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Posts mit dem Label "bahn" werden angezeigt.

Brauseboys am 18.7. (20 Uhr) mit Susanne M. Riedel, Uli Hannemann & Josias Ender

Kein Boom in Sicht (von Frank Sorge)   Ich kenne einen Ort in Brandenburg, der einen schönen kleinen Bahnhof hat. Es ist fast das Ende einer Bahnstrecke und viele Menschen wohnen hier nicht. Aus wirtschaftlichen Gründen wurde die Strecke verkürzt und der Bahnhof fing an zu überwuchern. Gegenüber war jetzt eine Bushaltestelle, die stündlich eine Anbindung an das neue Ende der Bahnstrecke bot. Wirtschaftlich war das offenbar auch nicht, erst wurden die Busse verkleinert, dann ein 2-Stundentakt daraus gemacht. Es sind mindestens zehn oder fünfzehn Jahre seit der Streckenverkürzung ins Land gegangen, am Sonntag fährt fast kein Bus mehr. Der Bahnhof ist immer noch schön, jetzt vor allem schön verwittert. Die ganze Gegend hat sich kaum verändert in den fast dreißig Jahren, die ich den Ort kenne, mal abgesehen vom großen Logistikcenter und seinen LKWs. Dabei ist es nah an Berlin, wo doch sonst alles boomt. Profitiert hat von der Streckenverkürzung mutmaßlich niemand, es wurde nur immer sc...

Brauseboys am 14.3. (20 Uhr) mit Luksan Wunder & Moses Wolff im Haus der Sinne

Gern geschehen (von Frank Sorge) Ein junges Pärchen in der Bahn neben mir versucht es sich gemütlich zu machen. Mit einem Tablet, schöner Musik oder einem Film, zwei Kopfhörern und eng aneinander gekuschelt. Ich schaue auf mein Handy und bekomme eine seltsame Meldung angezeigt. Ich werde gefragt, ob ich erlaube, den Kopfhörer W1Z500 meinem Google-Account hinzuzufügen. Während ich noch überlege, was es damit auf sich hat, wird neben mir über ein technisches Problem diskutiert. “Ich bekomme meinen Kopfhörer nicht verbunden”, sagt er ratlos. “Vielleicht geht es, wenn ich es erlaube?”, überlege ich. Aber ich füge keinen fremden Lautsprecher meinem Account hinzu, kommt nicht in die Tüte, da müssen sie sich was anderes überlegen, ich lehne ab.  Nebenan probiert er es mit ihrem Kopfhörer nochmal. “Komisch, mit deinem geht es. Ich soll meins irgendeinem Konto hinzufügen, aber das klappt nicht.” Wieder werde ich gefragt, ob ich den Kopfhörer meinem Konto hinzufügen will. Leider habe ich ni...

Brauseboys am 21.5. im Livestream: Auch schon so locker?

Isoliertes Bahnfahren (von Frank Sorge) Ich fahre mit der Bahn in eine andere Stadt, und das wäre ja sonst nur diese Bemerkung wert, aber es ist Pandemie, da ist nichts so, wie es war. Als ich beim Hauptbahnhof ankomme, schon das erste Verblüffen darüber, dass hier überhaupt Zugbetrieb ist. Klar, ich habe schon eine Fahrkarte gebucht und gehe davon aus, dass alles fährt wie gedacht. Aber das haben auch die gedacht, die irgendwann eine Karte für die Ärzte oder Rammstein gekauft haben. Ich halte es jederzeit für möglich, dass die Fahrkarte in die Luft gekauft war. Der Zug hat immerhin eine halbe Stunde Verspätung, wird mir angezeigt, ein Anker zur Normalität. An der Menge der Fahrgäste liegt es nicht, überlege ich, als ich mir irgendeines der leeren Abteile aussuche, die Schuhe abstreife, die Füße hochlege und meinen 'Komfort-Check-In' mache wie empfohlen Bis Hamburg sehe ich nur zweimal Menschen am Abteil vorbeigehen. Einmal den Schaffner, der auf seinem Gerät sieht, das...

Brauseboys am 2.8. im La Luz: Erfrischende Texte

In der Bahn mal wieder (von Frank Sorge) Neben mir in der Bahn sitzt ein Ironman. Ich ahne so etwas, obwohl er zwar sportlich, aber auch nicht unmenschlich zu sein scheint. Er hat so gute Laune. Als der Schaffner ihn nach seinem Fahrrad fragt, wir sitzen gleich am Fahrradabteil, muss der Ironman mir sogleich fröhlich auf die Nase binden, dass er das Rad gerade jetzt nicht verlieren will, wo es doch 180 km hinter sich hat. Ich habe nur eine Ahnung, dass es etwas mit einem Sportereignis zu tun haben könnte, bin aber ansonsten ganz ahnungslos. Eher erschrocken, denn er will sich mit mir unterhalten. Aber das geht mir zu weit - meen Juter, wir fahren nach Berlin, und nicht nach Plapperdokien. Ich blockiere erfolgreich weitere Gesprächsversuche, er versucht es aber auch bei allen rundherum und Vorbeilaufenden. Erst gegen Ende der Fahrt hört er auf damit und seine Miene normalisiert sich. Jetzt zu Hause realisiere ich erst, dass es dieses Adrenalin gewesen sein muss. Sport ist doch ein...

Brauseboys am 14.4.: Hasen im Rausch

Hasenbahn Vor dem Hauptbahnhof habe ich es jetzt auch endlich das erste Mal gehört, sonst bislang nur von Kabarettisten. Nie in echt. Aber da steht er im Anzug und ruft in sein Handy: "Die Bahn mal wieder." Ach schön.  Der Zug rollt los und nimmt Fahrt auf. Es schwirren die großen Häuser an den Fenstern vorbei, dann die kantigen Häuserzeilen, dann die kleinen Häuser. Kaum blicke ich auf den ersten hellgrün bestäubten brandenburgischen Acker, da sehe ich sie, fünf Kaninchen.  Jemand betritt in Hamm den Zug, sieht kurz durch den noch nicht ganz ausgelasteten Wagen und sagt laut: "So was liebe ich ja". Aber was? "So was liebe ich ja, Menschen." "So was liebe ich ja, Züge." Ob er auch in ein ausverkauftes Kino auf seinen Platz geht und laut "So was liebe ich ja" sagt, bevor er sich setzt? Oder auf ein Konzert - kaum biegt er nach dem Kartenkauf um die Ecke zur Bühne, vor der sich schon ein paar hundert Menschen versammelt...

Sie kommt

Nicht von Prostituierten auf der Oranienburger Straße angesprochen zu werden, das dürfte nicht mal Herkules schaffen. Dabei habe ich mich nur ein paar Meter von einer Querstraße zum S-Bahnschacht auf dem Bürgersteig vor dem alten Postamt bewegt. Wer zu dieser späten Zeit noch mit einer Kamera unterwegs sei, von dem wisse sie ja, was der noch brauchen würde. So ihre These, die wir ja weiter auf ihrem Zimmer erörtern könnten. Ich schaute auf die Uhr. "Meine Bahn kommt gleich!", und lehnte höflich ab.