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Es werden Posts vom 2026 angezeigt.

Brauseboys am 9.4. (20 Uhr) mit Susanne M. Riedel und dem Ukulelenprediger

Stadtflucht (von Frank Sorge) Erst verlässt man den Bereich  der minutenweise buchbaren Roller,  der sich kreuzenden Nahverkehre,  der zu Fuß erreichbaren Spätis. Dann die Autobahnringe und Zubringerwege,  die Einkaufsbunker mit ihren Parkplatzweiden. Auf dem Hyperloop überwindet man  das Netzwerk der Schnellzüge,  sieht die Bahnhöfe schrumpfen  und Wahlergebnisse kippen. Umstieg auf Diesel, wo die Stromschienen enden,  umringt von Windrädern, bis einen jemand  abholen muss mit der Pferdestärkenkutsche. Plötzlich ist die Nacht wieder schwarz  und die Rufe der Lämmer durchbrechen  die Stille wie ein Nebelhorn. Am nächsten Tag ist dort ein Wald, ein Traktor,  oder die nasse Wiese am Fleet. Der Laptop meldet:  Verbindung unterbrochen. Brauseboys am Donnerstag (9.4., 20 Uhr) mit Susanne M. Riedel und dem Ukulelenprediger Haus der Sinne (Ystader Str. 10) Es gibt Gerüchte über einen heißen April, aber noch sind es nur Vermutu...

Brauseboys am 2.4. (20 Uhr) mit Jacinta Nandi und Bernadette La Hengst

Schneller Rabatt (von Frank Sorge) Ostern naht, erste Kassenschlangen des Grauens bilden sich und dann, ganz vorne, hat die Kasse die App nicht richtig gelesen und damit einen Rabatt nicht berechnet. Die Kundin erklärt dem Kassierer, was er machen könnte, um das Problem zu lösen: Rückgabe der Ware, Rückbuchung, dann wieder Einscannen mit App und noch einmal bezahlen. “Oh, my Goodness!” entfährt es der Kundin dahinter mit rollenden Augen in Erwartung der Verzögerung, die das bedeutet, und ich denke auch, weil das Zurückgeben ja immer mit unterschriebenen Kassenzetteln und komplexen Eingaben zu tun hat, die der junge Kassierer, den ich hier noch nie gesehen habe, womöglich nicht aus dem Effeff beherrscht: “Dann lass den Rabatt doch heute mal fahren, die finden so schon kein Personal und der Junge wirkt, als wäre er noch nicht zerbrochen…”, aber es ist Wedding hier, jeder Rabatt eine Erleichterung, ich atme durch, wir werden es schon aushalten. “Ich gebe Ihnen den Rabatt einfach so, okay...

Brauseboys am 26.3. (20 Uhr) mit Lukas Meister und Spider

Viva Balkonia (von Frank Sorge) Für die Balkonbegrünung habe ich ein Paar billige Garten-Handschuhe gekauft, als ich sie anziehe, finde ich in einem Handschuh eine Bedienungsanleitung, die ich eingehend lese, weil ich wissen will, ob sie auch die ‘Handhabung’ erklärt. Tatsächlich ist dann gleich der erste Punkt die 'Handhabung', und eigentlich könnte es der einzige sein, finde ich, ohne weitere Ausführung, denn Hände muss man schon haben für Handschuhe, oder? Handhabung oder Hand-Nichthabung, das ist hier die Frage. Aber es geht dann doch nur darum, ob man die Handschuhe für einen passenden Zweck ausgewählt hat: “Vor dem Einsatz sollte der Anwender eine Risikoanalyse durchführen, indem die Eignung eines bestimmten Schutzhandschuhs für den vorgesehenen Einsatzbereich geprüft wird.” Das habe ich gemacht, weder für mich, noch für die Handschuhe, ist eine Begegnung mit Blumenerde gefährlich. Es kann also losgehen: Hoch mit dem grünen Daumen! Brauseboys am Donnerstag (26.3., 20 Uhr...

