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Brauseboys am 26.2. (20 Uhr) mit Ahne und Christian Gottschalk

Defekt (von Frank Sorge) Die Haltestellen-Anzeige in der Straßenbahn funktioniert nicht richtig und die Stimme vom Band sagt die ganze Strecke lang falsche Stationen an. So bin ich an der Station Seestraße eingestiegen, drei weiter an der U-Bahn aber nicht wieder an der Station Seestraße ausgestiegen, sondern erst noch ein paar später, um in die S-Bahn umzusteigen, wiederum Station Seestraße. Es ist ein bisschen wie ein Fehler in der Matrix, aber so, dass sich die Matrix überhaupt keine Mühe mehr gibt. Brauseboys am Donnerstag (26.2., 20 Uhr) mit Ahne und Martin Goldenbaum Haus der Sinne (Ystader Str. 10) Der Frühling naht und wir fangen auch wieder an zu rechnen, der wievielte Frühling es jetzt für uns eigentlich ist. Im kalendarischen Frühling vor 23 Jahren haben wir mal angefangen, das ist sicher, und da denken wir nicht nur gerne dran zurück, wir haben mitunter sogar Zeitzeugen zu Gast, mit denen wir in Erinnerungen schwelgen können. Wie diese Woche mit den vertrauten Gästen Ahne...
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Brauseboys am 19.2. (20 Uhr) mit Christian Gottschalk und Paul Geigerzähler

Die haben es gut (von Frank Sorge) Die Kinder der Grundschulklasse wollen kein Fasching feiern, sondern lieber Schlittschuhfahren. Richtig neidisch werde ich erst, als sie es sich nicht nur wünschen, sondern wirklich machen. Ich selbst fand Fasching in der Schule in ihrem Alter furchtbar, aber es wurde durchgezogen. Verkleidungszwang, geplante Langeweile in bunten Fetzen, Partyspiele im Klassenraum, Schminkgefahr. Die Abscheu vor der Partyschminke, ich fühle sie bis heute nach und wie vehement ich jedes Jahr abwehren musste, etwas ins Gesicht gekleistert zu bekommen. Erklärt hat mir auch nie jemand, was das alles sollte, es gab diesen Tag, um sich zu verkleiden und lustig zu sein, aber keine Begründung dafür. Weil es Spaß macht, passte ja nicht für jeden, ganz offenkundig. Zu Hause flimmerten Eindrücke der Umzüge im Rheinland über den Fernseher, in West-Berlin, ich saß davor und verstand nichts. Brauseboys am Donnerstag (19.2., 20 Uhr) mit Christian Gottschalk und Paul Geigerzähler H...

Brauseboys am 12.2. (20 Uhr) mit Alina Dalsegno & Jan Kosyk

Dinge mit Gesicht (von Frank Sorge) Nach Jahren stellen wir fest, dass wir den Kindern Brotdosen mit depressiven Verschlüssen in die Schule mitgeben. Wie furchtbar! Jeden Morgen öffnen sie die Dosen, vielleicht sogar noch etwas motiviert für den Tag, und dann müssen sie sowas sehen. Vielleicht sind sie deswegen oft erschreckend voll noch, die Dosen, wenn sie nach Hause kommen, die Kinder, und wir Erwachsenen müssen die Hasenbrote vertilgen oder vernichten, was in letzter Konsequenz dann noch echter Kummerspeck wird. Und was ist das überhaupt für ein Designkonzept, von einem Hersteller von Kinder-Brotdosen, müsste da nicht Freude und Optimimus leitend sein? Oder sind das alles schon die Emos von früher in den Entwurfsetagen, warum dann nicht gleich ein Totenkopf? Sind es gar stumme Hilferufe aus den Plastkfabriken, kleine Signale an die Außenwelt, die nichts von ihrem Elend weiß?  Zeit, sich zu erinnern, dass so vieles auf der Welt Einbildung ist und viele Gedanken nur Projektion e...

