Direkt zum Hauptbereich

Brauseboys am 21.7.: Pokeboys

Mit etwas Glück (von Frank Sorge)

"Spielst du auch Pokemon?"
"Nein, ich hatte Glück."
"Glück?"
"Ich wollte ja, aber keines meiner Geräte wird unterstützt."
"Ach, doof, bzw. glückliche Fügung."
"Ob die Fügung so glücklich war, weiß ich nicht, immerhin eine Fügung. Konnte mir nicht so recht erklären, warum das mit meinem Handy nicht gehen soll und hab in einer ruhigen Minute mal nachgesehen."
"Und?"
"Geht natürlich doch."
"Also spielst du das?"
"Nein, ich hab Glück."
"Nochmal?"
"Wegen der richtigen Pokemons."
"Wem?"
"Na die, die ich letztes Jahr im Virchow gefangen habe. Wenn ich mit denen unterwegs bin, kann ich nicht aufs Display starren. Von zu Hause wiederum macht Pokemon Go nicht so einen Sinn."
"Machen das hier nicht alle Eltern unterwegs?"
"Ja, aber das ist ein Fehler, das ist überhaupt nicht nachhaltig."
"Nachhaltig Pokemon-Spielen klingt merkwürdig."
"Man will doch nicht selbst Pokemon-Spielen, im besten Fall, sondern die Kinder spielen es und man selbst kann was Sinnvolles tun. Dass die Kinder es spielen, kann man aber am Besten verhindern, indem man es selbst spielt."
"Warum?"
"Stell dir vor, du bist acht Jahre alt und siehst auf der Straße einen Fünfzigjährigen an deinem Poke-Stop Bälle abgreifen."
"Okay, ich verstehs, sehr uncool, wenn es die Alten auch spielen."
"Exakt, ein bisschen Glück hatte ich aber doch. Wenn ich beim rauchen das Handy einen Meter vor den Balkon halte, erreiche ich den Stop, ohne dass die Kinder unten es merken."
"Und deine?"
"Die schlafen dann. Diese Zeiten muss man wirklich nutzen."

~#~#~#~#~#~#~#~#

Donnerstag, 21.7. / 20.30 Uhr
La Luz (Oudenarder Str. 16-20, Osram-Höfe)

Die Brauseboys - frische Texte
Jeden Donnerstag nehmen Thilo Bock, Paul Bokowski, Robert Rescue, Frank Sorge, Volker Surmann und Heiko Werning ihre frisch geputzten Tastaturen und lassen es klappern. Die empfohlene Wochendosis Lesebühne, seit dreizehn Jahren jeden Donnerstag mit illustren Gästen. 

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Brauseboys am 10.1. im La Luz: Nächstes Jahr

Zugabe 'Danke, dass ihr zuhört, und für's Verständnis. Dafür gibt es dies Geständnis: Wir können nicht ohne und mögen, wenn's euch gefällt. Was für 'ne Welt wäre es ohne uns und den Text? Wir sagen: Danke, dass ihr zuhört. Danke Publikum!' ~#~#~#~#~#~#~#~# Donnerstag, 10.1. /20.30 Uhr La Luz (Oudenarder Str. 16-20, Osram-Höfe) Die Brauseboys - Lesebühne im Wedding Seit bald sechszehn Jahren jede Woche neue Texte, Betrachtungen, Musik und belebende Heiterkeit mit Thilo Bock, Robert Rescue, Frank Sorge, Volker Surmann, Heiko Werning und Gästen. Am 10.1. begrüßen nach dem Rückblicksmarathon und seinen Erschöpfungsopfern die ausdauerndsten und virilsten Boys Heiko Werning & Frank Sorge gemütlich im Restaurant des La Luz eine freundliche Liedermacherin und einen Verfasser höchst authentischer Taxigeschichten: Eva Wunderbar (Bitte bleib) Christian Schmitz ( Der Fuchsflüsterer vom Zeltinger Platz ) ~#~#~#~#~#~#~#~#

Jan Koch

Jan wohnt schon eine Weile nicht mehr im Wedding, sondern auf dem Land. Hier wie dort verbreitet er Wohlbefinden und seine schönen Lieder.

Brauseboys am 16.7. in der Kulturfabrik Moabit: Mit Michael-André Werner & Lüül

Nur so eine Ahnung (von Frank Sorge) Wenn ich die Kinder von der Kita hole, erzählen sie immer sofort eine Sache. Offenbar das, was sie am Tag am meisten beschäftigt hat, was sie Besonderes erlebt haben, oder welche neue Frage sich gestellt hat. Man müsste diese Sätze eigentlich aufschreiben. "Weißt du, Papa?", setzt mein Sohn an, nachdem er zu mir gerannt ist. "Was denn?" "Das Weltall", sagt er, "das ist wirklich sehr groß." "Ja, stimmt", sage ich verblüfft, "sogar sehr, sehr groß, unvorstellbar groß." "Und weißt du? Man weiß gar nicht, ob es überhaupt ein Ende hat." "Ja", sage ich, "vielleicht hat es gar keins. Aber was sich Menschen auch schon lange fragen, wie es überhaupt angefangen hat." Er stutzt. "Was denken die denn?", fragt er, jetzt bin ich in der Bredouille. "Die meisten denken, es gab eine große Explosion und seitdem fliegt alles auseinander." "Nein", un