Direkt zum Hauptbereich

Brauseboys am 13.10.: Wir machen das

Schluppke machts (von Frank Sorge)

Herr Schluppke, was befähigt Sie besonders für das Amt des Bundespräsidenten?

Ick bin alt und rede jern, reicht dit nich? Im Ernst, meene fröhliche, unverbindliche Art, gloob ick. Außerdem vergess ick nie, jemandem die Hand zu geben.

Das klingt schon mal gut, aber wie wollen Sie das staatsmännisch umsetzen? Meines Wissens ist ihr diplomatisches Parkett als Bier-Buddha des Weddings bislang ausschließlich klebriger Kneipenboden.

Na, ick würde schon druff achten, dit Hemd in der Hose zu haben. Aber klar, ick versteh schon. Mit den Reichen und Schönen hatt ick bislang nüscht zu tun. Is aber nich nurn Nachteil, dit hat ooch Vorteile. Die müssen sich ja ooch wat überlegen, wat Se mit mir machen.

Beruflich haben Sie außer einer Maurerlehre und vielen Jahren Arbeitslosigkeit nicht viel vorzuweisen, reicht das für einen Repräsentanten dieses Landes?

Ick bau jedenfalls keene Mauern mehr, da könn Se sicher sein. Außerdem darfste als Präsident überhaupt nüscht machen, keen Amt oder Jewerbe...

...keinen Beruf ausüben und nicht in Leitung oder Aufsichtsrat eines Unternehmens sein.

Na, schau. In der Hinsicht bin ick ja quasi prädestiniert.

Ihre Kandidatur wird bislang nur von einem einzigen Weddinger Bundestagsabgeordneten vorangetrieben, seit er mit Ihnen was trinken war, ist also höchst theoretisch. Glauben Sie, dass sich das noch ändert?

Bisschen verstehe ick dit so, ick soll die vertreten, die sich sonst nich so vertreten fühlen. Da finden sich vielleicht ja noch welche. Sonst macht dit keenen Sinn, dann kann dit die Käßmann machen. Ick reiss mir ooch nich drum, aber uff der anderen Seite: Wenn ihr keenen habt - Tada, bin ick da.
~#~#~#~#~#~#~#~#

Donnerstag, 13.10. / 20.30 Uhr
La Luz (Oudenarder Str. 16-20, Osram-Höfe)

Die Brauseboys - frische Texte
Jeden Donnerstag nehmen Thilo Bock, Robert Rescue, Frank Sorge, Volker Surmann und Heiko Werning ihre frisch geputzten Tastaturen und lassen es klappern. Die empfohlene Wochendosis Lesebühne, seit dreizehn Jahren jeden Donnerstag mit illustren Gästen.

Milena Reinecke
Manfred Maurenbrecher

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Brauseboys am 2.12. im Slaughterhouse (20 Uhr, 2G) + Livestream: Mit Amalia Chikh

Illusionen von Frank Sorge Kennt Ihr noch das Gefühl, auch nach langem Widerstand und dem Ausschöpfen aller rhetorischen Mittel, jemand anderem Recht zu geben? Oder die Verwunderung darüber, nachdem man sein Pulver rundherum verschossen hat, dass man im abziehenden Nebel auf verlorenem Posten war? Oder die Ohnmacht, mit den Sohlen direkt  hineingetreten, einer wirklich peinlich idiotischen Sache auf den Leim gegangen zu sein? Kennt ihr das noch, die Haltung, wie man sich selbst zuhört, worüber man redet, und über sich ein Urteil fällt, ausnahmsweise unbeschönigt? Erinnert Ihr euch an Argumente ohne Rosinenpicken, Strohfeuerwendungen, ohne Täter-Opfer-Umkehr, unlautere Verharmlosungen oder Totschlag-Sperrfeuer, und ohne den Nationalstolz der Weißen? Dann ist ja gut, ich dachte schon, das gäb es kaum noch mehr. Es ist noch alles da, es ist in Mehrheiten vorhanden. Das ist beruhigend und keine Illusion. ~#~#~#~#~#~#~#~# Donnerstag, 2.12. /20 Uhr Kulturfabrik Moabit (Lehrter Str. 35) Bra

Brauseboys Live + Stream am 24.2. (20 Uhr, 2G) im Slaughterhouse: Mit Felix Jentsch

Russisches Roulett (von Frank Sorge) Ralle: Dit is' Ding, wa? Mit die Ukraine? Dieter: Wat ham die denn für ne Inzidenz? Ralle: Nich Corona, Dieter, Invasion. Dieter: Jibts ne neue Mutante? Ralle: Alte Mutante, Sowjet-Style. Dieter: Und jetzt ham die mehr Medaillen, oder wat? Ralle: Nich Olympia, Dieter, die Russen. Dieter: Ja, die hatten die meisten, oder? Ralle: Nee, dit war früher mal, die warn jarnich dabei, also doch, aber nich als Russland. Dieter: Ach, jenau, wegen Doping. Wie hieß do' gleich der chinesische Jesundheitsminister? Ralle: Janz olle Kamelle, Dieter. Minister ham die ooch, gloob ick, janich mehr, macht allet Putin. Dieter: Der kann Karate, wa? Ralle: Judo. Dieter: Und wat sacht der jetzt? Ralle: Versteh ick nich, aber wat er macht, sieht man ja. Panzer, Soldaten, Raketen, die janze Grenze lang een Uffmarsch. Een abjekartetet Spiel, sag ick dir. Dieter: Ick kenn nur Russisch Roulett. Ralle: Jenau, so ähnlich kommt mir dit vor, nur mit alle Patronen drin. Sag

Brauseboys am 24.12.: Früher war mehr Lesung

Monolith auf Monolith III (von Frank Sorge) Es begab sich aber zu der Zeit, in der Infektionszahlen nicht sehr geschätzt waren, dass alle Menschen aufgefordert wurden, an den Ort ihres größten Einkaufszettels zu wandern, um möglichst viele Weihnachtsgeschenke noch zu erledigen. Es war auch die Zeit, in der man ‘Weihnachtgeschi’ eingeben muss, um überhaupt einen Treffer zu ‘Weihnachtsgeschichte’ zu landen, denn es war die Zeit der Geschenke, nicht der Geschichten. Da machte sich auch Frank aus dem Wedding, auf in das alte Land, das da heißt Tempelhof, und ging zum Ikea, damit er gezählt werde bei Eingang und Ausgang, und damit seine Finanzen geschätzt werden könnten, im Vergleich zum Einkaufe. Und er hatte einen Beutel dabei, darin waren andere Beutel, und in einem Beutel sogar noch ein Beutel. Und als er dort war, kam nach einer Stunde Schlangestehen die Zeit, dass er einkaufte. Und er nahm ein erstes Paket Kerzen und legte es in einen Einkaufswagen, denn er hatte sonst keinen Raum in