Brauseboys am 5.2. (20 Uhr) mit Christian Y. Schmidt und Doc Schoko

Vordergründige Schilder (Teil X) von Frank Sorge Brauseboys am Donnerstag (5.2., 20 Uhr) mit Christian Y. Schmidt und Doc Schoko Haus der Sinne (Ystader Str. 10) Berlin, wir haben dich wieder! Wie wir dich kennen und immer gekannt haben, nichts geht, alles steht, oder schliddert. Außerdem meckern alle, Musik in den Ohren derer, denen Berlin zu glatt geworden ist, zu aufgeräumt, zu kontrolliert. Überall werden Köpfe geschüttelt, es wird gestöhnt und geflucht, die Seele der Stadt atmet auf. Denn es ist mal wieder so typisch, so schön Berlin-typisch: Wenn es gerade wieder geht, wird als nächstes gestreikt! Aber nicht bis Donnerstag, haben die Gewerkschaften dieses Mal beschlossen, damit man auch gut ins Haus der Sinne zur wöchentlichen Lesebühne kommen kann, denn es wird wieder ein Happening mit glitzernden Gästen. Diese Woche mit dem Romancier und China-Kenner Christian Y. Schmidt, sowie schillernden Liedern von Doc Schoko.

Brauseboys am 29.1. (20 Uhr) mit Karl Kelschebach und Johanna Zeul

Erlebnishorizont (von Frank Sorge) Jeder wird immer nur ein Jahr älter, nie mehrere Jahre auf einmal. Der Erlebnishorizont am sogenannten Geburtstag ist also für alle immer gleich und immer nur eine Kerze mehr. Alles andere ist nur eine Erfindung der Glückwunschkartenindustrie. Mit einer 75 ging es mal los, die ersten Käufer und Empfänger waren sehr zufrieden, aber große Mengen konnte man nicht verkaufen. Also wurde das Programm aufgefächert, um Bedürfnisse zu wecken, und seitdem bekam nicht nur die Oma eine, wenn sie es bis dahin geschafft hatte, sondern auch der Sohn mit 50 und die Enkelin mit 18. Da war ohnehin der Absatzmarkt viel größer und zum Marketing wurde noch mehr Kartenanlässe erfunden: Mit 66 fängt das Leben an, 40, 30, man sieht schnell, wohin das führt. Im Grunde soll jeder Geburtstag ein einmaliges Event sein, mit zugeschnittenen Produkten, und die Regale im Segment Glückwunsch und Party sehen ja auch so aus. Für jede Zahl ein eigenes Fach und Druckerzeugnis, es gibt s...

Brauseboys am 22.1. (20 Uhr) mit Elias Hauck und Karl Neukauf

Wenn es was umsonst gibt (von Frank Sorge) Seit Tagen redeten wir über die Kartoffeln. Einmal über die Nachricht selbst, dass 4000 Tonnen überschüssige Kartoffeln in Sachsen vernichtet werden müssten, wenn es keine Abnehmer gäbe, dann darüber, ob wir eine Tonne in unserem Gemeinschaftskeller unterbringen könnten, ob wir womöglich irgendwo mithelfen konnten, und schließlich, wo im Kiez jetzt überall Kartoffeln ankommen würden. Dann redeten wir darüber, was wir mit den erbeuteten Kartoffeln alles anstellen würden, wie viele Kilo bequem in unserer Speisekammer lagern konnten, wie viele ich für ‘Verschenken gegen Kapitalismus’ in die Reformbühne tragen würde. Um noch weiter zu werben, damit die vielen Kartoffeln auch wirklich verteilt werden würden. Diese unglaubliche Menge an Kartoffeln, die ja auch nur in großen Fuhren an die Verteilstellen gebracht werden konnte. Am großen Kartoffeltag ging ich nicht sofort los, sondern verschob es auf die Verteilzeiten am Nachmittag. Wo dann nicht ein...

Brauseboys am 15.1. (20 Uhr) mit Sebastian Krämer und NyaGo

Schwer von Begriff (von Frank Sorge) Aller Anfang ist schwer, aber jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Heißt das jetzt, dass der Zauber eher etwas Beschwerliches ist, dass er nicht leicht zu bekommen ist? Oder nur, dass man Sprichworte nicht gegeneinander ausspielen kann? Ist nicht der Erfahrung nach eigentlich das Ende schwerer als ein Anfang? Und ein Zauber immer nur Hokuspokus? Als ich mit derlei Gedanken durch war, hatte ich das heitere Schlittenfahren wieder verpasst, herrje! Aller Anfang ist schwerfällig, das trifft es doch viel besser. Heimspiel am Donnerstag (15.1., 20 Uhr) mit Sebastian Krämer und NyaGo Haus der Sinne (Ystader Str. 10) Rechtzeitig zum Start des Jahres lassen wir die Schneebarrieren abtauen und die Schlidderwege wieder aufweichen. Es soll wirklich nichts im Wege stehen, wenn wir zurück in der heimischen Bühne die Rucksäcke abstellen und ausrufen: Wir sind wieder da! Die Jungs sind zu Hause! Damit gleich alles perfekt wird, haben wir außerdem bezaubernde Hau...