Wartung (von Frank Sorge)
Ein paar Tage vorher schon hatte ich ihn im Nebenhof gesehen - so ein Glück! - jetzt stand der Schornsteinfeger mal wieder bei uns in der Küche. "Ihr Vorgänger", sagen wir vorsichtig, "hat mal davon gesprochen, dass so eine alte Gasheizung nicht mehr betrieben werden darf. Stimmt das eigentlich? Ist aber schon sehr lange her, also noch vor Habeck."
"Nein, nein", beruhigt er uns, "die ist erlaubt, sonst wäre der Herr Habeck bestimmt gleich vorbeigekommen und hätte sie abgehängt. "Ach, deswegen die Küchenbesuche!", witzeln wir erwartbar und schämen uns nicht, denn niemand meint es hier ernst. "Die Heizung hängt ihnen keiner ab, das ist ein Niedrigtemperaturgerät, da kann man sogar ein neues hinhängen."
"Aber die läuft doch erst seit vierzig Jahren!", sagen wir empört und stellen plötzlich fest: "Wir laufen auch seit vierzig Jahren und lassen uns nicht austauschen!"
"Die Werte sind ja noch in Ordnung, die Schadstoffe im Rahmen. Aber Sie könnten schon mal wieder eine Wartung machen, das wäre sinnvoll."
Ich muss nochmal daran denken, als ich am nächsten Tag zum Gesundheitscheck zur Ärztin fahre. Regelmäßige Wartung, Schadstoffe kontrollieren, Durchpusten lassen sind alles sinnvolle Maßnahmen, sagt diese, dann kann man so eine Maschine aus den Siebzigern auch noch eine Weile betreiben.
Brauseboys am Donnerstag (19.3., 20 Uhr)
mit Judith Stadlin und Sebastian Krämer
Haus der Sinne (Ystader Str. 10)
Wir sind genauso angespannt über die Weltlage, wie die Weltlage selbst. Dabei liegt sie gar nicht, sondern ist höchst aktiv. Vielleicht sollten wir es genauso machen, aufstehen, rausgehen, was erleben, mal was anderes hören und nicht auf den Bildschirm starren. Zum Glück ist ja bald schon wieder Donnerstag, ein idealer Tag, um aus sich herauszugehen, vor allem aus der Wohnung raus, und ins Haus der Sinne zu kommen. Da hört man, wie es den anderen geht, also vor allem uns, aber auch unseren manchmal weit gereisten und stets weltoffenen Gästen. Diese Woche mit Judith Stadlin von der Schweizer Lesebühne Satz & Pfeffer und Sebastian Krämer, Chansonnier von Welt.

Kommentare