Direkt zum Hauptbereich

Brauseboys am 20.3. (20 Uhr) mit Meikel Neid und Lukas Meister

So habe ich das noch nie gesehen (von Frank Sorge)
 
“Als die Kinder noch kleiner waren, haben wir uns gelegentlich bei den Nachbarn dafür entschuldigt, dass es so laut ist. Die Nachbarn wiederum sagten, sie würden davon gar nichts hören. Klar, die wollten nett sein, dachten wir, oder sind einfach generell nett und nachsichtig. Zudem hatten sie selbst Kinder, deren Geräusche uns auch nie gestört, bzw. die wir nicht vernommen haben. 
Kürzlich sprach mich ein neuer Nachbar mit kleineren Kindern an und entschuldigte sich für den Lärm, der zweifelsohne für uns hörbar sein müsste. Aber ich zuckte nur mit den Schultern und sagte: “Kein Problem, wir hören davon eigentlich gar nichts.” 
“Auch nicht den Kindergeburtstag gestern?” 
“Nö, nichts.” Er blickte mich forschend an, aber da hätte er mich auch an den Lügendetektor anschließen können. Ich wiederum entschuldigte mich vorsorglich für unseren Lärm. Gerade wenn Freunde zu Besuch kämen, wäre das ein ganz schöner Krawall mitunter.
“Hören wir nicht”, sagte er und machte damit den Zirkelschluss perfekt. War es doch nur Höflichkeit, überlegte ich? Gewürzt mit ein wenig Weddinger Ignoranz, die gemeinsam mit ihrer artverwandten Toleranz das Leben hier so angenehm machte? Auch der Nachbar suchte nach Erklärungen.
“Vielleicht ist einfach die Seestraße so laut, dass alles in dem Rauschen untergeht”, vermutete er und verabschiedete sich. Das ergab sofort Sinn und war dann wohl jetzt die offizielle Erklärung.


Donnerstag, 20.3. (20 Uhr)
Haus der Sinne (Ystader Str. 10)
 
Am Donnerstag wird es tatsächlich auf den Tag genau 22 Jahre her sein, dass schon mal Donnerstag war und das allererste Mal die Brauseboys stattfanden - also wir! Am 20.3. war es und am 20.3. wird es wieder sein, Wahnsinn! Damals war es allerdings noch so, dass fast alle von uns zur Lesebühne laufen konnten, aber das lag am Wohnort, nicht an unserer Jugendlichkeit. Vor 22 Jahren fuhren die Busse und Straßenbahnen am 20.3., das war schön, da kam man überall hin in Berlin, wohin man immer auch wollte. Da sag mal noch einer, früher war nichts besser! Aber es gibt ein Schlupfloch für die Streiksituation am Donnerstag - die S-Bahnstation 'Schönhauser Allee', außerdem das Rad im Keller, die Beine am Becken, Elektroroller und Internet-Autos, Rollschuhe, man kann es zu uns ins Haus der Sinne schaffen! Denn es lohnt sich, wie immer auch wegen unserer erlesenen und klangvollen Gäste, diese Woche: Meikel Neid und Lukas Meister.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Brauseboys am 17.7. (20 Uhr) mit Jakob Hein und Sedlmeir

Trau keiner KI (von Frank Sorge)   Nach dem Debakel von letzter Woche, als Elon Musks KI Grok, befreit von den ‘Fesseln der Wokeness’, unter anderem Erdogans Mutter beleidigte, wurde direkt die nächste Version vorgestellt, Nummer 4. Also ist klar, warum Musk die Version 3 spontan radikalisierte, weil sie ohnehin kurz vor dem Austausch stand. Das ist sogar recht logisch, aber nicht, um den Schaden zu begrenzen. Mit einem solchen Gedanken verliert der reichste Mann der Welt keine Zeit, es war nur ein weiterer Test, um zu erkennen, was man anders oder unauffälliger machen muss, damit die KI rechtslastig argumentiert. So wird jetzt berichtet, dass der neue Grok bei diversen Anfragen zu kontroversen Themen auf dem Weg zu einer Antwort erst einmal Elons eigene Sicht der Dinge auf Twitter abfragen und entscheidend relevant verarbeiten muss. Das ist lächerlich und gefährlich zugleich. Denn eine Information fehlt noch, Grok soll künftig in den US-amerikanischen Behörden mitarbeiten, zuvord...

Brauseboys am 4.6. (20 Uhr) mit Mareike Barmeyer, Jobinski und Bjarne

Alles im Blick (von Frank Sorge) Susanne sammelt schon gute Momente, ich könnte vielleicht die filmischen abgreifen. Wie ich gerade im Wedding nach Hause gelaufen bin, am Parkplatz vorbei, ein paar Heckleuchten entlang, als plötzlich ein offener Pizzakarton auf einer Motorhaube in den Blick kam, mit verlockend frisch leuchtenden Pizzastücken. Von links pirschte sich eine Krähe an das Auto heran, die gleiche Begehrlichkeit im Blick, schon beim nächsten Schritt aber kam rechts der kauende Autobesitzer in Sicht. Ich blieb stehen und blickte die Krähe und ihn an, er die Krähe und mich, wir lächelten gleichzeitig amüsiert.  “Vorsicht!”, sagte ich zu ihm, “im Wedding muss man immer aufpassen!”  “Mach ich!”, bestätigte der freundliche Nachbar, "Hab alles im Blick!”  Wir fixierten die ertappte Krähe, die sich zurückzog. Heute ging sie leer aus, Abspann, Ende. Die Brauseboys am Donnerstag, 4.6. (20 Uhr)  Mit Mareike Barmeyer , Jobinski und Bjarne Haus der Sinne (Ystader St...

Brause & Beeren am Samstag (26.7., 19 Uhr) in Kremmen!

Samstag, 26.7. (19 Uhr) Kultur & Beeren (Am Kanal 16, Kremmen)   Zu Beginn der Ferien fahren wir noch einmal ins Grüne nach Kremmen, das ist relativ nah am Paradies. Lämmer springen über die Wiese, Hähne singen mit, es grünt und blüht und eine Sommerbühne steht bereit. Ein wunderbarer Ort zum Lesen und Zuhören! Wir lachen am Samstag dem Sommer also noch einmal herzlich ins Gesicht und empfehlen, sich den kleinen Weg aus Berlin raus zu gönnen. Zu unserem beerenstarken Event!   Infos und Tickets hier !