, der Entschluß zur Grundordnung kommt damit nicht ins Wanken. Die dritte These aber bereitet mir Kopfschmerzen, ist es nicht eigentlich paradox, Übersicht über den Content meines Arbeitszimmers zu gewinnen, indem ich alle Bestandteile in Schalen und Kisten sortiere, statt den Überblick über die Gesamtbestände... zu belassen? 

~#~#~#~#~#~#~#~#
Donnerstag, 16.12. /20.30 Uhr
MASTUL (Liebenwalder Str. 33, nahe Osram-Höfe)

BRAUSEBOYS

Neue Texte, Musik und Multimedia mit Paul Bokowski, Hinark Husen, Robert Rescue, Frank Sorge, Volker Surmann, Heiko Werning und Gästen. 

Gäste:
Clint Lukas (Weddinger Surfpoet)
http://surfpoeten.de
Zuckerklub 2.0 (Frauenpunkband mit Marlen Pelny)
http://zuckerklub.net/

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Brauseboys am 2.12. im Slaughterhouse (20 Uhr, 2G) + Livestream: Mit Amalia Chikh

Illusionen von Frank Sorge Kennt Ihr noch das Gefühl, auch nach langem Widerstand und dem Ausschöpfen aller rhetorischen Mittel, jemand anderem Recht zu geben? Oder die Verwunderung darüber, nachdem man sein Pulver rundherum verschossen hat, dass man im abziehenden Nebel auf verlorenem Posten war? Oder die Ohnmacht, mit den Sohlen direkt  hineingetreten, einer wirklich peinlich idiotischen Sache auf den Leim gegangen zu sein? Kennt ihr das noch, die Haltung, wie man sich selbst zuhört, worüber man redet, und über sich ein Urteil fällt, ausnahmsweise unbeschönigt? Erinnert Ihr euch an Argumente ohne Rosinenpicken, Strohfeuerwendungen, ohne Täter-Opfer-Umkehr, unlautere Verharmlosungen oder Totschlag-Sperrfeuer, und ohne den Nationalstolz der Weißen? Dann ist ja gut, ich dachte schon, das gäb es kaum noch mehr. Es ist noch alles da, es ist in Mehrheiten vorhanden. Das ist beruhigend und keine Illusion. ~#~#~#~#~#~#~#~# Donnerstag, 2.12. /20 Uhr Kulturfabrik Moabit (Lehrter Str. 35) Bra

Brauseboys Live + Stream am 24.2. (20 Uhr, 2G) im Slaughterhouse: Mit Felix Jentsch

Russisches Roulett (von Frank Sorge) Ralle: Dit is' Ding, wa? Mit die Ukraine? Dieter: Wat ham die denn für ne Inzidenz? Ralle: Nich Corona, Dieter, Invasion. Dieter: Jibts ne neue Mutante? Ralle: Alte Mutante, Sowjet-Style. Dieter: Und jetzt ham die mehr Medaillen, oder wat? Ralle: Nich Olympia, Dieter, die Russen. Dieter: Ja, die hatten die meisten, oder? Ralle: Nee, dit war früher mal, die warn jarnich dabei, also doch, aber nich als Russland. Dieter: Ach, jenau, wegen Doping. Wie hieß do' gleich der chinesische Jesundheitsminister? Ralle: Janz olle Kamelle, Dieter. Minister ham die ooch, gloob ick, janich mehr, macht allet Putin. Dieter: Der kann Karate, wa? Ralle: Judo. Dieter: Und wat sacht der jetzt? Ralle: Versteh ick nich, aber wat er macht, sieht man ja. Panzer, Soldaten, Raketen, die janze Grenze lang een Uffmarsch. Een abjekartetet Spiel, sag ick dir. Dieter: Ick kenn nur Russisch Roulett. Ralle: Jenau, so ähnlich kommt mir dit vor, nur mit alle Patronen drin. Sag

Brauseboys am 24.12.: Früher war mehr Lesung

Monolith auf Monolith III (von Frank Sorge) Es begab sich aber zu der Zeit, in der Infektionszahlen nicht sehr geschätzt waren, dass alle Menschen aufgefordert wurden, an den Ort ihres größten Einkaufszettels zu wandern, um möglichst viele Weihnachtsgeschenke noch zu erledigen. Es war auch die Zeit, in der man ‘Weihnachtgeschi’ eingeben muss, um überhaupt einen Treffer zu ‘Weihnachtsgeschichte’ zu landen, denn es war die Zeit der Geschenke, nicht der Geschichten. Da machte sich auch Frank aus dem Wedding, auf in das alte Land, das da heißt Tempelhof, und ging zum Ikea, damit er gezählt werde bei Eingang und Ausgang, und damit seine Finanzen geschätzt werden könnten, im Vergleich zum Einkaufe. Und er hatte einen Beutel dabei, darin waren andere Beutel, und in einem Beutel sogar noch ein Beutel. Und als er dort war, kam nach einer Stunde Schlangestehen die Zeit, dass er einkaufte. Und er nahm ein erstes Paket Kerzen und legte es in einen Einkaufswagen, denn er hatte sonst keinen Raum in