Vordergründige Schilder (Teil X) von Frank Sorge Brauseboys am Donnerstag (5.2., 20 Uhr) mit Christian Y. Schmidt und Doc Schoko Haus der Sinne (Ystader Str. 10) Berlin, wir haben dich wieder! Wie wir dich kennen und immer gekannt haben, nichts geht, alles steht, oder schliddert. Außerdem meckern alle, Musik in den Ohren derer, denen Berlin zu glatt geworden ist, zu aufgeräumt, zu kontrolliert. Überall werden Köpfe geschüttelt, es wird gestöhnt und geflucht, die Seele der Stadt atmet auf. Denn es ist mal wieder so typisch, so schön Berlin-typisch: Wenn es gerade wieder geht, wird als nächstes gestreikt! Aber nicht bis Donnerstag, haben die Gewerkschaften dieses Mal beschlossen, damit man auch gut ins Haus der Sinne zur wöchentlichen Lesebühne kommen kann, denn es wird wieder ein Happening mit glitzernden Gästen. Diese Woche mit dem Romancier und China-Kenner Christian Y. Schmidt, sowie schillernden Liedern von Doc Schoko.
Erlebnishorizont (von Frank Sorge) Jeder wird immer nur ein Jahr älter, nie mehrere Jahre auf einmal. Der Erlebnishorizont am sogenannten Geburtstag ist also für alle immer gleich und immer nur eine Kerze mehr. Alles andere ist nur eine Erfindung der Glückwunschkartenindustrie. Mit einer 75 ging es mal los, die ersten Käufer und Empfänger waren sehr zufrieden, aber große Mengen konnte man nicht verkaufen. Also wurde das Programm aufgefächert, um Bedürfnisse zu wecken, und seitdem bekam nicht nur die Oma eine, wenn sie es bis dahin geschafft hatte, sondern auch der Sohn mit 50 und die Enkelin mit 18. Da war ohnehin der Absatzmarkt viel größer und zum Marketing wurde noch mehr Kartenanlässe erfunden: Mit 66 fängt das Leben an, 40, 30, man sieht schnell, wohin das führt. Im Grunde soll jeder Geburtstag ein einmaliges Event sein, mit zugeschnittenen Produkten, und die Regale im Segment Glückwunsch und Party sehen ja auch so aus. Für jede Zahl ein eigenes Fach und Druckerzeugnis, es gibt s...