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Posts mit dem Label "virus" werden angezeigt.

Brauseboys am Donnerstag (10.3., 20 Uhr) im Slaughterhouse: Live + Stream mit Jens Jensen

Ausblick auf 2023 (von Frank Sorge) Nach Beendigung des Kriegs in der Ukraine bereitet sich die Welt auf den Einschlag eines Asteroiden vor, der zwei Tage nach Unterzeichnung des Friedensvertrages entdeckt wurde. Die neu gewählte russische Präsidentin rief zu weltweiter Gelassenheit auf, man werde das gesamte Atomwaffenarsenal auf das Objekt abfeuern und nebenbei damit die Erde sogar doppelt sicherer machen. Sämtliche Atomnationen schlossen sich der Initiative an. Sobald das Geschoss aus dem All abgelenkt wäre, würde man sich mit der Weltgemeinschaft auch um die mutierten Riesenspinnen kümmern, die seit einem Leck in Tschernobyl das nördlich gelegene Belarus terrorisieren. Die kürzlich in den Museen lebendig gewordenen Mumien, so der ägyptische Chefarchäologe in Kairo, bekäme man hingegen gut durch eine mehrwöchige Schließung, Überheizung und Öffnung aller Lichtquellen in den Griff. Schon nach wenigen Wochen Entbehrung werden die Mumien zu Staub zerfallen, führte er den Plan aus, der ...

Brauseboys am 3.12. im Livestream: Worte des Jahres

Ein ferner Blick (von Frank Sorge) "Wenn ich erwachsen bin", sagt mein Sohn, der fünf ist, "dann soll dieses Virus aber vorbei sein!" Denn er wolle nach Kanada fliegen. Erst lächelt man da, und denkt, das sollte doch klappen. Dreizehn Jahre, so lange rechnet keiner damit, noch im Lockdown zu sein. Auf der anderen Seite: Nur ein paar Jahrzehnte vorher hätten wir jetzt einen Trabbi bestellt, damit der Sohn mit der Volljährigkeit überhaupt zum Flughafen fahren kann. Kanada hätte auch ausfallen müssen, zumindest bis vor dreißig Jahren. Und dann noch die Sache mit dem Flughafen selbst. Dreizehn Jahre, das reicht bei manchen Flughäfen nicht, von Spatenstich bis Eröffnung, und ausgerechnet bei dem, der am nächsten ist, war es ja so. Kann also alles noch schiefgehen, überlege ich, bevor ich antworte. Dreizehn Jahre sind nichts. "Ja, das klappt sicher, so lange dauert das nicht", sage ich und versuche, überzeugend zu klingen. Als er sich anderen Dingen widmet, seh...

Brauseboys am 9.7. in der Kulturfabrik Moabit: Windlichter

Es ändert sich nichts (von Frank Sorge) Ich habe mich schon so daran gewöhnt, dass sich die Situation ständig geändert hat, dass es mich unruhig macht, wenn sich im Moment wenig ändert. Früher, also vor drei Monaten, hat sich die Lage immer wieder verschoben, es war mehr und weniger erlaubt, neue Erkenntnisse kamen dazu, Regelungen wurden angepasst. Jetzt gehen so die Wochen dahin und ich weiß nicht: Soll ich mir wirklich wünschen, dass sich was ändert? Denn es könnte sich ja zum Schlechten ändern. Da das Jetzt aber nicht so bleiben kann, muss sich was ändern, damit sich auch was zum Guten ändern könnte. Verzwickte Sache. Verloren hat man, wenn man denkt, dass sich Dinge zurück ändern sollten. Zurück dahin, wo es auch nicht gut war, das zeigt sich ja meistens erst, wenn sich was ändert. Aber nicht nur deswegen. Zurück ändern geht so wenig wie Zeitreisen. Es wäre außerdem total unlogisch, wenn ich wieder herausfinden würde aus dem Labyrinth meiner Gedanken mit der Beobachtung, dass sic...

Brauseboys am 2.7. in der Kulturfabrik Moabit: Freiluftstrom

Verzicht (von Frank Sorge) Was ist es, was das Internet katalysiert? Wie sehr verhalten sich Verschwörungstheorien zum Virus selbst als Virus? Wie wird man immun gegen neurechte Propaganda? Ich vermute, es würde helfen, ein paar Dinge weniger zu machen. Verzicht - bei diesem Wort stellt sich der innere Zwerg sofort mit einem Sturmgewehr in den Vorgarten. Mir nimmt niemand was weg! Muss ja auch nicht, wenn man selbst verzichtet. Aber wo bleibt denn da die... Aufmerksamkeit - dieser eine da, der letzte Woche was geliket hat, warum macht er nicht weiter? Wo ist er denn? Nur ein Like und dann nichts mehr, sehr enttäuschend. Vielleicht sollte ich extra was machen, damit da noch mehr kommt? Aber wenn dann nichts kommt? Existiere ich ohne Like eigentlich? Schnell mal alles durchgucken, was auch kein Like hat. Das alles like ich natürlich nicht, auch ein bisschen aus Rache. Rache gegen unbekannt, denn die können da auch nichts für. Wie ich.  Merken ja auch nichts von, hätten sie ...

Brauseboys am 9.4. im Livestream: Grün, grüner, Gründonnerstag!

