Direkt zum Hauptbereich

Brauseboys am 18.6. in der Kulturfabrik Moabit: Open Air + Stream

Auftreten (von Frank Sorge)

Ich weiß nicht mehr, wie mich meine Eltern von meinem Tretroller getrennt haben, aber irgendwo im Synapsenspuk sehe ich noch die Narbe, denn ich war an den Roller angewachsen. Es war im Endeffekt nichts dabei, ein schlichter Ablösungsprozess, und das langsame Durchsickern der Erkenntnis, dass ein Fahrrad mehr möglich machte, und ich dem Roller auch physisch entwachsen war. Ich dachte schnell nicht mehr an ihn.
Jetzt haben wir aber Roller bestellt, für uns, für Erwachsene. Sie kommen auch schneller herangerollert von den Lieferdronen, als wir gucken können. Tram und Bus vermeiden, auch Wege mit den Kindern auf Fahrrädern, alles ganz praktisch mit so einem Ding, dachten wir uns. Ohne Motoren natürlich, einfach nur Rollen, ein Brett, eine Stange und kräftige Beine. Also klappe ich einen auf und probiere ihn unten aus. Für die nächsten Wochen und Monate war der Herr Sorge dann leider nicht mehr zu sehen und aufzufinden. Er rollerte so hier hin und da hin, ließ sich vom Wind leiten, jagte den Schmetterlingen hinterher und landete eines Tages, unvorhergesehen und zufällig wieder an der eigenen Haustür, die von Efeu überwuchert war. Dort aber merkte er auf einmal, dass eine Sache doch bestechend anders war. Die kräftigen Beine waren nur noch eine Illusion, also kippte er mit weichen Knien auf den Stufen zur Wohnung einfach um.

~#~#~#~#~#~#~#~#

Donnerstag, 18.6.20 / 20 Uhr (Einlass 19.30 Uhr)
Kulturfabrik Moabit (Freiluftkino), Lehrter Str. 35
+ Facebook Livestream (Öffentlich, Internet)



Die Brauseboys - Weddinger Lesebühne in Moabit - Sommer Open Air + Stream!

Seit siebzehn Jahren jede Woche neue Texte, Betrachtungen, Musik und belebende Heiterkeit, seit Beginn der Isolation im Livestream der Herzen. Es ist soweit, wir haben ein Obdach gefunden, um Publikum wieder live in Empfang zu nehmen, auch wenn in diesem Falle gar kein Dach über uns ist. Die Kulturfabrik Moabit hat ein Freiluftkino, nehmt das, Aerosole! Aber halt - Moabit, was? Ja, richtig gelesen. Der Weg aus dem Wedding ist jedoch nicht weit, eigentlich nur über eine Brücke (Fennbrücke), außerdem ist sowieso Wedding, wo wir sind. Was sind schon Grenzen? Grenzenlos ist auch die Freude, dass es so geht, aber auch der Stream reisst nicht ab. Es gibt mindestens 40 Sitzplätze in der KuFa, sinnvoll ist eine Reservierung an reservierung@brauseboys.de - ob es noch Platz gibt, antworten wir per Mail und informieren per FB. Achtung! Vorgezogene Anfangszeit (20 Uhr), Einlass um 19.30 Uhr.

Oder schaltet ab 19.45 Uhr den Livestream auf unserer Facebook-Seite ein, auch ohne Account. Streamboy Frank gibt sich größte Mühe, dass alles auch von hier aus klappt, was ein paar Wochen noch so bleiben soll.

