Ein Tag im Zug (von Frank Sorge) Für den ersten Teil der Fahrt hatte ich mir ein harmlos wirkendes, belegtes Brötchen beim Bäcker an der Nordsee geholt, das mit Kochschinken und Käse belegt war, ein helles Weizenbrötchen ohne Schrot, Körner, Mohn oder sonst irgendetwas, das unbemerkt zwischen den Zähnen klemmen konnte oder danach das Hemd verziert. Harmloser hatte nie ein Brötchen gewirkt, bis ich im Zug dann reinbeißen konnte. Das Innere des Brötchen beherbergte jeweils eine Scheibe Schinken und Käse, alle Hohlräume darüber, darunter und dazwischen waren aber mit einer weißen, leicht säuerlichen Creme gefüllt. Offenbar war diese unter Druck hineingespritzt worden, sonst hätte sie jetzt nicht wieder so mit Druck hinausschießen können. Ein paar schlanke Scheiben Gurke und Tomate waren hinzugemischt, um die Creme noch etwas flüssiger und glitschiger zu machen. Saure Cremes im Brötchen sind eine schwer nachzuvollziehende Unart, die mir aus Berlin unbekannt ist. Wo war die Butter? Sie war...
Stadtflucht (von Frank Sorge) Erst verlässt man den Bereich der minutenweise buchbaren Roller, der sich kreuzenden Nahverkehre, der zu Fuß erreichbaren Spätis. Dann die Autobahnringe und Zubringerwege, die Einkaufsbunker mit ihren Parkplatzweiden. Auf dem Hyperloop überwindet man das Netzwerk der Schnellzüge, sieht die Bahnhöfe schrumpfen und Wahlergebnisse kippen. Umstieg auf Diesel, wo die Stromschienen enden, umringt von Windrädern, bis einen jemand abholen muss mit der Pferdestärkenkutsche. Plötzlich ist die Nacht wieder schwarz und die Rufe der Lämmer durchbrechen die Stille wie ein Nebelhorn. Am nächsten Tag ist dort ein Wald, ein Traktor, oder die nasse Wiese am Fleet. Der Laptop meldet: Verbindung unterbrochen. Brauseboys am Donnerstag (9.4., 20 Uhr) mit Susanne M. Riedel und dem Ukulelenprediger Haus der Sinne (Ystader Str. 10) Es gibt Gerüchte über einen heißen April, aber noch sind es nur Vermutu...