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Jubiläum! Brausegirls am 16.4. (20 Uhr, Haus der Sinne) und 23 Jahre Brauseboys am 17.4. (19.30 Uhr, Showfenster Theater)

Ein Tag im Zug (von Frank Sorge) Für den ersten Teil der Fahrt hatte ich mir ein harmlos wirkendes, belegtes Brötchen beim Bäcker an der Nordsee geholt, das mit Kochschinken und Käse belegt war, ein helles Weizenbrötchen ohne Schrot, Körner, Mohn oder sonst irgendetwas, das unbemerkt zwischen den Zähnen klemmen konnte oder danach das Hemd verziert. Harmloser hatte nie ein Brötchen gewirkt, bis ich im Zug dann reinbeißen konnte. Das Innere des Brötchen beherbergte jeweils eine Scheibe Schinken und Käse, alle Hohlräume darüber, darunter und dazwischen waren aber mit einer weißen, leicht säuerlichen Creme gefüllt. Offenbar war diese unter Druck hineingespritzt worden, sonst hätte sie jetzt nicht wieder so mit Druck hinausschießen können. Ein paar schlanke Scheiben Gurke und Tomate waren hinzugemischt, um die Creme noch etwas flüssiger und glitschiger zu machen. Saure Cremes im Brötchen sind eine schwer nachzuvollziehende Unart, die mir aus Berlin unbekannt ist. Wo war die Butter? Sie war...
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Brauseboys am 9.4. (20 Uhr) mit Susanne M. Riedel und dem Ukulelenprediger

Stadtflucht (von Frank Sorge) Erst verlässt man den Bereich  der minutenweise buchbaren Roller,  der sich kreuzenden Nahverkehre,  der zu Fuß erreichbaren Spätis. Dann die Autobahnringe und Zubringerwege,  die Einkaufsbunker mit ihren Parkplatzweiden. Auf dem Hyperloop überwindet man  das Netzwerk der Schnellzüge,  sieht die Bahnhöfe schrumpfen  und Wahlergebnisse kippen. Umstieg auf Diesel, wo die Stromschienen enden,  umringt von Windrädern, bis einen jemand  abholen muss mit der Pferdestärkenkutsche. Plötzlich ist die Nacht wieder schwarz  und die Rufe der Lämmer durchbrechen  die Stille wie ein Nebelhorn. Am nächsten Tag ist dort ein Wald, ein Traktor,  oder die nasse Wiese am Fleet. Der Laptop meldet:  Verbindung unterbrochen. Brauseboys am Donnerstag (9.4., 20 Uhr) mit Susanne M. Riedel und dem Ukulelenprediger Haus der Sinne (Ystader Str. 10) Es gibt Gerüchte über einen heißen April, aber noch sind es nur Vermutu...

Brauseboys am 2.4. (20 Uhr) mit Jacinta Nandi und Bernadette La Hengst

Schneller Rabatt (von Frank Sorge) Ostern naht, erste Kassenschlangen des Grauens bilden sich und dann, ganz vorne, hat die Kasse die App nicht richtig gelesen und damit einen Rabatt nicht berechnet. Die Kundin erklärt dem Kassierer, was er machen könnte, um das Problem zu lösen: Rückgabe der Ware, Rückbuchung, dann wieder Einscannen mit App und noch einmal bezahlen. “Oh, my Goodness!” entfährt es der Kundin dahinter mit rollenden Augen in Erwartung der Verzögerung, die das bedeutet, und ich denke auch, weil das Zurückgeben ja immer mit unterschriebenen Kassenzetteln und komplexen Eingaben zu tun hat, die der junge Kassierer, den ich hier noch nie gesehen habe, womöglich nicht aus dem Effeff beherrscht: “Dann lass den Rabatt doch heute mal fahren, die finden so schon kein Personal und der Junge wirkt, als wäre er noch nicht zerbrochen…”, aber es ist Wedding hier, jeder Rabatt eine Erleichterung, ich atme durch, wir werden es schon aushalten. “Ich gebe Ihnen den Rabatt einfach so, okay...