Erhaben im Zweifel (von Frank Sorge) Es gibt bei uns in der Nähe so etwas, das man unter Umständen Spielplatz nennen könnte. Am Rande der Rehberge, umwachsen und beschattet, links und rechts des Weges. Ein paar Holzpilze zum Draufstellen, Balken zum Balancieren, drumherum Sand. Fährt man mit Kleinkindern im Fahrradanhänger daran vorbei, mit Kleinkindern, die man schon eine Wochen mit dem Drinbleiben quält, könnte man für einen Moment auf die Idee kommen, hier Rast zu machen, wenn niemand da ist. Zumal nichts abgesperrt ist, weil es genaugenommen gar nicht so recht etwas abzusperren gibt. Wenn nun diese Kinder auch noch auf die Idee kommen, sich auf die Pilze zu stellen, oder mit einer Schaufel etwas von dem Sand umzugraben, dann wäre das im Zweifel ja vielleicht doch ein Spielplatz. Wenn es bellt, wie ein Hund, wenn es riecht, wie ein Hund, muss man die Katzentheorie vielleicht fallenlassen. Aber Zweifel sind nicht für jedermann, ein unmittelbar hinter den Büschen auftauchender ...

Pandemiewalzer

Schutzmaske (untauglich) Pandemiewalzer zu singen: auf Thomas Koschat "Schneewalzer" (1887) zu tanzen: allein, auf Abstand oder in häuslicher Gemeinschaft Immer wieder halt ich an, denn wir treffen uns im Gang zwischen Milch und Tiefkohlkost, du mit Wurst und Schüttelfrost. Ja, es war im Edeka, es war voll und wenig da. Zwischen Truhen tanzten wir, um‘nander zum Flaschenbier. Den pan-, de-, mi-, schen Walzer tanzen wir! Du kaufst Obst, Klopapier! Beim pan-, de-, mi-, schen Walzer im Ernstfall, ja, hier im Edeka, da ist heute ein Maskenball! Und wir eiern draußen rum, wirken druff oder sehr dumm, haben Zeit zu unserm Glück, ‘nen Schritt vor und zwei zurück. Ja, wir tänzeln durch die Stadt obwohl sie geschlossen hat, Sound kommt dazu aus dem Stream: Zappeln wir wie im Berghain drin. Den pan-, de-, mi-, schen Walzer tanzen wir! Ich mit Bier, du mit Tier!         [Einkaufen und Gassigehen ist ja erla...

Brauseboys am 12.3. im Eschenbräu: Wir sind geduscht!

Angesteckt (von Frank Sorge) Ich wasche die Hände in Unschuld, ich reibe es dir unter die Nase, vor deinem Mund kein Blatt. In meinen Augen Arbeitsverweigerung. Jedes Niesen eine Umarmung der Welt. Kann dir was husten. ~#~#~#~#~#~#~#~# Donnerstag, 12.3.20 / 20.30 Uhr Eschenbräu (Triftstr. 67, Wedding) Die Brauseboys - Lesebühne im Wedding - immer frisch im Eschenbräu! Seit bald siebzehn Jahren jede Woche neue Texte, Betrachtungen, Musik und belebende Heiterkeit. Ansteckend wird nur die Heiterkeit sein, oder die Melancholie, oder die heitere Melancholie. Wir waschen nämlich nicht nur die Hände, wir sind geduscht! Klingt trotzdem irgendwie alles nach einer Krankheit gerade, aber so ist es halt. Wir setzen auf ein starkes Immunsystem durch Humor, Dönerspeise und Hopfentrank.  Am 12.3. begrüßen Thilo Bock, Nils Heinrich und Frank Sorge: Veso Portarsky (Der größte Orgasmus auf dem Balkan) Maike Rosa Vogel (Alles was ich will) ~#~#~#~#~#~#~#...

Brauseboys am 5.3. im Eschenbräu: Wäre doch gelacht

Das wäre doch gelacht (von Frank Sorge) Selbst auf der Müllerstraße im Discounter sind die Regale leer, das ist doch albern. Wer wirklich Angst vor dem Virus hat, sollte aus dem Internet bestellen, palettenweise Mehl, Nudeln und passierte Tomaten gibt es auch da, und nicht die angegrabbelten Pakete aus dem Markt, wo einem an der Kasse jemand in den Nacken niest. Man sollte natürlich die Nachbarn das Paket empfangen lassen, es mit Gummihandschuhen noch im Flur desinfizieren, dann das Paket in die Schleuse, um sicher in die wohlpräparierte Wohnung mit eigenem Belüftungssystem eintreten zu können. Studien haben ausreichend belegt, dass Lachen das Immunsystem stärkt, es kommt eigentlich direkt nach Händewaschen und sicherem Husten. Lachen, haha, diese Wundermedizin, und vielleicht auch Waffe gegen den Virus. Das Gesundheitsministerium sollte vielleicht einen Teil der Präventionshilfe auf Humorproduzenten umleiten, die dann effektive, breit wirksame Viruswitze entwickeln und pausenlos...

Brauseboys am 7.2.: Lesen & Schreiben

Neben mir Vielleicht lag es am Virus, oder den lustigen Substanzen der medizinischen Gegenwehr, aber die letzte Woche stand ich insgesamt eher neben mir. Nur im ersten Moment erschien es mir merkwürdig, dann aber erkannte ich die Chance. Ich konnte von der Seite viel besser feststellen, dass die Haare mal wieder einen frischen Schnitt vertragen könnten. Wer neben sich steht, hat auch mal wieder einen anderen Gesprächspartner als die anderen sonst, mit denen man vielleicht schon über alles gesprochen hat. So dachte ich, um mir die Leidenszeit zu versüßen, könnte ich ja mal wieder ausgiebig etwas mit mir selbst machen. Leider war ich offenbar in selbem Maße, wie ich neben mir stand, aus dem nebenstehenden Körper gewichen. Ich fragte mich aus, aber erhielt keine Antwort. Ich stupste mich an, machte irgendwelche Vorschläge zur Tagesgestaltung, erntete aber nichts als Schulterzucken vom schlaffen Selbst, das sich ausweichend von hier nach da setzte, um immerwährend zu seufzen und si...