Brauseboys am 19.3. (20 Uhr) mit Judith Stadlin und Sebastian Krämer

Wartung (von Frank Sorge) Ein paar Tage vorher schon hatte ich ihn im Nebenhof gesehen - so ein Glück! - jetzt stand der Schornsteinfeger mal wieder bei uns in der Küche. "Ihr Vorgänger", sagen wir vorsichtig, "hat mal davon gesprochen, dass so eine alte Gasheizung nicht mehr betrieben werden darf. Stimmt das eigentlich? Ist aber schon sehr lange her, also noch vor Habeck." "Nein, nein", beruhigt er uns, "die ist erlaubt, sonst wäre der Herr Habeck bestimmt gleich vorbeigekommen und hätte sie abgehängt. "Ach, deswegen die Küchenbesuche!", witzeln wir erwartbar und schämen uns nicht, denn niemand meint es hier ernst. "Die Heizung hängt ihnen keiner ab, das ist ein Niedrigtemperaturgerät, da kann man sogar ein neues hinhängen." "Aber die läuft doch erst seit vierzig Jahren!", sagen wir empört und stellen plötzlich fest: "Wir laufen auch seit vierzig Jahren und lassen uns nicht austauschen!" "Die Werte sind j...

Brauseboys am 12.3. (20 Uhr) mit Andreas Rüttenauer und Christoph Theussl

Wer den Schaden hat (von Frank Sorge) So schön das mit dem Frühlingsbeginn ist, solange keine frischen Blätter da sind, ist ein Park in der Stadt wenig attraktiv. Der, in dem ich bin, wird sogar auf vielen Spuren von Autos umfahren, die noch nicht hinter Hecken verschwinden. Kein einziger Krokus ist zu sehen, noch dazu sind die zwei einzigen Bänke weit und breit besetzt, obwohl ich dringend eine Pause brauche. Auf der einen Bank schaut ein sehr junger Erwachsener unverdächtig auf sein Handy, hat aber eine Grasglocke mit einem würzigen Radius von mindestens zehn Metern um sich errichtet, die am Boden klebt wie eine gestrandete Qualle. So schnell steht der nicht mehr auf! Auf der anderen Bank sitzt eine junge Frau und schaut ganz nett und offen herüber, aber vermutlich auch nur so lange, wie ich keine Anstalten mache mich dazuzusetzen. Also lasse ich mich auf einem Gedenkstein in der Nähe nieder, der als einzige weitere Sitzmöglichkeit weit und breit auszumachen ist. Pietätlos finde ich...

Brauseboys am 5.3. (20 Uhr) mit Sebastian Nitsch und Rob Fleming

Wie was aussieht (von Frank Sorge) So gut sieht es vielleicht doch nicht aus, wenn die Munition schon ausgeht, wenn Verbündete Flugzeuge abschießen, wenn es diverse Pläne gibt, aber keinen Plan. Aber was weiß ich schon über Machtpolitik, ich kenne mich nur aus in Macht-nichts-Politik und Mach-nichts-Politik, wegen Berlin im Kleinen und Großen. Bei meinen Kleinen fällt schon wieder der Unterricht aus, den ganzen Tag! Hurra! Macht was oder macht nichts, das ist hier die Bildungsfrage, ohne Joker zu beantworten. Brauseboys am Donnerstag (5.3., 20 Uhr) mit Sebastian Nitsch und Rob Fleming Haus der Sinne (Ystader Str. 10) Die Sonne ist da und wir lesen auch schon wieder - am Donnerstag! Weg ist die Sonne zum Glück ja eigentlich nie, wir auch nicht, beide Naturphänomene erscheinen in vorausberechenbaren Zyklen. Während die Sonne für alles Leben auf der Welt verantwortlich ist (kann man drüber diskutieren), sind wir für alles Lesen zuständig, jedenfalls alles Lesen im Kopenhagener Kiez (Os...

Brauseboys am 26.2. (20 Uhr) mit Ahne und Martin Goldenbaum

Defekt (von Frank Sorge) Die Haltestellen-Anzeige in der Straßenbahn funktioniert nicht richtig und die Stimme vom Band sagt die ganze Strecke lang falsche Stationen an. So bin ich an der Station Seestraße eingestiegen, drei weiter an der U-Bahn aber nicht wieder an der Station Seestraße ausgestiegen, sondern erst noch ein paar später, um in die S-Bahn umzusteigen, wiederum Station Seestraße. Es ist ein bisschen wie ein Fehler in der Matrix, aber so, dass sich die Matrix überhaupt keine Mühe mehr gibt. Brauseboys am Donnerstag (26.2., 20 Uhr) mit Ahne und Martin Goldenbaum Haus der Sinne (Ystader Str. 10) Der Frühling naht und wir fangen auch wieder an zu rechnen, der wievielte Frühling es jetzt für uns eigentlich ist. Im kalendarischen Frühling vor 23 Jahren haben wir mal angefangen, das ist sicher, und da denken wir nicht nur gerne dran zurück, wir haben mitunter sogar Zeitzeugen zu Gast, mit denen wir in Erinnerungen schwelgen können. Wie diese Woche mit den vertrauten Gästen Ahne...