Brauseboys am 26.3. (20 Uhr) mit Lukas Meister und Spider

Viva Balkonia (von Frank Sorge) Für die Balkonbegrünung habe ich ein Paar billige Garten-Handschuhe gekauft, als ich sie anziehe, finde ich in einem Handschuh eine Bedienungsanleitung, die ich eingehend lese, weil ich wissen will, ob sie auch die ‘Handhabung’ erklärt. Tatsächlich ist dann gleich der erste Punkt die 'Handhabung', und eigentlich könnte es der einzige sein, finde ich, ohne weitere Ausführung, denn Hände muss man schon haben für Handschuhe, oder? Handhabung oder Hand-Nichthabung, das ist hier die Frage. Aber es geht dann doch nur darum, ob man die Handschuhe für einen passenden Zweck ausgewählt hat: “Vor dem Einsatz sollte der Anwender eine Risikoanalyse durchführen, indem die Eignung eines bestimmten Schutzhandschuhs für den vorgesehenen Einsatzbereich geprüft wird.” Das habe ich gemacht, weder für mich, noch für die Handschuhe, ist eine Begegnung mit Blumenerde gefährlich. Es kann also losgehen: Hoch mit dem grünen Daumen! Brauseboys am Donnerstag (26.3., 20 Uhr...

Brauseboys am 19.3. (20 Uhr) mit Judith Stadlin und Sebastian Krämer

Wartung (von Frank Sorge) Ein paar Tage vorher schon hatte ich ihn im Nebenhof gesehen - so ein Glück! - jetzt stand der Schornsteinfeger mal wieder bei uns in der Küche. "Ihr Vorgänger", sagen wir vorsichtig, "hat mal davon gesprochen, dass so eine alte Gasheizung nicht mehr betrieben werden darf. Stimmt das eigentlich? Ist aber schon sehr lange her, also noch vor Habeck." "Nein, nein", beruhigt er uns, "die ist erlaubt, sonst wäre der Herr Habeck bestimmt gleich vorbeigekommen und hätte sie abgehängt. "Ach, deswegen die Küchenbesuche!", witzeln wir erwartbar und schämen uns nicht, denn niemand meint es hier ernst. "Die Heizung hängt ihnen keiner ab, das ist ein Niedrigtemperaturgerät, da kann man sogar ein neues hinhängen." "Aber die läuft doch erst seit vierzig Jahren!", sagen wir empört und stellen plötzlich fest: "Wir laufen auch seit vierzig Jahren und lassen uns nicht austauschen!" "Die Werte sind j...

Brauseboys am 12.3. (20 Uhr) mit Andreas Rüttenauer und Christoph Theussl

Wer den Schaden hat (von Frank Sorge) So schön das mit dem Frühlingsbeginn ist, solange keine frischen Blätter da sind, ist ein Park in der Stadt wenig attraktiv. Der, in dem ich bin, wird sogar auf vielen Spuren von Autos umfahren, die noch nicht hinter Hecken verschwinden. Kein einziger Krokus ist zu sehen, noch dazu sind die zwei einzigen Bänke weit und breit besetzt, obwohl ich dringend eine Pause brauche. Auf der einen Bank schaut ein sehr junger Erwachsener unverdächtig auf sein Handy, hat aber eine Grasglocke mit einem würzigen Radius von mindestens zehn Metern um sich errichtet, die am Boden klebt wie eine gestrandete Qualle. So schnell steht der nicht mehr auf! Auf der anderen Bank sitzt eine junge Frau und schaut ganz nett und offen herüber, aber vermutlich auch nur so lange, wie ich keine Anstalten mache mich dazuzusetzen. Also lasse ich mich auf einem Gedenkstein in der Nähe nieder, der als einzige weitere Sitzmöglichkeit weit und breit auszumachen ist. Pietätlos finde ich...

Brauseboys am 5.3. (20 Uhr) mit Sebastian Nitsch und Rob Fleming

Wie was aussieht (von Frank Sorge) So gut sieht es vielleicht doch nicht aus, wenn die Munition schon ausgeht, wenn Verbündete Flugzeuge abschießen, wenn es diverse Pläne gibt, aber keinen Plan. Aber was weiß ich schon über Machtpolitik, ich kenne mich nur aus in Macht-nichts-Politik und Mach-nichts-Politik, wegen Berlin im Kleinen und Großen. Bei meinen Kleinen fällt schon wieder der Unterricht aus, den ganzen Tag! Hurra! Macht was oder macht nichts, das ist hier die Bildungsfrage, ohne Joker zu beantworten. Brauseboys am Donnerstag (5.3., 20 Uhr) mit Sebastian Nitsch und Rob Fleming Haus der Sinne (Ystader Str. 10) Die Sonne ist da und wir lesen auch schon wieder - am Donnerstag! Weg ist die Sonne zum Glück ja eigentlich nie, wir auch nicht, beide Naturphänomene erscheinen in vorausberechenbaren Zyklen. Während die Sonne für alles Leben auf der Welt verantwortlich ist (kann man drüber diskutieren), sind wir für alles Lesen zuständig, jedenfalls alles Lesen im Kopenhagener Kiez (Os...