Wer den virtuellen Eintritt von 8,- Euro (ermäßigt 5,-) zahlen möchte, ist herzlich dazu eingeladen, via Paypal an hutspende@brauseboys.de zu spenden (Paypal-Account von Volker Surmanns Satyr-Verlag).
Alternativ per Überweisung an Nils Heinrich mit Verwendungszweck 'Brauseboys'
IBAN DE52 5005 0201 1240 6229 00
BIC: HELADEF1822

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Brauseboys am 18.7. (20 Uhr) mit Susanne M. Riedel, Uli Hannemann & Josias Ender

Kein Boom in Sicht (von Frank Sorge)   Ich kenne einen Ort in Brandenburg, der einen schönen kleinen Bahnhof hat. Es ist fast das Ende einer Bahnstrecke und viele Menschen wohnen hier nicht. Aus wirtschaftlichen Gründen wurde die Strecke verkürzt und der Bahnhof fing an zu überwuchern. Gegenüber war jetzt eine Bushaltestelle, die stündlich eine Anbindung an das neue Ende der Bahnstrecke bot. Wirtschaftlich war das offenbar auch nicht, erst wurden die Busse verkleinert, dann ein 2-Stundentakt daraus gemacht. Es sind mindestens zehn oder fünfzehn Jahre seit der Streckenverkürzung ins Land gegangen, am Sonntag fährt fast kein Bus mehr. Der Bahnhof ist immer noch schön, jetzt vor allem schön verwittert. Die ganze Gegend hat sich kaum verändert in den fast dreißig Jahren, die ich den Ort kenne, mal abgesehen vom großen Logistikcenter und seinen LKWs. Dabei ist es nah an Berlin, wo doch sonst alles boomt. Profitiert hat von der Streckenverkürzung mutmaßlich niemand, es wurde nur immer sc...

Saisonauftakt! Brauseboys am 5.9. (20 Uhr) mit Ruth Herzberg & Frau Rotkohl

Die Wahlergebnisse (von Frank Sorge)   Stillstand. Spaltung. Scham. Trotz. Winterurlaub im Erzgebirge fällt eher aus. Bangen um Brandenburg. Wird es Braunenburg? Mauer um Berlin doch eine Option? Mauer im Kopf ausreichend. Brandmauer nicht. Täuschung und Enttäuschung. ­ Brauseboys am Donnerstag, 5.9. (20 Uhr) mit Ruth Herzberg und Frau Rotkohl   Haus der Sinne (Ystader Str. 10)   Das war sie also, unsere Sommerpause, und jetzt ist sie nicht mehr. Wir haben uns so was von erholt und strotzen vor Energie und Tatendrang. Was diese Solarenergie alles kann, es ist erstaunlich. Also reden wir nicht lang drumherum, der Saisonauftakt steht schon vor der Tür - in dieser Woche! Dann geht es weiter jeden Donnerstag im Haus der Sinne mit fangfrischen Texten, handwarmen Liedern und sprudelnder Heiterkeit. Wie immer mit fabulösen Gästen, zum Start freuen wir uns auf intensiv-ironische Texte von Ruth Herzberg und freimütig-alberne Lieder von Frau Rotkohl .

Brauseboys am 11.7. (20 Uhr) mit Martin Hyun & Herr Horst

Premium-Service (von Frank Sorge)   Der Paketbote schickt mich mal wieder durch den Kiez, mal dorthin, mal rundherum durchs Dorf und in die Binsen. Jemand hat ganz offenbar nicht den Job, den jemand machen möchte, denn hier im Haus ist eigentlich immer jemand da, im Zweifel ich. Natürlich kann ich ein Klingeln überhören, aber wenn das monatelang nicht vorkommt, und dann plötzlich in Serie, wird der Herr Kommissar stutzig. Wo waren Sie um 13:47 Uhr am Samstag? Leider steht Aussage gegen Aussage. Die letzte Nuss war hart zu knacken. Die Behauptung, bei der Zustellung wäre etwas schiefgegangen, ein angekündigter nächster Versuch, der nie unternommen wurde, dann in mittlerweile geübter Eigenrecherche und nach mehreren Irrwegen eine mögliche Adresse, wo es hinterlegt war. “Ich hatte etwas Mühe, im Internet herauszufinden, dass mein Paket vermutlich bei Ihnen ist”, sage ich der freundlichen Berlinerin hinter dem Tresen. “Allet klar, ick brauch nur ihr’n Ausweis.” “Bitte! Kam kein Bote, ...