Brauseboys am 19.2. (20 Uhr) mit Christian Gottschalk und Paul Geigerzähler

Die haben es gut (von Frank Sorge) Die Kinder der Grundschulklasse wollen kein Fasching feiern, sondern lieber Schlittschuhfahren. Richtig neidisch werde ich erst, als sie es sich nicht nur wünschen, sondern wirklich machen. Ich selbst fand Fasching in der Schule in ihrem Alter furchtbar, aber es wurde durchgezogen. Verkleidungszwang, geplante Langeweile in bunten Fetzen, Partyspiele im Klassenraum, Schminkgefahr. Die Abscheu vor der Partyschminke, ich fühle sie bis heute nach und wie vehement ich jedes Jahr abwehren musste, etwas ins Gesicht gekleistert zu bekommen. Erklärt hat mir auch nie jemand, was das alles sollte, es gab diesen Tag, um sich zu verkleiden und lustig zu sein, aber keine Begründung dafür. Weil es Spaß macht, passte ja nicht für jeden, ganz offenkundig. Zu Hause flimmerten Eindrücke der Umzüge im Rheinland über den Fernseher, in West-Berlin, ich saß davor und verstand nichts. Brauseboys am Donnerstag (19.2., 20 Uhr) mit Christian Gottschalk und Paul Geigerzähler H...

Brauseboys am 12.2. (20 Uhr) mit Alina Dalsegno & Jan Kosyk

Dinge mit Gesicht (von Frank Sorge) Nach Jahren stellen wir fest, dass wir den Kindern Brotdosen mit depressiven Verschlüssen in die Schule mitgeben. Wie furchtbar! Jeden Morgen öffnen sie die Dosen, vielleicht sogar noch etwas motiviert für den Tag, und dann müssen sie sowas sehen. Vielleicht sind sie deswegen oft erschreckend voll noch, die Dosen, wenn sie nach Hause kommen, die Kinder, und wir Erwachsenen müssen die Hasenbrote vertilgen oder vernichten, was in letzter Konsequenz dann noch echter Kummerspeck wird. Und was ist das überhaupt für ein Designkonzept, von einem Hersteller von Kinder-Brotdosen, müsste da nicht Freude und Optimimus leitend sein? Oder sind das alles schon die Emos von früher in den Entwurfsetagen, warum dann nicht gleich ein Totenkopf? Sind es gar stumme Hilferufe aus den Plastkfabriken, kleine Signale an die Außenwelt, die nichts von ihrem Elend weiß?  Zeit, sich zu erinnern, dass so vieles auf der Welt Einbildung ist und viele Gedanken nur Projektion e...

Brauseboys am 5.2. (20 Uhr) mit Christian Y. Schmidt und Doc Schoko

Vordergründige Schilder (Teil X) von Frank Sorge Brauseboys am Donnerstag (5.2., 20 Uhr) mit Christian Y. Schmidt und Doc Schoko Haus der Sinne (Ystader Str. 10) Berlin, wir haben dich wieder! Wie wir dich kennen und immer gekannt haben, nichts geht, alles steht, oder schliddert. Außerdem meckern alle, Musik in den Ohren derer, denen Berlin zu glatt geworden ist, zu aufgeräumt, zu kontrolliert. Überall werden Köpfe geschüttelt, es wird gestöhnt und geflucht, die Seele der Stadt atmet auf. Denn es ist mal wieder so typisch, so schön Berlin-typisch: Wenn es gerade wieder geht, wird als nächstes gestreikt! Aber nicht bis Donnerstag, haben die Gewerkschaften dieses Mal beschlossen, damit man auch gut ins Haus der Sinne zur wöchentlichen Lesebühne kommen kann, denn es wird wieder ein Happening mit glitzernden Gästen. Diese Woche mit dem Romancier und China-Kenner Christian Y. Schmidt, sowie schillernden Liedern von Doc Schoko.

Brauseboys am 29.1. (20 Uhr) mit Karl Kelschebach und Johanna Zeul

Erlebnishorizont (von Frank Sorge) Jeder wird immer nur ein Jahr älter, nie mehrere Jahre auf einmal. Der Erlebnishorizont am sogenannten Geburtstag ist also für alle immer gleich und immer nur eine Kerze mehr. Alles andere ist nur eine Erfindung der Glückwunschkartenindustrie. Mit einer 75 ging es mal los, die ersten Käufer und Empfänger waren sehr zufrieden, aber große Mengen konnte man nicht verkaufen. Also wurde das Programm aufgefächert, um Bedürfnisse zu wecken, und seitdem bekam nicht nur die Oma eine, wenn sie es bis dahin geschafft hatte, sondern auch der Sohn mit 50 und die Enkelin mit 18. Da war ohnehin der Absatzmarkt viel größer und zum Marketing wurde noch mehr Kartenanlässe erfunden: Mit 66 fängt das Leben an, 40, 30, man sieht schnell, wohin das führt. Im Grunde soll jeder Geburtstag ein einmaliges Event sein, mit zugeschnittenen Produkten, und die Regale im Segment Glückwunsch und Party sehen ja auch so aus. Für jede Zahl ein eigenes Fach und Druckerzeugnis, es gibt s...

