Die nächste Generation (von Frank Sorge)
Im Supermarkt ist es ja meistens so, dass man die andern Einkaufenden, mit denen man den Markt betreten hat, auf dem Weg zur Kasse häufiger trifft, weil man den gleichen Weg hat und ähnliche Sachen braucht. Heute aber überholte mich ständig ein Mann wieder und ich ihn, der mit sich selbst sprach, aber offenbar mich zum Anlass nahm. “Jetzt müssen wir doch mal gucken, was es hier noch gibt”, sagte er, wenn ich in der Nähe war, oder “Gibt es hier nicht vielleicht was im Angebot?” Er sagte auch: “Da müssen wir jetzt mal überlegen, wie viel wir davon nehmen.” Oder: “Ob dit schmeckt? Sieht ja komisch aus.”
Dann wurde es mir zu anstrengend und ich habe lieber noch eine Schleife gedreht zu den Einkaufenden, die nach uns in den Markt gekommen waren, die nächste Generation. Da gab es wieder einen, der mit sich sprach, aber nur “Oh ja, aha, oha, heje”, eine andere Frau bewegte permanent den Mund, als würde sie etwas sagen, aber es kam kein Ton heraus. Das war heute alles doch etwas ungewöhnlich, befand ich, und nahm eine Abkürzung zurück nach vorne zur Kasse. Dort war es gerade sehr voll, aber es wurde noch eine geöffnet, und erst, als es dann sehr leer war an beiden Kassen, kam einer von hinten und jammerte rum, dass es so voll wäre. Die Kassiererin wirkte entspannt. Es war ja noch lange nicht Abend.
Die Brauseboys am 15.10. (20 Uhr)
Mit Michael-André Werner und Marco Tschirpke
Frische Texte, neue Lieder, spannende Gäste
Haus der Sinne (Ystader Str. 10)
Es wird Herbst, aber unsere Blätter werden nicht gelb dabei. So schnell geht das nicht bei frischem Papier, das gerade erst aus Druckern gezogen wurde. Ob uns bei dieser Weltlage, Stadtlage oder Kiezlage noch was einfällt? Ja, klar, denn im Grunde zehren wir doch davon, wenn etwas schief läuft, scheitert oder lachhaft wird, das kennen wir von uns selbst und ist unser eigentliches Metier. In unserem Teich der Tränen schwimmen doch einige große Fische herum. Als Gäste begrüßen wir Jens Spahn (CDU) und Phillipp Amthors Hamster (NABU), aber erst in den Politwochen 2029, noch nicht diese Woche. Da ist das alles noch Zukunftsmusik, gespielt von Marco Tschirpke, oder literarische Vision, empfangen von Michael-André Werner. Wir sind natürlich auch dabei und halluzinieren mit.
Ein elektrisierender Donnerstag liegt hinter uns und niemand hat zu viel versprochen! Es gab lyrischen Metal mit Gesangbuch von Peter und die Attentaeter, außerdem 'Berlin Hardcore Prose' von Andreas Gläser und wir standen auch unter Strom.


Kommentare