Brauseboys am 22.1. (20 Uhr) mit Elias Hauck und Karl Neukauf

Wenn es was umsonst gibt (von Frank Sorge) Seit Tagen redeten wir über die Kartoffeln. Einmal über die Nachricht selbst, dass 4000 Tonnen überschüssige Kartoffeln in Sachsen vernichtet werden müssten, wenn es keine Abnehmer gäbe, dann darüber, ob wir eine Tonne in unserem Gemeinschaftskeller unterbringen könnten, ob wir womöglich irgendwo mithelfen konnten, und schließlich, wo im Kiez jetzt überall Kartoffeln ankommen würden. Dann redeten wir darüber, was wir mit den erbeuteten Kartoffeln alles anstellen würden, wie viele Kilo bequem in unserer Speisekammer lagern konnten, wie viele ich für ‘Verschenken gegen Kapitalismus’ in die Reformbühne tragen würde. Um noch weiter zu werben, damit die vielen Kartoffeln auch wirklich verteilt werden würden. Diese unglaubliche Menge an Kartoffeln, die ja auch nur in großen Fuhren an die Verteilstellen gebracht werden konnte. Am großen Kartoffeltag ging ich nicht sofort los, sondern verschob es auf die Verteilzeiten am Nachmittag. Wo dann nicht ein...

Brauseboys am 15.1. (20 Uhr) mit Sebastian Krämer und NyaGo

Schwer von Begriff (von Frank Sorge) Aller Anfang ist schwer, aber jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Heißt das jetzt, dass der Zauber eher etwas Beschwerliches ist, dass er nicht leicht zu bekommen ist? Oder nur, dass man Sprichworte nicht gegeneinander ausspielen kann? Ist nicht der Erfahrung nach eigentlich das Ende schwerer als ein Anfang? Und ein Zauber immer nur Hokuspokus? Als ich mit derlei Gedanken durch war, hatte ich das heitere Schlittenfahren wieder verpasst, herrje! Aller Anfang ist schwerfällig, das trifft es doch viel besser. Heimspiel am Donnerstag (15.1., 20 Uhr) mit Sebastian Krämer und NyaGo Haus der Sinne (Ystader Str. 10) Rechtzeitig zum Start des Jahres lassen wir die Schneebarrieren abtauen und die Schlidderwege wieder aufweichen. Es soll wirklich nichts im Wege stehen, wenn wir zurück in der heimischen Bühne die Rucksäcke abstellen und ausrufen: Wir sind wieder da! Die Jungs sind zu Hause! Damit gleich alles perfekt wird, haben wir außerdem bezaubernde Hau...

Noch drei Shows! Am 8.1. in Karlshorst und 10.1./11.1. in Lübars

(Foto: Claudio Tothfalussy) Es ist geschafft, das alte Jahr liegt hinter uns und das neue vor uns. Ob es so froh, so gesund, oder so schön wird, wie man sich überall gewünscht hat, da sind wir angesichts der ersten Tage schon skeptisch. Für uns allerdings war der Jahresstart durchaus froh und schön, denn es waren tolle Nachmittage und Abende in unserem Lieblings-Schlot. Danke John und Piet! Unser Rückblick ist aber nicht vorbei, der guten Termine sind noch drei. Am Donnerstag im freundlichen Kulturhaus Karlshorst und am Samstag und Sonntag im feinen LabSaal in Lübars. Da geben wir nochmal alles! Bis auf die letzte Schuppe. Auf Nimmerwiedersehen 2025 - Der 20. Jahresrückblick der Brauseboys schnappt zu! Viel ist passiert in 20 Rückblicksjahren: Mittlerweile sitzt schon der vierte Kanzler im Weißen Haus, der viereinhalbste US-Präsident im Petersdom und der dritte Papst im Kanzleramt. Und dieser schwarzrote Rauch aus dem Bundestag verheißt nichts Gutes, außer: Das Stadtbild hängt schief!...